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Ignatia GlobuliIgnatia amara · Ignatiusbohne

Das klassische Kummermittel der Homöopathie – und eines der am feinsten gezeichneten Bilder der Arzneimittellehre. Traditionell eingesetzt, wenn Beschwerden auf einen seelischen Anlass folgen: Kränkung, Enttäuschung, Abschied, Liebeskummer. Typisch sind der Kloß im Hals, die tiefen Seufzer und ein Wechsel der Beschwerden, der jeder Logik widerspricht.

ELEva Landefeld· HeilpraktikerinVeröffentlicht Juni 2022 · Überarbeitet Juli 2026
Botanische Illustration von Ignatia Amara (Ignatiusbohne) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli
Ignatia Amara – Ignatiusbohne: Ausgangs­substanz der homöopathischen Zubereitung

Das Wichtigste zuerst

Übliche Potenz

D12

Die gängige Wahl in der Selbstanwendung; D6 wird bei körperlichen Zeichen wie dem Kloßgefühl gewählt, D30 bleibt der Praxis vorbehalten.

Gabe

5 Globuli

Akut 2- bis 3-mal täglich, in aufgewühlten Stunden auch stündlich – Kinder 3 Globuli.

Bis wann

Einige Tage

Nach dem Nachlassen der Anspannung absetzen; eine Anwendung über Wochen gehört in Begleitung.

Leitgedanke der Mittelwahl: Ignatia passt, wenn nach Kummer oder Kränkung ein Kloß im Hals sitzt, tiefe Seufzer kommen und alles widersprüchlich ist: Trost macht es schlimmer, Ablenkung besser, und Lachen und Weinen liegen dicht beieinander.

Ignatia Amara in typischen Situationen

Wie die homöopathische Praxis das Mittel je nach Anlass einsetzt.

Kloßgefühl im Hals

Ein Fremdkörpergefühl, das beim Essen verschwindet und beim Leerschlucken zurückkommt – nach Aufregung am deutlichsten.

Potenz:
D12

Gabe:
3-mal täglich 5 Globuli, in akuten Momenten eine Zwischengabe.

Nach Kränkung & Enttäuschung

Der Streit, die Trennung, die verletzende Bemerkung – danach Anspannung, Seufzen, Zurückweisen von Trost.

Potenz:
D12

Gabe:
5 Globuli, in der ersten Stunde bei Bedarf wiederholt, danach 2- bis 3-mal täglich.

Trauerphasen & Abschied

Nach einem Verlust: wechselnde Stimmung, unvermittelte Tränen, das Bedürfnis nach Alleinsein.

Potenz:
D12

Gabe:
1- bis 2-mal täglich 5 Globuli über einige Tage, dann größere Abstände.

Krampfartiger Kopfschmerz

Wie ein Nagel an einer Stelle eingeschlagen, oft nach Aufregung oder zu viel Kaffee.

Potenz:
D12

Gabe:
5 Globuli, bei Bedarf nach einer Stunde wiederholen, höchstens viermal täglich.

Prüfung & Auftritt

Anspannung, die sich in Hals und Magen setzt; innerlich hoher Druck, nach außen Fassung.

Potenz:
D12

Gabe:
5 Globuli am Vorabend und eine Gabe eine Stunde vor dem Termin.

Kinder nach Schreck & Enttäuschung

Heftiges Schluchzen, das lange nachhallt; der Kleine will nicht getröstet werden und wehrt Zuwendung ab.

Potenz:
D12

Gabe:
3 Globuli, in Wasser gelöst schluckweise, bei Bedarf nach einer Stunde wiederholen.

Das Mittelbild

  • Beschwerden als Folge von Kummer, enttäuschter Liebe oder verletzten Gefühlen
  • Häufiges Seufzen und Schluchzen
  • Fremdkörpergefühl im Hals mit Schluckstörungen
  • Abneigung gegen Trost, übermäßiges Sich-Sorgen
  • Krampfartige Beschwerden
  • Abneigung gegen Obst, Schweiß im Gesicht beim Essen

↓ Verschlimmerung durch

  • Trost
  • Kälte
  • emotionale Aufregung
  • Tabakkonsum
  • Kaffee

↑ Besserung durch

  • + Wärme
  • + Liegen auf der schmerzenden Seite
  • + Essen
  • + körperliche Betätigung
  • + Alleinsein

Kummer und TrauerPsychosomatische BeschwerdenKopfschmerzenSchluckbeschwerdenMuskelkrämpfeStimmungsschwankungenReizbarkeit

Darreichungsformen

FormÜblichWofür
GlobuliD6, D12, D30Die verbreitetste Form, auch für Kinder gut dosierbar und in Wasser gelöst gut gebbar.
TablettenD6, D12Alternative zu Globuli, enthält meist Milchzucker (Laktose).
Dilution (Tropfen)D6, D12, D30Flüssige Form mit Alkoholanteil – für Erwachsene; bei Kindern werden Globuli bevorzugt.

Ignatia Amara – oder passt ein anderes Mittel besser?

Die klassische Abgrenzung innerhalb verwandter Mittel.

Substanz & Hintergrund

Die Ignatius-Bohne beinhaltet ein starkes Nervengift namens Strychnin.

Das Mittel wird häufig bei Patienten eingesetzt, die oftmals weiblich sind, eine schlanke bis magere Figur haben und trockene Lippen.

Die Ignatia Globuli helfen gegen Leiden des Nervensystems (hauptsächlich Beschwerden mit psychosomatischem Ursprung) wie z.B. Stress-bedingte Erkrankungen, Herzrasen, Bluthochdruck oder Verhaltensauffälligkeiten wie krankhafte Angst-Zustände. Die Ignatia Globuli sind in der Potenz D3 (und niedriger) verschreibungspflichtig!

Anwendungsmöglichkeiten

Typische Anwendungsbeispiele sind Depressionen, Asthma, Epilepsie, Essstörungen sowie diverse psychosomatische Beschwerden. Ignatia ist weiterhin angesagt bei Zuständen, die durch enttäuschte Liebe, verletzte Gefühle oder Kummer verursacht wurden. Auch bei Hysterie, Seufzen und Schluchzen, Fremdkörpergefühl im Hals, Schluckstörungen und krampfartigen Beschwerden kann Ignatia gegeben werden. Eine Anwendungsoption besteht bei einer Abneigung gegen Obst und Schweiß im Gesicht beim Essen. Ein Indikator für Ignatia ist, wenn die Beschwerden durch Weinen, Alleinsein, körperliche Betätigung, Reisen, Druck, Lagenwechsel, Rückenlage, Wärme und während des Essens, insbesondere von Saurem, verbessert werden. Verschlechtern Trost, Kummer, Schock, Kälte, Gerüche, Lärm, Anstrengung, Kaffee, Tee, Tabak und Süßigkeiten die Symptome, ist Ignatia angesagt. Genauso, wenn eine Abneigung gegen Trost besteht und sich übermäßig Sorgen gemacht wird.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Als sogenannte energetische Arznei beruhen homöopathische Arzneien auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Sie sind so konzipiert, dass sie das Immunsystem unterstützen und nicht wie schulmedizinische Präparate dem Körper die Arbeit erleichtern oder sogar abnehmen. Daher muss ein Reiz ausgelöst werden, der den Beschwerden ähnelt, um Selbstheilung und individuelle Lebenskraft zu aktivieren. Die Erkrankung wird in der Homöopathie nicht beeinflusst, sondern mittels der Heilkräfte der Natur neutralisiert. Jeder Mensch steht mit seinem Umfeld auf vielfältige Art in Resonanz, sowohl positiv als auch negativ. Diese Schwingungen oder Resonanzen werden in der Homöopathie benutzt, indem Lebensenergie, oft auch Prana oder Chi genannt, in Globuli oder Tropfen eingeschlossen wird.  Bei jeder Verdünnung wird die in der Arznei enthaltene Energie potenziert, die dann mit dem Körper interagiert. Je höher eine Potenz ist, desto stärker ist das Mittel. Bei Hochpotenzen kommt es oft zu Erstverschlimmerungen. Das darf jedoch als Zeichen gewertet werden, dass ein Mittel anschlägt. Erfolgt keine Erstverschlimmerung zeigt das jedoch keine mangelnde Wirkung, denn nicht jedes Präparat löst solche Symptome aus. Chronische Erkrankungen zeigen häufig eine Erstverschlimmerung. Eine Behandlung ist zu Ende, wenn sämtliche Beschwerden abgeklungen sind. Erfolgt die Einnahme über die Zeit, das heißt, eine Überdosierung findet statt, kann es sein, dass die Symptome zurückkehren. Diese Spätverschlimmerung wird nicht gesondert behandelt, ist jedoch ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Behandlung beendet ist und das Medikament endgültig abgesetzt werden sollte. Das Abklingen der Spätverschlimmerung dauert drei bis vier Wochen.

Hintergrundinformationen

Die Ignatiusbohne gehört zur Familie der Brechnussgewächse. Sie wächst in tropischen Gebieten in Südostasien auf vorwiegend sandigen und kalkhaltigen Böden. Die Ignatiusbohne blüht von April bis Juni. Die gelben Beeren enthalten im Fruchtfleisch rund 40 Bohnen. Diese Samen werden getrocknet verwendet. Die beiden giftigen Indolalkohole Strychnin und Brucin sind in allen Bestandteilen der Pflanze enthalten.

Verwendungsgebiete von Ignatia Amara Globuli

  • Schlafstörungen bis hin zur Schlaflosigkeit

  • Hitzewallungen (in den Wechseljahren)

  • Angst-Zustände (mit starken Stimmungs-Schwankungen)

  • Lampenfieber

  • Neigung zu Hysterie oder Depressionen

  • Nervöse Muskelzuckungen

  • Kopfschmerzen oder Migräne (stechend)

  • Übelkeit oder Seekrankheit

Verbesserung bei

  • Wärme

  • Lagerung auf der schmerzenden Seite (bei Schmerzen)

Verschlimmerung bei

  • Kälte

  • emotionale Aufregung

  • Konsum von Tabak

Die Ignatius-Bohne beinhaltet ein starkes Nervengift namens Strychnin.

Das Mittel wird häufig bei Patienten eingesetzt, die oftmals weiblich sind, eine schlanke bis magere Figur haben und trockene Lippen.

Die Ignatia Globuli helfen gegen Leiden des Nervensystems (hauptsächlich Beschwerden mit psychosomatischem Ursprung) wie z.B. Stress-bedingte Erkrankungen, Herzrasen, Bluthochdruck oder Verhaltensauffälligkeiten wie krankhafte Angst-Zustände. Die Ignatia Globuli sind in der Potenz D3 (und niedriger) verschreibungspflichtig!

Verwendungsgebiete von Ignatia Amara Globuli

  • Schlafstörungen bis hin zur Schlaflosigkeit

  • Hitzewallungen (in den Wechseljahren)

  • Angst-Zustände (mit starken Stimmungs-Schwankungen)

  • Lampenfieber

  • Neigung zu Hysterie oder Depressionen

  • Nervöse Muskelzuckungen

  • Kopfschmerzen oder Migräne (stechend)

  • Übelkeit oder Seekrankheit

Verbesserung bei

  • Wärme

  • Lagerung auf der schmerzenden Seite (bei Schmerzen)

Verschlimmerung bei

  • Kälte

  • emotionale Aufregung

  • Konsum von Tabak

Häufige Fragen zu Ignatia Amara

Woran erkennt man das Ignatia-Bild?

An den Widersprüchen. Halsschmerzen, die beim Schlucken fester Speisen nachlassen; Weinen, das in Lachen kippt; Trost, der die Sache schlimmer macht. Dazu die drei körperlichen Marken der Arzneimittellehre: Kloßgefühl im Hals, häufiges Seufzen und krampfartige Beschwerden nach seelischem Anlass.

Ignatia oder Acidum phosphoricum bei Kummer?

Es geht um die Phase. Ignatia gehört zum frischen, aufgewühlten Kummer: Anspannung, Seufzen, wechselnde Stimmung. Acidum phosphoricum gehört zur Phase danach, wenn die Kraft verbraucht ist und Gleichgültigkeit und Erschöpfung im Vordergrund stehen. In der Praxis werden beide durchaus nacheinander eingesetzt.

Welche Potenz von Ignatia nimmt man?

Für die Selbstanwendung ist D12 die gängige Wahl. D6 wird gewählt, wenn die körperlichen Zeichen im Vordergrund stehen und häufiger wiederholt werden soll. D30 und höhere Potenzen bleiben erfahrenen Anwendern und der homöopathischen Praxis vorbehalten.

Wie schnell verändert sich das Bild unter Ignatia?

Anwender berichten häufig von einer Veränderung innerhalb von Stunden bis zu wenigen Tagen – meist zuerst am Kloßgefühl und an der Schlafqualität. Die klassische Konvention: mit deutlicher Entspannung die Gaben strecken und dann absetzen.

Darf Ignatia Kindern gegeben werden?

Ignatia gehört zu den Mitteln, die in der Kinderhomöopathie traditionell verwendet werden, etwa nach Schreck, Heimweh oder Enttäuschung. Üblich sind 3 Globuli je Gabe, bei kleinen Kindern in Wasser gelöst.

Warum verträgt sich Ignatia schlecht mit Kaffee?

Kaffee zählt in der Arzneimittellehre zu den Verschlimmerungsfaktoren des Ignatia-Bildes – ebenso wie Tabak und starke emotionale Reize. Unabhängig von der Frage nach Antidotierung ist eine kaffeearme Phase in der Praxis üblich, weil Anspannung und Schlaf davon ohnehin betroffen sind.