Mittelbild & Leitsymptome
- Namen und Alltagsdinge fallen nicht ein
- Konzentration lässt nach kurzer Zeit nach
- Ohrensausen, das in stiller Umgebung auffällt
- Benommenes Schwindelgefühl beim Aufstehen oder Bücken
- Kopf dumpf und schwer nach langem Lesen
Ginkgo biloba ist die homöopathische Zubereitung der Blätter eines Baumes, dessen Gestalt seit über 150 Millionen Jahren nahezu unverändert überliefert ist.
In der homöopathischen Praxis gehört Ginkgo zu den jüngeren Mitteln, und das Bild ist entsprechend knapp beschrieben. Es kreist um einen dumpfen, schweren Kopf, um Vergesslichkeit im Alltag, um eine Aufmerksamkeit, die nach kurzer Zeit abgleitet, und um ein Sausen in den Ohren, das in stiller Umgebung hervortritt. Dazu tritt ein benommenes Schwindelgefühl beim Aufstehen, beim Bücken und beim Wenden des Kopfes. Homöopathen wählen das Mittel, wenn diese Zeichen nebeneinander auftreten und sich nach langem Lesen oder bei Schlafmangel verstärken.
Mittelbild und Leitsymptome
Ginkgo biloba gehört zu den jüngeren Mitteln der homöopathischen Praxis; das Bild ist knapp überliefert und stützt sich vor allem auf die Praxisliteratur des 20. Jahrhunderts. Beschrieben wird ein Zustand geistiger Benommenheit: Der Kopf fühlt sich dumpf und schwer an, Gedanken lassen sich schwerer festhalten, und die Aufmerksamkeit gleitet nach kurzer Zeit ab.
Zum Bild gehört eine Vergesslichkeit des Alltags: Namen fallen nicht ein, Verabredungen und abgelegte Gegenstände geraten aus dem Sinn, ein begonnener Satz verliert sein Ende. Auffällig ist, dass die Betroffenen dies selbst genau bemerken und es sie beschäftigt.
Ein zweiter Strang betrifft Ohren und Gleichgewicht. Beschrieben wird ein Sausen oder Rauschen in den Ohren, das in stiller Umgebung und abends deutlicher hervortritt, sowie ein benommenes Schwindelgefühl – kein Drehen, eher ein Gefühl von Unsicherheit beim Aufstehen, beim Bücken und beim Wenden des Kopfes.
Beides tritt in der überlieferten Beschreibung gemeinsam auf: Kopf dumpf, Ohren rauschend, der Gang für Augenblicke unsicher. Verstärkt zeigt sich das Bild nach langem Lesen, nach Bildschirmarbeit, bei Schlafmangel und bei Wetterwechsel. Diese Verbindung von Vergesslichkeit, Ohrensausen und benommenem Schwindel ist das Merkmal, an dem Ginkgo in der Praxisliteratur gewählt wird.
Traditionelle Anwendungsgebiete
Traditionelle Anwendungsgebiete
In der Homöopathie wird Ginkgo traditionell bei Gedächtnisschwäche eingesetzt: Namen, Zahlen und Alltagsdinge fallen nicht ein, Gelesenes bleibt nicht haften, der Faden eines Gesprächs geht verloren.
Ein zweites Feld ist die Konzentrationsschwäche: Die Aufmerksamkeit lässt bei längeren Aufgaben nach, der Kopf wird dumpf, und nach Bildschirmarbeit oder langem Lesen bleibt ein Gefühl von Schwere zurück. Homöopathen wählen das Mittel besonders dann, wenn Vergesslichkeit und nachlassende Konzentration zusammen mit Ohrensausen auftreten.
Das Ohrensausen selbst gehört zum überlieferten Anwendungsbereich: ein Rauschen oder Sausen, das in der Stille und am Abend hervortritt und beim Einschlafen als störend empfunden wird.
Dazu kommt Schwindel im Sinne von Benommenheit und kurzer Unsicherheit beim Aufstehen, beim Bücken und beim schnellen Drehen des Kopfes. Gewählt wird nach dem Gesamtbild, in dem diese vier Zeichen nebeneinander stehen. In der Praxisliteratur steht Ginkgo dabei häufig neben Kalium phosphoricum, Cocculus und Chininum sulphuricum, die ähnliche Zustände von Benommenheit und Ohrgeräusch abdecken.
Modalitäten: Was bessert, was verschlimmert?
Modalitäten sind in der Homöopathie das Zünglein an der Waage bei der Mittelwahl.
↓ Verschlimmerung durch
- – anhaltende geistige Anstrengung
- – langes Lesen und Bildschirmarbeit
- – Schlafmangel
- – Wetterwechsel und schwüle Luft
- – schnelles Aufrichten aus dem Bücken
↑ Besserung durch
- + frische Luft und ruhige Bewegung
- + ausreichender Schlaf
- + gleichmäßiger Tagesrhythmus
- + Pausen bei geistiger Arbeit
- + langsames Aufstehen
Dosierung & Einnahme
D6D12übliche Potenzen
Dosierung und Einnahme
Für die Selbstanwendung sind bei Ginkgo die Tiefpotenzen D6 und D12 gebräuchlich. Üblich sind fünf Globuli zwei- bis dreimal täglich; bei abendlichem Ohrensausen nennt die Praxisliteratur eine Gabe vor dem Zubettgehen.
Die Globuli lässt man unter der Zunge zergehen, mit etwas Abstand zu Mahlzeiten, Kaffee und Pfefferminz. Da es um länger bestehende Zustände geht, arbeitet die Praxis mit ruhigen Kuren über drei bis sechs Wochen und vergrößert danach die Abstände.
Zu unterscheiden ist diese Anwendung von pflanzlichen Ginkgo-Fertigpräparaten, die in Milligramm dosiert und über andere Zeiträume eingenommen werden: Homöopathische Potenzen und standardisierte Extrakte folgen jeweils eigenen Regeln. Wer Extraktpräparate oder verordnete Medikamente einnimmt, klärt eine Kombination vorab mit Arzt oder Apotheke. Hochpotenzen ab C30 gehören in die Hand erfahrener Behandler.
Substanz & Hintergrund
Modalitäten
Verschlimmerung tritt nach der überlieferten Beschreibung durch anhaltende geistige Anstrengung ein, außerdem nach langem Lesen und Bildschirmarbeit, bei Schlafmangel, bei Wetterwechsel und schwüler Luft sowie beim schnellen Aufrichten aus dem Sitzen oder Bücken.
Besserung beschreibt die Praxisliteratur in frischer Luft und bei ruhiger Bewegung, nach ausreichendem Schlaf, in einem gleichmäßigen Tagesrhythmus, durch Pausen bei geistiger Arbeit und beim langsamen Aufstehen. Charakteristisch bleibt die Kombination aus dumpfem Kopf, Ohrensausen und kurzer Unsicherheit beim Lagewechsel.
Substanz und Hintergrund
Ausgangsstoff sind die Blätter des Ginkgobaums (Ginkgo biloba), der als einziger Vertreter einer eigenen Pflanzengruppe gilt und dessen Gestalt sich in Fossilien aus mehr als 150 Millionen Jahren wiederfindet. Seine Heimat ist China; über Japan kam er im 18. Jahrhundert nach Europa, wo Goethe ihm ein Gedicht widmete, das den zweigeteilten Blattfächer aufgreift.
Aus den Blättern werden zwei ganz verschiedene Arzneiformen hergestellt. Standardisierte Trockenextrakte sind pflanzliche Fertigarzneimittel: in einem definierten Verfahren aufkonzentriert, in Milligramm dosiert und arzneilich eigenständig bewertet, mit eigenen Angaben zu Einnahme, Wechselwirkungen und Gegenanzeigen.
Die homöopathische Zubereitung entsteht dagegen aus der Urtinktur der Blätter durch stufenweise Verdünnung und Verschüttelung; gebräuchlich sind Potenzen ab D6. Beide Formen tragen denselben Pflanzennamen, gehören aber unterschiedlichen Arzneiformen an und lassen sich nicht gegeneinander umrechnen.
In die homöopathische Arzneimittellehre wurde Ginkgo erst im 20. Jahrhundert aufgenommen; er wird dort als kleines, jüngeres Mittel geführt.
Ähnliche Mittel im Vergleich
Diese Mittel teilen Anwendungsgebiete mit Ginkgo biloba – die Leitsymptome entscheiden über die Abgrenzung.

Crotalus Horridus (Klapperschlange)
Klapperschlange
Homöopathische Zubereitung aus der Wald-Klapperschlange. Homöopathen ordnen dem Mittel ein Arzneimittelbild mit Benommenheit, Hinterkopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Schlafstörungen zu.
KopfschmerzenSchlafstörungenÜbelkeitErbrechen
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Acidum Oxalicum (Oxal-Säure)
Oxalsäure
Acidum oxalicum basiert auf der Oxalsäure und wird in der Homöopathie traditionell bei Magen-Darm-Beschwerden, Sodbrennen sowie Kopfschmerzen mit Schwindel eingesetzt. Typisch sind linksseitige Beschwerden und eine ausgeprägte Empfindlichkeit gegenüber sauren Lebensmitteln.
Magen-Darm-BeschwerdenSodbrennenKopfschmerzenSchwindel
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Acidum Phosphoricum
Phosphorsäure
Acidum phosphoricum wird in der Homöopathie traditionell bei Schwäche- und Erschöpfungszuständen eingesetzt, insbesondere nach Kummer, Liebeskummer oder emotionalem Schock. Homöopathen ordnen dem Mittel eine besondere Beziehung zu Gemüt, Nerven und Wirbelsäule zu.
ErschöpfungSchwächezuständeBeschwerden nach KummerLiebeskummer
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Agaricus muscarius
Fliegenpilz
Agaricus muscarius wird aus dem giftigen Fliegenpilz hergestellt und nur potenziert verwendet. Die Materia medica ordnet dem Mittel Muskelzucken, Zittern, Schwindel mit Unsicherheit beim Gehen sowie brennend juckende Frostbeulen zu.
MuskelzuckenLidzuckenZitternSchwindel
Zum Mittel-Profil →Häufige Fragen zu Ginkgo biloba
Wobei wird Ginkgo biloba in der Homöopathie traditionell angewendet?
Die homöopathische Tradition ordnet Ginkgo biloba vor allem diesen Anwendungsgebieten zu: Gedächtnisschwäche, Konzentrationsschwäche, Ohrensausen, Schwindel. Die Mittelwahl richtet sich dabei nach dem individuellen Beschwerdebild. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.
Welche Potenzen von Ginkgo biloba sind üblich?
Für Ginkgo biloba werden in der Praxis häufig die Potenzen D6, D12 verwendet. Zur Selbstanwendung greifen Anwender traditionell zu niedrigen Potenzen (D6–D12); Hochpotenzen gelten als Sache erfahrener Homöopathen.
Was ist das typische Mittelbild von Ginkgo biloba?
Typische Leitsymptome, die die Materia medica Ginkgo biloba zuordnet: Namen und Alltagsdinge fallen nicht ein; Konzentration lässt nach kurzer Zeit nach; Ohrensausen, das in stiller Umgebung auffällt; Benommenes Schwindelgefühl beim Aufstehen oder Bücken; Kopf dumpf und schwer nach langem Lesen.
