Mittelbild & Leitsymptome
- Schwäche mit Apathie, Unentschlossenheit und geistiger Stumpfheit
- Beschwerden nach Kummer, Liebeskummer, Heimweh oder Schock
- Wässrige, schmerzlose Durchfälle ohne Erschöpfung
- Kopfschmerz mit dem Gefühl eines schweren Gewichts auf dem Scheitel
- Reichliche Schweiße morgens und nachts
- Starkes Verlangen nach Obst und erfrischenden Dingen
Leitsymptome/Persönlichkeit:
Das homöopathische Mittel wirkt besonders auf das Gemüt, die Nerven, die Wirbelsäule (sensorische Nerven und Muskeln), Knochen und Fortpflanzungsorgane.
Homöopathische Mittel werden nach dem Ähnlichkeitsprinzip ausgewählt und verabreicht, d.h. der größtmöglichen Übereinstimmung zwischen dem Wirkspektrum des Arzneimittels (vgl. Arzneimittelbild in unserem Homöopathie-Lexikon) und der Gesamtheit der Symptome des erkrankten Menschen.
Bei Auftreten der folgenden Symptome kann Phosphoricum acidum in die engere Wahl gezogen werden:
Schwäche mit Unentschlossenheit, Apathie, körperlicher und geistiger Stumpfheit;
heftiger Schmerz der Knochenhaut (Periost), als würde mit einem Messer darüber geschabt;
Schwächegefühl in der Brust beim Husten und Sprechen;
starkes Verlangen Obst, saftigen und erfrischenden Dingen;
Kopfschmerzen, mit dem Gefühl eines zermalmenden Gewichts auf dem Scheitel;
Gefühl von Ameisenlaufen über den ganzen Körper;
Reichliche Schweiße morgens und nachts;
Schwindel beim Liegen mit dem Gefühl, als ob man schwimmt, die Glieder sich heben, der Kopf aber auf dem Kissen liegen bleibt;
Akute und chronische Durchfälle: wässrig, schmerzlos und ohne Erschöpfung;
Regelblutung zu früh, zu lange oder Ausbleiben der Regel (Amenorrhoe);
Beschwerden infolge von Kummer, Liebeskummer;
Kinder wachsen zu schnell;
Schwäche beginnt im emotionalen Bereich;
Beschwerden verschlimmern sich durch Schwäche, Flüssigkeitsverlust, Kummer, Schock, schlechte Nachrichten, Zugluft und Kälte;
Beschwerden bessern sich durch Wärme, kurzen Schlaf, Bewegung
Phosphoricum Acidum passt für Menschen, die ursprünglich robust waren, dann aber durch Kummer und Ausschweifungen geschwächt sind. Schlechte Nachrichten, Liebeskummer, Heimweh oder ein emotionaler Schock führen zu Schwäche und Teilnahmslosigkeit gegenüber allem. Sie verweilen bei den Enttäuschungen, machen anderen Menschen Vorwürfen.
Bei diesen Menschen treten häufig Beschwerden auf, wenn Veränderungen in ihrem Leben anstehen. Der Phosphor-Anteil steht für schnelle Begeisterung, Euphorie und eine Energie, die genauso schnell wieder verpufft, wie sie verfügbar war. Diese Menschen sind leicht durch emotionale Ereignisse überwältigt und wenn diese mit Enttäuschungen oder Verlust einhergehen, bedingt der Säure-Anteil den tief sitzenden, nagenden und schwächenden Kummer. Es verwundert nicht, dass dieses Mittel recht hilfreich für Jugendliche in der Pubertät sein kann.
Phosphoricum acidum kann den Menschen unterstützen, Kummer zu überwinden und sich wieder für neue Beziehungen und Menschen zu öffnen. Veränderungen können angenommen und bewältigt werden, Gefühle können gelebt werden, ohne dabei auszubrennen oder sich zu erschöpfen. Mögliche Anwendungen:
Liebeskummer;
Heimweh;
akute und chronische Durchfälle ohne Schwäche;
Haarausfall;
Depression (therapeut. Begleitung wichtig);
chronisches Erschöpfungs-Syndrom (CFS);
Kopfschmerzen;
Schulkopfschmerz (nach zu viel Lernen, auch bei Studenten);
Husten;
Schwindel;
Knochenschmerzen (insbes. Knochenhaut);
Regelbeschwerden;
Ausgebranntsein (Burnout-Syndrom; therap. Begleitung wichtig);
Symptome
der Patient leidet unter Bauchkrämpfen und starken Blähungen
die Beschwerden treten abwechselnd auf
der Patient findet keine Linderung durch das Ablassen der Blähungen
die Patientin hat krampfartige Menstruationsbeschwerden
der Patient hat Anfälle von schießenden und/oder bohrenden neuralgische Schmerzen (entlang der Nervenbahnen)
der Patient hat häufig Schreibkrämpfe
Traditionelle Anwendungsgebiete
Verwendungsgebiete von Magnesium Phosphoricum
Koliken / Magenkoliken / Krämpfe (Besserung durch Wärme)
Bauch- & Magenkrämpfe
Blähungen
Allgemeine Krämpfe
Wadenkrämpfe
Nervenschmerzen
Neigung zu Krämpfen
Bauchbeschwerden (Blähbauch & Krämpfe)
Bauchschmerzen – krampfartig
Periodenkrämpfe
Baby (Koliken & Blähungen)
Regelschmerzen
Kinder – Bauchweh und Bauchkrämpfe
Neuralgien
krampfartige Schmerzen vor der Regel
Kiefersperre durch Muskelverkrampfung beim Kauen
Nierenkoliken / Nierensteine
Schmerzende Magenkrämpfe und/oder Krämpfe des Magen- Darm- Traktes
Magenpförtnerkrampf (besonders bei Kindern mit krampfenden Schmerzen)
Tetanie nervös Krämpfe
Schluckauf akut (krümmt sich)
Wadenkrämpfe in der Nacht
Modalitäten: Was bessert, was verschlimmert?
Modalitäten sind in der Homöopathie das Zünglein an der Waage bei der Mittelwahl.
↓ Verschlimmerung durch
- – Berührungen
- – Kälte
- – Zugluft
- – In der Nacht
- – Kummer, Schock und schlechte Nachrichten
↑ Besserung durch
- + Wärme und warme Auflagen
- + Massagen und Reiben
- + Druck
- + Kurzer Schlaf
- + Bewegung
Verbesserung bei
Massagen
Wärme
warme Auflagen
Druck
Sich zusammen krümmen
Reiben
Verschlimmerung bei
Berührungen
Kälte
Zugluft
in der Nacht
Substanz & Hintergrund
Acidum Phosphoricum – Phosphorsäure (Phos ac.)
Substanz
Die Phosphorsäure ist eine anorganische Säure, die in der Regel in Form von Kristallen oder als klare, Sirup artige Flüssigkeit verwendet wird. Es gibt grundsätzlich zwei Herstellungsverfahren. Normale Qualitäten werden hergestellt, indem rohes Phosphatgestein mit Schwefelsäure versetzt wird. Für hoch reine Qualitäten wird weißer Phosphor verbrannt, hydrolysiert und nach Abkühlung der Dampf eingesammelt.
Die Säuren sind eine wichtige Gruppe unter den homöopathischen Mitteln. Neben Nitricum acidum (Salpetersäure), gehören u.a. Phosporicum acidum (Phosphorsäure), Benzoicum acidum (Benzoesäure), Acidum formicicum (Ameisensäure) oder Acidum sulphuricum (Schwefelsäure) zu den bekannteren Vertretern. Die Säuren haben gemeinsame Themen, die in den Arzneimittelbildern immer wieder zu finden sind. Säuren sind ätzend und meist hoch giftig, daher verwundert es nicht, dass ihre Leitthemen Schwäche, Erschöpfung, Zerstörung und Selbstzerstörung sind. Das homöopathische Mittel Phosphoricum Acidum wird aus der Phosphorsäure hergestellt, Hahnemann entwickelte sogar ein eigenes Verfahren zur Herstellung.
Ähnliche Mittel im Vergleich
Diese Mittel teilen Anwendungsgebiete mit Acidum Phosphoricum – die Leitsymptome entscheiden über die Abgrenzung.

Colocynthis
Koloquinte
Colocynthis, gewonnen aus der Koloquinte (Bittergurke), wird in der Homöopathie traditionell bei krampfartigen Bauchschmerzen, Koliken und Ischiasbeschwerden eingesetzt, besonders wenn die Beschwerden als Folge von Ärger und Zorn auftreten.
BauchkrämpfeKolikenIschiasbeschwerdenNervenschmerzen
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Calcium Carbonicum
Kalziumkarbonat (Austernschalenkalk)
Kalziumkarbonat aus der Austernschale zählt zu den klassischen Konstitutionsmitteln der Homöopathie. Traditionelle Anwendungsgebiete sind unter anderem Mittelohrentzündung, Gelenkschmerzen und Menstruationsbeschwerden, insbesondere bei kälteempfindlichen, schnell erschöpften Menschen.
MittelohrentzündungGelenkschmerzenMenstruationsbeschwerdenKopfschmerzen
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China Officinalis
Chinarinde
Chinarinde-Globuli werden in der Homöopathie traditionell bei Erschöpfungszuständen nach Flüssigkeitsverlust eingesetzt, etwa nach Durchfall, starkem Schwitzen oder Blutungen. Weitere traditionelle Anwendungsgebiete sind Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Appetitlosigkeit.
ErschöpfungDurchfallBlähungenErbrechen
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Cocculus
Kockelskörner
Cocculus, gewonnen aus den Kockelskörnern der Indischen Scheinmyrte, wird in der Homöopathie traditionell bei Reisekrankheit mit Übelkeit und Schwindel sowie bei Erschöpfung durch Schlafmangel eingesetzt, etwa bei Jetlag oder nach durchwachten Nächten.
ReisekrankheitÜbelkeitSchwindelSchlafstörungen
Zum Mittel-Profil →Häufige Fragen zu Acidum Phosphoricum
Wobei wird Acidum Phosphoricum in der Homöopathie traditionell angewendet?
Die homöopathische Tradition ordnet Acidum Phosphoricum vor allem diesen Anwendungsgebieten zu: Erschöpfung, Schwächezustände, Beschwerden nach Kummer, Liebeskummer, Kopfschmerzen, Durchfall, Menstruationsbeschwerden, Zyklusstörungen, Bauchkrämpfe, Blähungen, Nervenschmerzen, Schreibkrampf, Schwindel. Die Mittelwahl richtet sich dabei nach dem individuellen Beschwerdebild. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.
Was ist das typische Mittelbild von Acidum Phosphoricum?
Typische Leitsymptome, die die Materia medica Acidum Phosphoricum zuordnet: Schwäche mit Apathie, Unentschlossenheit und geistiger Stumpfheit; Beschwerden nach Kummer, Liebeskummer, Heimweh oder Schock; Wässrige, schmerzlose Durchfälle ohne Erschöpfung; Kopfschmerz mit dem Gefühl eines schweren Gewichts auf dem Scheitel; Reichliche Schweiße morgens und nachts; Starkes Verlangen nach Obst und erfrischenden Dingen.
