Globuliwelt.de – Die Welt der Homöopathie

Kinder-Hausapotheke

Die 11 wichtigsten Globuli für Kinder

Von Eva Landefeld, Heilpraktikerin · Zuerst erschienen September 2017 · Überarbeitet Juli 2026

Wer eine homöopathische Hausapotheke für die Familie aufbaut, braucht keine fünfzig Fläschchen – sondern die richtigen elf. Diese Mittel haben sich in der homöopathischen Begleitung von Kindern besonders bewährt: fünf Akut-Klassiker für Fieber, Verletzung und Zahnen, dazu sechs große Kindermittel, deren Bilder fast jede Familie wiedererkennt.

Alle 11 auf einen Blick

Nr.MittelPotenzBewährt bei
1AconitumC30Allererster Beginn von Erkältung und Fieber
2ArnicaC30Stürze, Prellungen, Beulen und blaue Flecken
3BelladonnaD12Plötzlich hohes Fieber mit rotem Kopf
4Calcium carbonicumD12Infektanfälligkeit und ständig verstopfte Nase
5Calcium phosphoricumD12Wachstumsschmerzen in Schüben
6ChamomillaD12Zahnen mit Wut und Untröstlichkeit
7Natrium chloratumD12Beschwerden nach anhaltendem Kummer oder Heimweh
8Nux vomicaD12Bauchweh und Verdauungsbeschwerden nach Stress
9PhosphorusD12Angst vor Dunkelheit, Gewitter, Alleinsein
10PulsatillaD12Milde Erkältung mit dicklichem Schnupfen
11SulfurD12Bettdecke wird nachts weggestrampelt
Botanische Illustration von Aconitum (Blauer Eisenhut) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli

1. Aconitum

C30Blauer Eisenhut

Das Mittel der ersten Stunde – wenn alles plötzlich beginnt.

Kaum ein Mittel hat ein so klar umrissenes Fenster: der stürmische, plötzliche Beginn. Nach einem Tag im kalten Wind, nach einem Schreck oder scheinbar aus dem Nichts geht es abends los – Frösteln, trockene Hitze, große Unruhe.

Die Tradition greift zu Aconitum in den allerersten Stunden eines Infekts, bei plötzlich einsetzenden Ohrenschmerzen mit Fieber und nach Schreckerlebnissen. Sobald Schweiß einsetzt oder das Bild sich wandelt, übernimmt meist Belladonna.

Typisch für Kinder, die plötzlich fiebrig, unruhig und lärmempfindlich werden – oft nachts, oft nach kaltem Wind, mit heißer trockener Haut und Durst auf kaltes Wasser.

Allererster Beginn von Erkältung und Fieber

Plötzliche Ohrenschmerzen mit Unruhe

Nach Schreck oder Schock

Beginnender trockener Husten in der ersten Nacht

Zum ausführlichen Aconitum-Profil
Botanische Illustration von Arnica (Bergwohlverleih) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli

2. Arnica

C30Bergwohlverleih

Der erste Griff bei Stürzen, Stößen und blauen Flecken.

Arnica – Arzneipflanze des Jahres 2001, in den Bergen unter Naturschutz – ist das klassische Verletzungsmittel der Homöopathie und in Familien mit Kindern wohl das meistgebrauchte überhaupt.

Die Tradition setzt es als erstes Mittel nach Stürzen, Prellungen und Blutergüssen ein, bei Muskelkater nach dem Sporttag und begleitend rund um Zahnbehandlungen. Auch der „Schreck in den Gliedern“ nach einem Sturz gehört zum Arnica-Bild. Äußerlich ergänzt die bekannte Arnica-Salbe die Globuli.

Typisch nach Gewalteinwirkung jeder Art: Das Kind ist gestürzt, hat sich gestoßen, alles fühlt sich „wie zerschlagen“ an – oft heißt es tapfer „es ist nichts“, obwohl sichtbar etwas ist.

Stürze, Prellungen, Beulen und blaue Flecken

Muskelkater und Überanstrengung

Begleitend vor und nach Zahnbehandlungen

Schreck nach einem Sturz oder Unfall

Zum ausführlichen Arnica-Profil
Botanische Illustration von Belladonna (Schwarze Tollkirsche) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli

3. Belladonna

D12Schwarze Tollkirsche

Hochrotes Gesicht, glühende Hitze, pochender Schmerz.

Die Schwarze Tollkirsche – ihr italienischer Name „schöne Frau“ stammt von den geweiteten Pupillen – liefert eines der großen Fiebermittel der Homöopathie. Verwendet wird selbstverständlich nur die potenzierte Zubereitung.

Das Bild ist unverkennbar: Der Kopf glüht rot, die Haut dampft, die Pupillen sind weit, die Schmerzen pochen und klopfen. Die Tradition wählt Belladonna beim voll entwickelten, plötzlich hohen Fieber, bei pochenden Kopf- und Halsschmerzen und nach zu viel Sonne.

Typisch für Kinder mit hochrotem, heißem Kopf bei kalten Händen und Füßen – das Fieber kommt schnell und hoch, Licht und Erschütterung stören.

Plötzlich hohes Fieber mit rotem Kopf

Pochende Kopf- und Halsschmerzen

Beginnende Mittelohr- und Mandelentzündung – ärztlich begleitet

Folgen von zu viel Sonne

Zum ausführlichen Belladonna-Profil
Mineralogische Illustration von Calcium carbonicum (Kalk der Austernschale) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli

4. Calcium carbonicum

D12Kalk der Austernschale

Das große Konstitutionsmittel für gemütliche, sensible Kinder.

Aus der mittleren Schicht der Austernschale gewonnen, ist Calcium carbonicum eines der meistverwendeten Kindermittel der klassischen Homöopathie – weniger für den akuten Notfall, mehr für das große Ganze.

Die Tradition beschreibt das Calcium-Kind als gemütlich, blass und eher rundlich, mit Schwitzen am Kopf beim Einschlafen, später Zahnung und Vorliebe für Süßes und Eier. Bewährt hat sich das Mittel bei Infektanfälligkeit, ständig verstopfter Nase und Heuschnupfen.

Typisch für ruhige, anhängliche Kinder, die neue Entwicklungsschritte in ihrem eigenen Tempo gehen, am Kopf schwitzen und schnell erschöpft sind.

Infektanfälligkeit und ständig verstopfte Nase

Späte Zahnung, Schwitzen am Kopf

Heuschnupfen

Erschöpfung und Wachstumsphasen

Zum ausführlichen Calcium carbonicum-Profil
Mineralogische Illustration von Calcium phosphoricum (Kalziumphosphat) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli

5. Calcium phosphoricum

D12Kalziumphosphat

Das Wachstums-Mittel: Zahnung, Wachstumsschmerz, Schulkopfweh.

Kalziumphosphat ist der wichtigste Baustoff von Knochen und Zähnen – die Homöopathie nutzt die potenzierte Form traditionell für alles, was mit Wachsen zu tun hat.

Bewährt hat sich Calcium phosphoricum bei Wachstumsschmerzen in den Beinen, bei der Baby-Zahnung, begleitend nach Knochenbrüchen sowie beim klassischen „Schulkopfschmerz“ nach langem Sitzen und geistiger Anstrengung – gerade bei schmalen, schnell erschöpften Kindern und Jugendlichen.

Typisch für schlanke, schnell wachsende Kinder mit kalten Händen und Füßen, die nach Schultagen über Kopfweh klagen und nachts über ziehende Beine.

Wachstumsschmerzen in Schüben

Baby-Zahnung

Schulkopfschmerz nach geistiger Anstrengung

Begleitend zur Heilung nach Knochenbrüchen

Zum ausführlichen Calcium phosphoricum-Profil
Botanische Illustration von Chamomilla (Echte Kamille) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli

6. Chamomilla

D12Echte Kamille

Das Zahnungs-Mittel – für den zornigen, untröstlichen Schmerz.

Die Kamille, seit der Antike geschätzt, liefert das wohl bekannteste Zahnungsmittel der Homöopathie – und das Mittel für Schmerz, der zornig macht.

Das Bild ist jeder Familie vertraut: Das Kind schreit wütend, verlangt etwas und wirft es fort, nur Herumtragen hilft – oft ist eine Wange rot, die andere blass. Die Tradition wählt Chamomilla beim Zahnen, bei Ohren- und Bauchschmerzen mit dieser typischen Gereiztheit und bei Blähungskoliken.

Typisch für quengelige, jähzornige Kinder, die vor Schmerz außer sich sind, ständig getragen werden wollen und kaum zufriedenzustellen sind.

Zahnen mit Wut und Untröstlichkeit

Ohrenschmerzen mit großer Gereiztheit

Bauchschmerzen und Koliken

Eine rote, eine blasse Wange als Leitzeichen

Zum ausführlichen Chamomilla-Profil
Mineralogische Illustration von Natrium chloratum (Kochsalz · auch Natrium muriaticum) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli

7. Natrium chloratum

D12Kochsalz · auch Natrium muriaticum

Für stille, sensible Kinder – und für Kummer, der bleibt.

Potenziertes Kochsalz ist das große Mittel der stillen Sensiblen: Kinder, die viel fühlen, wenig zeigen, sich kümmern und dabei selbst zu kurz kommen. Anhaltender Kummer – ein Umzug, Streit, Heimweh – schlägt bei ihnen auf den Körper.

Bewährt hat sich Natrium chloratum bei Fließschnupfen und Fieberbläschen, bei hämmernden Kopfschmerzen an heißen Tagen und immer dann, wenn hinter körperlichen Beschwerden ein unausgesprochener Kummer steht. Auffällig ist das Verlangen nach Salzigem.

Typisch für nach innen gekehrte, loyale Kinder, die Trost eher ablehnen, sich zurückziehen – und salzige Snacks allem anderen vorziehen.

Beschwerden nach anhaltendem Kummer oder Heimweh

Fließschnupfen und Fieberbläschen

Hämmernder Kopfschmerz an heißen Tagen

Verlangen nach Salz als Leitzeichen

Zum ausführlichen Natrium chloratum-Profil
Botanische Illustration von Nux vomica (Brechnuss) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli

8. Nux vomica

D12Brechnuss

Für den kleinen Macher – gestresst, gereizt, überreizt.

Die Brechnuss liefert das klassische Mittel für das Zuviel: zu viel Schule, zu viele Termine, zu viel Bildschirm, zu viel Süßes. Nux vomica gilt als Mittel der ehrgeizigen, aktiven Kinder, die unter Druck geraten.

Die Tradition wählt es bei Verdauungsbeschwerden nach Stress oder Schlemmerei, bei Kopfschmerzen nach langen Schultagen und bei überreizten Kindern, die auf Licht, Lärm und Gerüche empfindlich reagieren – und nach einem einzigen falschen Wort explodieren.

Typisch für dünne, nervöse, sehr aktive Kinder mit großem Ehrgeiz – morgens schlecht gelaunt, empfindlich gegen Kritik, der kleine „Manager-Typ“.

Bauchweh und Verdauungsbeschwerden nach Stress

Folgen von zu viel Süßem und Schlemmerei

Kopfschmerzen nach langen Schultagen

Überreizung durch Licht, Lärm und Trubel

Zum ausführlichen Nux vomica-Profil
Mineralogische Illustration von Phosphorus (Gelber Phosphor) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli

9. Phosphorus

D12Gelber Phosphor

Für offene, feinfühlige Kinder mit Angst vor der Dunkelheit.

Phosphor, das „lichttragende“ Element, passt in der homöopathischen Tradition zu Kindern, die selbst wie kleine Lichter wirken: offen, herzlich, schnell begeistert – und ebenso schnell erschöpft und verängstigt.

Bewährt hat sich Phosphorus bei Angst vor Dunkelheit, Gewitter und dem Alleinsein, außerdem bei den typischen Schwachpunkten dieser Kinder: infektanfällige Atemwege und trockener Kitzelhusten. Auffällig oft: großes Verlangen nach Eiscreme und kalten Getränken.

Typisch für schlanke, schnell wachsende, kontaktfreudige Kinder mit feiner heller Haut, lebhafter Fantasie – und abends großer Angst im dunklen Zimmer.

Angst vor Dunkelheit, Gewitter, Alleinsein

Trockener Kitzelhusten

Infektanfällige Atemwege

Erschöpfung nach Wachstumsschüben

Zum ausführlichen Phosphorus-Profil
Botanische Illustration von Pulsatilla (Küchenschelle) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli

10. Pulsatilla

D12Küchenschelle

Das Mittel der Weinerlichen – Trost hilft fast so gut wie Globuli.

Die Küchenschelle liefert eines der wichtigsten Kindermittel überhaupt. Das Pulsatilla-Kind ist sanft, anhänglich und tränennah – es weint leise, will gehalten werden und blüht bei Zuwendung sofort auf.

Die Tradition wählt Pulsatilla bei milden Erkältungen mit dicklichem Schnupfen, bei Ohrenschmerzen des weinerlichen (nicht zornigen!) Kindes und bei wechselhaften Beschwerden, die ständig ihr Gesicht ändern. Leitzeichen: kaum Durst, Besserung an frischer Luft.

Typisch für feingliedrige, anhängliche Kinder, die bei Krankheit weinerlich werden, ständig die Nähe der Eltern suchen und abends schwer zur Ruhe finden.

Milde Erkältung mit dicklichem Schnupfen

Ohrenschmerzen beim weinerlichen Kind

Wechselhafte, wandernde Beschwerden

Durstlosigkeit als Leitzeichen

Zum ausführlichen Pulsatilla-Profil
Mineralogische Illustration von Sulfur (Schwefel) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli

11. Sulfur

D12Schwefel

Der kleine Wirbelwind – voller Ideen, Hitze und Hunger.

Schwefel ist eines der ältesten Arzneimittel der Menschheit und in der Homöopathie das große Mittel der „heißen“ Kinder: voller Tatendrang und Ideen, hungrig auf Süßes, nachts wird die Bettdecke weggestrampelt.

Die Tradition beschreibt Sulfur-Kinder als geschäftige kleine Erfinder, denen Waschen und Kämmen herzlich egal sind – mit Neigung zu Hautthemen und Blähbauch. Als tiefgreifendes Konstitutionsmittel gehört Sulfur allerdings in erfahrene Hände: Für die Selbstanwendung wählt man es zurückhaltend und begleitet von einer Homöopathin.

Typisch für lebhafte, warmblütige Kinder, die vor Ideen sprühen, alles anfangen und wenig beenden, Süßes lieben – und nachts die Füße unter der Decke hervorstrecken.

Bettdecke wird nachts weggestrampelt

Heißhunger, Blähbauch nach hastigem Essen

Wiederkehrende Hautthemen – konstitutionell begleitet

Konstitutionsbehandlung durch erfahrene Homöopathen

Zum ausführlichen Sulfur-Profil

Dosierung nach Alter

Für alle elf Mittel gilt dieselbe Konvention der Kinder-Homöopathie – entscheidend ist das passende Mittelbild, nicht die Menge:

AltersgruppeMengeSo wird gegeben
Säuglinge (0–12 Monate)1–3 Globuliin etwas Wasser aufgelöst, mit dem Löffel gegeben
Kleinkinder (1–5 Jahre)3 Globuliin der Wangentasche zergehen lassen oder in Wasser gelöst
Schulkinder (6–12 Jahre)3–5 Globuliunter der Zunge zergehen lassen

Akut wird häufiger wiederholt (bis stündlich), mit einsetzender Besserung werden die Abstände größer. Ausführlich im Potenzen-Ratgeber.

Häufige Fragen

Warum genau diese 11 Globuli?

Die Auswahl stammt von Heilpraktikerin Eva Landefeld und bündelt die Mittel, die sich in der homöopathischen Familienpraxis am häufigsten bewähren: die Akut-Klassiker Aconitum, Arnica, Belladonna, Chamomilla und Pulsatilla sowie die großen Kinder-Konstitutionsmittel Calcium carbonicum, Calcium phosphoricum, Natrium chloratum, Nux vomica, Phosphorus und Sulfur.

Welche Potenz – D12 oder C30?

Die bewährte Konvention: D12 für die laufende Selbstanwendung bei akuten Alltagsbeschwerden, C30 als Einmalgabe für die klaren Akutlagen von Arnica (Verletzung) und Aconitum (Schreck, stürmischer Beginn). Hochpotenzen darüber hinaus gehören in erfahrene Hände.

Wie viele Globuli bekommt ein Kind?

Säuglinge 1–3 Globuli in Wasser gelöst, Kleinkinder 3 Globuli, Schulkinder 3–5 Globuli. In der Homöopathie gilt: Die Wahl des passenden Mittels ist wichtiger als die Menge.

Ab welchem Alter dürfen Kinder Globuli bekommen?

Die homöopathische Tradition setzt Globuli in allen Altersgruppen ein, bei Säuglingen in Wasser aufgelöst. Bei Säuglingen unter drei Monaten gehört jedes Fieber grundsätzlich in ärztliche Abklärung – unabhängig von einer homöopathischen Begleitung.

Was, wenn das Mittel nicht anschlägt?

Dann passt meist das Mittelbild nicht – die Homöopathie kennt für dieselbe Beschwerde je nach Gemütslage verschiedene Mittel (klassisches Beispiel: das zornige Chamomilla-Kind gegenüber dem weinerlichen Pulsatilla-Kind). Bild vergleichen, gegebenenfalls wechseln – und bei zunehmenden Beschwerden ärztlich abklären lassen.

Reichen diese 11 Mittel als Kinder-Hausapotheke?

Für die häufigsten Situationen des Familienalltags: ja, das ist eine solide Grundausstattung. Wer mag, ergänzt Calendula zur Wundpflege und Okoubaka für Reise und Magen-Darm – mehr dazu in unserem Hausapotheken-Ratgeber.

Weiterlesen

Überlieferte Arzneimittellehre, sorgfältig dokumentiert. Wie wir arbeiten →