Calendula in typischen Situationen
Wie die homöopathische Praxis das Mittel je nach Anlass einsetzt.
Schürfwunde & aufgeschlagenes Knie
Der Sturz auf Asphalt oder Kies: großflächig offen, brennend, oberflächlich verschmutzt.
- Potenz:
- D6
- Gabe:
- 3-mal täglich 5 Globuli; äußerlich verdünnte Essenz zum Reinigen, danach Salbe auf den abgetrockneten Rand.
Schnittwunde & Riss
Beim Kochen abgerutscht, an einer Kante aufgerissen – die Wundränder liegen offen und der Schmerz steht im Vordergrund.
- Potenz:
- D6
- Gabe:
- In der ersten Stunde 2-mal 5 Globuli, danach 3-mal täglich über zwei bis drei Tage.
Nach Naht oder kleinem Eingriff
Die versorgte Wunde zieht und spannt; in der Homöopathie das klassische Begleitmittel zur Wundheilung.
- Potenz:
- D12
- Gabe:
- 2- bis 3-mal täglich 5 Globuli, Absprache mit der behandelnden Praxis vorausgesetzt.
Wundsein nach der Geburt
Dammriss, Naht, gereizte Haut – in der Hebammenpraxis eine seit Generationen genutzte Begleitung.
- Potenz:
- D6 oder D12
- Gabe:
- 3-mal täglich 5 Globuli; äußerlich als verdünnte Essenz im Sitzbad, in Absprache mit der Hebamme.
Aufgeplatzte Haut & Rhagaden
Eingerissene Fingerkuppen im Winter, raue Hände, kleine Risse an Mundwinkeln oder Fersen.
- Potenz:
- D6
- Gabe:
- 2-mal täglich 5 Globuli, äußerlich Salbe mehrmals täglich.
Kleine Verbrennung
Der Spritzer heißes Fett oder die Herdplatte – gerötet, oberflächlich, ohne Blase.
- Potenz:
- D6
- Gabe:
- Nach dem Kühlen 5 Globuli, dann 3-mal täglich; Salbe erst auf abgekühlte, trockene Haut.
Das Mittelbild
- Schlecht heilende, eiternde Wunden
- Starke Wundschmerzen
- Aufbrechende, wulstige Narben mit starker Rötung
- Blutungen und Entzündungen nach Verletzungen
- Ausgeprägte Kälteempfindlichkeit
↓ Verschlimmerung durch
- – Regnerisches Wetter
- – Bewegung
- – Kälte
↑ Besserung durch
- + Ruhe
- + Schwitzen
WundheilungsstörungenSchnittwundenSchürfwundenVerbrennungenDammrissDekubitusGeschwüreNarbenbeschwerdenFrierenInfektanfälligkeitZerrungen
Darreichungsformen
| Form | Üblich | Wofür |
|---|---|---|
| Globuli | D3, D6, D12 | Die innere Anwendung, auch für Kinder gut dosierbar und in Wasser gelöst gut gebbar. |
| Salbe & Wundcreme | Urtinktur-Zubereitung | Der Klassiker für die äußere Anwendung auf der abheilenden Wunde und auf rauer, rissiger Haut. Nicht in die frische, offene Wundfläche einmassieren. |
| Essenz & Urtinktur (Ø) | Ø, stark verdünnt | Traditionell wenige Tropfen auf ein Glas abgekochtes Wasser für Umschläge, Spülungen und Sitzbäder – unverdünnt brennt der Alkoholanteil. |
| Tabletten | D6, D12 | Alternative zu Globuli, enthält meist Milchzucker (Laktose). |
Calendula – oder passt ein anderes Mittel besser?
Die klassische Abgrenzung innerhalb verwandter Mittel.
Substanz & Hintergrund
Die Ringelblume Calendula kommt vor allem bei Wundheilungen zur Anwendung und ist für ihre diesbezüglichen Wirkungen schon sehr lange bekannt.
Die traditionelle Kräuterheilkunde setzt sie seit Unzeiten als beliebtes Mittel bei jeglichen Verletzungen ein. Das funktioniert natürlich auch in homöopathischen Dosen. Der wissenschaftliche Name ist Calendula officinalis (Gemeine Ringelblume), sie gehört zu den Euasteriden, also zu den Astern. Ihre Verbreitung reicht von Gebieten in Äquatornähe zwischen den Kanarischen Inseln und dem Iran. Es gibt mehrere Arten, die ein- und mehrjährig gedeihen, gelb oder orangefarben erscheinen und durch ihre Strahlenblüten auffallen. In Mitteleuropa halten viele Menschen an sonnigen Orten im Garten einige Ringelblumen, die Industrie züchtet sie gezielt und gewinnt aus dem Samenöl Hautpflegeprodukte. Zu den Arten zählen neben der Gemeinen Ringelblume beispielsweise die Acker- und die Meeresstrand-Ringelblume, insgesamt werden bis zu 20 Arten (je nach methodischer Klassifikation) gezählt.
Calendula im Einsatz
Bei eiternden und schlecht heilenden Wunden kann Calendula in den Potenzen D3 bis D12 eingesetzt werden. Alle Beschwerden, die durch schlechtes Wetter stärker werden, erfahren Linderung durch den Extrakt der Ringelblume. Vor allem Menschen, die sehr empfindlich auf Kälte reagieren, schätzen Globuli mit Calendula sehr. Es handelt sich um Personen, die nicht nur leicht frieren, sondern auch sehr missmutig auf schlechtes Wetter reagieren. Auch ein Sommerregen bringt sie aus der Fassung. Im Übrigen wirkt Calendula gut auf die Haut, hilft aber auch bei einem Dammriss nach der Geburt sowie sämtlichen Riss- und Schürfwunden, bei einem offenen Bein und Dekubitus, bei Unterschenkelgeschwüren und Baby-Wunden. Schlecht heilende Wunden bessern sich durch homöopathische Mittel auf der Basis von Calendula ebenso wie leichte Verbrennungen und Eiterungen, Kälteempfindlichkeit wird zurückgedrängt. Wenn Personen nach Verletzungen starke Schmerzen erleiden und daher sehr weinerlich sind, gibt man mehrere Dosen Calendula D12 über den Tag verteilt. Eine Infektneigung kann wirksam bekämpft, ein Muskelriss in den Schmerzen gelindert, die lymphatische Ableitung gestoppt werden. Sollte eine Person Verbrennungen dritten Grades erlitten haben, deren Blasen aufbrechen, verabreicht der Homöopath Calendula.
Leitsymptome von Calendula
Wunden allgemein: Schnitt-, Schürf- und Stichwunden
Geschwüre, Entzündungen, Blutungen
nicht abheilende Verletzungen
eiternde Verletzungen
starke Wundschmerzen
schlecht heilender Dammriss
aufbrechende Narben
Kälteempfindlichkeit
Der lateinische Name von Calendula Globuli lautet Calendula Officinalis und sie ist schon seit langer Zeit aus der Kräuterheilkunde bekannt.
Die Planze aus der Familie der Korbblüter enthält den Wirkstoff der (Garten-) Ringelblume Die Calendula Officinalis Globuli werden für die Behandlung und Heilung von Haut-Erkrankungen wie z.B. Verbrennungen, Wunden und/oder Verletzungen eingesetzt.
Verwendungsgebiete von Calendula Globuli
Wunden die schlecht abheilen
Eiterungen
Geschwüre
Schürf- und Rißwunden
Sonnenbrand und andere Verbrennungen
Verbesserung bei
Ruhe
Schwitzen
Verschlimmerung bei
regnerischem Wetter
Bewegung
Kälte
Symptome
Blutungen
Entzündungen
starke Wundschmerzen
eiternde Verletzungen
wulstige Narben mit starken Rötungen
Häufige Fragen zu Calendula
Calendula oder Arnica – was nimmt man wann?
Die Faustregel der Hausapotheke lautet: geschlossen Arnica, offen Calendula. Bei Prellungen und blauen Flecken ist Arnica die klassische Wahl, bei Schürfungen, Schnitten und Rissen Calendula. Innerlich lassen sich beide kombinieren, äußerlich gehört Arnica-Salbe ausschließlich auf unverletzte Haut.
Welche Potenz von Calendula ist die richtige?
Für frische Wunden ist D6 die gängige Wahl in der Selbstanwendung, D3 findet sich in älteren Rezepturen. D12 wird verwendet, wenn eine Wunde über längere Zeit nicht abheilt. Für die äußere Anwendung wird nicht potenziert gearbeitet, sondern mit Salbe oder verdünnter Urtinktur.
Wie wird die Calendula-Essenz verdünnt?
Traditionell kommen wenige Tropfen der Essenz auf ein Glas abgekochtes, lauwarmes Wasser – so weit, dass die Lösung nur noch leicht gelblich ist. Unverdünnt brennt der Alkoholanteil auf offener Haut. Die Verdünnung wird für Umschläge, Wundspülungen und Sitzbäder frisch angesetzt.
Darf Calendula-Salbe auf eine offene Wunde?
In der Praxis wird zwischen Wundfläche und Wundumgebung unterschieden: Die frische, offene Fläche wird mit verdünnter Essenz gereinigt, die Salbe kommt auf den Rand und später auf die sich schließende Wunde. Fettende Zubereitungen in eine noch nässende Wunde einzuarbeiten ist nicht üblich.
Ist Calendula für Kinder und in der Schwangerschaft geeignet?
Calendula gehört zu den Mitteln, die bei Kindern und rund um die Geburt traditionell verwendet werden – Globuli mit 3 Stück je Gabe, äußerlich als verdünnte Essenz oder milde Salbe. Bei Säuglingen und in der Schwangerschaft ist die Absprache mit Hebamme oder Praxis der übliche Weg.
Wie lange nimmt man Calendula ein?
So lange, wie sich die Wunde von Tag zu Tag sichtbar schließt – meist wenige Tage. Danach wird abgesetzt; die äußere Anwendung wird oft noch etwas länger fortgeführt, bis die Haut wieder geschmeidig ist.
