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Silicea GlobuliSilicea terra · Kieselsäure

Das Mittel der stillen, frostigen, nachgiebigen Menschen: fein gebaut, schnell erschöpft, immer die Ersten, die frieren – und die Letzten, die widersprechen. Körperlich zeigt sich das Bild in brüchigen Nägeln und Haaren, häufigen Infekten und der Neigung, dass sich jede Kleinigkeit entzündet.

ELEva Landefeld· HeilpraktikerinVeröffentlicht August 2017 · Überarbeitet Juli 2026
Mineralogische Illustration von Silicea (Kieselerde) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli
Silicea – Kieselerde: Ausgangs­substanz der homöopathischen Zubereitung

Das Wichtigste zuerst

Übliche Potenz

D12

Üblich für die Selbstanwendung; D6 wird traditionell für kürzere Abstände gewählt.

Gabe

5 Globuli

3-mal täglich; bei länger bestehenden Neigungen 1- bis 2-mal täglich über mehrere Wochen. Kinder 3 Globuli.

Bis wann

Wochen

Silicea gilt als langsames, tief wirkendes Mineralmittel – Geduld gehört zum Bild.

Leitgedanke der Mittelwahl: Silicea passt zu stillen, frostigen, nachgiebigen Menschen, bei denen sich jede Kleinigkeit entzündet: eingewachsene Splitter, brüchige Nägel und Haare, ein Infekt jagt den nächsten.

Silicea in typischen Situationen

Wie die homöopathische Praxis das Mittel je nach Anlass einsetzt.

Eingewachsener Splitter

Ein kleiner Holz- oder Glassplitter sitzt fest unter der Haut – die Tradition wählt Silicea, weil es Fremdkörper „austreibt“.

Potenz:
D12

Gabe:
2-mal täglich 5 Globuli über einige Tage.

Ein Infekt jagt den nächsten

Kaum ist die eine Erkältung vorbei, beginnt die nächste – bei einem frostigen, schnell erschöpften Menschen.

Potenz:
D12

Gabe:
1- bis 2-mal täglich 5 Globuli über mehrere Wochen, gern in der kalten Jahreszeit.

Brüchige Nägel und Haare

Die Nägel splittern und zeigen weiße Flecken, die Haare brechen ab – oft zusammen mit kalten Händen und Füßen.

Potenz:
D12

Gabe:
2-mal täglich 5 Globuli über vier bis sechs Wochen.

Langsame, milde Eiterung

Ein Pickel oder kleiner Furunkel reift träge vor sich hin, ohne heftigen Schmerz – ganz anders als das hochempfindliche Hepar-Bild.

Potenz:
D12

Gabe:
3-mal täglich 5 Globuli bis zum Abheilen.

Kopfschmerz vom Nacken her

Der Schmerz beginnt im Nacken und zieht über den Kopf bis zu den Augen – Wärme und warmes Einhüllen bessern.

Potenz:
D12

Gabe:
3-mal täglich 5 Globuli in der akuten Phase.

Übelriechender Fußschweiß

Stark riechender Fußschweiß, oft bei Kindern – dazu kalte Füße und Neigung zu eingewachsenen Zehennägeln.

Potenz:
D12

Gabe:
1- bis 2-mal täglich 5 Globuli (Kinder 3) über mehrere Wochen.

Das Mittelbild

  • Starkes Frieren, kalte Hände und Füße
  • Häufige Erkältungen bei Abwehrschwäche
  • Kopfschmerzen, die im Nacken beginnen und zu den Augen ziehen
  • Übelriechender Fußschweiß, oft bei Kindern
  • Entzündete, leicht eiternde, rissige Haut
  • Mangelndes Selbstvertrauen und rasche Erschöpfung bei geistiger Arbeit

↓ Verschlimmerung durch

  • Kälte
  • Zugluft
  • Wetterwechsel
  • Nebel und Feuchtigkeit
  • Geistige Anstrengung

↑ Besserung durch

  • + Wärme
  • + Warmes Einhüllen mit Mütze und Decke
  • + Im Sommer
  • + Reichliches Urinieren

InfektanfälligkeitKopfschmerzenAkneFurunkel und AbszesseBrüchige Haare und NägelNagelbettentzündungÜbermäßiges SchwitzenVerstopfungNasennebenhöhlenentzündungMittelohrentzündungZahnfleischentzündungNarbenbeschwerdenErschöpfung

Darreichungsformen

FormÜblichWofür
GlobuliD6, D12, C30Die verbreitetste Form, auch für Kinder gut geeignet.
TablettenD6, D12Gleichwertige Alternative, enthält meist Milchzucker – als Schüßler-Salz Nr. 11 in eigener Systematik bekannt.

Silicea – oder passt ein anderes Mittel besser?

Die klassische Abgrenzung innerhalb verwandter Mittel.

Substanz & Hintergrund

Kieselsäure (oder Kieselerde) kommt in der Natur hauptsächlich als Salz (Silikat) vor. Es hat seinen natürlichen Ursprung als Mineral im Sandstein.

Zur Herstellung homöopathischer Mittel wird heutzutage vorwiegend chemisch hergestelltes Silizium-Oxid benutzt. Silicea ist für Menschen geeignet, die häufig frieren und ständig unter kalten Händen und/oder Füßen leiden.

Anwendungsmöglichkeiten

Silicea Globuli haben breite Anwendungsmöglichkeiten. Ein Kernpunkt sind Beschwerden, die durch Kälteempfindungen ausgelöst werden. Wer kalte Füße hat oder sich am Kopf ausgekühlt fühlt, sich leicht erkältet oder ständig fröstelt, ist ein Kandidat für Silicea Globuli. Außerdem wirken Silicea Globuli bei chronischen Erkrankungen, die das Zellgewebe oder andere Körperebenen betreffen. Bei Hautproblemen wie Akne oder Furunkeln, Wachstumsstörungen an Nägeln oder nach Knochenbrüchen ist die Gabe von Silicea Globuli angezeigt. Auch bei Kopfschmerzen, die im Nacken beginnen und dann in Richtung auf die Augen ausstrahlen, bieten Silicea Globuli Hilfe. Außerdem lindern Silicea Globuli alle Beschwerden, die durch eine Abwehrschwäche begünstigt werden. Bei einer Neigung zu grippalen Infekten oder Mittelohrentzündung ist Silicea das Mittel der Wahl.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Da wir homöopathische Präparate als "energetische" Arzneimittel ansehen, unterliegen sie anderen Maßstäben als Medikamente der Schulmedizin. Die Wirkungen homöopathischer Arzneimittel basieren auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Sie unterstützen, statt dem Symptom entgegengesetzte Wirkungen zu entfalten. Der Körper soll nicht entlastet, sondern in seinem Tun unterstützt werden. Daher zielen Homöopathika darauf ab, durch ähnliche Reize die Selbstheilungskraft zu aktivieren. Die homöopathischen Mittel wollen nicht die Erkrankung selbst beeinflussen oder die Symptome unterdrücken, sondern die Heilungspotenziale aktivieren. Dahinter steht die Annahme, dass der Organismus auf vielfältige Weise mit seiner Umgebung interagiert. Wir nennen das eine harmonische Resonanz. Diese kann positive und negative Auswirkungen zeitigen. Jedes Individuum reagiert auf solche Interaktionen anders. Homöopathische Präparate nutzen die Lebensenergie für ihre Rezepturen. Mit jedem Verdünnungsschritt wird unserer Theorie nach die im Homöopathikum enthaltene Energie potenziert. Stark verdünnte Hochpotenzen stellen folglich die wirksamsten homöopathischen Präparate dar. Was mit dem Organismus interagiert, ist die in Homöopathika enthaltene Energie. Bei höheren Potenzen kommt es wegen der unterstützenden Eigenschaften öfter zu Erstverschlimmerungen. Diese zeigen sich meist nach einigen Tagen. Gewertet werden Erstverschlimmerungen als Zeichen dafür, dass der Organismus reagiert. Bleibt die Erstverschlimmerung aus, ist das jedoch kein Zeichen dafür, dass das Präparat versagt. Beendet wird die Einnahme homöopathischer Präparate, wenn die Beschwerden zurückgehen oder ausgeheilt sind. Der Grund liegt darin, dass es zu Spätverschlimmerungen und einem Aufflackern der Symptome kommen kann, wenn das Präparat weiterhin eingenommen wird.

Hintergrundinformationen

Silicea ist als Kieselerde oder Siliziumdioxid bekannt. Das weißlich-körnige Mineral kommt in der Erdkruste vor. Verschiedene Kieselsäureverbindungen machen sogar fast die Hälfte der Erdkruste aus. Silicea existiert in einer kristallinen Reinform oder als Quarz, Sand bzw. Feuerstein. Auf der Erde ist Silicea eines der am weitesten verbreiteten Elemente. Man könnte die kieselsäurehaltige Erdkruste als schützende Haut unseres Planeten verstehen. Salze der Kieselsäure werden als Silikate bezeichnet. Silikate können von Pflanzen über Stängel oder Wurzelwerk aufgenommen und eingelagert werden. Dort sorgen die aufgenommenen Silikate für genügend Elastizität und Biegsamkeit, gewähren aber auch einen Austrocknungsschutz. Größere Mengen Silikate sind in Gräsern und Farnen, Palmen oder Bambuspflanzen zu finden. Beim Menschen sind Silikate in Hautzellen, Haaren und Nägeln vorzufinden. Außerdem sind Silikate im Bindegewebe und als kollagenes Gewebe in den Organumhüllungen zu finden. Durch diese wird die strukturelle Stabilität einzelner Organe erzielt. Außerdem wird durch Silikate die Abgrenzung der Organe nach außen hin gewährleistet.

Verwendungsgebiete von Silicea Globuli

  • Bindegewebsschwäche

  • Knochenprobleme

  • Hautprobleme / Akne

  • Splitter

  • Schlafstörungen

  • Erkältungen

  • Migräne

  • Störung des Nagel-Wachstums

  • Verstopfung

  • Nasennebenhöhlen Entzündung

  • langsam fortschreitende Eiterungen

  • Stress

  • wiederkehrende Entzündung der Scheide

  • Brustentzündung (eitrig)

  • Ekel vor Essen / Abmagerung

  • Furunkel / Hämorrhoiden

Verbesserung bei

  • Wärme

  • im Sommer

  • warmes Einhüllen (mit Mütze und Decke)

  • viel urinieren

Verschlimmerung bei

  • Kälte

  • Wetterwechsel

  • Anstrengung

  • Vollmond

  • Nebel / Feuchtigkeit

  • Druck oder Berührung

  • Zugluft

  • Temperaturschwankungen

  • Wein / Alkohol

  • geistige Anstrengung

Symptome

  • der Patient friert stark

  • bei Hitze heftiges Schwitzen

  • der Patient leidet an Erschöpfung / Schwächezuständen

  • der Patient hat häufig Erkältungen

  • der Patient hat vergrößerte, verhärtete Lymphknoten

  • Ein Baby wächst schlecht, die Entwicklung verzögert sich

  • der Patient leidet an Infektionen der Tränengänge

  • der Patient leidet unter verstopfter Nase

  • der Patient hat Zahnabszesse

  • der Patient hat eine Stirnhöhlen- und/oder Nebenhöhlenentzündung

  • der Patient leidet an einer Rückgrat-Verkrümmung

  • der Patient hat eine mangelnde Knochenstruktur

  • der Patient hat über riechenden Fußschweiß (oft bei Kindern)

  • der Patient leidet an entzündeten Fußballen und eingewachsenen Zehennägeln

  • der Patient hat Angst vor spitzen Gegenständen

  • der Patient hat Kopfschmerzen (beginnend im Nacken, bis zu den Augen ziehend)

  • der Patient hat Akne

  • der Patient leidet an Verstopfung (Gefühl, als schlüpfe der Stuhl wieder zurück)

  • der Patient hat Schmerzen beim Stuhlgang

  • der Patient hat entzündete, leicht eiternde, rissige Haut

  • der Patient leidet an Haut-Jucken

  • der Patient leidet an mangelndem Selbstvertrauen

  • der Patient ist überempfindlich gegen Geräusche

  • der Patient hat (psychisch bedingte) Schmerzen in der Wirbelsäule

  • der Patient hat entzündetes Zahnfleisch (bildet sich zurück)

  • der Patient hat schmerz-und kälteempfindliche Zähne

  • der Patient hat Beschwerden im Verdauungstrakt (Verstopfung, Aufstoßen, Blähungen, Magendrücken)

  • der Patient hat schlecht verheilende Narben (gehen immer wieder auf und nässen)

Kieselsäure (oder Kieselerde) kommt in der Natur hauptsächlich als Salz (Silikat) vor. Es hat seinen natürlichen Ursprung als Mineral im Sandstein.

Zur Herstellung homöopathischer Mittel wird heutzutage vorwiegend chemisch hergestelltes Silizium-Oxid benutzt. Silicea ist für Menschen geeignet, die häufig frieren und ständig unter kalten Händen und/oder Füßen leiden.

Sie haben oftmals einen schwachen Rücken, sind unschlüssig und geben schnell klein bei Wegen Ihrer Angst vor Misserfolgen meiden Sie es, Verantwortung zu übernehmen, obgleich sie eigentlich sehr akribisch sind.

Sie sind bei geistiger Arbeit rasch erschöpf. Silicea wirkt besonders positiv und stützend auf das Bindegewebe, hilft bei brüchigen Nägeln, schlechten Zähnen und Hautproblemen.

Häufige Fragen zu Silicea

Wann ist Silicea das richtige Mittel?

Wenn ein stiller, frostiger, nachgiebiger Mensch körperlich zeigt, was ihm an Widerstandskraft fehlt: Infekt reiht sich an Infekt, Nägel und Haare brechen, kleine Verletzungen entzünden sich träge. Wärme und warmes Einhüllen bessern, Kälte und Zugluft verschlimmern.

Was bedeutet „Silicea treibt aus“?

Die Materia medica ordnet Silicea traditionell die Fähigkeit zu, Fremdkörper wie eingewachsene Splitter an die Oberfläche zu befördern. Diese überlieferte Zuordnung hat dem Mittel den Beinamen „homöopathisches Messer“ eingebracht – ein fester Bestandteil der klassischen Mittelbilder.

Silicea oder Hepar sulfuris bei Eiterungen?

Der Schmerz entscheidet: Hepar sulfuris passt zur heftig schmerzhaften, berührungsempfindlichen Eiterung mit Splitterschmerz. Silicea wählt die Tradition bei trägen, milden, langsam reifenden Eiterungen – die beiden gelten als das schnelle und das langsame Eiterungsmittel.

Ist Silicea dasselbe wie das Schüßler-Salz Nr. 11?

Der Ausgangsstoff ist derselbe, das System ein anderes: Die Biochemie nach Schüßler arbeitet mit festen Salz-Nummern und meist D12-Tabletten, die Homöopathie wählt Silicea nach dem individuellen Mittelbild. Wer nach Ähnlichkeitsprinzip wählt, ist beim homöopathischen Einzelmittel richtig.

Ist Silicea für Kinder geeignet?

Ja – das zarte, stille, schnell fröstelnde Kind mit häufigen Infekten und riechendem Fußschweiß ist geradezu ein Lehrbuchbild für Silicea. Kinder erhalten 3 Globuli, Säuglinge 1 Globulus in die Wangentasche.

Wie lange nimmt man Silicea?

Länger als die meisten Akutmittel: Bei Neigungen wie Infektanfälligkeit oder brüchigen Nägeln sind mehrere Wochen üblich, mit 1 bis 2 Gaben täglich. Als großes Konstitutionsmittel gehört die langfristige Behandlung in die Hände erfahrener Homöopathen.