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Cocculus GlobuliCocculus indicus · Kockelskörner

Das Mittel für alle, die unterwegs oder übermüdet aus dem Takt geraten: Cocculus ist der Klassiker bei Reiseübelkeit und Seekrankheit – und das große Mittel für die Folgen durchwachter Nächte, vom Pflegealltag über die Stillzeit bis zum Schichtdienst.

ELEva Landefeld· HeilpraktikerinVeröffentlicht August 2017 · Überarbeitet Juli 2026
Botanische Illustration von Cocculus (Kockelskörner) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli
Cocculus – Kockelskörner: Ausgangs­substanz der homöopathischen Zubereitung

Das Wichtigste zuerst

Übliche Potenz

D6

Traditionell tief potenziert (D3 bis D6) auf Reisen; D12 für die Folgen von Schlafmangel.

Gabe

5 Globuli

Auf Reisen schon vor der Abfahrt, unterwegs bei Bedarf stündlich. Kinder 3 Globuli.

Bis wann

Bis besser

Auf Reisen nur solange die Fahrt dauert; bei Erschöpfung über einige Tage begleiten.

Leitgedanke der Mittelwahl: Cocculus passt, wenn Bewegung und Schlafmangel den Körper aus dem Gleichgewicht bringen: Übelkeit und Schwindel beim Fahren, Schwäche nach durchwachten Nächten – schlimmer durch Erschütterung, Lärm und Kälte, besser durch Ruhe und Wärme.

Cocculus in typischen Situationen

Wie die homöopathische Praxis das Mittel je nach Anlass einsetzt.

Reiseübelkeit im Auto oder Bus

Schon nach wenigen Kurven: Übelkeit, Blässe, Schwindel – Lesen ist unmöglich, jeder Blick zur Seite verschlimmert.

Potenz:
D6

Gabe:
5 Globuli eine halbe Stunde vor der Abfahrt, unterwegs stündlich wiederholt.

Seekrankheit

Auf Fähre oder Boot: flauer Magen, Schwindel, Speichelfluss – Hinlegen und Augen schließen ist das Einzige, was hilft.

Potenz:
D6

Gabe:
Vor dem Ablegen 5 Globuli, an Bord bei Bedarf stündlich.

Nachtwachen und Pflege

Wer einen Angehörigen pflegt oder nachts oft heraus muss, kennt es: wie zerschlagen, benommen, empfindlich gegen jeden Lärm.

Potenz:
D12

Gabe:
Morgens und abends 5 Globuli über einige Tage.

Erschöpfung in der Stillzeit

Unterbrochene Nächte über Wochen: Schwindelgefühl beim Aufstehen, Muskelschwäche, alles wird zu viel.

Potenz:
D12

Gabe:
2- bis 3-mal täglich 5 Globuli.

Schichtdienst und Jetlag

Der Rhythmus ist gekippt: tagsüber benommen, nachts überdreht, dazu ein flauer Magen.

Potenz:
D12

Gabe:
Nach der Nachtschicht oder der Landung 5 Globuli, bei Bedarf wiederholt.

Schwindel mit Übelkeit

Das Drehen beim Aufrichten oder bei rascher Kopfbewegung, oft mit flauem Magen – typisch nach kurzen Nächten.

Potenz:
D6

Gabe:
3-mal täglich 5 Globuli.

Das Mittelbild

  • Übelkeit und Schwindel beim Autofahren, Fliegen oder auf Seereisen
  • Abgeschlagenheit durch Schlafmangel
  • Muskelschwäche nach Überanstrengung
  • Empfindlichkeit gegenüber Lärm, Erschütterung und Kälte
  • Beschwerden nach Sorgen, Zorn oder Trauer

↓ Verschlimmerung durch

  • Fahren, Fliegen und Erschütterung
  • Lärm
  • Kälte
  • Schlafmangel
  • Angstgefühle

↑ Besserung durch

  • + Wärme
  • + Ausruhen
  • + Sitzen und Liegen

ReisekrankheitÜbelkeitSchwindelSchlafstörungenJetlagErschöpfungKopfschmerzenMigräneMagenschmerzenMenstruationsbeschwerdenSchwangerschaftsübelkeitNervositätRückenschmerzen

Darreichungsformen

FormÜblichWofür
GlobuliD3, D6, D12Die verbreitetste Form; gehört in viele Reiseapotheken.
TablettenD6, D12Gleichwertige Alternative, enthält meist Milchzucker.

Cocculus – oder passt ein anderes Mittel besser?

Die klassische Abgrenzung innerhalb verwandter Mittel.

Substanz & Hintergrund

Cocculus bewährt sich bei Schlafmangel, Reisekrankheit oder Jet-Lag und Schwindel. Es handelt sich um den Extrakt der Kockelskörner, den getrockneten Früchten des Cocculus-Strauches.

Diese Früchte sind rund mit einem Durchmesser von circa einem Zentimeter. Der Cocculus-Strauch wächst in Asien und gehört zu den Mondsamengewächsen, einer Lianenart. Die Pflanze ist durch enthaltene Alkaloide (Palmatine, Magnoflorine, Berberine, und Colunibamine) psychoaktiv. In früheren Zeiten verwendeten die Asiaten zerstoßene Kockelskörner auch zum Fischfang, was der Pflanze den englischen Namen „Fish Berries“ verlieh.

Anwendungsmöglichkeiten

Den medizinischen Wirkstoff der Cocculus Globuli bildet die indische Scheinmyrte (Anamitra cocculus), die auch Kockelspflanze oder Kockelskörnerstrauch genannt wird. Die in Südostasien heimische Schlingpflanze bildet rote Steinfrüchte aus, deren getrocknete Kerne als Basis für das homöopathische Mittel dienen.

Cocculus Globuli haben ein breites Wirkungsspektrum und werden aufgrund ihrer entspannenden, aufbauenden und entkrampfenden Wirkung vor allem bei Überreizungs- und Erschöpfungszuständen angewendet.

Solche Zustände können Stress- oder Sorgensituationen sein, in welche die Patienten durch anhaltende Schlaflosigkeit gelangen und die dann oftmals mit starker Erschöpfung oder depressiven Verstimmungen einhergehen. Diese Symptome sind oftmals so charakteristisch, dass sich das Synonym des Cocculus-Menschen herausgebildet hat. Ein Cocculus-Mensch gilt als sehr hilf- und aufopferungsbereit, sorgt sich selten mehr um andere als um die eigene Gesundheit und ist sehr häufig unter der Gruppe derjenigen Menschen zu finden, die einen Angehörigen pflegen. Auch bei Ärzten und Krankenschwestern im Schichtdienst ist die Symptomatik vermehrt zu beobachten. Durch die ständige Sorge um das Wohlergehen der betreuten Person kommt es zu einer nervösen Dauerreizung und Schlafmangel, welche in einem immer größeren Erschöpfungszustand mit zu Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen, Schwindel und Zittern resultieren kann. Oftmals empfinden die Betroffenen ein allumfassendes Gefühl der Leere.

Des Weiteren kommt Cocculus Globuli für Frauen infrage, welche unter einer unregelmäßigen, verstärkten oder mit Krämpfen einhergehenden Regelblutung leiden. Auch bei der verbreiteten Reisekrankheit helfen die homöopathischen Mittel.

Auch bei hochsensiblen Menschen, die aufgrund der massiven Reizüberflutung anfällig für Kopfschmerzen, Migräne oder Schlafstörungen sind, kann das Mittel zum Einsatz kommen. Dies gilt sowohl für Erwachsene, als auch für Kinder.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Durch die unterstützende Wirkungsweise von homöopathischen Mitteln soll der Körper angeregt werden, selbst heilend auf Krankheitssymptome einzuwirken und die Beschwerden zu lindern. Der in den Globuli enthaltene medizinische Wirkstoff der Anamitra cocculus gilt dabei als toxische Substanz, die durch die darin enthaltenen Alkaloide direkt auf das zentrale Nervensystem wirkt. Aufgrund der hohen Verdünnung des Wirkstoffs wird die enthaltene Energie weiter verstärkt, wobei sich die Nebenwirkungen jedoch nahezu ausschließen lassen.

Vor allem bei den hohen Potenzen (ab C200, LM und Q) kann die unterstützende und anregende Wirkung in manchen Fällen sogar zu einer Verschlimmerung der Symptome führen. Die Symptomatik setzt oft wenige Tage nach der Erstgabe des Mittels ein. Daran lässt sich generell erst einmal ableiten, dass der Körper wie gewünscht auf die Einnahme reagiert. Sollte die Verschlechterung anhalten und Fieber auftreten, ist die Einnahme sofort abzubrechen und ein Arzt aufzusuchen.

Hintergrundinformationen

Die indische Scheinmyrte kann bis zu 8 Meter hoch werden und wächst als Strauch in einigen Teilen Asiens. Neben Alkaloiden enthält die Pflanze den toxischen und entkrampfend wirkenden Bestandteil Pikrotoxin. Bei der Gabe dieses Wirkstoffs werden vermehrt Schweiß und Speichel produziert und es kommt zu einer deutlichen Senkung der Herzfrequenz bei erhöhtem Blutdruck. Bei einer Überdosierung können auch Krämpfe, Schwindel und Erbrechen auftreten. Weiterhin sind psychische Reaktion wie Erregungs- bis hin zu Angstzuständen zu beobachten.

Als Arznei- und homöopathisches Mittel eignet sich Cocculus besonders bei geistigen und körperlichen Beschwerden, die durch Sorgen und Kummer hervorgerufen werden. Auch bei allen Formen der Reisekrankheit und gegen Schlaflosigkeit führt das Mittel zu einer raschen Besserung. Typische Cocculus-Patienten sind Frauen und Kinder.

Kockelskörner wurden bereits im Mittelalter angewendet, allerdings nicht nur als Medizin gegen Läuse und Krätze, sondern auch als Fischköder. Die Körner wurden an die Fische verfüttert woraufhin das Pikrotoxin die Schwimmblase der Fische massiv entkrampfte. Diese kehren in Folge dessen ihre Bauchseite nach oben, trieben an der Wasseroberfläche und konnten leichter gefangen werden.

Cocculus im Einsatz

Cocculus kommt in niedrigen Potenzen bei Beschwerden auf Reisen zum Einsatz, er hilft auch gegen die klassische Seekrankheit und darüber hinaus gegen alle erdenklichen Arten von Übelkeit und Schwindel. Auch Krämpfe, speziell Magenkrämpfe, sind durch Cocculus gut zu lindern. Die Hauptanwendungsgebiete sind das Zentrale Nervensystem und der Parasympathikus, die peripheren Nerven und die Gefäßnerven, der Magen-Darm- Kanal, vegetative Zentren und der Uterus. Beschwerden können etwa Nackensteifheit, Trübsichtigkeit aufgrund enger Pupillen und Multiple Sklerose sein, ebenso Rückenschmerzen ganz allgemein, Nervosität und einer heißer, leerer Kopf. Personen, die sich auf Reisen erbrechen müssen, wenden Cocculus ebenso an wie Menschen mit knackenden Halswirbeln. Wenn Kopfschmerz mit einem Leeregefühl verbunden ist und schlimmer durch Vorwärtsbeugen wird, nutzen Sie die Substanzen des Cocculus, die Ihnen auch gegen die Folgen von Übernächtigung helfen. Frauen schätzen das homöopathische Mittel in der Schwangerschaft, zum Beispiel bei Schwangerschaftserbrechen, auch gegen Stress, Muskelschwäche, Muskelzittern und Verdauungsstörungen ist es wirksam. Bei Schlafbeschwerden und Morbus Meniere (Störungen des Gleichgewichtsorgans) hat es sich ebenfalls bewährt. Man schätzt in der Naturheilkunde Cocculus schon lange als eines der wichtigsten Anti-Stress-Heilmittel. Die Anwendung erfolgt typischerweise in den Potenzen D3 bis D6. Die Leiden der Betroffenen bessern sich im Sitzen, Liegen und durch Ausruhen, bei Wärme und in Ruhephasen. Angst hingegen, Bewegung, Erschütterung, Kälte und Lärm hingegen verschlimmern sie.

Leitsymptome von Cocculus

Das wohl wichtigste Leitsymptom für die Anwendung von Cocculus ist Übelkeit, begleitet von Schwindel, beides tritt beim Fliegen und Fahren auf. Des Weiteren werden durch die homöopathische Wissenschaft folgende Leitsymptome beschrieben:

  • Abgeschlagenheit durch Schlafmangel

  • Jetlag

  • häufige Monatsblutungen von Frauen

  • Überanstrengung, Sorgen und Trauer

  • Geräusch-, Lärm- und Kälteempfindlichkeit

Die sogenannten Kockelskörner sind die getrockneten Früchte des Cocculus-Baums. Diese Früchte sind rund und haben einen Durchmesser von circa 1 Zentimeter.

Cocculus wird in niedriger Potenz häufig bei Reisekrankheiten angewandt, oder auch bei Seekrankheit, Übelkeit und/oder Schwindel: Der Wirkstoff des s mindert außerdem Krämpfe, zum Beispiel im Magen-Bereich. Zusätzlich ist es hilfreich zur Anwendung bei Übermüdung, übermäßiger Anstrengung und bei allgmeiner Schwäche.

Verwendungsgebiete von Cocculus Globuli

  • Reiseübelkeit

  • Schwindel

  • Müdigkeit durch Zeitverschiebung

  • Schlafmangel auf Reisen

Verbesserung bei

  • bei Wärme

  • Ausruhen

  • Sitzen / Liegen

Verschlimmerung bei

  • Fahren / Fliegen / Erschütterung

  • Lärm

  • Angstgefühlen

  • Fliegen

  • Kälte

  • Schlafmangel

Symptome

  • der Patient leidet unter Schwindel und Übelkeit (häufig bei Seereisen, Autofahren oder Fliegen

  • der Patient verspürt Abgeschlagenheit/Müdigkeit durch Schlafstörungen

  • der Patient leidet an Muskelschwäche nach Überanstrengung

  • der Patient ist Geräusch-empfindlich oder leidet unter Ohrensausen (Tinnitus)

  • der Patient ist empfindlich gegenüber Lärm, Erschütterungen und/oder kaltes Wetter

  • der Patient verspürt vermehrt Beschwerden nach Sorgen, Zorn und/oder Trauer

  • der Patient neigt zu vermehrter Schweißproduktion nach leichter Anstrengung

  • der Patient ist oft erschöpft und nur wenig leistungsfähig

  • der Patient ist mißmutig und erleidet oft Kopfschmerzen und Schwindelanfälle

Häufige Fragen zu Cocculus

Wann ist Cocculus das richtige Mittel?

Wenn Bewegung oder Schlafmangel das Gleichgewicht stören: Übelkeit und Schwindel beim Autofahren, Fliegen oder auf See – oder Schwäche und Benommenheit nach durchwachten Nächten. Typisch sind Verschlimmerung durch Erschütterung, Lärm und Kälte sowie Besserung durch Ruhe, Liegen und Wärme.

Cocculus oder Tabacum bei Reisekrankheit?

Beide sind große Reisemittel – die Modalitäten trennen sie: Der Tabacum-Zustand verlangt nach kalter, frischer Luft und zeigt Todesblässe mit kaltem Schweiß. Der Cocculus-Zustand will sich hinlegen, die Augen schließen und Wärme – frische Luft hilft hier wenig.

Wie nimmt man Cocculus auf Reisen ein?

Bewährt hat sich der frühe Beginn: 5 Globuli D6 etwa eine halbe Stunde vor der Abfahrt, unterwegs bei Bedarf stündlich wiederholt. Bei bekannter Reisekrankheit gern schon am Vorabend beginnen.

Hilft Cocculus bei Schlafmangel?

Die Tradition wählt Cocculus als das große Mittel für die Folgen von Nachtwachen – die Erschöpfung pflegender Angehöriger, die zerschlagenen Nächte der Stillzeit, den gekippten Rhythmus im Schichtdienst. Typisch ist die Mischung aus Benommenheit, Schwindel und Lärmempfindlichkeit.

Ist Cocculus für Kinder geeignet?

Ja – die Reiseübelkeit auf der Rückbank ist eine der klassischen Kinder-Situationen für Cocculus. Kinder erhalten 3 Globuli vor der Abfahrt, gern in Wasser gelöst.

Welche Potenz von Cocculus ist üblich?

Für die Reiseanwendung sind die tiefen Potenzen D3 bis D6 die klassische Wahl, bei den Folgen von Schlafmangel und Erschöpfung greifen viele zu D12.