Mittelbild & Leitsymptome
- Extreme Empfindlichkeit gegen Kälte und Zugluft, besonders bei Fieber
- Hohe Berührungsempfindlichkeit der Haut, selbst Kleidung schmerzt
- Splitterartige Schmerzen, besonders beim Schlucken
- Starke Neigung zu Eiterungen mit säuerlich riechenden Absonderungen
- Rasselnder Husten mit heiserer, tonloser Stimme
- Reizbarkeit und Jähzorn
Hepar Sulfuris Calcareum wird hauptsächlich bei Hautentzündungen, Akne, Eiterungen und Abszessen, Hals- und Ohrenschmerzen, Geschwüren sowie Nebenhöhlenentzündung angewendet.
Die "Kalkschwefelleber" ist Calciumsulfid (CaS), das unter Sauerstoffzufuhr zu Calciumsulfat CaSO4 oxidiert, einem bekannten Baustoff (unter anderem Gips)
Typische Symptome für Hepar sulfuris calcareum
Das am besten festzustellende Symptom ist die extreme Kälteempfindlichkeit der Betroffenen, besonders wenn sie Fieber haben. Auch Zugluft schadet ihnen sehr und lässt sie zusätzlich leiden. Daher verkriechen sie sich aus Stolz oft in ein einsames Zimmer und schließen alle Fenster und Türen, was aufgrund des eitrigen Auswurfs und Ausflusses mit dem oben beschriebenen Käsegeruch im Laufe einiger Stunden zu sehr üblem Gestank in diesem Zimmer führt. Diesen nehmen die Betroffenen selbst kaum wahr, solange sie das Zimmer nicht verlassen. Weitere Leitsymptome für Hepar sulfuris calcareum sind:
die hohe Berührungsempfindlichkeit, selbst Kleidung schmerzt
schmerzempfindliche entzündete Stellen
splitterartige Schmerzen
hohes Ausmaß an Eiterungen
klebrige, säuerlich riechende Körperabsonderungen
rasselnder Husten
eine tonlose, heisere Stimme
Betroffene sind reizbar und jähzornig
Eiterungen am gesamten Körper, auch an den Lymphdrüsen
Auch der sauer riechende Schweiß und stechende Schmerzen, besonders Splitterschmerzen beim Schlucken sind typisch. Trockene Kälte führt zu zänkischem Verhalten bei den Betroffenen, die zudem Angst und Hypochondrie zeigen.
Symptome
der Patient ist empfindlich gegen Kälte oder Zugluft (besonders bei Fieber)
der Patient reagiert empfindlich auf Berührungen der Haut (sogar Kleidung wird kaum ertragen)
der Patient verspürt Schmerzen wie von Splittern
der Patient neigt zu Eiterungen
der Patient hat rasselnden Husten
der Patient ist heiser oder hat keine Stimme
der Patient ist schnell ungeduldig, sehr leicht reizbar und kann jähzornig sein
der Patient fröstelt schnell
der Patient produziert viel sauren, riechenden Schweiß
der Patient Angstzustände
der Patient ist sehr kritisch und immer in Eile
der Patient leidet unter Schwellungen und Verhärtungen der Drüsen.
der Patient hat Zahnschmerzen
der Patient hat krupp-artigen, würgenden, erstickenden Husten (verschlimmert sich nachts oder durch Kälte)
der Patient hat leicht eiternde, schmerzende Abszesse/Geschwüre, die nur langsam abheilen
Traditionelle Anwendungsgebiete
Anwendungsmöglichkeiten
Hepar Sulfuris kann gegen extreme Kälteempfindlichkeit helfen. Erkältete Patienten frieren und müssen bereits bei leicht kühlen Luftzügen sehr stark husten. Nicht selten entstehen dadurch sehr starke Kopf-, Hals- und Brustschmerzen, die ebenfalls durch Hepar gelindert werden können. Erkältungen treten häufig zusammen mit eitrigen Entzündungen auf. Hepar hilft auch dagegen wie auch gegen Schmerzen in der Harnröhre. Zudem kann es bei folgenden Beschwerden eingesetzt werden:
Abszess (Eitergeschwür)
Akne
Halsschmerzen
Husten/Bronchitis
Furunkel
Heiserkeit
Nagelbettentzündungen
Nasennebenhöhlenentzündung
Körpergeruch/Schweiß
Ohrenschmerzen
Verwendungsgebiete von Hepar Sulfuris Globuli
Geschwüre oder Ekzeme
Entzündung der Augen oder der Bindehaut
Entzündung der Lymphknoten
Nierenbeckenentzündung
Abszess – Eiterbildung
schmerzende Halsentzündung (mit Heiserkeit und Fieber)
Mandelentzündung – Frieren
vereiterte Stichwunden (schlecht heilend)
Akne
Husten
Angina
Neben- und Stirnhölenentzündungen
Eiterung – stechende Schmerzen
(Spannungs-) Kopfschmerzen
Durchfall
Zahnschmerzen
eiternde Frostbeulen
Asthma (Besserung durch Feuchtigkeit)
Kehlkopfentzündung
Ohrenschmerzen / Mittelohr-Vereiterung
Nervöse Überempfindlichkeit
Entzündungen und Eiterungen der Haut und der Schleimhäute
Rachenentzündung
berührungsempfindliche Zähne mit Zahnfleisch Bluten
Krupphusten,
Modalitäten: Was bessert, was verschlimmert?
Modalitäten sind in der Homöopathie das Zünglein an der Waage bei der Mittelwahl.
↓ Verschlimmerung durch
- – trockenes Wetter
- – Kälte und Zugluft
- – nachts
↑ Besserung durch
- + feuchtes Wetter
Verbesserung bei
- feuchtem Wetter
Verschlimmerung bei
- trockenem Wetter
Dosierung & Einnahme
D6D12übliche Potenzen
Dosierung und Einnahme
Zumeist werden für die Selbstbehandlung die Potenzen D12 oder D6 empfohlen. In der Regel kann nach der Einnahme von fünf Globuli festgestellt werden, ob das Mittel einen positiven Einfluss auf das jeweilige Krankheitsbild hat. Ist dies gegeben, sollte Hepar drei Mal täglich eingenommen werden, bis die Symptome deutlich nachlassen. Anschließend wird das Mittel abgesetzt.
Was gilt es vor der Einnahme zu beachten?
Vor der Einnahme von Hepar Sulfuris sollten rund 15 Minuten keine Speisen, Getränke und auch kein Nikotin und Alkohol konsumiert werden. Während der Anwendung sollte der Patient möglichst keinen Kontakt mit stark riechenden ätherischen Ölen (wie zum Beispiel Latschenkiefer, Menthol oder Kampfer) und Lösungsstoffen(wie zum Beispiel Lacke, Farben und Benzin) haben. Und auch auf Minze in jeglicher Form, Zahnpasta, Alkohol, Koffein und Kaugummi sollten in dieser Zeit verzichtet werden.
Dürfen Säuglinge und Kleinkinder das Mittel einnehmen?
Säuglinge (bis zwölf Monate) können eine Kugel, Babys zwischen zwei und drei Jahren zwei Kugeln und größere Kinder drei Kugeln einnehmen. Ist das Mittel in Tropfenform vorhanden, wird es vor der Einnahme in Wasser gelöst. Zum Verabreichen werden idealerweise Plastiklöffel verwendet. Alternativ kann das Mittel mit einer Pipette aus der Apotheke vorsichtig in den Mund getropft werden. Wenn dies nicht besonders gut gelingt, kann Hepar auch über eine Trinkflasche verabreicht werden.
Einnahme für Erwachsene
Erwachsene geben fünf Kugeln auf einen Plastiklöffel und lassen diese dann langsam im Mund zergehen. Sind Tabletten vorhanden, können diese zum Auflösen in die Wangentasche gelegt, oder alternativ zuvor in Wasser gegeben und dann getrunken, werden. Wie lange das Mittel eingenommen werden sollte, ist vor allem von der Stärke der Beschwerden abhängig. Grundsätzlich werden homöopathische Präparate aber nur so lange eingenommen, bis die Symptome nachlassen oder komplett verschwunden sind. Wenn nach einigen Wochen keine Linderung zu erkennen ist, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Substanz & Hintergrund
Wirkungsweise und Nebenwirkungen
Die auch "energetische Arzneimittel" genannten homöopathischen Mittel entfalten ihre Wirkung aufgrund des Ähnlichkeitsprinzips. Dieses besagt, dass homöopathische Mittel das Immunsystem unterstützen und nicht wie im Falle von allopathischen Arzneimitteln (der Schulmedizin) eine entgegengesetzte Wirkung haben. Die Folge ist, dass der Körper zwar weiterhin seine Aufgaben wahrnehmen muss, bei seiner Arbeit jedoch unterstützt wird. Aus diesem Grund bauen homöopathische Mittel auf Reize, die den Beschwerden ähneln und die Aktivierung der Selbstheilungskräfte auslösen. Samuel Hahnemann als Begründer der Homöopathie strich in diesem Zusammenhang die "individuelle Lebenskraft" hervor. Eine Erkrankung wird dahingehend neutralisiert, als dass die homöopathischen Mittel diese nicht bloß positiv beeinflussen, sondern die Heilkraft der Natur (Vix Mediatrix Naturae) beleben. Bislang gibt es noch keine Berichte über mögliche Nebenwirkungen. Dennoch sollte die Therapie sicherheitshalber von einem Homöopathen oder Hausarzt begleitet werden.
Hintergrundinformationen
Schwefel wurde bereits vor vielen Jahrhunderten gegen katarrhalische Entzündungen zum Lösen von Schleim, als Abführmittel und in Form von Schwefelleber äußerlich gegen Schmerzen, Gicht, unterschiedliche Hautausschläge und Krätze eingesetzt. Als Bestandteil von Bädern wurde er für die Nachbehandlung von Gelbsucht und starken Verschleimungen verwendet. Und auch in der heutigen Zeit wird schwefelhaltiges Thermalwasser für Heilzwecke genutzt, zum Beispiel bei rheumatischen und degenerativen Problemen im Bereich des Bewegungsapparates. Als Bestandteil von Cremes kann er zudem helfen, Akne zu lindern.Samuel Hahnemann verwendete Hepar sulfuris calcareum zum Eliminieren der Nebenwirkungen des seinerzeit oft angewendeten Quecksilbers. Die Kalkschwefelleber Hepar sulfuris eignet sich für Menschen mit heller, ungesunder Haut, die träge sind, schnell sprechen und ebenso schnell reizbar erscheinen. Das Mittel wird durch die homöopathische Medizin bei Eiterungen angewendet, etwa bei Bronchitis und Sinusitis mit eitrigem Auswurf beziehungsweise Ausfluss, ebenso bei wiederkehrender eitriger Ohrentzündung. Wenn Auswürfe und Ausflüsse von Eiter aus Nase, Mund und Ohren wie alter Käse riechen und die Patienten sehr kälteempfindlich sind, erweist sich Hepar sulfuris calcareum als ganz besonders hilfreich. Die betroffenen Personen frieren im Krankheitsstadium schon bei allerfeinsten Temperaturschwankungen, praktisch wenn sie einen Finger oder die Nase unter der Decke hervorstrecken.
Hepar Sulfuris Globuli (zu deutsch Kalkschwefelleber) ist eine Art von Kalzium-Sulfit.
Es wurde ursprünglich dazu angewandt die Nebenwirkungen von Quecksilber zu mindern, das zu früheren Zeiten ein oft eingesetztes Arzneimittel war.
Heutzutage wird Hepar Sulfuris gegen Eiterungen, Bronchitis mit eitrigem Auswurf oder wiederkehrenden eitrigen Ohren-Entzündung eingesetzt (besonders wenn der Ausfluss aus der Nase bzw. dem Ohr kommt und/oder nach reifem Käse riecht). Die Betroffenen sind häufig sehr empfindlich gegen Kälte. Das Mittel ist besonders geeignet für Menschen mit heller Haut, die träge oder schnell reizbar sind oder die ein ungesundes Hautbild aufweisen.
Ähnliche Mittel im Vergleich
Diese Mittel teilen Anwendungsgebiete mit Hepar Sulfuris – die Leitsymptome entscheiden über die Abgrenzung.

Mercurius Solubilis
Quecksilber
Mercurius Solubilis wird in der Homöopathie traditionell bei eitrigen Entzündungen im Mund- und Rachenraum, bei Halsschmerzen und Zahnbeschwerden mit üblem Mundgeruch eingesetzt. Homöopathen ordnen dem Mittel eine Wirkung auf viele Organe wie Haut, Schleimhäute, Knochen und Drüsen zu.
HalsschmerzenMandelentzündungNasennebenhöhlenentzündungZahnfleischentzündung
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Allium cepa
Küchenzwiebel
Allium cepa, die Küchenzwiebel, wird in der Homöopathie traditionell bei Fließschnupfen mit scharfem, wässrigem Nasensekret und mildem Tränenfluss eingesetzt — etwa bei Erkältungen und Heuschnupfen.
SchnupfenHeuschnupfenErkältungHusten
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Atropa Belladonna
Tollkirsche
Atropa belladonna (Tollkirsche) zählt zu den bekanntesten homöopathischen Mitteln. Traditionelle Anwendungsgebiete sind plötzlich und heftig einsetzende Beschwerden mit hohem Fieber, Hitze und Entzündungszeichen, vor allem im Anfangsstadium akuter Infekte.
FieberGrippale InfekteHalsentzündungOhrenschmerzen
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Drosera Sonnentau
Sonnentau
Der Rundblättrige Sonnentau gilt in der Homöopathie als klassisches Hustenmittel. Traditionelle Anwendungsgebiete sind krampfartiger Reizhusten, Keuchhusten (begleitend zur ärztlichen Behandlung) und Heiserkeit.
HustenReizhustenKrampfhustenKeuchhusten
Zum Mittel-Profil →Häufige Fragen zu Hepar Sulfuris
Wobei wird Hepar Sulfuris in der Homöopathie traditionell angewendet?
Die homöopathische Tradition ordnet Hepar Sulfuris vor allem diesen Anwendungsgebieten zu: Abszesse, Akne, Hautentzündungen, Furunkel, Nagelbettentzündung, Halsschmerzen, Ohrenschmerzen, Husten, Bronchitis, Heiserkeit, Erkältung, Nasennebenhöhlenentzündung, Geschwüre, Zahnschmerzen, Starkes Schwitzen. Die Mittelwahl richtet sich dabei nach dem individuellen Beschwerdebild. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.
Welche Potenzen von Hepar Sulfuris sind üblich?
Für Hepar Sulfuris werden in der Praxis häufig die Potenzen D6, D12 verwendet. Zur Selbstanwendung greifen Anwender traditionell zu niedrigen Potenzen (D6–D12); Hochpotenzen gelten als Sache erfahrener Homöopathen.
Was ist das typische Mittelbild von Hepar Sulfuris?
Typische Leitsymptome, die die Materia medica Hepar Sulfuris zuordnet: Extreme Empfindlichkeit gegen Kälte und Zugluft, besonders bei Fieber; Hohe Berührungsempfindlichkeit der Haut, selbst Kleidung schmerzt; Splitterartige Schmerzen, besonders beim Schlucken; Starke Neigung zu Eiterungen mit säuerlich riechenden Absonderungen; Rasselnder Husten mit heiserer, tonloser Stimme; Reizbarkeit und Jähzorn.
