Pulsatilla in typischen Situationen
Wie die homöopathische Praxis das Mittel je nach Anlass einsetzt.
Milde Erkältung mit gelblichem Schnupfen
Der Schnupfen ist dicklich und mild, drinnen verstopft, an der frischen Luft frei – ohne großen Durst.
- Potenz:
- D12
- Gabe:
- 3-mal täglich 5 Globuli.
Ohrenschmerzen beim weinerlichen Kind
Das Kind ist anhänglich, will gehalten werden, weint leise – ganz anders als das zornige Chamomilla-Kind.
- Potenz:
- D12
- Gabe:
- 3 Globuli in Wasser gelöst, in der akuten Phase stündlich.
Wandernde Gelenk- und Gliederschmerzen
Heute das Knie, morgen die Schulter – die Beschwerden ziehen umher und bessern sich durch sanfte Bewegung im Freien.
- Potenz:
- D12
- Gabe:
- 3-mal täglich 5 Globuli.
Magendrücken nach fettem Essen
Nach Sahnetorte, Schweinebraten oder Eis: Völlegefühl, Aufstoßen, Abneigung gegen Fett.
- Potenz:
- D12
- Gabe:
- 5 Globuli nach dem Essen, bei Bedarf wiederholt.
Zyklusbeschwerden mit Stimmungstief
Unregelmäßige, eher schwache Regel mit Weinerlichkeit und Trostbedürfnis.
- Potenz:
- D12
- Gabe:
- 2- bis 3-mal täglich 5 Globuli in den betroffenen Tagen.
Kummer, der Trost sucht
Nach Enttäuschungen: leises Weinen, das sich durch Zuwendung sofort bessert.
- Potenz:
- D12
- Gabe:
- Bei Bedarf 5 Globuli, gern abends.
Das Mittelbild
- Sanftes, schüchternes, weinerliches Gemüt mit großem Bedürfnis nach Trost und Zuspruch
- Wechselhafte, wandernde Beschwerden, abwechselnd körperlich und seelisch
- Trockener Mund ohne Durst
- Dicke, mild-grün-gelbe Schleimabsonderungen
- Verlangen nach frischer Luft trotz Frierens
- Abneigung gegen fettes Essen, Beschwerden nach fettem Essen oder Eis
↓ Verschlimmerung durch
- – Wärme
- – abends
- – fettes Essen
- – Milch
- – vor und während der Periode
↑ Besserung durch
- + frische Luft
- + Bewegung im Freien
- + kalte Getränke
- + Weinen und Trost
- + Trockenheit
ErkältungSchnupfenHeuschnupfenVerdauungsstörungenBlasenentzündungMenstruationsbeschwerdenWechseljahresbeschwerdenOhrenschmerzenBindehautentzündungKopfschmerzenKinderkrankheitenStimmungsschwankungenRheuma
Darreichungsformen
| Form | Üblich | Wofür |
|---|---|---|
| Globuli | D6, D12, D30 | Die verbreitetste Form, auch für Kinder gut geeignet. |
| Tabletten | D6, D12 | Gleichwertige Alternative, enthält meist Milchzucker. |
Pulsatilla – oder passt ein anderes Mittel besser?
Die klassische Abgrenzung innerhalb verwandter Mittel.
Substanz & Hintergrund
Die Pulsatilla (die Wiesenküchenschelle) gehört zu der Gattung der Hahnenfußgewächse und hat ihren Ursprung in Eurasien und Nordamerika.
Pulsatilla Globuli enthalten den pflanzlichen, giftigen Wirkstoff, und werden häufig bei entzündlichen Krankheiten, bei Erkältungen und/oder Beschwerden des Magen-Darm Traktes verabreicht. Außerdem ist die Pulsatilla ein wichtiges Mittel gegen Frauenbeschwerden.
Anwendungsmöglichkeiten
In der homöopathischen Medizin gehört Pulsatilla zu einer der wichtigsten Arzneien. Pulsatilla ist ein sogenanntes „Vielnütziges Mittel“, das vor allem in der Kinder- und Frauenheilkunde angewandt wird. Bei einer Symptomatik von Unbeständigkeit und Wechselhaftigkeit, sowohl in der physischen als auch psychischen Komponente wird Pulsatilla aber auch gerne bei Männer eingesetzt.
Pulsatilla wird bei psychischen Problemen, aber auch bei körperlichen Beschwerden des Kopfes, der Geschlechtsorgane oder des Verdauungstraktes verwendet. Pulsatilla ist für jedes Alter anwendbar, vor allem auch bei Säuglingen und Kindern ist es ein wichtiges Mittel bei Kinderkrankheiten wie Masern, Windpocken oder Mumps. Für hormonelle Umstellungen, wie sie in der Pubertät, Schwangerschaft und dem Klimakterium vorkommen, kann Pulsatilla ebenfalls das Mittel der Wahl sein.
Die Hauptbeschwerden für den Einsatz von Pulsatilla lassen sich wie folgend beschreiben. Pulsatilla ist sehr gut geeignet für emotionale Menschen, die ein schüchternes und sanftes Gemüt haben und sich vor äußeren Einflüssen nicht besonders gut schützen können. Dies wird bemerkbar durch einen Charakter der Weichheit und Nachgiebigkeit ohne konkrete Standpunkte. Auf körperlicher Ebene können bei diesen Patienten wechselnde Beschwerden auftreten, die sich zum Beispiel durch Befindlichkeitsstörungen in geschlossen Räumen äußern können. Der typische Pulsatilla Patient ist den Tränen schnell nahe und braucht viel Halt und Zuspruch. Eine Verbesserung kann dann eintreten, wenn sich die Beschwerden z.B. an der frischen Luft verändern.
Wirkungsweise und Nebenwirkungen
Homöopathische Arzneien wirken nach dem Ähnlichkeitsprinzip und können auch als energetische Arzneien bezeichnet werden. Die homöopathischen Mittel werden nicht, wie in der Schulmedizin gegen das Immunsystem eingesetzt, sondern kommen unterstützend zum Einsatz. Der Gedanke dabei ist es, dem Körper nicht die Arbeit an der Heilung abzunehmen, sondern dem Körper auf einem natürlichen Wege zu helfen die Heilung in Gang zu bringen. Die individuelle Lebenskraft und die Selbstheilungskräfte können dann durch die homöopathischen Mittel aktiviert werden. Da der Mensch sehr vielfältig ausgerichtet ist und auf ebenso unterschiedliche Art und Weise gesund oder krank wird, kann er auch mit einem homöopathischen Mittel unterschiedlich interagieren. So können sich positive und negative Auswirkungen bei jedem einzelnen Menschen ganz individuell bemerkbar machen. Die Lebensenergie wird in der homöopathischen Behandlung nutzbar gemacht. Jedes homöopathische Arzneimittel wird mit einem Verdünnungsschritt des Medikaments bzw. des Mediums potenziert. Je höher diese Potenz ist, umso stärker wird dann das Mittel auf den Organismus wirken. So ist es zu erklären, dass hoch potenzierte Mittel eine längere und tiefere Wirkung haben.
Bei der Einnahme von homöopathischen Arzneimitteln wie Pulsatilla ist es wichtig das Mittel abzusetzen, wenn eine Besserung der behandelten Beschwerden ausbleibt. Besonders bei den Hochpotenzen, kann es so zu einer Erstverschlimmerung der Symptome kommen, die aber nach ein paar Tagen nach Einnahmebeginn wieder abklingen.
Hintergrundinformationen
Pulsatilla wird in die Familie die Hahnenfußgewächse eingereiht. Die Pflanzen dieser Familie sind giftig und enthalten Protoanemonin. Zu den bekanntesten Vertretern, die für die homöopathische Medizin verarbeitet werden, gehören Aconitum (Sturmhut), Staphysagria (Stephanskraut), Cimicifugia (Wanzenkraut) und die Clematis (Waldrebe). Diese homöopathischen Mittel werden vor allem für die Wirkung auf das hormonelle System des Körpers verwendet. Eine Selbstanwendung mit Tees oder Tinkturen aus diesen Mitteln sollte nicht vorgenommen werden. Angeblich verliert die getrocknete Pflanze zwar ihre Giftigkeit, aber auch in der Volksheilkunde wird sie nicht mehr verwendet. Für die homöopathischen Arzneien wird ausschließlich Pulsatilla Pratensis eingesetzt. Die blühende Pflanze wird komplett mit der Wurzel zerkleinert, dann verdünnt und verschüttelt. Auch zur Familie dieser Arten gehört Pulsatilla Vulgaris, die gewöhnliche Kuhschelle. Durch die Bearbeitung der landwirtschaftlichen Nutzfläche sind diese Pflanzen leider vom Aussterben bedroht. Inzwischen stehen sie aber unter Naturschutz, bevorzugen kalkhaltige Böden, in einer sonnigen Lage und sind oft in der Nähe von Kiefernwäldern und mageren Wiesen anzutreffen.
Verwendungsgebiete von Pulsatilla Globuli
körperlicher Erschöpfungszustand
wandernde Kopfschmerzen / Migräne
Rückenschmerzen
Menstruations-Beschwerden
Erkältung und Schnupfen mit wechselnden Erscheinungsformen
Ohrenentzündung
Augenentzündung
Depressionen / Angst
Beschwerden der Verdauungs-Organe / entzündlich
Erbrechen / Übelkeit / Durchfall
Grippe mit Schnupfen / Husten
Rheuma
kalte Füße / Blasenentzündung
Verbesserung bei
frische Luft
Trockenheit
kalte Getränke
Bewegung (im Freien)
Weinen
Trost
Verschlimmerung bei
Wärme
abends
mangelnde Bewegung
Milch
fettes Essen
Ruhe
Sonne / im Sommer
vor/während der Periode
geistige Arbeit
im Stehen
hängen lassen der betroffenen Glieder
links-seitiges Liegen
Symptome
der Patient hat eine Abneigung gegen fettes Essen
das Mittel wirkt besonders bei sanftmütigen Menschen die etwas schüchtern sind
der Patient will frische Luft, obwohl er friert
der Patient hat einen trockenen Mund und keinen Durst
der Patient hat dicke, grün-gelbe Schleim-Absonderungen v
der Patient hat Beschwerden, die nach Nässe und Feuchtigkeit auftreten
der Patient hat Verdauungsbeschwerden (besonders nach fettem Essen oder Eis)
der Patient wechselhafte Beschwerden die wandern (rheumatisch)
der Patient leidet an Stimmungsschwankungen
der Patient ist häufig ängstlich, schüchtern und weinerlich (neigt zu innerer Kränkung und stillem Ärger)
der Patient leiden häufig an Magen-, Darm- und Blasen Entzündungen
die Patientin hat oft Regelstörungen / -Beschwerden
der Patient hat (migräne-artige) Kopfschmerzen zum Ende der Menstruation
der Patient hat Heuschnupfen (Verschlimmerung im Freien, am Abend oder in warmen Räumen)
der Patient leidet an einer chronischen Nasenverstopfung (milde, meist grünliche Sekretbildung)
der Patient leidet an Juckreiz, starkem Tränenfluss und Schmerzen am Auge (Besserung durch kalte Anwendungen)
der Patient hat Ohrenschmerzen (Verschlimmerung nachts und durch Hitze )
der Patient leidet an einer Infektion der oberen Atemwege, Grippe, einen leichtem Schnupfen und Niesen
der Patient hat Asthma (häufig allergisch)
der Patient hat eine Blasenentzündung (mit Schmerzen, die zum Ende des Wasser lassens schlimmer werden) Häufiger Drang zum urinieren, meist durch Unterkühlung
der Patient ist sehr liebes-bedürftig
die Symptome sind abwechselnd körperlich und seelisch
der Patient friert ständig und hat heftige Hitzewallungen
es besteht eine starke Neigung zu Infekten (insbesondere aufgrund von Kälte und Nässe)
Die Pulsatilla (die Wiesenküchenschelle) gehört zu der Gattung der Hahnenfußgewächse und hat ihren Ursprung in Eurasien und Nordamerika.
Pulsatilla Globuli enthalten den pflanzlichen, giftigen Wirkstoff, und werden häufig bei entzündlichen Krankheiten, bei Erkältungen und/oder Beschwerden des Magen-Darm Traktes verabreicht. Außerdem ist die Pulsatilla ein wichtiges Mittel gegen Frauenbeschwerden.
Das homöopathische Mittel ist besonders für sanfte, nachgiebige Menschen geeignet, die auch häufig unentschlossen sind. Sie sind Frohnaturen, die anhänglich, flexibel aber auch konfliktscheu sind. Bei Krankheiten sind sie oft weinerlich und launisch, sie wollen nicht alleine sein und suchen Gesellschaft (die ihnen Trost spenden kann). Sie vertragen kein fettiges Essen.
Verwendungsgebiete von Pulsatilla Globuli
körperlicher Erschöpfungszustand
wandernde Kopfschmerzen / Migräne
Rückenschmerzen
Menstruations-Beschwerden
Erkältung und Schnupfen mit wechselnden Erscheinungsformen
Ohrenentzündung
Augenentzündung
Depressionen / Angst
Beschwerden der Verdauungs-Organe / entzündlich
Erbrechen / Übelkeit / Durchfall
Grippe mit Schnupfen / Husten
Rheuma
kalte Füße / Blasenentzündung
Verbesserung bei
frische Luft
Trockenheit
kalte Getränke
Bewegung (im Freien)
Weinen
Trost
Verschlimmerung bei
Wärme
abends
mangelnde Bewegung
Milch
fettes Essen
Ruhe
Sonne / im Sommer
vor/während der Periode
geistige Arbeit
im Stehen
hängen lassen der betroffenen Glieder
links-seitiges Liegen
Symptome
der Patient hat eine Abneigung gegen fettes Essen
das Mittel wirkt besonders bei sanftmütigen Menschen die etwas schüchtern sind
der Patient will frische Luft, obwohl er friert
der Patient hat einen trockenen Mund und keinen Durst
der Patient hat dicke, grün-gelbe Schleim-Absonderungen v
der Patient hat Beschwerden, die nach Nässe und Feuchtigkeit auftreten
der Patient hat Verdauungsbeschwerden (besonders nach fettem Essen oder Eis)
der Patient wechselhafte Beschwerden die wandern (rheumatisch)
der Patient leidet an Stimmungsschwankungen
der Patient ist häufig ängstlich, schüchtern und weinerlich (neigt zu innerer Kränkung und stillem Ärger)
der Patient leiden häufig an Magen-, Darm- und Blasen Entzündungen
die Patientin hat oft Regelstörungen / -Beschwerden
der Patient hat (migräne-artige) Kopfschmerzen zum Ende der Menstruation
der Patient hat Heuschnupfen (Verschlimmerung im Freien, am Abend oder in warmen Räumen)
der Patient leidet an einer chronischen Nasenverstopfung (milde, meist grünliche Sekretbildung)
der Patient leidet an Juckreiz, starkem Tränenfluss und Schmerzen am Auge (Besserung durch kalte Anwendungen)
der Patient hat Ohrenschmerzen (Verschlimmerung nachts und durch Hitze )
der Patient leidet an einer Infektion der oberen Atemwege, Grippe, einen leichtem Schnupfen und Niesen
der Patient hat Asthma (häufig allergisch)
der Patient hat eine Blasenentzündung (mit Schmerzen, die zum Ende des Wasser lassens schlimmer werden) Häufiger Drang zum urinieren, meist durch Unterkühlung
der Patient ist sehr liebes-bedürftig
die Symptome sind abwechselnd körperlich und seelisch
der Patient friert ständig und hat heftige Hitzewallungen
es besteht eine starke Neigung zu Infekten (insbesondere aufgrund von Kälte und Nässe)
Häufige Fragen zu Pulsatilla
Wofür wird Pulsatilla am häufigsten gewählt?
Für milde, wechselhafte Erkältungen mit dicklichem Schnupfen, Ohrenschmerzen bei anhänglichen Kindern, Magendrücken nach fettem Essen und Zyklusbeschwerden mit Stimmungstief – immer dann, wenn das typische weinerlich-trostsuchende Gemütsbild dazu passt.
Was ist das Besondere am Pulsatilla-Typ?
Die Materia medica beschreibt ihn als sanft, anpassungsfähig und tränennah – Beschwerden wie Stimmung wechseln rasch, Trost und frische Luft bessern, warme stickige Räume verschlimmern. Auffällig ist die Durstlosigkeit trotz trockenem Mund.
Pulsatilla oder Chamomilla beim Kind?
Die Gemütslage entscheidet: Das Pulsatilla-Kind weint leise und will gehalten werden, das Chamomilla-Kind schreit zornig und ist kaum zufriedenzustellen. Gleiche Beschwerde, zwei völlig verschiedene Mittel.
Welche Potenz von Pulsatilla ist üblich?
Für die Selbstanwendung D6 oder D12. In der Konstitutionsbehandlung arbeiten erfahrene Homöopathen auch mit Hochpotenzen – das gehört in deren Hände.
Ist Pulsatilla ein reines Frauenmittel?
Nein – es ist eines der großen Kinder- und Erkältungsmittel für alle. Der Schwerpunkt bei Zyklus- und Wechseljahresthemen hat ihm den Ruf eingebracht, aber das Mittelbild kennt kein Geschlecht.
Ist die Küchenschelle giftig?
Die frische Pflanze ist reizend und schwach giftig – verwendet wird ausschließlich die potenzierte Zubereitung, in den üblichen Potenzen ohne wirkstoffhaltige Menge.
