Mittelbild & Leitsymptome
- Sandiges Gefühl in den Augen, gefolgt von heftigem, wund machendem Tränenfluss
- Brennende, geschwollene Augen mit drückenden Schmerzen
- Ständiges Blinzeln
- Lichtempfindlichkeit, besonders abends und bei Kunstlicht
- Eitriges Sekret an den geschwollenen Augenlidern
- Milder Fließschnupfen mit scharfen, wund machenden Tränen
Euphrasia Officinalis, der Augentrost, ist in der traditionellen Pflanzenheilkunde ein bewährtes Mittel für alle Probleme mit Augenbeschwerden, weshalb die Pflanze ihren Namen Augentrost erhielt.
Die Homöopathie wendet Euphrasia officinalis ebenfalls bei Augenentzündungen und bei Schnupfen an. Bei Bindehautentzündungen gehört es zu den wichtigsten Mitteln.
Die Euphrasia Globuli entstammen der Heilpflanze Euphrasia officinalis, die auch als Gemeiner Augentrost bekannt ist. Sie gedeiht auf Bergwiesen in Europa. Die griechische Benennung Euphrasia bedeutet übersetzt „Frohsinn“. Die Pflanze soll über positive Effekte bei der Behandlung von Augenerkrankungen verfügen. Daher kommt sie vorwiegend gegen entzündete Augen wie bei einer Bindehautentzündung zur Anwendung. Außerdem ist sie bei Heuschnupfen wirksam und schwächt die Empfindlichkeit der Augen gegenüber Licht sowie Juckreiz und Brennen ab. Die Darreichung von Euphrasia officinalis erfolgt nicht nur oral in Form von Globuli, sondern auch als Augentropfen. Euphrasia Homöopathika gelten als allgemein gut verträglich und eignen sich daher ausgezeichnet zur Selbsttherapie.
Leitsymptome von Euphrasia officinalis
Die Betroffenen haben am Anfang oft ein sandiges Gefühl in den Augen, dem ein heftiger Tränenfluss folgt. Die Tränen führen im Laufe der Zeit zu entzündeten Augen. Anschließend werden folgende Leitsymptome für Euphrasia officinalis beschrieben:
drückende und brennende Schmerzen im Augenbereich
Betroffene blinzeln andauernd.
Betroffene sind abends und bei Kunstlicht sehr lichtempfindlich.
Eitriges Sekret lässt die angeschwollenen Augenlider brennen.
Betroffene klagen über einen milden bis stärkeren Fließschnupfen, der von scharfen, wund machenden Tränen begleitet wird.
Husten lindert die Beschwerden im Liegen, er verschlechtert sie aber im Stehen.
Euphrasia Officinalis (oder der Augentrost, wie die Pflanze in der Pflanzenheilkunde genannt wird) wird für Probleme im Bereich der Augen verwendet.
Daher wird auch der deutsche Name „Augentrost“ abgeleitet. Dieses Mittel wird auch in der Homöopathie bei Augenentzündungen oder auch bei Schnupfen angewandt. Außerdem ist es eines der wichtigsten Mittel bei Bindehautentzündungen.
Symptome
Augen brennen und sind geschwollen
der Patient hat anfangs ein Gefühl als wäre Sand in den Augen, danach heftiger Tränenfluß, der wund macht
der Patient hat brennende Schmerzen
der Patient verspürt das Bedürfnis ständig zu blinzeln
der Patient ist lichtempfindlich, insbesondere bei künstlichem Licht und/oder abends
der Patient leidet unter schwachem, fließendem Schnupfen
Husten im Liegen kann die Symptome lindern, beim Stehen verschlechtert es sich
Traditionelle Anwendungsgebiete
Anwendungsmöglichkeiten
Euphrasia Globuli dienen zur Behandlung von Entzündungen und Allergien an den Augen. Wichtigstes Einsatzgebiet stellt die Bindehautentzündung dar. Hervorgerufen wird sie zumeist durch Zugluft oder Augenverletzungen. Besteht eine Augenverletzung, sollte besser auf eine Selbstbehandlung zugunsten eines Arztbesuches verzichtet werden. Ebenfalls zu den Anwendungsgebieten der Euphrasia Globuli gehören Heuschnupfen sowie grippale Infekte, bei denen Schnupfen, Husten und Fieber auftreten. Eine weitere Indikation stellt die Therapie einer Bronchitis dar. Über die genaue Wirkung der Euphrasia officinalis gibt es bislang nur wenig Erkenntnisse. Einige Studien ergaben, dass die Heilpflanze den Wirkstoff Aucubin enthält, von dem die Zytokinbildung unterdrückt wird. Die Zytokine werden zum Anlocken von Entzündungszellen von den Hornhautzellen ausgeschüttet. Aus diesem Grund verfügt Euphrasia officinalis über entzündungshemmende Effekte. Eine wichtige Rolle für die biologische Wirkung spielen die Konzentration sowie die Aufbereitung des Arzneistoffes. Gegenanzeigen gegen Euphrasia officinalis liegen nicht vor. So gilt die Arznei als gut verträglich und ruft keine Nebenwirkungen hervor. Soll das Mittel während der Schwangerschaft oder Stillzeit zur Anwendung gelangen, wird die Rücksprache mit einem Arzt empfohlen. Euphrasia eignet sich sowohl für Kinder als auch für Senioren. Selbst Tieren lässt sich das Homöopathikum verabreichen.
Verwendungsgebiete von Euphrasia Officinalis Globuli
Heuschnufen (nicht beißend)
Augenprobleme wie stark tränende und geschwollene Augen
Entzündung der Bindehaut im Auge oder am Lidrand (brennend)
Fremdkörper im Aug
Augenverletzungen wie z.B. Quetschungen
Masern
Schnupfen
stechende Kopfschmerzen
Modalitäten: Was bessert, was verschlimmert?
Modalitäten sind in der Homöopathie das Zünglein an der Waage bei der Mittelwahl.
↓ Verschlimmerung durch
- – Wind
- – Abends
- – Wärme
- – In der Wohnung
↑ Besserung durch
- + Frische Luft, im Freien
- + Bewegung
- + Wischen der Augen oder Blinzeln
- + Im Dunkeln
Verbesserung bei
Frischluft / im Freien
Bewegung
wischen der Augen oder Blinzeln
im Dunkeln
Verschlimmerung bei
- Licht oder Sonne
Wind
Abends
Wärme oder in der Wohnung
Dosierung & Einnahme
Dosierung und Einnahme
Während ein Baby im Alter von bis zu 12 Monaten ein Globulikügelchen pro Tag erhält, können Kinder ab dem 2. Lebensjahr 2 Globuli einnehmen. Für größere Kinder eignen sich 3 Kügelchen. Zur Einnahme werden die Globuli einfach in der Wangentasche des Säuglings platziert. Erwachsene Patienten nehmen die Euphrasia Globuli mithilfe eines Plastiklöffels ein. Im Mund zergehen sie dann allmählich. Als Alternative kommt zudem das Auflösen der Kügelchen in einem Glas Wasser infrage, welches der Patient anschließend austrinkt. Bei der Einnahme der Euphrasia Globuli ist zu beachten, dass sich 15 Minuten vor der Darreichung in der Mundschleimhaut keinerlei Alkohol, Nikotin, Getränke oder Essensreste mehr befinden. Für die Einnahme der Globuli empfiehlt sich die Anwendung eines Plastiklöffels.
Substanz & Hintergrund
Wirkungsweise und Nebenwirkungen
Der Wirkungseffekt der Euphrasia Globuli beruht auf dem Prinzip der Ähnlichkeit. Dabei unterstützen die Homöopathika das Immunsystem des Patienten. Dem Körper nehmen sie dessen Arbeit nicht ab, sondern fördern ihn in seinen natürlichen Abläufen. Um dies zu erreichen, muss ein Reiz erfolgen, der Ähnlichkeit mit den Beschwerden hat. Auf diese Weise lassen sich die Selbstheilungskräfte des Organismus stimulieren. Bei diesem Vorgang kommen die heilenden Kräfte der Natur zum Einsatz. Nebenwirkungen sind durch Euphrasia Globuli nicht zu befürchten. In manchen Fällen kann eine sogenannte Erstverschlimmerung einsetzen, was vor allem bei der Gabe von Hochpotenzen möglich ist. Diese Erstverschlimmerung der Beschwerden ist jedoch von vorübergehender Natur und gilt als positives Anzeichen für die Wirkung der Behandlung.
Hintergrundinformationen
Das schon seit langem bekannte Augentrostkraut zählt zur Familie der Sommerwurz-Gewächse. Beheimatet ist Euphrasia officinalis in West- und Mitteleuropa. Am besten gedeiht die Heilpflanze auf mageren Weiden, die auf einer Höhe bis zu 2000 Metern liegen und von der Sonne beschienen werden. Mit ihren Saugwurzeln bezieht sie Nährstoffe von den umliegenden Gräsern. Die einjährige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von ca. 15 Zentimetern. Ihre Blütezeit erstreckt sich von Juni bis in den Herbst. Um Arzneimittel aus Euphrasia officinalis herzustellen, erfolgt die Sammlung der Pflanze in voller Blüte. Nach ihrem Abschneiden oberhalb der Wurzel findet ihr Aufhängen in einem luftigen, dunklen Raum statt, um sie trocknen. Das getrocknete Kraut eignet sich zur Zubereitung von Tees oder Aufgüssen. Wichtig bei der Extraktion ist jedoch strikte Hygiene, da sich eine Verunreinigung von Augentropfen oder Kompressen negativ auf entzündete Augen auswirken kann. Zu den schmerzlindernden und entzündungshemmenden Wirkstoffen des Augentrostkrauts gehören Glykoside wie Aucubin, Bitterstoffe, Gerbstoffe sowie ätherische Öle.Bei brennenden Augen, Augenentzündungen und -reizungen, Absonderungen aus den Augen und einer Lichtempfindlichkeit sowie bei geschwollenen Lidern kommt Euphrasia officinalis zum Einsatz. Wenn starker Tränenfluss als Folge von Entzündungen auftritt, wird das Mittel ebenso empfohlen wie bei Heuschnupfen. Die typischen Potenzen sind D6 bis D12. Leiden der betroffenen Personen verbessern sich durch Bewegung und im Freien, beim Essen, beim Blinzeln und Wischen über die Augen. Schlimmer werden sie durch Wind, grelles Licht und die Sonne, abends, in warmen Räumen und generell innerhalb der Wohnung. Die Wiesenpflanze Euphrasia officinalis gehört zur Familie der Sommerwurzgewächse, den Orobanchaceae, man nennt sie auch Augendank, Grummetblume, Wegleuchte, Augustinuskraut, Herbstblümle, Gibinix, Milchschelen, Heuschelm oder Adhil. Die Pflanzenteile werden getrocknet oder frisch in der Homöopathie verarbeitet, sie enthalten Flavonoide, Euphrosid, ätherisches Öl, Phenolcarbonsäuren, Aucubin und Lignane. Neben Behandlungen an den Augen zum Beispiel bei Katarrhen und Übermüdung kommt Euphrasia officinalis auch bei Husten und Heiserkeit zum Einsatz. Es können mit dem Augentrost Umschläge, Bäder und Waschungen vorgenommen werden, wenn dies keimfrei erfolgt, die Zubereitung von Tees ist eine geläufige innere Anwendung. Seit den 2000er Jahren forscht die Universität Hohenheim in Zusammenarbeit mit der Firma Weleda über den Augentrost, dessen Globuli und homöopathische Tropfen sehr oft nachgefragt werden.
Ähnliche Mittel im Vergleich
Diese Mittel teilen Anwendungsgebiete mit Euphrasia Officinalis – die Leitsymptome entscheiden über die Abgrenzung.

Tuberculinum (Mycobacterium tuberculosis)
Tuberkulose-Nosode (Tuberkel-Bazillus)
Tuberculinum ist eine Nosode aus Kulturen von Tuberkel-Bazillen. Traditionelle Anwendungsgebiete in der Homöopathie sind wiederkehrende Atemwegsbeschwerden, allergisch bedingte HNO-Beschwerden und Unruhe bei Kindern.
MandelentzündungBronchitisHustenHeuschnupfen
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Allium cepa
Küchenzwiebel
Allium cepa, die Küchenzwiebel, wird in der Homöopathie traditionell bei Fließschnupfen mit scharfem, wässrigem Nasensekret und mildem Tränenfluss eingesetzt — etwa bei Erkältungen und Heuschnupfen.
SchnupfenHeuschnupfenErkältungHusten
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Ferrum jodatum
Jodeisen
Ferrum jodatum, das Jodeisen, wird in der Homöopathie traditionell bei Schilddrüsen- und Drüsenbeschwerden eingesetzt, etwa bei Überfunktion der Schilddrüse mit innerer Unruhe, Herzklopfen und Kropfbildung.
SchilddrüsenüberfunktionKropfbildungKopfschmerzenMigräne
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Ferrum Phosphoricum
Eisenphosphat
Ferrum phosphoricum, das Eisenphosphat, wird in der Homöopathie traditionell bei beginnenden fieberhaften Infekten der Atemwege eingesetzt, besonders bei blassen, leicht erschöpfbaren Menschen mit schnell errötendem Gesicht.
FieberErkältungGrippaler InfektMittelohrentzündung
Zum Mittel-Profil →Häufige Fragen zu Euphrasia Officinalis
Wobei wird Euphrasia Officinalis in der Homöopathie traditionell angewendet?
Die homöopathische Tradition ordnet Euphrasia Officinalis vor allem diesen Anwendungsgebieten zu: Bindehautentzündung, Augenentzündungen, Tränende Augen, Heuschnupfen, Allergien, Schnupfen, Grippaler Infekt, Husten, Lichtempfindlichkeit. Die Mittelwahl richtet sich dabei nach dem individuellen Beschwerdebild. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.
Was ist das typische Mittelbild von Euphrasia Officinalis?
Typische Leitsymptome, die die Materia medica Euphrasia Officinalis zuordnet: Sandiges Gefühl in den Augen, gefolgt von heftigem, wund machendem Tränenfluss; Brennende, geschwollene Augen mit drückenden Schmerzen; Ständiges Blinzeln; Lichtempfindlichkeit, besonders abends und bei Kunstlicht; Eitriges Sekret an den geschwollenen Augenlidern; Milder Fließschnupfen mit scharfen, wund machenden Tränen.
