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Mercurius SolubilisQuecksilber

Mercurius Solubilis wird in der Homöopathie traditionell bei eitrigen Entzündungen im Mund- und Rachenraum, bei Halsschmerzen und Zahnbeschwerden mit üblem Mundgeruch eingesetzt. Homöopathen ordnen dem Mittel eine Wirkung auf viele Organe wie Haut, Schleimhäute, Knochen und Drüsen zu.

Mineralogische Illustration von Mercurius Solubilis (Quecksilber) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli
Mercurius Solubilis – Quecksilber: Ausgangs­substanz der homöopathischen Zubereitung

HalsschmerzenMandelentzündungNasennebenhöhlenentzündungZahnfleischentzündungZahnschmerzenMundgeruchGeschwüreFurunkel und AbszesseErkältungSchleimhautentzündungenÜbermäßiges Schwitzen

ELEva Landefeld· HeilpraktikerinVeröffentlicht August 2017 · Überarbeitet Juli 2026

Mittelbild & Leitsymptome

  • Übler Mundgeruch mit metallischem Geschmack
  • Starker Speichelfluss, besonders nachts
  • Geschwollene, belegte Zunge mit Zahneindrücken
  • Schlecht heilende, eitrige und riechende Geschwüre
  • Starker Durst
  • Verträgt weder Hitze noch Kälte

Mercurius solubilis (zu deutsch Quecksilber) ist für Patienten geeignet, die überempfindlich, unruhig und häufig in Eile sind.

Außerdem sind sie impulsiv und aufbrausend, dabei wirken sie auch oft arrogant. Zu einem späteren Zeitpunkt können sie dann verschlossen und kontaktscheu, ja sogar mißtrauisch werden. Mercurius solubilis Globuli passen zu Menschen, die häufig eine blasse, glatte Haut haben, dünnes Haar und eine schmale Nase. Sie sind oftmals recht ordnungsliebend, aber unsicher in Ihrem Verhalten und wirken häufig gleichgültig oder arrogant (sie versuchen ihre Emotionen zu verbergen).

Symptome

  • der Patient hat einen üblen Mundgeruch

  • der Patient schmeckt einen metallischen Geschmack im Mund

  • der Patient hat eine geschwollene Zunge (die sehr feucht, oft gelblich und geschwollen ist)

  • der Patient verspürt einen starken Durst

  • der Patient leidet an Geschwüren auf der Zunge, im Mund und/oder Rachen

  • der Patient leidet an schlecht heilenden, eitrigen und riechenden Geschwüren

  • der Patient leidet unter Schmerzen an den Zahnwurzeln (hauptsächlich Nachts)

  • der Patient hat zitternde Hände

  • der Patient hat grünlich-schleimige und blutigen Absonderungen (z.B. am Ohr, aus dem Darm, im Rachen und aus der Nase)

  • der Patient hat oft ölig-feuchte Haut (manchmal schlecht riechend)

  • der Patient verträgt weder Hitze noch Kälte

  • der Patient leidet an akuten/chronischen Entzündungen der Schleimhäute

  • der Patient neigt zu oberflächlicher Geschwür-Bildung und Eiterungen

  • der Patient leidet an Entzündungen oder Schmerzen der Knochen und schneller körperlicher und/oder geistiger Ermüdung

  • der Patient ist introvertiert und verschlossen

  • der Patient rastlos

  • der Patient leidet unter starker Speichelbildung (besonders Nachts)

Traditionelle Anwendungsgebiete

Anwendungsmöglichkeiten

Historisch kommt Mercurius bei Syphiliskranken zum Tragen. Bei Erkältungen oder entzündeten Schleimhäuten eignet es sich vor allem, wenn diese mit eklig riechenden Absonderungen einhergehen. Bei Quecksilbervergiftungen zeigen sich in vielen Fällen absterbende Gewebeteile, die ebenso bei Syphilispatienten zu sehen sind. Aufgrund des Arzneimittelbildes eignet sich Mercurius bei Kranken, die öfters an schleimigen Hautverletzungen oder Geschwüren leiden. Der charakteristische Mercuriuspatient ist wankelmütig und unentschlossen. Gleichzeitig ist er schüchtern und nach innen gewandt. Gegenüber seinem Umfeld zeigt er Misstrauen und wirkt gehemmt. Als stark eingestuftes Homöopathikum wirkt Mercurius an ausgesprochen vielen Organen. Das gilt beispielsweise für Knochen, Haut, Schleimhäute und Drüsen. Für Erkrankungen in diesen Regionen eignet es sich vorzugsweise. Mercurius solubilis kommt für alle Altersgruppen infrage.

Eitrige Geschwüre Häufig ist der Eiter grünlich gefärbt. Bei Abszessen an der Zahnwurzel ist der Mundgeruch auffällig und teils stark. Im Mund sollte kein Amalgam vorhanden sein.

Halsschmerzen Eitrige Halsentzündungen sind mit Schmerzen verbunden. Der Mundgeruch ist stark übel riechend. Es besteht ein deutlicher Speichelfluss und im Hals ein Wundgefühl. Die Zunge ist geschwollen und belegt, der Rachen dunkelrot gefärbt und trocken. Bei eitrig entzündeten Mandeln ist das Mittel ebenfalls gut geeignet.

Schweiß und Körpergeruch Der Schweiß ist stark, er fühlt sich ölig an und riecht süßlich. Oft besteht zusätzlich auffälliger Mundgeruch und die Patienten sind deutlich kälteempfindlich.

Mundgeruch und schlechter Geschmack Der Mundgeruch ist penetrant, bei vielen begleitet von einem metallischen Geschmack im Mund. Häufig besteht zugleich ein starker Speichelfluss. In vielen Fällen ist das Zahnfleisch entzündet mit gleichzeitig geschwollener und belegter Zunge.

Entzündung der Nasennebenhöhlen Das Nasensekret ist eitrig-grünlich, brennt und riecht stark unangenehm. Die Nasenöffnungen sind wund. Häufig tritt Nachtschweiß auf, die Zunge ist dick belegt und zeigt Zahneindrücke. Zusätzlich herrscht unangenehmer Speichelfluss.

Zahnbeschwerden Die Zahnwurzeln sind entzündet, das Zahnfleisch blutet und weist Geschwüre auf. Der Mundgeruch ist übel, die Zunge geschwollen, schleimig belegt und zeigt Zahnabdrücke. Begleitend besteht starke Speichelbildung.

Verwendungsgebiete von Mercurius Solubilis Globuli

  • Schleimhautentzündung (besonders Mund und Rachen)

  • Schnupfen

  • Lymphknotenschwellung

  • Grippe (mit Schnupfen)

  • Zittern der Glieder Rückenmarkserkrankungen

  • Mandelentzündung

  • Kinder - Fieberkrämpfe

  • Nerven- und Gelenkschmerzen durch Zeckenbiss

  • Gallenblasenentzündung

  • Menstruationsbeschwerden

  • Kinder - Hals- und Mandelentzündung

  • Neuralgien

  • Syphilis weicher Schanker

  • Bindehautentzündung

  • Brustentzündung (Eiter-Stadium)

  • Lidrandentzündung (eitriges Sekret)

  • Fieber

  • Mundgeruch

  • Juckreiz

  • Drüsenentzündungen

  • Zahnschmerzen

  • Entzündungen des Magen-Darm-Trakts

  • Krampfhusten,

  • Scharlach eitrige Halsentzündung große belegte Zunge,

  • Pickel / Akne

  • akute Blasenkrämpfe

  • Kinder - Heimweh

  • Zahnfleischentzündung in der Schwangerschaft

  • Kälteempfindlichkeit

  • Schluckauf

  • Schleimhautentzündungen der Atemwege

  • Gürtelrose

  • Furunkel (mit Eiterbildung)

  • Windpocken

  • Zahnschmerzen (akut eitrig entzündet Pulsierend Nachts)

  • Nierenentzündung

  • Eitrige Mandelentzündungen

  • Hitzeempfindlichkeit

  • Schlafstörungen

  • Magen-Darmbeschwerden

  • Halsschmerzen mit Drüsenschwellung belegte Zunge

  • Prostatabeschwerden

  • Mumps Schwellung Speichelfluss

  • Angina mit Eiterbildung

  • Oberbauchschmerzen

  • Schmerzhafte blutige Durchfälle

  • Frauen - Ausfluss - Weißfluß

  • Ohrschmerzen (mit Absonderung)

  • Fieberbläschen

  • Bronchitis akute Fieber im Wechsel mit Schüttelfrost

  • Entzündungen der Harnwege

  • Allgemeine Hauterkrankungen, Hautausschlag

  • Geschwüre,

  • Schwerhörigkeit (durch geschwollenen Mandeln)

  • Mittelohrentzündung (chronisch Ohren verstopft Rauschen)

  • Nervenschmerzen der Zähne (durch Amalgamfüllungen - Nachts)

  • Eierstockentzündung (besser durch Kälte)

  • Abszess - Mundgeschwüre

  • Scharlach

  • Eiterung (eitrige und schmierige Beläge)

  • Entzündungen der Geschlechtsorgane

  • Leberentzündungen

Modalitäten: Was bessert, was verschlimmert?

Modalitäten sind in der Homöopathie das Zünglein an der Waage bei der Mittelwahl.

↓ Verschlimmerung durch

  • Bettwärme
  • In der Nacht
  • Schwankende Temperaturen
  • Nässe und feuchtes Wetter
  • Hitze und warme Räume

↑ Besserung durch

  • + Ruhe und Bettruhe
  • + Gemäßigte, gleichmäßige Temperatur

Verbesserung bei

  • Ruhe (Bettruhe)

  • gemäßigte, gleichmäßige Temperatur

Verschlimmerung bei

  • bei schwankende Temperaturen

  • Bettwärme

  • in warmen Räumen

  • Liegen auf der schmerzhaften Seite (oft rechts )

  • Nässe / feuchtes Wetter

  • Hitze

  • Sekret-Verlust / Schwitzen

  • In der Nacht

Dosierung & Einnahme

D6D12übliche Potenzen

Dosierung und Einnahme

Für die Selbstbehandlung eignen sich die Potenzen D6 und D12. Die Dosierung beträgt fünf Globuli täglich. Bei Entzündungen im Mund und Rachen lassen sich die Globuli, aufgelöst in Wasser, schluckweise trinken. Dabei sollte man das Gemisch kurze Zeit im Mund belassen und erst anschließend schlucken. Bei Schwangeren und Kindern empfiehlt sich grundsätzlich, die Behandlung mit einem Arzt oder eine Hebamme abzusprechen. Säuglinge bis zu zwölf Monaten erhalten ein Kügelchen, Kleinkinder im zweiten und dritten Lebensjahr bekommen zwei, größere Kinder drei Globuli. Bei Säuglingen und Babys legt man die Globuli in die Wangentasche.

Substanz & Hintergrund

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Ein anderer Begriff für homöopathische Wirkstoffe ist „energetische Arzneien“. Ihre Wirkung beruht auf dem Ähnlichkeitsprinzip und unterscheidet sich zum Teil grundlegend von der Schulmedizin. Diese versucht hauptsächlich, auf das Immunsystem einzuwirken. Ziel der Homöopathie ist es stattdessen, den Körper bei seiner natürlichen Abwehr der Erkrankung zu unterstützen. Dazu setzt das Mittel einen Reiz, der der vorhandenen Beschwerde ähnlich ist. Angestrebt ist, die Selbstheilungskräfte zu aktivieren, um auf diese Weise die Störungen zu lindern und zu neutralisieren. Eine erhebliche Rolle für die Wahl des Mittels spielt darüber hinaus der Erkrankte als Person mit seinen individuellen Eigenheiten und Verhaltensweisen. Dieser ganzheitliche Ansatz hilft dem Patienten, gleichzeitig an Körper und Seele zu genesen. Globuli gelten als nahezu frei von Nebenwirkungen. Gelegentlich kommt es vor, dass sich die Beschwerden nach der ersten Einnahme kurzfristig verstärken. Diese homöopathische „Erstverschlimmerung“ geht der Heilung voran und ist als günstiges Zeichen zu werten. Ist der Patient beschwerdefrei, kann er die Globulieinnahme beenden.

Hintergrundinformationen

In der Medizin kam Quecksilber traditionell lange Zeit als Therapeutikum zum Einsatz. Dabei führten die schweren Nebenwirkungen häufiger zum Tod. Gegen die Syphilis gelangte es bereits zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges in Gebrauch. Es galt lange als die einzige Möglichkeit der Behandlung, trotz der in vielen Fällen tödlichen Folgen. Erst durch die Homöopathie von Hahnemann gelang es, die Giftigkeit des Quecksilbers zu vermeiden.

Ähnliche Mittel im Vergleich

Diese Mittel teilen Anwendungsgebiete mit Mercurius Solubilis – die Leitsymptome entscheiden über die Abgrenzung.

Häufige Fragen zu Mercurius Solubilis

Wobei wird Mercurius Solubilis in der Homöopathie traditionell angewendet?

Die homöopathische Tradition ordnet Mercurius Solubilis vor allem diesen Anwendungsgebieten zu: Halsschmerzen, Mandelentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung, Zahnfleischentzündung, Zahnschmerzen, Mundgeruch, Eitrige Geschwüre, Abszesse, Erkältung, Schleimhautentzündungen, Starkes Schwitzen. Die Mittelwahl richtet sich dabei nach dem individuellen Beschwerdebild. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.

Welche Potenzen von Mercurius Solubilis sind üblich?

Für Mercurius Solubilis werden in der Praxis häufig die Potenzen D6, D12 verwendet. Zur Selbstanwendung greifen Anwender traditionell zu niedrigen Potenzen (D6–D12); Hochpotenzen gelten als Sache erfahrener Homöopathen.

Was ist das typische Mittelbild von Mercurius Solubilis?

Typische Leitsymptome, die die Materia medica Mercurius Solubilis zuordnet: Übler Mundgeruch mit metallischem Geschmack; Starker Speichelfluss, besonders nachts; Geschwollene, belegte Zunge mit Zahneindrücken; Schlecht heilende, eitrige und riechende Geschwüre; Starker Durst; Verträgt weder Hitze noch Kälte.