Mittelbild & Leitsymptome
- Übler Mundgeruch mit metallischem Geschmack
- Starker Speichelfluss, besonders nachts
- Geschwollene, belegte Zunge mit Zahneindrücken
- Schlecht heilende, eitrige und riechende Geschwüre
- Starker Durst
- Verträgt weder Hitze noch Kälte
Mercurius solubilis (zu deutsch Quecksilber) ist für Patienten geeignet, die überempfindlich, unruhig und häufig in Eile sind.
Außerdem sind sie impulsiv und aufbrausend, dabei wirken sie auch oft arrogant. Zu einem späteren Zeitpunkt können sie dann verschlossen und kontaktscheu, ja sogar mißtrauisch werden. Mercurius solubilis Globuli passen zu Menschen, die häufig eine blasse, glatte Haut haben, dünnes Haar und eine schmale Nase. Sie sind oftmals recht ordnungsliebend, aber unsicher in Ihrem Verhalten und wirken häufig gleichgültig oder arrogant (sie versuchen ihre Emotionen zu verbergen).
Symptome
der Patient hat einen üblen Mundgeruch
der Patient schmeckt einen metallischen Geschmack im Mund
der Patient hat eine geschwollene Zunge (die sehr feucht, oft gelblich und geschwollen ist)
der Patient verspürt einen starken Durst
der Patient leidet an Geschwüren auf der Zunge, im Mund und/oder Rachen
der Patient leidet an schlecht heilenden, eitrigen und riechenden Geschwüren
der Patient leidet unter Schmerzen an den Zahnwurzeln (hauptsächlich Nachts)
der Patient hat zitternde Hände
der Patient hat grünlich-schleimige und blutigen Absonderungen (z.B. am Ohr, aus dem Darm, im Rachen und aus der Nase)
der Patient hat oft ölig-feuchte Haut (manchmal schlecht riechend)
der Patient verträgt weder Hitze noch Kälte
der Patient leidet an akuten/chronischen Entzündungen der Schleimhäute
der Patient neigt zu oberflächlicher Geschwür-Bildung und Eiterungen
der Patient leidet an Entzündungen oder Schmerzen der Knochen und schneller körperlicher und/oder geistiger Ermüdung
der Patient ist introvertiert und verschlossen
der Patient rastlos
der Patient leidet unter starker Speichelbildung (besonders Nachts)
Traditionelle Anwendungsgebiete
Anwendungsmöglichkeiten
Historisch kommt Mercurius bei Syphiliskranken zum Tragen. Bei Erkältungen oder entzündeten Schleimhäuten eignet es sich vor allem, wenn diese mit eklig riechenden Absonderungen einhergehen. Bei Quecksilbervergiftungen zeigen sich in vielen Fällen absterbende Gewebeteile, die ebenso bei Syphilispatienten zu sehen sind. Aufgrund des Arzneimittelbildes eignet sich Mercurius bei Kranken, die öfters an schleimigen Hautverletzungen oder Geschwüren leiden. Der charakteristische Mercuriuspatient ist wankelmütig und unentschlossen. Gleichzeitig ist er schüchtern und nach innen gewandt. Gegenüber seinem Umfeld zeigt er Misstrauen und wirkt gehemmt. Als stark eingestuftes Homöopathikum wirkt Mercurius an ausgesprochen vielen Organen. Das gilt beispielsweise für Knochen, Haut, Schleimhäute und Drüsen. Für Erkrankungen in diesen Regionen eignet es sich vorzugsweise. Mercurius solubilis kommt für alle Altersgruppen infrage.
Eitrige Geschwüre Häufig ist der Eiter grünlich gefärbt. Bei Abszessen an der Zahnwurzel ist der Mundgeruch auffällig und teils stark. Im Mund sollte kein Amalgam vorhanden sein.
Halsschmerzen Eitrige Halsentzündungen sind mit Schmerzen verbunden. Der Mundgeruch ist stark übel riechend. Es besteht ein deutlicher Speichelfluss und im Hals ein Wundgefühl. Die Zunge ist geschwollen und belegt, der Rachen dunkelrot gefärbt und trocken. Bei eitrig entzündeten Mandeln ist das Mittel ebenfalls gut geeignet.
Schweiß und Körpergeruch Der Schweiß ist stark, er fühlt sich ölig an und riecht süßlich. Oft besteht zusätzlich auffälliger Mundgeruch und die Patienten sind deutlich kälteempfindlich.
Mundgeruch und schlechter Geschmack Der Mundgeruch ist penetrant, bei vielen begleitet von einem metallischen Geschmack im Mund. Häufig besteht zugleich ein starker Speichelfluss. In vielen Fällen ist das Zahnfleisch entzündet mit gleichzeitig geschwollener und belegter Zunge.
Entzündung der Nasennebenhöhlen Das Nasensekret ist eitrig-grünlich, brennt und riecht stark unangenehm. Die Nasenöffnungen sind wund. Häufig tritt Nachtschweiß auf, die Zunge ist dick belegt und zeigt Zahneindrücke. Zusätzlich herrscht unangenehmer Speichelfluss.
Zahnbeschwerden Die Zahnwurzeln sind entzündet, das Zahnfleisch blutet und weist Geschwüre auf. Der Mundgeruch ist übel, die Zunge geschwollen, schleimig belegt und zeigt Zahnabdrücke. Begleitend besteht starke Speichelbildung.
Verwendungsgebiete von Mercurius Solubilis Globuli
Schleimhautentzündung (besonders Mund und Rachen)
Schnupfen
Lymphknotenschwellung
Grippe (mit Schnupfen)
Zittern der Glieder Rückenmarkserkrankungen
Mandelentzündung
Kinder - Fieberkrämpfe
Nerven- und Gelenkschmerzen durch Zeckenbiss
Gallenblasenentzündung
Menstruationsbeschwerden
Kinder - Hals- und Mandelentzündung
Neuralgien
Syphilis weicher Schanker
Bindehautentzündung
Brustentzündung (Eiter-Stadium)
Lidrandentzündung (eitriges Sekret)
Fieber
Mundgeruch
Juckreiz
Drüsenentzündungen
Zahnschmerzen
Entzündungen des Magen-Darm-Trakts
Krampfhusten,
Scharlach eitrige Halsentzündung große belegte Zunge,
Pickel / Akne
akute Blasenkrämpfe
Kinder - Heimweh
Zahnfleischentzündung in der Schwangerschaft
Kälteempfindlichkeit
Schluckauf
Schleimhautentzündungen der Atemwege
Gürtelrose
Furunkel (mit Eiterbildung)
Windpocken
Zahnschmerzen (akut eitrig entzündet Pulsierend Nachts)
Nierenentzündung
Eitrige Mandelentzündungen
Hitzeempfindlichkeit
Schlafstörungen
Magen-Darmbeschwerden
Halsschmerzen mit Drüsenschwellung belegte Zunge
Prostatabeschwerden
Mumps Schwellung Speichelfluss
Angina mit Eiterbildung
Oberbauchschmerzen
Schmerzhafte blutige Durchfälle
Frauen - Ausfluss - Weißfluß
Ohrschmerzen (mit Absonderung)
Fieberbläschen
Bronchitis akute Fieber im Wechsel mit Schüttelfrost
Entzündungen der Harnwege
Allgemeine Hauterkrankungen, Hautausschlag
Geschwüre,
Schwerhörigkeit (durch geschwollenen Mandeln)
Mittelohrentzündung (chronisch Ohren verstopft Rauschen)
Nervenschmerzen der Zähne (durch Amalgamfüllungen - Nachts)
Eierstockentzündung (besser durch Kälte)
Abszess - Mundgeschwüre
Scharlach
Eiterung (eitrige und schmierige Beläge)
Entzündungen der Geschlechtsorgane
Leberentzündungen
Modalitäten: Was bessert, was verschlimmert?
Modalitäten sind in der Homöopathie das Zünglein an der Waage bei der Mittelwahl.
↓ Verschlimmerung durch
- – Bettwärme
- – In der Nacht
- – Schwankende Temperaturen
- – Nässe und feuchtes Wetter
- – Hitze und warme Räume
↑ Besserung durch
- + Ruhe und Bettruhe
- + Gemäßigte, gleichmäßige Temperatur
Verbesserung bei
Ruhe (Bettruhe)
gemäßigte, gleichmäßige Temperatur
Verschlimmerung bei
bei schwankende Temperaturen
Bettwärme
in warmen Räumen
Liegen auf der schmerzhaften Seite (oft rechts )
Nässe / feuchtes Wetter
Hitze
Sekret-Verlust / Schwitzen
In der Nacht
Dosierung & Einnahme
D6D12übliche Potenzen
Dosierung und Einnahme
Für die Selbstbehandlung eignen sich die Potenzen D6 und D12. Die Dosierung beträgt fünf Globuli täglich. Bei Entzündungen im Mund und Rachen lassen sich die Globuli, aufgelöst in Wasser, schluckweise trinken. Dabei sollte man das Gemisch kurze Zeit im Mund belassen und erst anschließend schlucken. Bei Schwangeren und Kindern empfiehlt sich grundsätzlich, die Behandlung mit einem Arzt oder eine Hebamme abzusprechen. Säuglinge bis zu zwölf Monaten erhalten ein Kügelchen, Kleinkinder im zweiten und dritten Lebensjahr bekommen zwei, größere Kinder drei Globuli. Bei Säuglingen und Babys legt man die Globuli in die Wangentasche.
Substanz & Hintergrund
Wirkungsweise und Nebenwirkungen
Ein anderer Begriff für homöopathische Wirkstoffe ist „energetische Arzneien“. Ihre Wirkung beruht auf dem Ähnlichkeitsprinzip und unterscheidet sich zum Teil grundlegend von der Schulmedizin. Diese versucht hauptsächlich, auf das Immunsystem einzuwirken. Ziel der Homöopathie ist es stattdessen, den Körper bei seiner natürlichen Abwehr der Erkrankung zu unterstützen. Dazu setzt das Mittel einen Reiz, der der vorhandenen Beschwerde ähnlich ist. Angestrebt ist, die Selbstheilungskräfte zu aktivieren, um auf diese Weise die Störungen zu lindern und zu neutralisieren. Eine erhebliche Rolle für die Wahl des Mittels spielt darüber hinaus der Erkrankte als Person mit seinen individuellen Eigenheiten und Verhaltensweisen. Dieser ganzheitliche Ansatz hilft dem Patienten, gleichzeitig an Körper und Seele zu genesen. Globuli gelten als nahezu frei von Nebenwirkungen. Gelegentlich kommt es vor, dass sich die Beschwerden nach der ersten Einnahme kurzfristig verstärken. Diese homöopathische „Erstverschlimmerung“ geht der Heilung voran und ist als günstiges Zeichen zu werten. Ist der Patient beschwerdefrei, kann er die Globulieinnahme beenden.
Hintergrundinformationen
In der Medizin kam Quecksilber traditionell lange Zeit als Therapeutikum zum Einsatz. Dabei führten die schweren Nebenwirkungen häufiger zum Tod. Gegen die Syphilis gelangte es bereits zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges in Gebrauch. Es galt lange als die einzige Möglichkeit der Behandlung, trotz der in vielen Fällen tödlichen Folgen. Erst durch die Homöopathie von Hahnemann gelang es, die Giftigkeit des Quecksilbers zu vermeiden.
Ähnliche Mittel im Vergleich
Diese Mittel teilen Anwendungsgebiete mit Mercurius Solubilis – die Leitsymptome entscheiden über die Abgrenzung.

Hepar Sulfuris
Kalkschwefelleber
Hepar Sulfuris (Kalkschwefelleber) wird aus Calciumsulfid hergestellt. Traditionelle Anwendungsgebiete in der Homöopathie sind eitrige Hautentzündungen, Abszesse und Akne sowie Hals- und Ohrenschmerzen und Nasennebenhöhlenentzündungen.
AbszesseAkneHautentzündungenFurunkel
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Atropa Belladonna
Tollkirsche
Atropa belladonna (Tollkirsche) zählt zu den bekanntesten homöopathischen Mitteln. Traditionelle Anwendungsgebiete sind plötzlich und heftig einsetzende Beschwerden mit hohem Fieber, Hitze und Entzündungszeichen, vor allem im Anfangsstadium akuter Infekte.
FieberGrippale InfekteHalsentzündungOhrenschmerzen
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Baptisia tinctoria
Wilder Indigo
Baptisia tinctoria wird aus dem Wilden Indigo, einem nordamerikanischen Schmetterlingsblütler, gewonnen. Die Homöopathie setzt das Mittel traditionell bei fieberhaften Erkältungen mit starkem Zerschlagenheitsgefühl, benommener Schwere und übelriechendem Mundgeruch ein.
Fieberhafte ErkältungenGrippale InfekteZerschlagenheitsgefühlGliederschmerzen
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Eucalyptus (Eukalyptus)
Eukalyptus
Homöopathische Zubereitung aus dem Blauen Eukalyptus. Traditionelle Anwendungsgebiete sind Erkältungen mit starker Sekretbildung sowie Beschwerden der Atemwege und der Schleimhäute.
ErkältungenGrippale InfekteSchnupfenHusten
Zum Mittel-Profil →Häufige Fragen zu Mercurius Solubilis
Wobei wird Mercurius Solubilis in der Homöopathie traditionell angewendet?
Die homöopathische Tradition ordnet Mercurius Solubilis vor allem diesen Anwendungsgebieten zu: Halsschmerzen, Mandelentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung, Zahnfleischentzündung, Zahnschmerzen, Mundgeruch, Eitrige Geschwüre, Abszesse, Erkältung, Schleimhautentzündungen, Starkes Schwitzen. Die Mittelwahl richtet sich dabei nach dem individuellen Beschwerdebild. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.
Welche Potenzen von Mercurius Solubilis sind üblich?
Für Mercurius Solubilis werden in der Praxis häufig die Potenzen D6, D12 verwendet. Zur Selbstanwendung greifen Anwender traditionell zu niedrigen Potenzen (D6–D12); Hochpotenzen gelten als Sache erfahrener Homöopathen.
Was ist das typische Mittelbild von Mercurius Solubilis?
Typische Leitsymptome, die die Materia medica Mercurius Solubilis zuordnet: Übler Mundgeruch mit metallischem Geschmack; Starker Speichelfluss, besonders nachts; Geschwollene, belegte Zunge mit Zahneindrücken; Schlecht heilende, eitrige und riechende Geschwüre; Starker Durst; Verträgt weder Hitze noch Kälte.
