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Ruta Graveolens (Weinraute)Weinraute

Ruta graveolens, die Weinraute, wird in der Homöopathie traditionell bei Überanstrengung und Verletzungen des Bewegungsapparates wie Verstauchungen, Zerrungen und Sehnenbeschwerden eingesetzt. Auch überanstrengte Augen nach langem Lesen oder Bildschirmarbeit zählen zu den traditionellen Anwendungsgebieten.

Botanische Illustration von Ruta Graveolens (Weinraute) (Weinraute) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli
Ruta Graveolens (Weinraute) – Weinraute: Ausgangs­substanz der homöopathischen Zubereitung

VerstauchungenZerrungenPrellungen und BlutergüsseSehnenscheidenentzündungÜberbeinAugenschmerzenKopfschmerzenNackenverspannungenRheumaMuskelschmerzenGelenkschmerzenErschöpfung

ELEva Landefeld· HeilpraktikerinVeröffentlicht März 2017 · Überarbeitet Juli 2026

Mittelbild & Leitsymptome

  • Überanstrengung der Augen mit Rötung, Brennen, Kopfschmerzen und Nackenverspannung
  • Schmerzen an Sehnen und Gelenken nach Verrenkung oder Verstauchung
  • Gefühl, wie zerschlagen zu sein
  • Schmerzen im ganzen Körper, als wäre man tief gefallen oder geschlagen worden
  • Überanstrengung des Handgelenks

Die Weinraute ist eine Pflanze aus der Familie der Rautengewächse (=Ruta) und gehört zu den Gewürz-Pflanzen bzw. zu den pflanzlichen Heilmitteln. Heute wird sie jedoch fast nur noch Zierpflanze gezüchtet.

Symptome

  • der Patient leidet an Überanstrengung des Handgelenks

  • der Patient hat sich verrenkt

  • der Patient leidet unter Sehnenschmerzen

  • der Patient hat Verstauchungen

  • der Patient leidet unter einer Sehnen-Zerrung

  • der Patient hat eine Sehnenscheidenentzündung

  • der Patient hat ein Überbein

  • der Patient leidet unter Rheuma

  • der Patient leidet unter Überanstrengung der Augen (mit Kopfschmerzen, roten brennenden Augen, und Nacken-Verspannung)

  • der Patient fühlt sich überanstrengt und wie zerschlagen

  • der Patient hat Schmerzen im ganzen Körper (am Torso, in den Gliedern, den Muskeln und den Gelenken) Die Schmerzen fühlen sich an, als wäre man tief gefallen oder geschlagen worden) worden.

Traditionelle Anwendungsgebiete

Anwendungsmöglichkeiten

Das Homöopathikum Ruta kann bei verschiedenen Ermüdungs- und Verletzungserscheinungen hilfreich sein. In erster Linie wird es bei Augenbeschwerden wie Rötungen oder unscharfem Sehen angewendet, welche durch Überanstrengung, beispielsweise durch langes Lesen bei schlechtem Licht oder durch andauerndes Arbeiten am Bildschirm, auftreten. Derartige Beschwerden werden nicht selten von latenten Kopf- und Nackenschmerzen begleitet. Weitere Möglichkeiten der Anwendung der Globuli Ruta bestehen bei rheumatischen Beschwerden oder Verstauchungen, Prellungen, Muskel- oder Gelenkschmerzen, die oftmals mit einer allgemeinen Erschöpfung und Unruhe, manchmal sogar mit Lähmungserscheinungen einzelner Gelenke einhergehen. Ein drittes Anwendungsgebiet ist der sogenannte Prolaps – ein Heraus- bzw. Hervordrängen des Enddarms während des Stuhlgangs. Die Beschwerden können plötzlich auftreten oder zeitweise bei Frauen nach der Entbindung auftauchen. Die Globuli Ruta versprechen bei korrekter Anwendungsweise eine schnelle Linderung aller genannten Symptome.

Verwendungsgebiete von Ruta graveolens

  • Augenüberanstrengung

  • Menstruationsbeschwerden die auf psychische Belastung zurückzuführen sind

  • Reizhusten

  • Verstauchung

  • Mastdarmprolaps

  • Gelenksbeschwerden - Wie zerschlagen, überanstrengt oder verrenkt

  • Knochenbrüche

  • Augenschmerzen

  • Folgen von Quetschungen

  • Quetschungen der Augen

  • Geburtsbegleitung

  • Tennis-Arm / Tennis-Ellbogen

  • Räusperzwang

  • Nackenschmerzen

  • Netzhautblutungen

  • Sehnenverletzungen

  • Kehlkopfentzündung

  • Prellungen, Quetschungen

  • Schmerzen und Steifheit gerissener Muskeln

  • Venenerkrankungen

  • Nervöse Stasen

  • Entzündungshemmend

  • Stark schmerzhafte Leiden der Knochen und Muskeln

  • Verletzungen - Sehnen, Bänder, Knochenhaut

  • Rückenschmerzen

  • Krampfadern

  • Knochenprellungen

  • Halsentzündung

  • Sehnenscheidenentzündung

  • Ischias

  • Schienbeinprellung

  • Schleimbeutelentzündung (besser bei Kälte)

  • akute rheumatische Beschwerden

  • Depressionen

  • Kopfschmerz

  • Spannungsgefühle im Magen die sich durch Milch verbessern

  • Hexenschuss

  • Husten

  • Gelenkentzündung

  • Knochenhautentzündung

  • Schwäche der Gelenke

  • Sehschwäche

  • Muskelrheuma

  • Kitzelhusten

  • Überanstrengte Augen

  • Sehnenzerrung

  • Muskeln

  • Venen

  • Krampflösend

  • Knochen und Knochenhaut verletzt

  • Verstauchungen, Verletzungen, Verrenkungen

Modalitäten: Was bessert, was verschlimmert?

Modalitäten sind in der Homöopathie das Zünglein an der Waage bei der Mittelwahl.

↓ Verschlimmerung durch

  • Liegen
  • Sitzen
  • Anstrengung der Augen
  • regnerisches Wetter
  • Kälte und Nässe

↑ Besserung durch

  • + Bewegung
  • + Liegen auf dem Rücken
  • + Reiben
  • + Wärme

Verbesserung bei

  • Bewegung

  • Liegen auf dem Rücken

  • Reiben

  • Wärme

Verschlimmerung bei

  • Beim Liegen

  • Sitzen

  • Anstrengung der Augen

  • Regnerisches Wetter

  • Kälte und Nässe

  • Anstrengung

Dosierung & Einnahme

D6D12übliche Potenzen

Dosierung und Einnahme

Je nach Beschwerdebild kommen die Potenzen D6 – D12 in Frage. Säuglinge erhalten bei Bedarf bis zu dreimal täglich jeweils 1 Kügelchen, Kleinkinder bis 3 Jahre erhalten 2 Kügelchen und ältere Kinder und Erwachsene 3 Kügelchen. Erwachsene und Kinder legen die Globuli unter die Zunge oder in die Wangentasche, wo sie sich auflösen. Sie sollten nicht gekaut werden. Bei Säuglingen können die Globuli in Wasser aufgelöst und mit einem Löffel, einer Pipette oder durch eine Trinkflasche verabreicht werden. Um eine optimale Aufnahme der wirksamen Substanzen zu gewährleisten, sollte man mindestens 15 Minuten vor der Einnahme keine Speisen oder Getränke zu sich nehmen. Die Behandlungsdauer richtet sich ebenfalls nach Auftreten und Intensität der Beschwerden. Nach einer üblicherweise auftretenden Erstverschlechterung der Symptome sollte bald darauf eine Besserung festzustellen sein. Nach dem Abklingen der Symptome sollte die Einnahme beendet werden, da ansonsten eine Spätverschlimmerung droht. Sollte diese Spätreaktion eintreten, sollte sie nicht behandelt werden sondern verschwindet nach spätestens drei bis vier Wochen nach Absetzen des Mittels von selbst.

Substanz & Hintergrund

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Da bei allen homöopathischen Mitteln in der Regel keinerlei Nebenwirkungen zu erwarten sind, sind auch die Globuli Ruta für alle Altersklassen und sogar stillende oder schwangere Frauen geeignet. Trotzdem sollte vor allem bei der Anwendung von Hochpotenzen entweder ein fachkundiger Arzt, Homöopath oder eine Hebamme konsultiert werden. Generell sollte man nicht mehr als ein homöopathisches Mittel zur gleichen Zeit einnehmen. Globuli und andere Homöopathika sind nicht als Ersatz für verschreibungspflichtige schulmedizinische Medikamente anzusehen, sondern allenfalls als sinnvolle Ergänzung der Therapie. Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden. Vor allem bei den hochpotenzierten Homöopathika kann es nach der ersten Einnahme zu einer Verschlimmerung der Symptome kommen. Dies wird als positive Rückantwort des Körpers auf die Medikation gewertet. Wenn die Beschwerden über mehrere Tage hinweg weiter zunehmen, sollte die homöopathische Behandlung abgebrochen und ein Mediziner hinzugezogen werden.

Hintergrundinformationen

Der Wirkungsstoff der Globuli Ruta wird aus der giftigen Ruta graveolens gewonnen, einer vor allem in Südwesteuropa und Nordamerika vorkommenden Strauchpflanze, die bis zu 50 cm hoch wächst. Weitere Bezeichnungen der Ruta graveolens sind Gartenraute, Wein- und Augenraute. Die Weinraute blüht im frühen Sommer und die Blüten haben einen sehr starken und herben Duft. Die Heilwirkung ist dabei schon seit langer Zeit bekannt. Bereits im 8. Jahrhundert vor Christi wurde das Heilkraut in Klöstern angebaut und zur Behandlung von Sehschwäche, Schwindel, Epilepsie und Bluthochdruck eingesetzt. Aufgrund des starken Geruchs wurde es wirkungsvoll zur Abschreckung von Flöhen und Läusen verwendet. Auch heute noch wird es oft in Anspruch genommen. So erfolgt auch heutzutage oftmals ein Anbau in Kräutergärten, um die Pflanze auf Vorrat zu haben. Der Wirkstoff wird dann aus dem Kraut extrahiert. Vor allem die enthaltenen ätherischen Öle und weitere krampflösende Inhaltsstoffe sorgen für die beruhigende und regenerative Wirkung.In der Homöopathie wird sie oft gegen Verletzungen der Knochen und bei Prellungen angewandt. Genau so wie Rhus ist Ruta graveolens ein Heilmittel, das man gegen Sportverletzungen einsetzen kann. Auch nach Unfällen ist Ruta sehr empfehlenswert, wenn ein mögliches Schleudertrauma nicht auszuschließbar ist. Sie ist DAS Mittel (auch im Notfall) bei Verletzungen an der Knochenhaut, den Sehnen, bei Prellungen, Quetschungen und/oder Verrenkungen.

Der Betroffene leiden oft an einem Lähmungs-Gefühl im Körper und neigt zu Unruhe. Ebenfalls typisch ist, dass abends ein Angst-Gefühl auftreten kann, das bis hin zur Panik führen kann. Die Patienten sind häufig unzufrieden mit sich selbst, sind Streit-süchtig, ängstlich und/oder verzweifelt. Sie neigen zu Depressionen und weinen oft.

Ähnliche Mittel im Vergleich

Diese Mittel teilen Anwendungsgebiete mit Ruta Graveolens (Weinraute) – die Leitsymptome entscheiden über die Abgrenzung.

Häufige Fragen zu Ruta Graveolens (Weinraute)

Wobei wird Ruta Graveolens (Weinraute) in der Homöopathie traditionell angewendet?

Die homöopathische Tradition ordnet Ruta Graveolens (Weinraute) vor allem diesen Anwendungsgebieten zu: Verstauchungen, Zerrungen, Prellungen, Sehnenscheidenentzündung, Sehnenschmerzen, Überbein, Augenüberanstrengung, Kopfschmerzen, Nackenverspannungen, Rheumatische Beschwerden, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Erschöpfung. Die Mittelwahl richtet sich dabei nach dem individuellen Beschwerdebild. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.

Welche Potenzen von Ruta Graveolens (Weinraute) sind üblich?

Für Ruta Graveolens (Weinraute) werden in der Praxis häufig die Potenzen D6, D12 verwendet. Zur Selbstanwendung greifen Anwender traditionell zu niedrigen Potenzen (D6–D12); Hochpotenzen gelten als Sache erfahrener Homöopathen.

Was ist das typische Mittelbild von Ruta Graveolens (Weinraute)?

Typische Leitsymptome, die die Materia medica Ruta Graveolens (Weinraute) zuordnet: Überanstrengung der Augen mit Rötung, Brennen, Kopfschmerzen und Nackenverspannung; Schmerzen an Sehnen und Gelenken nach Verrenkung oder Verstauchung; Gefühl, wie zerschlagen zu sein; Schmerzen im ganzen Körper, als wäre man tief gefallen oder geschlagen worden; Überanstrengung des Handgelenks.