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Sepia Officinalis (der gemeine Tintenfisch)Gewöhnlicher Tintenfisch

Sepia wird aus dem Tintenbeutel des Gewöhnlichen Tintenfisches gewonnen. In der Homöopathie wird das Mittel traditionell vor allem bei hormonell bedingten Frauenbeschwerden sowie bei Erschöpfung mit Reizbarkeit eingesetzt.

Naturhistorische Illustration von Sepia Officinalis (der gemeine Tintenfisch) (Gewöhnlicher Tintenfisch) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli
Sepia Officinalis (der gemeine Tintenfisch) – Gewöhnlicher Tintenfisch: Ausgangs­substanz der homöopathischen Zubereitung

WechseljahresbeschwerdenMenstruationsbeschwerdenPMSSchwangerschaftsübelkeitKopfschmerzenMigräneBlasenentzündungInkontinenzVerstopfungRückenschmerzenKrampfadernWarzenErschöpfungReizbarkeit

ELEva Landefeld· HeilpraktikerinVeröffentlicht März 2017 · Überarbeitet Juli 2026

Mittelbild & Leitsymptome

  • Gefühl von Schwere und Abwärtsdrängen der Beckenorgane
  • Steifheit und Schweregefühl in den Beinen
  • Gelbliche Flecken im Gesicht, sattelförmig über dem Nasenrücken
  • Neigung zum Frieren und übelriechende Schweiße
  • Verlangen nach sauren Lebensmitteln und nach Bewegung bzw. Tanzen
  • Traurige Gereiztheit im Wechsel mit Gleichgültigkeit

Der Tintenfisch gehört zur Familie der Mollusken (Wirbellose, Weichtiere), denen auch Schnecken und Austern angehören. Als Cephalopode (Kopffüßler) besitzt er allerdings keine Schale, sondern nur noch ein Überbleibsel im Körper. Dieser Schulp gibt dem Tintenfisch und seiner Muskulatur Halt und man kann ihn oft an Stränden oder in Wellensittich-Käfigen wieder finden.

Als Sepia wird ein Homöopathikum bezeichnet, dessen Gewinnung aus dem Tintenbeutel des Gewöhnlichen Tintenfisches (Sepia officinalis) erfolgt. Dieser ist im Atlantik, im Mittelmeer sowie in der Nordsee beheimatet.

Beschwerden entstehen infolge von…

  • Hormonschwankungen

  • erschlaffendes Gewebe

  • Schuldgefühlen

  • selbstgewählter Isolation

  • Probleme mit der Rolle als Frau und Mutter

  • Erschöpfung

Leitsymptome

  • Gefühl von Schwere und Abwärtsdrängen der Beckenorgane, reflektorisch werden die Beine übereinander geschlagen bzw. gekreuzt

  • Steifheit und Schwere in den Beinen (venöse Stase)

  • Neigung zu gelben Flecken im Gesicht, insbesondere auf dem Nasenrücken in Sattelform

  • Halsbekleidung wird als zu eng empfunden, trägt eher große Ausschnitte

  • Verlangen zu Tanzen

  • Verlangen nach sauren Lebensmitteln

  • Gewebe neigen zur Erschlaffung, Organe zur Absenkung (Prolaps)

  • übelriechende Schweiße, insbesondere unter den Achseln und in den Kniekehlen

  • Neigung zum Frieren

  • Liebt Gewitter (dann bewegt sich etwas, während man sich selbst im Stillstand befindet)

Gemütsymptome

  • traurige Gereiztheit abwechselnd mit Gleichgültigkeit, Apathie

  • unwillkürliches Weinen, weiß nicht warum

  • sarkastische und schneidende Bemerkungen, gefolgt von Reue

  • emotional distanziert zur Familie

  • Abneigung gegen den Ehemann

  • fühlt sich besser wenn sie alleine ist

  • Abneigung gegen Gesellschaft bei gleichzeitiger Angst vor dem völligen Alleinsein

Traditionelle Anwendungsgebiete

Anwendungsmöglichkeiten

Sepia lässt sich mannigfaltig anwenden und eignet sich sowohl für erwachsene Patienten als auch für Kinder und Jugendliche. Als unverzichtbar gilt das Homöopathikum insbesondere für Frauen, was vor allem Probleme in der Gynäkologie betrifft. Sepia entfaltet seine Wirkung aber nicht nur bei körperlichen Leiden, sondern wirkt sich auch positiv auf die Psyche aus. Wichtigste Anwendungsgebiete stellen Reizbarkeit mit Erschöpfung und Depressionen dar. Als bedeutende Angriffspunkte des Körpers gelten Kopf, Haut, Magen-Darm-Trakt, Bewegungsapparat sowie Harn- und Geschlechtsorgane. Zum Einsatz gelangt Sepia hauptsächlich bei Kindern und Jugendlichen, wenngleich nicht unbedingt bei Babys, sowie bei erwachsenen Menschen, aber weniger bei Senioren. Die hormonellen Effekte von Sepia sind sehr ausgeprägt. Zur zentralen Sepia-Idee zählt der Begriff Stase, den der griechische Homöopath Vitoulkhas prägte. Dabei bezog er sich auf einen Zustand, der durch das Neutralisieren von dynamischen Spannungen, von denen sämtliche Organismen belebt werden, zustande kommt. Dieser führt zu einem Anstau auf allen Ebenen wie physische Gewebeschlaffheit, sexuelle und hormonelle Funktionsbeeinträchtigungen sowie geistige Abstumpfung und psychische Trägheit. Bei Kindern macht sich die Stase seelisch in Form von Gleichgültigkeit und physisch durch Verstopfung und Ohnmachtsanfälle bemerkbar. Die lebhaften, aktiven Kinder fühlen sich durch ihre Tagespflichten überlastet und reagieren sensibel auf kritische Äußerungen. Nicht selten zeigen sie sich wütend und reizbar, besitzen jedoch ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl. Oftmals besteht ein Mangel an Lebenswärme. Bei größeren hormonellen Umstellungen wie in der Schwangerschaft kommt es häufig zu Ohnmachtsanfällen. Körperlich präsentieren sich die betroffenen Personen hager und groß. Die Frauen sind meist flachbrüstig und haben schmale Hüften. Im Gesicht kann eine Behaarung vorliegen, die an Hirsutismus (Damenbart) grenzt. Es gibt aber auch beleibte Frauen, die unter starker Erschöpfung leiden. Sie besitzen oft eindrucksvolle, dunkle Augen. Kommt es zu Bewegung, Anstrengung oder Wärme, bessern sich die Beschwerden. Die monatliche Blutung, hormonelle Umstellungen, Druck durch Kleidungsstücke, Kälte, Sitzen oder Stehen können jedoch Verschlechterungen des Beschwerdebilds auslösen.

Modalitäten: Was bessert, was verschlimmert?

Modalitäten sind in der Homöopathie das Zünglein an der Waage bei der Mittelwahl.

↓ Verschlimmerung durch

  • Kälte
  • Vor oder während der Menstruation
  • Hormonelle Umstellungen (Schwangerschaft, Menopause)
  • Sitzen oder Stehen
  • Am Meer

↑ Besserung durch

  • + Kräftige körperliche Bewegung
  • + Wärme
  • + Abends

Beschwerden verschlimmern sich durch…

  • Kälte

  • vor oder während der Menstruation

  • durch Schwangerschaft, Fehlgeburt oder Abtreibung

  • durch häufigen Geschlechtsverkehr (z.B. „Honeymoon-Zystitis“)

  • in der Menopause

  • Flüssigkeitsverlust

  • am Meer

Beschwerden bessern sich durch…

  • kräftige, körperliche Bewegung (manchmal bis zur totalen Erschöpfung)

  • abends

Dosierung & Einnahme

D6D12übliche Potenzen

Dosierung und Einnahme

Für eine Selbsttherapie mit Sepia Globuli empfehlen sich Potenzen zwischen D6 und D12. Sollen Kinder oder schwangere Frauen behandelt werden, ist Rücksprache mit dem Arzt zu empfehlen. Die Dosierung für Babys, die jünger als ein Jahr sind, liegt bei einem Globuli pro Tag. Babys, die über zwei Jahre alt sind, erhalten zwei Kügelchen. Kleinkinder können drei Globuli bekommen. Zur Darreichung wird das Kügelchen sanft in der Wangenausbuchtung platziert. Erwachsene benutzen bei der Gabe der Globuli aus hygienischen Gründen einen Löffel aus Plastik. Anschließend lässt man das Kügelchen langsam im Munde zergehen. Ebenso besteht die Option, die Globuli in Wasser aufzulösen und anschließend als Getränk einzunehmen.

Substanz & Hintergrund

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Die homöopathischen Arzneien gelten als energetische Mittel. Die Grundlage ihrer Wirkung wird durch das Ähnlichkeitsprinzip gebildet. Homöopathika wie die Sepia Globuli wirken dem Immunsystem des Körpers nicht entgegen, sondern helfen ihm, seinen natürlichen Funktionen nachzukommen. Um einen heilenden Effekt zu gewährleisten, wird ein Reiz benötigt, der den therapierenden Beschwerden ähnlich ist. Dadurch ist es möglich, die Selbstheilungskräfte des Organismus zu aktivieren. Dabei hilft die Natur bei der Beseitigung der Beschwerden. Einzige Nebenwirkung der Sepia Globuli kann die vorübergehende Erstverschlimmerung sein. Sie tritt vor allem im Rahmen von Hochpotenzen auf, wird aber von Homöopathen nicht als negativ eingestuft, sondern gilt vielmehr als positives Signal für die Wirkung des Homöopathikums.

Hintergrundinformationen

Bei Sepien handelt es sich um Kopffüßer, die durch ihren weichen Körper eine bestimmte Festigkeit erhalten. Sie sind imstande, ihre Hautfarbe derart zu verändern, dass sie sich ihrem Hintergrund nahezu perfekt anpassen. Erschreckt sich der Tintenfisch, verspritzt er dunkle Farbe. Die überaus beweglichen Sepien sind Einzelgänger, die sich nur während der Paarungszeit miteinander treffen. Dabei kommt es zum Kampf um die Weibchen. Auch die Paarung selbst hat Ähnlichkeit mit einem Kampf. Nach der Paarung sowie der Ablage der Eier sterben beide Eltern, sodass die Jungen allein ausschlüpfen.

Das Mittel steht dann zur Wahl, wenn die Beschwerden des Patienten ein Ausdruck von Stase auf körperlicher und emotionaler Ebene wieder spiegeln. Dies kann sich u.a. durch niedrigen Blutdruck, Antriebslosigkeit, verminderte Blutzirkulation, verringerte Körpertemperatur, oder Niedergeschlagenheit zeigen.

Sepia kommt zur Anwendung bei Schwäche und Erschlaffung der glatten Muskulatur, was zu Funktionsstörungen im Bereich von Darm, Beckenorganen und Gefäßen führen kann. Sepia wird als „Frauenmittel“ bezeichnet, da es sich zur Behandlung von Beschwerden des Hormonsystems und der Fortpflanzungsorgane bewährt hat. Da die Homöopathie aber dem Prinzip der Ähnlichkeit verpflichtet ist, findet das Mittel ebenfalls seine Anwendung zur Behandlung von Männern.

Das homöopathische Mittel wird aus der getrockneten Tinte des Tintenfischs hergestellt.

Es wirkt insbesondere auf…

den venösen Kreislauf (Verdauungstrakt, Pfortadersystem, weibliche Beckenorgane), Nerven, Haut und ist ein linkseitiges Mittel.

…und kann zur Behandlung von folgenden Beschwerden in Frage kommen

  • Morbus-Raynaud (Raynaud-Syndrom)

  • Depression

  • Endometriose

  • Harninkontinenz

  • Organsenkungen (Blase, Uterus)

  • Hirsutismus (männliches Behaarungsmuster bei Frauen)

  • Wechseljahresbeschwerden

  • Regelbeschwerden

  • Migräne, Kopfschmerzen

  • Rückenschmerzen

  • Prämenstruelles Syndrom (PMS)

  • Verstopfung

  • Psoriasis

  • Prostata-Entzündung

  • Schwangerschaftsübelkeit

  • Blasenentzündungen

  • Warzen

  • Krampfadern (Varizen)

Für die Wahl von Sepia officinalis ist das Auftreten der folgenden Symptome wichtig

Substanz

Die Tinte des Tintenfischs enthält eine bestimmte Form von Melaninen (Sepiomelanin), welches für die Pigmentierung von Haut, Haaren und Netzhaut verantwortlich ist und auch in der Leber und den Nebennieren enthalten ist. Eine Überpigmentierung kennen wir von Melanomen und Hautflecken (Chloasmen). Melanine sind allerdings nicht nur für die Pigmentierung zuständig, sie stehen auch in engem Zusammenhang zum neurohormonalen System, u.a. die Produktion von Nebennierenrinden- und Sexualhormonen.

Ähnliche Mittel im Vergleich

Diese Mittel teilen Anwendungsgebiete mit Sepia Officinalis (der gemeine Tintenfisch) – die Leitsymptome entscheiden über die Abgrenzung.

Häufige Fragen zu Sepia Officinalis (der gemeine Tintenfisch)

Wobei wird Sepia Officinalis (der gemeine Tintenfisch) in der Homöopathie traditionell angewendet?

Die homöopathische Tradition ordnet Sepia Officinalis (der gemeine Tintenfisch) vor allem diesen Anwendungsgebieten zu: Wechseljahresbeschwerden, Regelbeschwerden, Prämenstruelles Syndrom (PMS), Schwangerschaftsübelkeit, Kopfschmerzen, Migräne, Blasenentzündung, Harninkontinenz, Verstopfung, Rückenschmerzen, Krampfadern, Warzen, Erschöpfung, Reizbarkeit. Die Mittelwahl richtet sich dabei nach dem individuellen Beschwerdebild. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.

Welche Potenzen von Sepia Officinalis (der gemeine Tintenfisch) sind üblich?

Für Sepia Officinalis (der gemeine Tintenfisch) werden in der Praxis häufig die Potenzen D6, D12 verwendet. Zur Selbstanwendung greifen Anwender traditionell zu niedrigen Potenzen (D6–D12); Hochpotenzen gelten als Sache erfahrener Homöopathen.

Was ist das typische Mittelbild von Sepia Officinalis (der gemeine Tintenfisch)?

Typische Leitsymptome, die die Materia medica Sepia Officinalis (der gemeine Tintenfisch) zuordnet: Gefühl von Schwere und Abwärtsdrängen der Beckenorgane; Steifheit und Schweregefühl in den Beinen; Gelbliche Flecken im Gesicht, sattelförmig über dem Nasenrücken; Neigung zum Frieren und übelriechende Schweiße; Verlangen nach sauren Lebensmitteln und nach Bewegung bzw. Tanzen; Traurige Gereiztheit im Wechsel mit Gleichgültigkeit.