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Arnica GlobuliArnica montana · Bergwohlverleih

Das bekannteste Erste-Hilfe-Mittel der Homöopathie – und für viele der erste Griff in die Hausapotheke. Traditionell eingesetzt bei allem, was durch Stoß, Sturz, Zerrung oder Überanstrengung entsteht: Prellungen, blaue Flecken, Muskelkater, Zerschlagenheit.

ELEva Landefeld· HeilpraktikerinVeröffentlicht März 2017 · Überarbeitet Juli 2026
Botanische Illustration von Arnica (Bergwohlverleih) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli
Arnica – Bergwohlverleih: Ausgangs­substanz der homöopathischen Zubereitung

Das Wichtigste zuerst

Übliche Potenz

D12

Der Standard für akute Verletzungen. D6 für leichtere Beschwerden, D30 für Erfahrene.

Gabe

5 Globuli

Akut: erste Stunde alle 15 Minuten, dann stündlich. Kinder 3 Globuli.

Bis wann

Bis besser

Mit einsetzender Besserung Abstände strecken und absetzen.

Leitgedanke der Mittelwahl: Arnica passt, wenn sich alles „zerschlagen“ anfühlt, das Verletzte berührungsempfindlich ist und der Betroffene beteuert, es sei nichts passiert.

Arnica in typischen Situationen

Wie die homöopathische Praxis das Mittel je nach Anlass einsetzt.

Sturz, Prellung, blauer Fleck

Der Klassiker – Sturz beim Sport, Anstoßen an der Tischkante, Bluterguss.

Potenz:
D12

Gabe:
Sofort 5 Globuli, dann in der ersten Stunde alle 15 Minuten, danach stündlich – mit einsetzender Besserung Abstände strecken.

Muskelkater & Überanstrengung

Nach der langen Wanderung, dem ersten Training oder der Gartenarbeit.

Potenz:
D6 oder D12

Gabe:
3-mal täglich 5 Globuli, beginnend am Abend der Belastung.

Vor und nach Operationen

In der Homöopathie das bekannteste Begleitmittel bei Eingriffen und Zahnbehandlungen.

Potenz:
D12

Gabe:
Traditionell am Vortag beginnend, dann in den ersten Tagen danach 3-mal täglich – Absprache mit der behandelnden Praxis vorausgesetzt.

Nach der Zahnbehandlung

Druckgefühl, Zerschlagenheit und Schwellung nach Bohren oder Ziehen.

Potenz:
D12

Gabe:
3-mal täglich 5 Globuli über zwei bis drei Tage.

Kinder & Beulen

Die Beule vom Klettergerüst – das erste Mittel, das viele Familien kennenlernen.

Potenz:
D12

Gabe:
Kleinkinder 3 Globuli, Schulkinder 5 Globuli, in Wasser gelöst gut gebbar.

Im Sport

Vor Wettkämpfen und nach intensiven Einheiten in der Sportlerszene verbreitet.

Potenz:
D12

Gabe:
Traditionell eine Gabe vor der Belastung und eine danach.

Das Mittelbild

  • Zerschlagenheitsgefühl am ganzen Körper
  • Große Berührungsempfindlichkeit nach Verletzungen
  • Angst, erneut verletzt zu werden
  • Neigung zu blauen Flecken und Blutungen
  • Beschwerden nach stumpfen Verletzungen, Stürzen oder Überanstrengung

↓ Verschlimmerung durch

  • Berührung der betroffenen Körperteile
  • Bewegung
  • Erschütterungen
  • Kälte
  • Lärm

↑ Besserung durch

  • + Hochlegen des betroffenen Körperteils
  • + ruhiges Liegen
  • + Wärme
  • + Massage

Prellungen und BlutergüsseVerstauchungenZerrungenMuskelkaterMuskelschmerzenErschöpfungBeschwerden nach OperationenZahnschmerzenZahnfleischentzündungNasenblutenKopfschmerzenRückenschmerzen

Darreichungsformen

FormÜblichWofür
GlobuliD6, D12, D30Die verbreitetste Form zur inneren Anwendung, auch für Kinder gut dosierbar.
Salbe & GelUrtinktur-ZubereitungFür die äußere Anwendung auf geschlossener Haut – traditionell bei Prellungen und Blutergüssen. Nicht auf offene Wunden.
TablettenD6, D12Alternative zu Globuli, enthält meist Milchzucker (Laktose).
Dilution (Tropfen)D6, D12Flüssige Form mit Alkoholanteil – für Erwachsene, bei Kindern werden Globuli bevorzugt.

Arnica – oder passt ein anderes Mittel besser?

Die klassische Abgrenzung innerhalb verwandter Mittel.

Substanz & Hintergrund

Arnica montana gilt als eines der großen „Erste Hilfe-Mittel“ in der Homöopathie und ist für viele Globuli-Fans der erste Kontakt mit alternativen Arzneimitteln.

Auch nach einer für die Muskulatur ungewohnten langen Wanderung oder sonstiger körperlicher Überanstrengung kann Arnica angezeigt sein, wenn die Muskeln sich bemerkbar machen und der Betroffene die für Arnica typischen Symptome zeigt.

Die Wirkung von Arnica liegt hier in der Wirkung gegen die Schock bedingte Erschlaffung von Gefäßen, die Blutungsneigung und blaue Flecken mit sich bringt. Weiterhin unterstützt es die Wundheilung und die Abwehr und trägt damit zur Risikominderung einer Wundinfektion oder Sepsis (Blutvergiftung) bei.

Anwendungsmöglichkeiten

Arnica Montana wirkt, als homöopathisches Mittel verabreicht, auf die Haut, auf das Herz-Kreislauf-System und den Bewegungs- und Stützapparat. Darüber hinaus wird Arnica oft für die Wundheilung und bei Blutungen oder bei Entzündungen verordnet. Bei weniger komplizierten Verletzungen wie leichtere Prellungen (Kontusion) oder Muskelkater kann jeder Arnica direkt einsetzen, bei den unten aufgeführten Anwendungsbeispielen sollte ihr Einsatz unter Absprache mit dem Arzt notwendige schulmedizinische Maßnahmen eher ergänzen. Bei der Selbstmedikation sollten die unten aufgeführten Gegenanzeigen unbedingt beachtet werden. In erster Linie kommt Arnica als Wundheilmittel in den folgenden Situationen zum Einsatz: Prellung (Kontusion), Verstauchung (Distorsion), Zerrung (Distension), Blutergüssen (Hämatome), Verbrennungen, Operationsfolgen, Zahnextraktionen.

Darüber hinaus ist die Anwendung von Arnica auch noch bei den folgenden Krankheitsbildern angezeigt:

Herzenge (Angina pectoris), Bluthochdruck (Hypertonie), Arterienverkalkung (Arteriosklerose), Herzschwäche (Herzinsuffizienz), Gehirnerschütterung (Commotio cerebri), Hirnschlag (Apoplex), Fieber, Husten, Rheumatische Beschwerden, Gicht, Muskelkater, Depression, Blutungen aller Art, Hirnhautentzündung (Meningitis), Blinddarmentzündung (Appendizitis), Venenentzündung (Phlebitis), Entzündungen des Haarbalgs (Furunkel). Betrachtet man diese lange Liste, wird klar, dass Arnica im Prinzip ein Allheilmittel, gerade zu ein Jungbrunnen, ist und daher als Prophylaxe gegen die meisten Krankheiten einsetzbar ist. Eine besonders gute Wirkung entfaltet Arnica bei temperamentvollen, sanguinischen Menschen mit muskulösem Körperbau und zuweilen auch mit etwas rotem Gesicht.

Gegenanzeigen: Bei Nasenbluten oder Blutungen im Auge sowie bei einem Hirnschlag sollte die Urtinktur nicht angewendet werden. Bei einer Überempfindlichkeit gegen Korbblütler beziehungsweise Arnica Montana sollten die tiefen Potenzen bis C3 / D6 gemieden werden.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Heilmittel werden auch als "Energetische Arzneien" bezeichnet, deren Wirkung auf dem sogenannten Ähnlichkeitsprinzip basiert. Die Schulmedizin interpretiert die Krankheit als ein zu schwaches Immunsystem, das durch wirksame Medikamente ersetzt werden muss. Ganz anders ist der homöopathische Ansatz, bei dem die Mittel das eigene Immunsystem zu Höchstleistungen anregen sollen. Es bedarf also nur eines Anreizes, auf den der Körper so reagiert, wie die Beschwerden es bereits vorzeichnen, um die Selbstheilungskräfte, die Hahnemann als individuelle Lebenskraft bezeichnete, aus der Reserve zu locken. Bei der Homöopathie geht es um eine Belebung der "Vix Mediatrix Naturae" (zu deutsch: Heilkraft der Natur).

Bei jedem Verdünnungsschritt wird die in der Arznei enthaltene Energie weiter potenziert. Das Mittel wirkt also umso stärker, je höher die Potenz ist, denn es ist ja die Energie, welche mit dem Körper interagiert. Dabei kann es sogar zu einer kurzfristigen Erstverschlimmerung der Symptome kommen. Das ist durchaus gut, zeigt es doch, dass der Körper im Sinne Hahnemanns auf das Mittel reagiert. Nur dann, wenn die Erstverschlimmerung gar nicht aufhören mag und nach Tagen keine Besserung eintritt, muss die Therapie unbedingt kritisch analysiert werden. Im Umkehrschluss ist aber ein Ausbleiben einer Erstverschlimmerung kein Hinweis auf einen ausbleibenden Erfolg. Bei einer Einnahme, die deutlich über die erforderliche Zeit hinausgeht, können die Symptome zurückkehren. Hahnemann spricht in diesem Fall von einer "Spätverschlimmerung".

Hintergrundinformationen

Es sind die getrockneten Wurzeln der Arnica Montana, die als Basis für die Herstellung des homöopathischen Mittels anhand der Vorschriften 4a und 7 des HAB (homöopathisches Arzneibuch) dienen. Salben und Dilutionen für den äußerlichen Gebrauch werden dagegen aus frischen, oberirdischen Anteilen der Arnica Montana gewonnen.

Botanisch gehört die Pflanze zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und wächst im gesamten Mitteleuropa vorrangig auf ungedüngten, kalkarmen Böden, aber auch auf trockenen Wald- und Moorwiesen und gern in Heide- oder Gebirgslandschaften. Arnica Montana erreicht Wuchshöhen bis zu 60 Zentimetern. Während ihrer Blütezeit von Mai bis August erscheinen die typischen, kräftigen, gelben Blüten. Weitere gebräuchliche Bezeichnungen sind: Feuerblume, Ochsenauge, Wundkraut, Stichkraut, Fallkraut

Arnica Montana steht in Deutschland auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Die "Echte Arnika" wurde als Heilpflanze, wenn auch nur zögerlich, bereits im Mittelalter verwendet. Größere Bedeutung erlangte sie erst am Ende des 19. Jahrhunderts, als man ihre desinfizierenden, entzündungshemmenden, antibakteriellen, blutstillenden und allgemein wundheilenden Eigenschaften erkannte. In der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) war der Fokus allerdings mehr auf die Verwendung der Blütenköpfe gerichtet. Heute ist man diesbezüglich vorsichtiger geworden, weil sich in den Blüten hochgradig toxische Stoffe verbergen können. Dagegen ist die äußere Anwendung in Form alkoholischer Tinkturen oder Salben klinisch zugelassen. Als Anwendungsfelder gelten: Prellungen (Kontusion),Verstauchungen (Distorsion), Zerrungen (Distension), Blutergüsse (Hämatome), Verbrennungen, Rheumatische Beschwerden, Kniegelenkarthrose, Mundschleimhautentzündung. Die Pflanze ist nicht giftig, hat einen würzigen Duft und enthält u.a. Flavonoide (antioxidativ, antihämorrhagisch, entzündungshemmend, durchblutungsfördernd, usw.), das ätherische Öl Thymol und Inulin (antidiabetisch, probiotisch, Magen und Immunsystem stimulierend), die schon wichtige Hinweise auf die Einsatzmöglichkeiten der Pflanzen – auch außerhalb der Homöopathie – geben.

Anwendungen außerhalb der Homöopathie

Arnica wurde schon von Hildegard von Bingen (1099-1179) in ihren Werken über Pflanzenheilkunde erwähnt. Die Pflanze wird hauptsächlich für äußere Anwendungen in Form von Auflagen, Umschlägen oder in Salbenform für Einreibungen eingesetzt, z.B. bei rheumatischen Beschwerden, akuten Gelenkentzündungen, Prellungen, Quetschungen, Zerrungen oder Verstauchungen.

Auch Johann Wolfgang von Goethe verwendete Arnica zur Herzstärkung und widmete ihr vom Sterbebett aus ein Gedicht.

„Fühlte ich doch, als Leben und Tod in mir den Kampf begannen, dass die Lebensscharen mit dieser Blume auf ihrem Panier den Durchbruch erzwangen und dem Feindlich-Stockenden, Tödlich-Bedrückenden sein Austerlitz bereitet wurde. In der Genesung verjüngt, preise ich sie höchlichst, und es ist doch nur sie selbst, die sich preist, die wahrhaft unerschöpfliche Natur, die jene Blume erzeugt und die Heilung, in der sie sich als die ewig Hervorbringende abermals ankündigen will.“Weiterführende Informationen zu Arnica”

Arnica Globuli, oder wie es auch genannt wird: Arnica Montana Globuli bedeutet ins deutsche übersetzt Bergwohlverleih und gehört zur Pflanzenart der Körbblüter.

  • Prellung und Verstauchungen

  • nach starken, stumpfen Verletzungen

  • bei Zerrung

  • Blutergüssen

  • nach Operationen

  • zur schnelleren Rückbildung nach der Geburt

  • bei Überanstrengung

Wirkungsweise

  • begünstigt die Abschwellung

  • Nicht anzuwenden bei äußerlichen Wunden

Verschlimmerung bei

  • Berührung oder Bewegung der betroffenen Körperteile

  • Erschütterungen

  • Kälte und Lärm

Verbesserung bei

  • Hochlegen des Körperteils

  • ruhiges Liegen

  • Wärme und Massage

Begleitsymptome

  • große Überempfindlichkeit nach Verletzungen mit der Angst, noch einmal verletzt zu werden

  • Zerschlagenheits-Gefühl am ganzen Körper

Häufige Fragen zu Arnica

Welche Potenz von Arnica ist die richtige?

Für die Selbstanwendung greift die homöopathische Praxis traditionell zu D12 – bei akuten Prellungen und Verletzungen die gängigste Wahl. D6 wird für leichtere Beschwerden und Muskelkater verwendet, D30 bleibt eher erfahrenen Anwendern vorbehalten.

Wie schnell wirkt Arnica?

Anwender berichten bei frischen Prellungen häufig von einer Veränderung innerhalb der ersten Stunden. Die klassische Konvention: engmaschig beginnen, mit einsetzender Besserung die Gaben strecken und dann absetzen.

Arnica Globuli oder Arnica Salbe – was wann?

Beides wird traditionell kombiniert: Globuli innerlich, Salbe oder Gel äußerlich auf die geschlossene Haut. Auf offenen Wunden hat Arnica-Salbe nichts zu suchen – dort ist Calendula die klassische Wahl.

Darf Arnica in der Schwangerschaft angewendet werden?

Arnica gehört zu den Mitteln, die in der Schwangerschaft und rund um die Geburt traditionell eingesetzt werden – üblicherweise in Absprache mit Hebamme oder Praxis.

Wie lange nimmt man Arnica ein?

So kurz wie nötig: In der Homöopathie gilt die Regel, mit deutlicher Besserung abzusetzen. Bei akuten Verletzungen sind das meist wenige Tage.

Kann man Arnica Globuli überdosieren?

In den üblichen Potenzen gilt eine versehentliche Mehrgabe in der homöopathischen Praxis als unproblematisch. Zu beachten ist lediglich der Zuckergehalt der Globuli.