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PetroleumSteinöl

Petroleum wird aus gereinigtem Steinöl hergestellt und nur potenziert verwendet. Die Homöopathie setzt das Mittel traditionell bei tief rissiger Haut ein, die sich im Winter verschlechtert, sowie bei Reisekrankheit mit Übelkeit und Schwindel.

Mineralogische Illustration von Petroleum (Steinöl) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli
Petroleum – Steinöl: Ausgangs­substanz der homöopathischen Zubereitung

HautrisseFrostbeulenJuckreizReisekrankheitÜbelkeitÜbermäßiges Schwitzen

ELEva Landefeld· HeilpraktikerinVeröffentlicht Juli 2026 · Überarbeitet Juli 2026

Mittelbild & Leitsymptome

  • Tiefe, schmerzhafte Risse an Fingerspitzen und Handrücken
  • Haut im Winter deutlich schlechter, im Sommer besser
  • Nässende Ekzeme hinter den Ohren und in Gelenkbeugen
  • Reisekrankheit mit Übelkeit, Blässe und Schwindel
  • Übelkeit lässt beim Essen kurzzeitig nach
  • Frostbeulen und rissige Fersen, brennend und juckend

Petroleum ist in der homöopathischen Arzneimittellehre das Mittel der aufgerissenen Winterhaut. Gemeint ist nicht das Lampenöl des Alltags, sondern gereinigtes Steinöl als Ausgangsstoff einer potenzierten Zubereitung.

Das Arzneimittelbild ist ungewöhnlich klar an die Jahreszeit gebunden: Mit der ersten Kälte werden Hände, Fersen und Ohrfalten rau, es bilden sich tiefe, schmerzhafte Risse, die bei jeder Bewegung ziehen – im Sommer beruhigt sich alles wieder. Ein zweiter, ganz anderer Strang der Materia medica gehört ebenfalls zu Petroleum: die Reisekrankheit mit Übelkeit, Blässe und Schwindel. Homöopathen wählen das Mittel, wenn die Haut trotz Pflege spröde bleibt und die Beschwerden dem Winterrhythmus folgen.

Mittelbild und Leitsymptome

Im Zentrum des Arzneimittelbildes steht eine Haut, die ihre Elastizität verloren hat. Die klassischen Prüfungen beschreiben trockene, raue, verdickte Stellen an Fingerspitzen, Handrücken und Fersen, in denen tiefe Risse aufbrechen – schmerzhaft, brennend, oft leicht blutend und ausgesprochen langsam in der Rückbildung. Kent hebt hervor, dass die Rissbildung an den Fingerspitzen und in den Beugefalten besonders typisch ist.

Auffällig ist die jahreszeitliche Ordnung: Mit der ersten trockenen Kälte beginnt die Verschlechterung, im Hochwinter ist der Zustand am schlimmsten, im Sommer bessert sich die Haut deutlich oder wird ganz unauffällig. Dazu gehören nässende, krustige Ekzeme hinter den Ohren, an den Ohrläppchen und in den Gelenkbeugen, begleitet von einem Juckreiz, der in der Bettwärme zunimmt.

Ein zweiter Strang des Bildes betrifft Magen und Gleichgewicht: Übelkeit beim Fahren, im Bus, im Auto und auf dem Schiff, verbunden mit Blässe, kaltem Schweiß, Schwindel und einem hinfälligen Gefühl. Charakteristisch ist die Beobachtung, dass Essen die Übelkeit kurzzeitig zurücktreten lässt – ein leerer Magen verstärkt sie.

Als weitere Zeichen nennt die Materia medica Frostbeulen an Fingern und Zehen, stark riechenden Fußschweiß und eine ausgeprägte Reizbarkeit, solange die Beschwerden bestehen.

Traditionelle Anwendungsgebiete

Traditionelle Anwendungsgebiete

Die Homöopathie setzt Petroleum traditionell bei trockener, rissiger Haut ein: Schrunden an Fingerkuppen und Handrücken, aufgesprungenen Fersen, spröden Stellen an Mundwinkeln und Ohrläppchen sowie nässenden Ekzemen hinter den Ohren und in Gelenkbeugen. Auch Frostbeulen und juckende Stellen, die sich im Winter regelmäßig wiederholen, gehören zum überlieferten Bild.

Homöopathen wählen das Mittel besonders dann, wenn Handarbeit, häufiges Waschen und Kälte die Haut zusätzlich beanspruchen und die Risse trotz Pflege bestehen bleiben.

Der zweite traditionelle Bereich ist die Reisekrankheit: Übelkeit und Schwindel bei Auto-, Bus- und Schiffsfahrten, mit Blässe, Speichelfluss und kaltem Schweiß. Ebenso wird Petroleum bei Übelkeit auf leeren Magen genannt sowie bei stark riechendem Fußschweiß mit wunden Zehenzwischenräumen.

Die Praxisliteratur nennt das Mittel außerdem bei juckenden Stellen in Kniekehlen und Ellenbeugen, die in der Bettwärme brennen, und bei Schrunden an den Fingerkuppen, die bei jeder Handarbeit erneut aufreißen.

Modalitäten: Was bessert, was verschlimmert?

Modalitäten sind in der Homöopathie das Zünglein an der Waage bei der Mittelwahl.

↓ Verschlimmerung durch

  • Winter und trockene Kälte
  • häufiges Waschen
  • Autofahren und Schiffsreisen
  • Wolle auf der Haut
  • Wärme des Bettes

↑ Besserung durch

  • + warme, trockene Sommerluft
  • + Warmhalten von Händen und Füßen
  • + Essen bei Übelkeit
  • + Ruhe im Freien

Dosierung & Einnahme

D6D12übliche Potenzen

Dosierung und Einnahme

Für die Selbstanwendung sind bei Petroleum die Tiefpotenzen D6 und D12 gebräuchlich; die D12 gilt bei länger bestehenden Hautbeschwerden als die häufigere Wahl. Üblich sind fünf Globuli ein- bis dreimal täglich, bei akuter Reiseübelkeit auch eine Gabe kurz vor Fahrtbeginn und bei Bedarf während der Fahrt.

Die Globuli lässt man unter der Zunge zergehen, mit Abstand zu Mahlzeiten, Kaffee und Pfefferminz. Bei Hautbeschwerden arbeitet die Praxisliteratur mit ruhigen Kuren über zwei bis vier Wochen; viele Anwender beginnen im Spätherbst, bevor die Kälte einsetzt.

Sobald sich die Haut beruhigt, wird die Gabe seltener und dann beendet. Hochpotenzen ab C30 gehören in die Hand erfahrener Behandler.

Substanz & Hintergrund

Modalitäten

Verschlimmerung tritt nach dem Arzneimittelbild im Winter und in trockener Kälte ein, außerdem durch häufiges Waschen und Wasserkontakt, durch Wolle direkt auf der Haut, in der Wärme des Bettes – dort besonders der Juckreiz – sowie bei Fahrten in Auto, Bus und Schiff.

Besserung beschreibt die Materia medica in warmer, trockener Sommerluft, durch Warmhalten von Händen und Füßen, durch trockene Wärme allgemein und, bei der Übelkeit, durch das Essen kleiner Mengen. Diese Kombination – Haut schlechter im Winter, besser im Sommer – ist das Erkennungsmerkmal, an dem Petroleum in der klassischen Literatur von anderen Hautmitteln unterschieden wird.

Substanz und Hintergrund

Ausgangsstoff ist gereinigtes Steinöl – Petroleum rectificatum –, ein aus Erdöl gewonnenes Destillat. Erdöl tritt an manchen Orten natürlich zutage und wurde dort seit Jahrhunderten gesammelt: Als „Bergöl“ diente es zum Abdichten, zum Brennen in Lampen und in der Volksheilkunde zum Einreiben spröder Haut.

Rohes Petroleum ist reizend und nicht für die innere Anwendung geeignet: Es greift Haut und Schleimhäute an, das Einatmen der Dämpfe belastet die Atemwege. In der Homöopathie wird ausschließlich die potenzierte Zubereitung verwendet, die aus dem gereinigten Destillat stufenweise hergestellt wird.

Hahnemann prüfte Petroleum und nahm es in die Chronischen Krankheiten auf, wo bereits die Winterverschlimmerung der Haut und die Reiseübelkeit beschrieben sind. Kent und Boericke haben das Bild später um die charakteristischen Risse an Fingerspitzen und Fersen sowie das Ekzem hinter den Ohren geschärft.

Ähnliche Mittel im Vergleich

Diese Mittel teilen Anwendungsgebiete mit Petroleum – die Leitsymptome entscheiden über die Abgrenzung.

Häufige Fragen zu Petroleum

Wobei wird Petroleum in der Homöopathie traditionell angewendet?

Die homöopathische Tradition ordnet Petroleum vor allem diesen Anwendungsgebieten zu: Rissige Haut, Handekzem, Ekzem hinter den Ohren, Schrunden an den Fersen, Frostbeulen, Juckreiz, Reisekrankheit, Seekrankheit, Übelkeit, Fußschweiß. Die Mittelwahl richtet sich dabei nach dem individuellen Beschwerdebild. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.

Welche Potenzen von Petroleum sind üblich?

Für Petroleum werden in der Praxis häufig die Potenzen D6, D12 verwendet. Zur Selbstanwendung greifen Anwender traditionell zu niedrigen Potenzen (D6–D12); Hochpotenzen gelten als Sache erfahrener Homöopathen.

Was ist das typische Mittelbild von Petroleum?

Typische Leitsymptome, die die Materia medica Petroleum zuordnet: Tiefe, schmerzhafte Risse an Fingerspitzen und Handrücken; Haut im Winter deutlich schlechter, im Sommer besser; Nässende Ekzeme hinter den Ohren und in Gelenkbeugen; Reisekrankheit mit Übelkeit, Blässe und Schwindel; Übelkeit lässt beim Essen kurzzeitig nach; Frostbeulen und rissige Fersen, brennend und juckend.