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Antimonium tartaricumBrechweinstein

Antimonium tartaricum, der Brechweinstein, ist ein Antimon-Kalium-Salz und wird nur potenziert verwendet. Die Materia medica ordnet dem Mittel den verschleimten, grob rasselnden Husten mit spärlichem Auswurf sowie Übelkeit mit auffallender Schläfrigkeit zu.

Mineralogische Illustration von Antimonium tartaricum (Brechweinstein) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli
Antimonium tartaricum – Brechweinstein: Ausgangs­substanz der homöopathischen Zubereitung

ÜbelkeitErbrechenWindpocken

ELEva Landefeld· HeilpraktikerinVeröffentlicht Juli 2026 · Überarbeitet Juli 2026

Mittelbild & Leitsymptome

  • Grobes Rasseln in der Brust, wenig Auswurf
  • Husten mit auffallender Schläfrigkeit und Mattigkeit
  • Übelkeit mit Erbrechen und danach Schlafneigung
  • Blasses Gesicht, kalter Schweiß auf der Stirn
  • Kinder wollen getragen und aufrecht gehalten werden
  • Aufsitzen erleichtert das Atmen deutlich

Antimonium tartaricum, in der alten Arzneikunde als Brechweinstein bekannt, ist ein Salz aus Antimon und Kalium und wird in der Homöopathie ausschließlich potenziert verwendet. Sein Arzneimittelbild ist eines der prägnantesten der Materia medica: In der Brust rasselt es grob und hörbar, doch der Husten bringt nur wenig heraus, und die Betroffenen sind dabei auffallend matt und schläfrig. Das Gesicht ist blass, die Stirn feucht, das Atmen fällt im Liegen schwerer als im Sitzen. Homöopathen ziehen das Mittel traditionell in Betracht, wenn viel Schleim vorhanden ist, die Kraft zum Abhusten aber fehlt – klassisch beschrieben bei Kindern und älteren Menschen.

Mittelbild und Leitsymptome

Antimonium tartaricum ist in der klassischen Arzneimittellehre das Mittel der Schleimfülle bei nachlassender Kraft. Die Standardwerke beschreiben:

  • Brust: grobes, lautes, weithin hörbares Rasseln; der Schleim sitzt fest, der Husten bringt nur wenig oder nichts heraus
  • Husten: anfallsweise, oft nach dem Hinlegen und in der zweiten Nachthälfte; kann von Würgen oder Erbrechen begleitet sein
  • Kräftezustand: ausgesprochene Mattigkeit und Schläfrigkeit; das Kind schläft während des Hustens fast ein, Erwachsene sind dösig und teilnahmslos
  • Gesicht: blass, fahl, mit kaltem Schweiß auf der Stirn; Nasenflügel bewegen sich beim Atmen mit
  • Magen: Übelkeit mit Erbrechen, danach Schlafneigung; weißlich belegte Zunge
  • Verhalten: Kinder sind weinerlich, ärgerlich beim Anfassen und wollen getragen und aufrecht gehalten werden
  • Haut: pustelartige Ausschläge, wie sie die Literatur im Zusammenhang mit Windpocken beschreibt

Charakteristisch ist das Missverhältnis zwischen viel hörbarem Schleim und wenig Auswurf, verbunden mit Schläfrigkeit.

Traditionelle Anwendungsgebiete

Traditionelle Anwendungsgebiete

Die Homöopathie setzt Antimonium tartaricum traditionell bei verschleimten Atemwegsbeschwerden ein: bei rasselndem, lockerem Husten mit spärlichem Auswurf, bei einem festsitzenden Bronchialkatarrh im Abklingen einer Erkältung und bei Husten, der nachts im Liegen zunimmt. Die Materia medica hebt dabei die begleitende Mattigkeit und Schläfrigkeit ausdrücklich hervor.

Ein zweites Feld ist der Magen: Übelkeit mit Erbrechen, dem eine deutliche Schlafneigung folgt, sowie Brechreiz bei gleichzeitigem Erkältungsgeschehen. Auf der Haut ordnet die Arzneimittellehre dem Mittel pustelartige Ausschläge zu und nennt es klassisch im Zusammenhang mit Windpocken. Homöopathen wählen Antimonium tartaricum vor allem für Kinder und ältere Menschen, deren Kraft zum Abhusten nachgelassen hat.

Modalitäten: Was bessert, was verschlimmert?

Modalitäten sind in der Homöopathie das Zünglein an der Waage bei der Mittelwahl.

↓ Verschlimmerung durch

  • im Liegen
  • abends und nachts
  • feuchtkaltes Wetter
  • warme Räume
  • Ärger

↑ Besserung durch

  • + Aufsitzen
  • + Abhusten von Schleim
  • + Aufstoßen
  • + kühle frische Luft

Dosierung & Einnahme

D6D12übliche Potenzen

Dosierung und Einnahme

In der Selbstanwendung sind die Tiefpotenzen D6 und D12 üblich. Nach klassischer Konvention wird bei akutem Husten in kurzen Abständen gegeben – häufig alle ein bis zwei Stunden, drei bis fünf Globuli –, und die Gabenfolge wird gestreckt, sobald sich der Schleim löst und die Beschwerden nachlassen. Bei Säuglingen und kleinen Kindern werden Globuli in wenig Wasser aufgelöst und teelöffelweise gegeben.

Hochpotenzen ab D30 sowie C- und Q-Potenzen bleiben nach homöopathischer Übung erfahrenen Behandlerinnen und Behandlern vorbehalten. Mit dem Eintritt einer Besserung wird das Mittel abgesetzt; eine Dauergabe ist nicht vorgesehen.

Substanz & Hintergrund

Modalitäten

Als verschlimmernde Umstände nennt die Materia medica vor allem das Liegen: Sobald sich die Betroffenen hinlegen, nehmen Rasseln und Husten zu. Ungünstig wirken ferner der Abend und die Nacht, feuchtkaltes Wetter, warme und stickige Räume sowie Ärger und Aufregung; auch das Anfassen wird schlecht vertragen.

Besserung beschreibt die Literatur durch das Aufsitzen oder aufrechte Halten – bei Kindern das Getragenwerden –, durch das Abhusten von Schleim, durch Aufstoßen und in kühler, frischer Luft. Das Aufrichten als deutlichste Erleichterung ist einer der zuverlässigsten Hinweise auf dieses Mittel.

Substanz und Hintergrund

Antimonium tartaricum ist Kalium-Antimonyl-Tartrat, ein chemisch hergestelltes Salz aus Antimon, Kalium und Weinsäure, das als weißes, kristallines Pulver vorliegt. Unter dem Namen Brechweinstein gehörte es über Jahrhunderte zum Arzneischatz der alten Medizin, wo es in kleinen Mengen als kräftiges Brech- und Schleimlösemittel verabreicht wurde – ein Gebrauch, der wegen der ausgeprägten Nebenwirkungen später aufgegeben wurde.

Die Substanz ist in unverdünnter Form giftig: Antimonverbindungen reizen die Schleimhäute stark und lösen heftiges Erbrechen aus. In der Homöopathie kommt daher ausschließlich die potenzierte Zubereitung zum Einsatz, hergestellt durch Verreibung und stufenweise Verdünnung. Genau die aus der Vergiftungslehre bekannten Zeichen – Übelkeit, Schleimfülle in den Atemwegen, blasses Gesicht, kalter Schweiß und Kraftlosigkeit – bilden das Gerüst des homöopathischen Arzneimittelbildes, das seit dem 19. Jahrhundert in allen Standardwerken geführt wird.

Ähnliche Mittel im Vergleich

Diese Mittel teilen Anwendungsgebiete mit Antimonium tartaricum – die Leitsymptome entscheiden über die Abgrenzung.

Häufige Fragen zu Antimonium tartaricum

Wobei wird Antimonium tartaricum in der Homöopathie traditionell angewendet?

Die homöopathische Tradition ordnet Antimonium tartaricum vor allem diesen Anwendungsgebieten zu: Verschleimter Husten, Rasselnder Husten, Bronchialkatarrh, Übelkeit, Erbrechen, Schleimansammlung, Schläfrigkeit bei Erkältung, Windpocken, Pustelausschläge. Die Mittelwahl richtet sich dabei nach dem individuellen Beschwerdebild. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.

Welche Potenzen von Antimonium tartaricum sind üblich?

Für Antimonium tartaricum werden in der Praxis häufig die Potenzen D6, D12 verwendet. Zur Selbstanwendung greifen Anwender traditionell zu niedrigen Potenzen (D6–D12); Hochpotenzen gelten als Sache erfahrener Homöopathen.

Was ist das typische Mittelbild von Antimonium tartaricum?

Typische Leitsymptome, die die Materia medica Antimonium tartaricum zuordnet: Grobes Rasseln in der Brust, wenig Auswurf; Husten mit auffallender Schläfrigkeit und Mattigkeit; Übelkeit mit Erbrechen und danach Schlafneigung; Blasses Gesicht, kalter Schweiß auf der Stirn; Kinder wollen getragen und aufrecht gehalten werden; Aufsitzen erleichtert das Atmen deutlich.