Silicea in typischen Situationen
Wie die homöopathische Praxis das Mittel je nach Anlass einsetzt.
Eingewachsener Splitter
Ein kleiner Holz- oder Glassplitter sitzt fest unter der Haut – die Tradition wählt Silicea, weil es Fremdkörper „austreibt“.
- Potenz:
- D12
- Gabe:
- 2-mal täglich 5 Globuli über einige Tage.
Ein Infekt jagt den nächsten
Kaum ist die eine Erkältung vorbei, beginnt die nächste – bei einem frostigen, schnell erschöpften Menschen.
- Potenz:
- D12
- Gabe:
- 1- bis 2-mal täglich 5 Globuli über mehrere Wochen, gern in der kalten Jahreszeit.
Brüchige Nägel und Haare
Die Nägel splittern und zeigen weiße Flecken, die Haare brechen ab – oft zusammen mit kalten Händen und Füßen.
- Potenz:
- D12
- Gabe:
- 2-mal täglich 5 Globuli über vier bis sechs Wochen.
Langsame, milde Eiterung
Ein Pickel oder kleiner Furunkel reift träge vor sich hin, ohne heftigen Schmerz – ganz anders als das hochempfindliche Hepar-Bild.
- Potenz:
- D12
- Gabe:
- 3-mal täglich 5 Globuli bis zum Abheilen.
Kopfschmerz vom Nacken her
Der Schmerz beginnt im Nacken und zieht über den Kopf bis zu den Augen – Wärme und warmes Einhüllen bessern.
- Potenz:
- D12
- Gabe:
- 3-mal täglich 5 Globuli in der akuten Phase.
Übelriechender Fußschweiß
Stark riechender Fußschweiß, oft bei Kindern – dazu kalte Füße und Neigung zu eingewachsenen Zehennägeln.
- Potenz:
- D12
- Gabe:
- 1- bis 2-mal täglich 5 Globuli (Kinder 3) über mehrere Wochen.
Das Mittelbild
- Starkes Frieren, kalte Hände und Füße
- Häufige Erkältungen bei Abwehrschwäche
- Kopfschmerzen, die im Nacken beginnen und zu den Augen ziehen
- Übelriechender Fußschweiß, oft bei Kindern
- Entzündete, leicht eiternde, rissige Haut
- Mangelndes Selbstvertrauen und rasche Erschöpfung bei geistiger Arbeit
↓ Verschlimmerung durch
- – Kälte
- – Zugluft
- – Wetterwechsel
- – Nebel und Feuchtigkeit
- – Geistige Anstrengung
↑ Besserung durch
- + Wärme
- + Warmes Einhüllen mit Mütze und Decke
- + Im Sommer
- + Reichliches Urinieren
InfektanfälligkeitKopfschmerzenAkneFurunkel und AbszesseBrüchige Haare und NägelNagelbettentzündungÜbermäßiges SchwitzenVerstopfungNasennebenhöhlenentzündungMittelohrentzündungZahnfleischentzündungNarbenbeschwerdenErschöpfung
Darreichungsformen
| Form | Üblich | Wofür |
|---|---|---|
| Globuli | D6, D12, C30 | Die verbreitetste Form, auch für Kinder gut geeignet. |
| Tabletten | D6, D12 | Gleichwertige Alternative, enthält meist Milchzucker – als Schüßler-Salz Nr. 11 in eigener Systematik bekannt. |
Silicea – oder passt ein anderes Mittel besser?
Die klassische Abgrenzung innerhalb verwandter Mittel.
Substanz & Hintergrund
Kieselsäure (oder Kieselerde) kommt in der Natur hauptsächlich als Salz (Silikat) vor. Es hat seinen natürlichen Ursprung als Mineral im Sandstein.
Zur Herstellung homöopathischer Mittel wird heutzutage vorwiegend chemisch hergestelltes Silizium-Oxid benutzt. Silicea ist für Menschen geeignet, die häufig frieren und ständig unter kalten Händen und/oder Füßen leiden.
Anwendungsmöglichkeiten
Silicea Globuli haben breite Anwendungsmöglichkeiten. Ein Kernpunkt sind Beschwerden, die durch Kälteempfindungen ausgelöst werden. Wer kalte Füße hat oder sich am Kopf ausgekühlt fühlt, sich leicht erkältet oder ständig fröstelt, ist ein Kandidat für Silicea Globuli. Außerdem wirken Silicea Globuli bei chronischen Erkrankungen, die das Zellgewebe oder andere Körperebenen betreffen. Bei Hautproblemen wie Akne oder Furunkeln, Wachstumsstörungen an Nägeln oder nach Knochenbrüchen ist die Gabe von Silicea Globuli angezeigt. Auch bei Kopfschmerzen, die im Nacken beginnen und dann in Richtung auf die Augen ausstrahlen, bieten Silicea Globuli Hilfe. Außerdem lindern Silicea Globuli alle Beschwerden, die durch eine Abwehrschwäche begünstigt werden. Bei einer Neigung zu grippalen Infekten oder Mittelohrentzündung ist Silicea das Mittel der Wahl.
Wirkungsweise und Nebenwirkungen
Da wir homöopathische Präparate als "energetische" Arzneimittel ansehen, unterliegen sie anderen Maßstäben als Medikamente der Schulmedizin. Die Wirkungen homöopathischer Arzneimittel basieren auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Sie unterstützen, statt dem Symptom entgegengesetzte Wirkungen zu entfalten. Der Körper soll nicht entlastet, sondern in seinem Tun unterstützt werden. Daher zielen Homöopathika darauf ab, durch ähnliche Reize die Selbstheilungskraft zu aktivieren. Die homöopathischen Mittel wollen nicht die Erkrankung selbst beeinflussen oder die Symptome unterdrücken, sondern die Heilungspotenziale aktivieren. Dahinter steht die Annahme, dass der Organismus auf vielfältige Weise mit seiner Umgebung interagiert. Wir nennen das eine harmonische Resonanz. Diese kann positive und negative Auswirkungen zeitigen. Jedes Individuum reagiert auf solche Interaktionen anders. Homöopathische Präparate nutzen die Lebensenergie für ihre Rezepturen. Mit jedem Verdünnungsschritt wird unserer Theorie nach die im Homöopathikum enthaltene Energie potenziert. Stark verdünnte Hochpotenzen stellen folglich die wirksamsten homöopathischen Präparate dar. Was mit dem Organismus interagiert, ist die in Homöopathika enthaltene Energie. Bei höheren Potenzen kommt es wegen der unterstützenden Eigenschaften öfter zu Erstverschlimmerungen. Diese zeigen sich meist nach einigen Tagen. Gewertet werden Erstverschlimmerungen als Zeichen dafür, dass der Organismus reagiert. Bleibt die Erstverschlimmerung aus, ist das jedoch kein Zeichen dafür, dass das Präparat versagt. Beendet wird die Einnahme homöopathischer Präparate, wenn die Beschwerden zurückgehen oder ausgeheilt sind. Der Grund liegt darin, dass es zu Spätverschlimmerungen und einem Aufflackern der Symptome kommen kann, wenn das Präparat weiterhin eingenommen wird.
Hintergrundinformationen
Silicea ist als Kieselerde oder Siliziumdioxid bekannt. Das weißlich-körnige Mineral kommt in der Erdkruste vor. Verschiedene Kieselsäureverbindungen machen sogar fast die Hälfte der Erdkruste aus. Silicea existiert in einer kristallinen Reinform oder als Quarz, Sand bzw. Feuerstein. Auf der Erde ist Silicea eines der am weitesten verbreiteten Elemente. Man könnte die kieselsäurehaltige Erdkruste als schützende Haut unseres Planeten verstehen. Salze der Kieselsäure werden als Silikate bezeichnet. Silikate können von Pflanzen über Stängel oder Wurzelwerk aufgenommen und eingelagert werden. Dort sorgen die aufgenommenen Silikate für genügend Elastizität und Biegsamkeit, gewähren aber auch einen Austrocknungsschutz. Größere Mengen Silikate sind in Gräsern und Farnen, Palmen oder Bambuspflanzen zu finden. Beim Menschen sind Silikate in Hautzellen, Haaren und Nägeln vorzufinden. Außerdem sind Silikate im Bindegewebe und als kollagenes Gewebe in den Organumhüllungen zu finden. Durch diese wird die strukturelle Stabilität einzelner Organe erzielt. Außerdem wird durch Silikate die Abgrenzung der Organe nach außen hin gewährleistet.
Verwendungsgebiete von Silicea Globuli
Bindegewebsschwäche
Knochenprobleme
Hautprobleme / Akne
Splitter
Schlafstörungen
Erkältungen
Migräne
Störung des Nagel-Wachstums
Verstopfung
Nasennebenhöhlen Entzündung
langsam fortschreitende Eiterungen
Stress
wiederkehrende Entzündung der Scheide
Brustentzündung (eitrig)
Ekel vor Essen / Abmagerung
Furunkel / Hämorrhoiden
Verbesserung bei
Wärme
im Sommer
warmes Einhüllen (mit Mütze und Decke)
viel urinieren
Verschlimmerung bei
Kälte
Wetterwechsel
Anstrengung
Vollmond
Nebel / Feuchtigkeit
Druck oder Berührung
Zugluft
Temperaturschwankungen
Wein / Alkohol
geistige Anstrengung
Symptome
der Patient friert stark
bei Hitze heftiges Schwitzen
der Patient leidet an Erschöpfung / Schwächezuständen
der Patient hat häufig Erkältungen
der Patient hat vergrößerte, verhärtete Lymphknoten
Ein Baby wächst schlecht, die Entwicklung verzögert sich
der Patient leidet an Infektionen der Tränengänge
der Patient leidet unter verstopfter Nase
der Patient hat Zahnabszesse
der Patient hat eine Stirnhöhlen- und/oder Nebenhöhlenentzündung
der Patient leidet an einer Rückgrat-Verkrümmung
der Patient hat eine mangelnde Knochenstruktur
der Patient hat über riechenden Fußschweiß (oft bei Kindern)
der Patient leidet an entzündeten Fußballen und eingewachsenen Zehennägeln
der Patient hat Angst vor spitzen Gegenständen
der Patient hat Kopfschmerzen (beginnend im Nacken, bis zu den Augen ziehend)
der Patient hat Akne
der Patient leidet an Verstopfung (Gefühl, als schlüpfe der Stuhl wieder zurück)
der Patient hat Schmerzen beim Stuhlgang
der Patient hat entzündete, leicht eiternde, rissige Haut
der Patient leidet an Haut-Jucken
der Patient leidet an mangelndem Selbstvertrauen
der Patient ist überempfindlich gegen Geräusche
der Patient hat (psychisch bedingte) Schmerzen in der Wirbelsäule
der Patient hat entzündetes Zahnfleisch (bildet sich zurück)
der Patient hat schmerz-und kälteempfindliche Zähne
der Patient hat Beschwerden im Verdauungstrakt (Verstopfung, Aufstoßen, Blähungen, Magendrücken)
der Patient hat schlecht verheilende Narben (gehen immer wieder auf und nässen)
Kieselsäure (oder Kieselerde) kommt in der Natur hauptsächlich als Salz (Silikat) vor. Es hat seinen natürlichen Ursprung als Mineral im Sandstein.
Zur Herstellung homöopathischer Mittel wird heutzutage vorwiegend chemisch hergestelltes Silizium-Oxid benutzt. Silicea ist für Menschen geeignet, die häufig frieren und ständig unter kalten Händen und/oder Füßen leiden.
Sie haben oftmals einen schwachen Rücken, sind unschlüssig und geben schnell klein bei Wegen Ihrer Angst vor Misserfolgen meiden Sie es, Verantwortung zu übernehmen, obgleich sie eigentlich sehr akribisch sind.
Sie sind bei geistiger Arbeit rasch erschöpf. Silicea wirkt besonders positiv und stützend auf das Bindegewebe, hilft bei brüchigen Nägeln, schlechten Zähnen und Hautproblemen.
Häufige Fragen zu Silicea
Wann ist Silicea das richtige Mittel?
Wenn ein stiller, frostiger, nachgiebiger Mensch körperlich zeigt, was ihm an Widerstandskraft fehlt: Infekt reiht sich an Infekt, Nägel und Haare brechen, kleine Verletzungen entzünden sich träge. Wärme und warmes Einhüllen bessern, Kälte und Zugluft verschlimmern.
Was bedeutet „Silicea treibt aus“?
Die Materia medica ordnet Silicea traditionell die Fähigkeit zu, Fremdkörper wie eingewachsene Splitter an die Oberfläche zu befördern. Diese überlieferte Zuordnung hat dem Mittel den Beinamen „homöopathisches Messer“ eingebracht – ein fester Bestandteil der klassischen Mittelbilder.
Silicea oder Hepar sulfuris bei Eiterungen?
Der Schmerz entscheidet: Hepar sulfuris passt zur heftig schmerzhaften, berührungsempfindlichen Eiterung mit Splitterschmerz. Silicea wählt die Tradition bei trägen, milden, langsam reifenden Eiterungen – die beiden gelten als das schnelle und das langsame Eiterungsmittel.
Ist Silicea dasselbe wie das Schüßler-Salz Nr. 11?
Der Ausgangsstoff ist derselbe, das System ein anderes: Die Biochemie nach Schüßler arbeitet mit festen Salz-Nummern und meist D12-Tabletten, die Homöopathie wählt Silicea nach dem individuellen Mittelbild. Wer nach Ähnlichkeitsprinzip wählt, ist beim homöopathischen Einzelmittel richtig.
Ist Silicea für Kinder geeignet?
Ja – das zarte, stille, schnell fröstelnde Kind mit häufigen Infekten und riechendem Fußschweiß ist geradezu ein Lehrbuchbild für Silicea. Kinder erhalten 3 Globuli, Säuglinge 1 Globulus in die Wangentasche.
Wie lange nimmt man Silicea?
Länger als die meisten Akutmittel: Bei Neigungen wie Infektanfälligkeit oder brüchigen Nägeln sind mehrere Wochen üblich, mit 1 bis 2 Gaben täglich. Als großes Konstitutionsmittel gehört die langfristige Behandlung in die Hände erfahrener Homöopathen.
