Die homöopathische Hausapotheke
Seit Generationen stellen sich Familien eine Grundausstattung homöopathischer Mittel für die Alltagsbeschwerden zusammen. Diese Auswahl folgt den traditionellen Anwendungsgebieten der Materia medica – jedes Mittel ist mit seinem vollständigen Profil verlinkt, damit du Leitsymptome und Dosierung nachschlagen kannst.
Verletzungen & Erste Hilfe

Arnica montana (Bergwohlverleih) gilt in der Homöopathie als klassisches Erste-Hilfe-Mittel. Traditionelle Anwendungsgebiete sind stumpfe Verletzungen wie Prellungen, Verstauchungen und Blutergüsse sowie Beschwerden nach Überanstrengung.

Calendula officinalis, die Ringelblume, ist ein traditionsreiches Wundmittel der Kräuterheilkunde. In der Homöopathie wird sie vor allem bei schlecht heilenden, eiternden Wunden und leichten Verbrennungen eingesetzt.

Ledum palustre (Sumpfporst, auch Wilder Rosmarin genannt) wird in der Homöopathie traditionell bei Stich- und Bisswunden, Insektenstichen und einem blauen Auge eingesetzt. Charakteristisch ist, dass sich die verletzten Stellen kalt anfühlen und durch Kälte bessern.

Rhus toxicodendron wird aus dem Giftsumach (Giftefeu) hergestellt und in der Homöopathie traditionell bei Beschwerden des Bewegungsapparates eingesetzt, etwa nach Überanstrengung, Verstauchungen und Zerrungen. Auch juckende, bläschenförmige Hautausschläge zählen zu den traditionellen Anwendungsgebieten.

Apis mellifica wird aus der Honigbiene gewonnen. In der Homöopathie wird das Mittel traditionell bei akuten Entzündungen mit blassroter Schwellung und stechend-brennenden Schmerzen eingesetzt — etwa nach Insektenstichen oder bei allergischen Hautreaktionen.
Fieber & beginnende Infekte

Aconitum napellus, der Blaue Eisenhut, wird in der Homöopathie traditionell bei plötzlich und heftig einsetzenden Beschwerden eingesetzt — etwa im Anfangsstadium von Erkältungen und Fieber sowie bei Angst- und Unruhezuständen.

Atropa belladonna (Tollkirsche) zählt zu den bekanntesten homöopathischen Mitteln. Traditionelle Anwendungsgebiete sind plötzlich und heftig einsetzende Beschwerden mit hohem Fieber, Hitze und Entzündungszeichen, vor allem im Anfangsstadium akuter Infekte.

Ferrum phosphoricum, das Eisenphosphat, wird in der Homöopathie traditionell bei beginnenden fieberhaften Infekten der Atemwege eingesetzt, besonders bei blassen, leicht erschöpfbaren Menschen mit schnell errötendem Gesicht.

Gelsemium sempervirens, der Gelbe Jasmin oder Giftjasmin, wird in der Homöopathie traditionell bei Erwartungsangst, Prüfungsangst sowie bei grippalen Infekten mit Schwäche, Zittern und Benommenheit eingesetzt.

Hepar Sulfuris (Kalkschwefelleber) wird aus Calciumsulfid hergestellt. Traditionelle Anwendungsgebiete in der Homöopathie sind eitrige Hautentzündungen, Abszesse und Akne sowie Hals- und Ohrenschmerzen und Nasennebenhöhlenentzündungen.
Magen, Darm & Reise

Nux Vomica (Brechnuss) wird in der Homöopathie traditionell bei Verdauungsbeschwerden nach üppigem Essen oder Genussmitteln sowie bei stressbedingter Reizbarkeit eingesetzt. Auch Erkältungen und katerartige Kopfschmerzen zählen zu den traditionellen Anwendungsgebieten.

Arsenicum album wird aus stark verdünntem Arsentrioxid (Arsenik) hergestellt. In der Homöopathie wird es traditionell bei Magen-Darm-Beschwerden wie Brechdurchfall sowie bei Unruhe und Ängstlichkeit mit ausgeprägter Schwäche eingesetzt.

Cocculus, gewonnen aus den Kockelskörnern der Indischen Scheinmyrte, wird in der Homöopathie traditionell bei Reisekrankheit mit Übelkeit und Schwindel sowie bei Erschöpfung durch Schlafmangel eingesetzt, etwa bei Jetlag oder nach durchwachten Nächten.

Okoubaka wird aus der Rinde eines westafrikanischen Urwaldbaumes gewonnen und in der Homöopathie traditionell bei Magen-Darm-Beschwerden, Lebensmittelvergiftungen und zur Regeneration nach Infekten oder Medikamenteneinnahme eingesetzt.

Bryonia alba, die Weiße Zaunrübe, wird in der Homöopathie traditionell bei trockenem Husten, Gelenkentzündungen und Verdauungsbeschwerden eingesetzt, wenn sich die Beschwerden durch kleinste Bewegung verschlimmern.
Kinder & Familie

Chamomilla wird aus der Kamille gewonnen und ist in der Homöopathie ein klassisches Mittel für Säuglinge und Kinder. Traditionelle Anwendungsgebiete sind Zahnungsbeschwerden, Blähungskoliken sowie Schmerzen mit ausgeprägter Reizbarkeit.

Pulsatilla, die Wiesenküchenschelle, gilt in der Homöopathie als vielseitiges Mittel der Kinder- und Frauenheilkunde. Traditionelle Anwendungsgebiete sind Erkältungen, Magen-Darm-Beschwerden, Menstruations- und Wechseljahresbeschwerden mit wechselhaftem, weinerlichem Gemütszustand.

Silicea wird aus Kieselsäure (Kieselerde) hergestellt. Homöopathen ordnen dem Mittel vor allem Beschwerden bei ausgeprägter Kälteempfindlichkeit und Infektanfälligkeit sowie Probleme von Haut, Nägeln und Bindegewebe zu.

Euphrasia officinalis, der Augentrost, gilt in der Homöopathie als eines der wichtigsten Mittel bei Augenbeschwerden. Traditionelle Anwendungsgebiete sind Bindehautentzündung, Heuschnupfen und Fließschnupfen bei Erkältungen.
Aufregung & Kummer
Häufige Fragen zur Hausapotheke
Welche Potenz gehört in die Hausapotheke?
Für die Selbstanwendung bei Alltagsbeschwerden greift die homöopathische Tradition zu Tiefpotenzen, meist D6 oder D12. Hochpotenzen ab C30 gelten als Sache erfahrener Behandler. Details im Potenzen-Ratgeber der Globuliwelt.
Wie bewahrt man Globuli richtig auf?
Kühl, trocken, dunkel und getrennt von stark riechenden Stoffen (ätherische Öle, Parfum) – traditionell werden Globuli zudem vor Hitze und elektromagnetischen Quellen geschützt gelagert. Originalgefäß geschlossen halten und Kügelchen nicht mit den Fingern entnehmen.
Wofür ist die homöopathische Hausapotheke gedacht?
Für die Beschwerden des Alltags: die Beule nach dem Sturz, der beginnende Schnupfen, die unruhige Nacht beim Zahnen, das Bauchweh nach dem Festessen. Genau dort liegt ihre Stärke, und dafür ist diese Auswahl zusammengestellt. Bei hohem Fieber, Atemnot, starken Schmerzen oder Beschwerden bei Säuglingen gehört eine Untersuchung dazu.
