Globuli bei Blasenentzündung
Die homöopathische Arzneimittellehre ordnet blasenentzündung traditionell 26 Mitteln zu. Die Mittelwahl richtet sich in der Homöopathie nach dem individuellen Beschwerdebild – die Leitsymptome helfen bei der Abgrenzung.

Acidum benzoicum
BenzoesäureTypisches Bild: Dunkler, nach Ammoniak riechender Urin · Knackende, gerötete, geschwollene Gelenke mit stechenden Schmerzen · Wandernde Beschwerden mit starkem Juckreiz · Nächtliches Herzklopfen mit grünlichem Auswurf

Aconitum Napellus
Blauer EisenhutTypisches Bild: Plötzlich und mit großer Heftigkeit einsetzende Beschwerden · Plötzliches, meist hohes Fieber ohne Schweiß · Großer Durst auf kalte Getränke · Herzklopfen mit Angst, harter und schneller Puls

Alumina (Aluminiumoxid)
TonerdeTypisches Bild: Ausgeprägte Trockenheit von Haut und Schleimhäuten · Verlangen nach trockenen, unverdaulichen Dingen wie Kreide oder ungekochtem Reis · Gefühl, als sei das Gesicht mit Spinnweben überzogen · Chronischer, trockener Husten mit ständigem Räuspern

Apis Mellifica
HonigbieneTypisches Bild: Stechende, brennende Schmerzen wie nach einem Bienenstich · Blassrote, aufgedunsene Schwellung von Haut oder Schleimhaut · Durstlosigkeit, auch bei Fieber · Große Berührungsempfindlichkeit der betroffenen Stellen

Atropa Belladonna
TollkirscheTypisches Bild: Plötzlich und heftig einsetzende Beschwerden · Hohes Fieber mit heißem Rumpf und kalten Extremitäten · Starke, pulsierende Schmerzen · Gerötete, heiße Haut und trockene, brennende Schleimhäute

Berberis vulgaris
BerberitzeTypisches Bild: Brennende, stechende, wechselnde und ausstrahlende Schmerzen · Starker Harndrang mit brennenden, in Hüfte, Rücken und Beine ausstrahlenden Schmerzen · Tief sitzende, stechende Rückenschmerzen · Trockene Schleimhäute und starker Durst

Cantharis
Spanische FliegeTypisches Bild: Brennende, stechende Schmerzen beim Wasserlassen · Häufiger, aber ergebnisloser Harndrang · Starkes Brennen im Mund · Gelegentlich Blut im Urin

Chimaphila umbellata
Doldiges WinterliebTypisches Bild: Wasserlassen gelingt nur breitbeinig und vorgebeugt · Gefühl, auf einem Ball zu sitzen · Trüber Urin mit fädigem, zähem Schleim · Brennen während und nach dem Wasserlassen

Conium maculatum (Gefleckter Schierling)
Gefleckter SchierlingTypisches Bild: Drehschwindel bei kleinsten Bewegungen, vor allem im Liegen · Drückende Kopfschmerzen, als würde der Kopf zusammengepresst · Starkes Gliederzittern und fortschreitende Schwäche · Harte Drüsenschwellungen im Hals- und Kopfbereich

Dulcamara
Bittersüßer NachtschattenTypisches Bild: Beschwerden infolge von Kälte, Nässe und feuchtem Wetter · Verstopfte Nase in kalter Luft · Harndrang und Blasenbeschwerden nach Verkühlung · Durchfall bei feucht-kaltem Wetter

Echinacea
SonnenhutTypisches Bild: Häufig wiederkehrende Infekte bei geschwächter Körperabwehr · Langwierige Infekte der oberen Atemwege · Schlecht heilende Wunden

Equisetum (Schachtelhalm)
SchachtelhalmTypisches Bild: Unfreiwilliger Harnabgang · Gefühl der vollen Blase ohne Erleichterung nach der Entleerung · Brennende Schmerzen beim Wasserlassen · Ständiger Harndrang mit Schleim im Urin

Eucalyptus (Eukalyptus)
EukalyptusTypisches Bild: Erkältung mit intensiver Sekretbildung · Übel riechende Absonderungen · Beschleunigte Atmung · Starker Bewegungsdrang

Fabiana imbricata (Pichi-Pichi)
Pichi-PichiTypisches Bild: Druckschmerzen im Bereich der Nieren · Neigung zu Stein- oder Grießbildung in den Harnwegen · Stechende und brennende Schmerzen beim Wasserlassen, danach anhaltendes Wundgefühl · Dunkler, übel riechender, teilweise blutiger Urin

Lithium Carbonicum (Lithiumcarbonat)
LithiumcarbonatTypisches Bild: Drückender Kopfschmerz wie unter Spannung, besonders an den Schläfen · Traurigkeit, Einsamkeitsgefühl und schnelles Weinen · Schwäche des Gedächtnisses, besonders für Namen · Trüber Urin mit Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen

Lycopodium Clavatum (Keulen-Bärlapp)
Keulen-BärlappTypisches Bild: Aufgeblähter Bauch mit saurem Aufstoßen und Sodbrennen · Beschwerden beginnen rechts und können nach links ziehen · Starker Heißhunger, aber schnelle Sättigung; Verlangen nach Süßem und warmen Speisen · Unverträglichkeit von enger Kleidung und Druck am Bauch

Nux Vomica
BrechnussTypisches Bild: Nervös, ehrgeizig, reizbar bis cholerisch · Beschwerden nach Alkohol, Kaffee, Nikotin oder zu üppigem Essen · Katerartige Kopfschmerzen, besonders morgens · Übelkeit, ohne sich übergeben zu können

Pulsatilla
WiesenküchenschelleTypisches Bild: Sanftes, schüchternes, weinerliches Gemüt mit großem Bedürfnis nach Trost und Zuspruch · Wechselhafte, wandernde Beschwerden, abwechselnd körperlich und seelisch · Trockener Mund ohne Durst · Dicke, mild-grün-gelbe Schleimabsonderungen

Sarsaparilla
SarsaparillwurzelTypisches Bild: Brennen am Ende des Wasserlassens, nicht davor · Harn tropft im Sitzen, fließt frei im Stehen · Weißer, sandiger Bodensatz im Urin · Trockene, welke Haut mit Rissen an den Fingern

Sepia Officinalis (der gemeine Tintenfisch)
Gewöhnlicher TintenfischTypisches Bild: Gefühl von Schwere und Abwärtsdrängen der Beckenorgane · Steifheit und Schweregefühl in den Beinen · Gelbliche Flecken im Gesicht, sattelförmig über dem Nasenrücken · Neigung zum Frieren und übelriechende Schweiße

Solidago virgaurea
Echte GoldruteTypisches Bild: Ziehen in der Lendengegend, nach vorn zum Bauch · Häufiger Harndrang bei nur spärlicher Menge · Dunkler, trüber Harn mit reichlichem Bodensatz · Lendengegend auf Druck empfindlich

Staphisagria
StephanskrautTypisches Bild: Beschwerden infolge von Zorn, Demütigung oder Kränkung · Wiederkehrende Gerstenkörner am Auge · Blasenreizung nach dem Geschlechtsverkehr · Schlecht heilende Schnitt- und Operationswunden

Sulfur
SchwefelTypisches Bild: Rötliche, juckende Hautausschläge, Juckreiz durch Bettwärme verstärkt · Heiße Füße, Bettdecke wird nachts weggestrampelt · Abneigung gegen Waschen und Baden · Heißhunger und Schwächegefühl gegen 11 Uhr vormittags

Terebinthina (Terpentin)
TerpentinTypisches Bild: Brennen in der Blase und beim Wasserlassen · Dunkler Urin mit süßlichem, veilchenartigem Geruch · Ziehende Schmerzen in der Nierengegend · Kältegefühl in der Gegend des Bauchnabels

Uva ursi
BärentraubeTypisches Bild: Brennen in der Harnröhre während und nach dem Wasserlassen · Ständiger Harndrang, es kommen nur kleine Mengen · Dumpfer, ziehender Druck über dem Schambein · Krampfartiges Nachdrängen nach der Entleerung

Yohimbinum (Yohimbe)
YohimbeTypisches Bild: Nervosität und Unruhe · Hitzegefühle · Mangelnde Milchbildung · Verlängerte Dauer der Monatsblutung
Hintergrund: Alternative Therapieformen bei Blasenentzündung (Zystitis) und Harnwegsinfektion
Blasenentzündung (Zystitis) und Harnwegsinfektion
Beschreibung
Sind die ableitenden Harnwege (Harnleiter, Harnblase und Harnröhre) entzündet, so spricht man von einer Harnwegsinfektion oder einer Blasenentzündung. Hervorgerufen werden diese durch Bakterien – insbesondere Darmbakterien.
** In der Medizin wird zwischen zwei verschiedenen Arten der Harnwegsinfektion unterschieden:**
• Ist die Harnröhre bzw. die Harnblase entzündet, so spricht man von einer unteren Harnwegsinfektion. Diese wird weiter differenziert in Zystitis (Infektion der Harnblase) und Urethritis (Infektion der Harnröhre).
• Sind von der Entzündung auch Nierenbecken und Harnleiter mitbetroffen, so handelt es sich um eine obere Harnwegsinfektion. Der Begriff ‚Pyelonephritis‘ bezeichnet speziell eine Nierenbeckenentzündung.Frauen leiden häufiger unter Blasenentzündungen als Männer, da die weiblichen Harnröhren erheblich viel kürzer sind als die der Männer. Dies führt dazu, dass Keime schneller in die Blase geraten können. Bei fünf bis zehn Prozent der Frauen ist die Harnwegsinfektion chronisch, das heißt, die Betroffenen bekommen wiederholt Blasenentzündungen. Kommt es zu mindestens drei Infektionen innerhalb von zwölf Monaten oder zu zwei Infektionen innerhalb eines halben Jahres, so nennen Mediziner dies rezidivierend (wiederkehrend). Hierunter leidet etwa ein Drittel aller Frauen mit Blaseninfektionen. Ältere Männer sind ebenfalls von Harnwegsinfektionen betroffen, sofern eine vergrößerte Prostata den Harnabfluss behindert.
Seltenere Sonderformen der Harnwegsinfektion sind die Strahlenzystitis, die durch eine Bestrahlung (etwa im Rahmen einer Krebstherapie) hervorgerufen wird, und die interstitielle Zystitis, die nicht durch Erreger verursacht wird und mit vermehrtem Harndrang sowie starken Schmerzen verbunden ist. Die interstitielle Zystitis ist eine chronische Blasenentzündung.
Ursachen
In den meisten Fällen sind aufsteigende Bakterien aus dem Magen-Darm-Trakt die Ursache für akute Blasenentzündungen und Harnwegsinfektionen. Insbesondere der Erreger Escherichia coli ist weit verbreitet und an rund 80 Prozent der Harnwegsinfektionen beteiligt. Sind die Keime erst einmal in die Harnwege gelangt, so können sie sich dort leicht vermehren und Entzündungen hervorrufen. Risikofaktoren, an einer Harnwegsentzündung zu erkranken, sind für Frauen unter anderem Geschlechtsverkehr und vorangegangene Harnwegsinfekte. Sexuell sehr aktive Frauen leiden häufig unter sogenannter ‚Honeymoon-Zystitis‘. Die Harnröhre wird durch häufigen Sex gereizt, sodass die Keime es leichter haben, in die Harnwege einzudringen.
Daneben kann auch eine Schwangerschaft verantwortlich sein für das Auftreten einer Blasenentzündung. Der während der Schwangerschaft veränderte Hormonspiegel führt zu einer Weitung der Harnwege. Dies erleichtert den Bakterien den Aufstieg in die Blase. Schließlich fördert Östrogenmangel, wie er während und nach den Wechseljahren auftritt, das Wachstum der Keime. Eine vergrößerte Prostata (Prostatahyperplasie) verursacht bei älteren Männern oftmals die Harnwegsinfektion.
Weitere Ursachen
Neben den genannten Ursachen können aber bei beiden Geschlechtern auch andere Faktoren die Entstehung einer Harnwegsinfektion begünstigen:
Abwehrschwäche, bedingt durch chronische Krankheiten;
Abwehrschwäche, die durch Medikamente wie Kortison verursacht wird;
Abwehrschwäche von Säuglingen und Kleinkindern;
hohes Lebensalter;
Eingriffe an den Harnwegen wie etwa Blasenspiegelungen, Katheterisieren der Harnblase oder Dauerkatheter;
Stoffwechselerkrankungen wie etwa die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder Gicht;
Harnabflussstörungen, die durch Harnsteine, Verengungen, Rückfluss von Harn in die Harnleiter und Geschwulste hervorgerufen werden;
Verschleppen von Keimen, die durch besonders intensiven Geschlechtsverkehr (insbesondere ungeschützten Analverkehr) in die Harnwege gelangt sind und
Unterkühlung.
Frauen sollten darauf achten, sich immer von der Scheide in Richtung After abzutrocknen, niemals in umgekehrter Richtung. Darmbakterien werden so an einem Eindringen in die Harnröhre gehindert. In äußerst seltenen Fällen gelangen die Erreger über das Blut oder das Lymphsystem in die Harnwege. Dann handelt es sich in der Regel um Tuberkulosebakterien, Hefepilze oder Staphylokokken.
Symptome
Die folgenden Symptome treten regelmäßig auf, wenn eine Blasenentzündung (Zystitis) vorliegt:
Algurie: das Wasserlassen verursacht Brennen und Schmerzen;
Blasentenesmen: die Harnblase krampft;
Dysurie: die Blasenentleerung fällt schwer;
Hämaturie: Blutspuren im Urin (sichtbar oder unsichtbar);
Nykturie: nächtlicher Harndrang und Wasserlassen;
Pollakisurie: übermäßiger Drang zum Wasserlassen bei gleichzeitiger Ausscheidung jeweils nur geringer Harnmengen;
Pyurie: eitriger, trüber Harn wird ausgeschieden, der mitunter übel riecht;
Schmerzen in der Gegend über dem Schambein;
in wenigen Fällen Fieber.
In Fällen, in denen sich die Keime weiter ausbreiten, kann im Anschluss an eine Blasenentzündung eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) auftreten. Diese Form der Harnwegsinfektion äußert sich durch hohes Fieber, ein allgemeines schweres Krankheitsgefühl und starke Schmerzen in der Nierengegend.
Globuliwelt zeigt Ihnen, welche Behandlungsmöglichkeiten aus der Alternativ- und Komplementärmedizin bei diesen Beschwerden sinnvoll eingesetzt werden können und was Sie selber zur Linderung beitragen können:
Ausgewählte, alternative Therapiemöglichkeiten bei Blasenentzündung:
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