Mittelbild & Leitsymptome
- Rasselnder Husten mit reichlichem, leicht löslichem Schleim
- Unwillkürlicher Harnabgang beim Husten und Niesen
- Heftige Niesanfälle mit wässrigem Fließschnupfen
- Stechen in der linken Brustseite beim Husten
- Husten schlechter in kalter Luft und nach kalten Getränken
- Wunde Haut an Nase und Oberlippe
Scilla, in der homöopathischen Literatur meist Squilla maritima, ist das Mittel der feuchten, lauten Atemwege. Ausgangsstoff ist die Zwiebel der Meerzwiebel, einer giftigen Küstenpflanze des Mittelmeerraums, die ausschließlich potenziert verwendet wird.
Das Arzneimittelbild zeigt einen rasselnden Husten mit reichlichem, leicht löslichem Schleim, heftige Niesanfälle mit wundem Fließschnupfen und ein Begleitzeichen, das in allen klassischen Quellen wiederkehrt: Beim Husten und Niesen geht unwillkürlich Harn ab. Kalte Luft und kalte Getränke lösen die Hustenstöße aus.
Die Meerzwiebel ist eine glykosidhaltige Pflanze und war historisch ein Herzmittel – Herzerkrankungen, Rhythmusstörungen und Wassereinlagerungen gehören in ärztliche Behandlung, hier bleibt die Potenz Sache erfahrener Homöopathen.
Mittelbild und Leitsymptome
Squilla ist in der Materia medica ein Mittel der feuchten, lauten Atemwege. Die klassischen Beschreibungen nennen einen rasselnden Husten mit reichlichem, leicht löslichem Schleim, der beim Abhusten in Mengen kommt und dem Husten für kurze Zeit die Schärfe nimmt. Charakteristisch und in allen Quellen wiederkehrend ist ein Begleitzeichen: Beim Husten und Niesen geht unwillkürlich Harn ab.
Dazu gehören heftige Niesanfälle mit wässrigem, scharfem Fließschnupfen, der Nase und Oberlippe wund macht, sowie Brennen und Kratzen im Rachen. Die Prüfungen beschreiben Stiche in der linken Brustseite, die beim Husten und beim tiefen Einatmen aufzucken, dazu ein Gefühl, der Brustkorb sei für den Hustenstoß zu eng.
Auffällig ist die Reaktion auf Kälte: kalte Luft und kalte Getränke lösen Hustenstöße aus; morgens nach dem Aufwachen ist der Husten am stärksten und gleichzeitig am lockersten.
Boericke nennt außerdem Heiserkeit, ein rasselndes Atemgeräusch und eine allgemeine Mattigkeit im Verlauf der Erkältung. Homöopathen wählen Squilla, wenn der lockere, schleimreiche Husten mit dem unwillkürlichen Harnabgang und dem wunden Fließschnupfen zusammentrifft.
Traditionelle Anwendungsgebiete
Traditionelle Anwendungsgebiete
Die Homöopathie setzt Squilla traditionell bei feuchtem Husten ein: rasselndem Bronchialkatarrh mit reichlichem Auswurf, Husten am Ende einer Erkältung, der sich in kalter Luft verstärkt, und Hustenstößen, bei denen unwillkürlich Harn abgeht.
Ein zweites überliefertes Feld ist der Schnupfen: heftige Niesanfälle, wässriger scharfer Fluss, wunde Haut an Nase und Oberlippe, Kratzen im Rachen und Heiserkeit. Dazu nennt die Praxisliteratur Stiche in der Brustseite beim Husten und tiefen Atmen sowie Reizhusten, der beim Wechsel in kalte Luft anspringt.
Die Meerzwiebel ist eine glykosidhaltige Pflanze und stand historisch als Herzmittel in Gebrauch. Erkrankungen des Herzens, Rhythmusstörungen und Wassereinlagerungen gehören in ärztliche Behandlung; die potenzierte Zubereitung tritt nicht an die Stelle verordneter Herzmedikamente. Für Herzbeschwerden gibt es in der Homöopathie keine Selbstanwendung, sondern allenfalls eine traditionelle Begleitung aus erfahrener homöopathischer Hand.
Modalitäten: Was bessert, was verschlimmert?
Modalitäten sind in der Homöopathie das Zünglein an der Waage bei der Mittelwahl.
↓ Verschlimmerung durch
- – kalte Luft
- – kalte Getränke
- – morgens nach dem Aufwachen
- – Bewegung und Anstrengung
- – flache Rückenlage
↑ Besserung durch
- + Abhusten des Schleims
- + warme Getränke
- + gleichmäßig warme Raumluft
- + körperliche Ruhe
Dosierung & Einnahme
D6D12übliche Potenzen
Dosierung und Einnahme
Für die Selbstanwendung bei Husten und Schnupfen sind bei Squilla die Potenzen D6 und D12 gebräuchlich; tiefe Verdünnungen der Meerzwiebel unterliegen der Verschreibungspflicht. Üblich sind fünf Globuli zwei- bis dreimal täglich über wenige Tage, in der akuten Phase eines schleimreichen Hustens auch stündlich für einige Stunden und danach seltener.
Die Globuli lässt man unter der Zunge zergehen, mit Abstand zu Mahlzeiten, Kaffee und Pfefferminz. Sobald der Husten locker wird und abklingt, wird die Gabe beendet.
Für Beschwerden am Herzen gilt das nicht: Dort sieht die Homöopathie keine Dosierung zur Selbstanwendung vor; Potenz und Gabenrhythmus gehören in die Hand erfahrener Homöopathen, begleitend zu einer ärztlich geführten Behandlung. Auch Hochpotenzen ab C30 gehören zu erfahrenen Behandlern.
Substanz & Hintergrund
Modalitäten
Verschlimmerung tritt nach dem Arzneimittelbild in kalter Luft und nach kalten Getränken ein, außerdem morgens nach dem Aufwachen, bei Bewegung und Anstrengung sowie in der flachen Rückenlage.
Besserung beschreibt die Materia medica nach dem Abhusten des Schleims, durch warme Getränke, in gleichmäßig warmer Raumluft und in körperlicher Ruhe. Der lockere, schleimreiche Husten mit unwillkürlichem Harnabgang, dazu die Verschlimmerung durch Kälte: An dieser Verbindung wird Squilla in der klassischen Literatur von anderen Hustenmitteln unterschieden.
Substanz und Hintergrund
Ausgangsstoff ist die Zwiebel der Meerzwiebel (Drimia maritima, früher Urginea maritima), einer Pflanze der Küsten des Mittelmeerraums, die im Spätsommer ohne Laub eine hohe weiße Blütenkerze treibt. Für die homöopathische Zubereitung werden die frischen Zwiebelschuppen der weißen Varietät verarbeitet.
Die Zwiebel enthält Herzglykoside – Scillaren A und verwandte Verbindungen – und ist giftig; der Saft reizt Haut und Schleimhäute stark. Die rote Varietät enthält Scilliroside und wurde jahrhundertelang als Rattengift verwendet. In der Homöopathie kommt ausschließlich die potenzierte Zubereitung zum Einsatz, tiefe Potenzen sind verschreibungspflichtig.
Die Meerzwiebel ist eines der ältesten dokumentierten Heilmittel: Sie erscheint in altägyptischen Papyri, bei Dioskurides und Plinius und blieb bis in die Neuzeit ein Mittel der Klostermedizin. Die homöopathische Prüfung ordnete ihr das charakteristische Bild des schleimreichen Hustens mit unwillkürlichem Harnabgang zu, wie es Boericke und Allen beschreiben.
Ähnliche Mittel im Vergleich
Diese Mittel teilen Anwendungsgebiete mit Scilla (Squilla) – die Leitsymptome entscheiden über die Abgrenzung.

Inula helenium
Echter Alant
Inula helenium wird aus der Wurzel des Echten Alants hergestellt. Die Homöopathie setzt das Mittel traditionell bei zähem, verschleimtem Husten mit Kitzel- und Reizgefühl in der Luftröhre ein, wie er nach einer Erkältung hartnäckig zurückbleiben kann.
Verschleimter HustenBronchialkatarrhKitzelhustenReizgefühl in der Luftröhre
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Acidum benzoicum
Benzoesäure
Acidum benzoicum wird aus Siambenzoesäure gewonnen, die aus dem Harz von Ebenholzgewächsen stammt. Homöopathen ordnen dem Mittel vor allem Beschwerden bei erhöhtem Harnsäurespiegel zu, etwa Gicht und rheumatische Gelenkbeschwerden mit auffällig dunklem, streng riechendem Urin.
GichtRheumatische BeschwerdenGelenkschmerzenGelenkentzündungen
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Allium cepa
Küchenzwiebel
Allium cepa, die Küchenzwiebel, wird in der Homöopathie traditionell bei Fließschnupfen mit scharfem, wässrigem Nasensekret und mildem Tränenfluss eingesetzt — etwa bei Erkältungen und Heuschnupfen.
SchnupfenHeuschnupfenErkältungHusten
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Alumen
Alaun
Alumen ist der potenzierte Alaun, ein seit der Antike genutztes Doppelsalz. Die Materia medica ordnet dem Mittel ausgeprägte Trockenheit der Schleimhäute zu, dazu hartnäckige Verstopfung mit hartem, knotigem Stuhl und Heiserkeit mit ständigem Räusperzwang.
VerstopfungHarter StuhlSchleimhaut-TrockenheitMundtrockenheit
Zum Mittel-Profil →Häufige Fragen zu Scilla (Squilla)
Wobei wird Scilla (Squilla) in der Homöopathie traditionell angewendet?
Die homöopathische Tradition ordnet Scilla (Squilla) vor allem diesen Anwendungsgebieten zu: Feuchter Husten, Reichlicher Auswurf, Bronchialkatarrh, Harnabgang beim Husten, Niesanfälle, Wunder Fließschnupfen, Stiche in der Brustseite, Heiserkeit, Reizhusten in kalter Luft, Husten am Ende der Erkältung. Die Mittelwahl richtet sich dabei nach dem individuellen Beschwerdebild. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.
Welche Potenzen von Scilla (Squilla) sind üblich?
Für Scilla (Squilla) werden in der Praxis häufig die Potenzen D6, D12 verwendet. Zur Selbstanwendung greifen Anwender traditionell zu niedrigen Potenzen (D6–D12); Hochpotenzen gelten als Sache erfahrener Homöopathen.
Was ist das typische Mittelbild von Scilla (Squilla)?
Typische Leitsymptome, die die Materia medica Scilla (Squilla) zuordnet: Rasselnder Husten mit reichlichem, leicht löslichem Schleim; Unwillkürlicher Harnabgang beim Husten und Niesen; Heftige Niesanfälle mit wässrigem Fließschnupfen; Stechen in der linken Brustseite beim Husten; Husten schlechter in kalter Luft und nach kalten Getränken; Wunde Haut an Nase und Oberlippe.