Lexikon
Erstverschlimmerung
Die Erstverschlimmerung nach der Einnahme homöopathischer Mittel bezeichnet das Phänomen, dass sich nach der Einnahme des indizierten Präparats der Zustand des Patienten zunächst verschlechtert. Dabei ist davon auszugehen, dass die sogenannte Erstverschlimmerung um so größer ausfällt, je besser das homöopathische Mittel eigentlich passt. Auch die Höhe der eingenommenen Potenz bedingt vielfach eine dazu proportionale Erstverschlimmerung.Verlauf der ErstverschlimmerungDurch die Erstverschlimmerung nehmen die Beschwerden unmittelbar nach der Einnahme eines entsprechenden homöopathischen Mittels zunächst zu, bevor sie sich danach langsam verbessern. Heilpraktiker und ausgebildete Homöopathen weisen immer wieder darauf hin, dass diese Erstverschlimmerung ein gutes Zeichen darstellt, wenn sie nur wenige Stunden andauert und kein bedrohliches Ausmaß annimmt. Der Körper erkennt das Mittel und aktiviert seine Selbstheilungskräfte, um somit die Krankheit wirksam zu bekämpfen. Trotz dieses an sich guten Zeichens sollten während der Erstverschlimmerung keine weiteren Gaben vom entsprechenden homöopathischen Mittel eingenommen werden. Die Symptome klingen nach der Erstverschlimmerung normalerweise sehr schnell ab, sie treten überdies schwächer als im akuten Zustand auf. Die Erstverschlimmerung tritt auf, weil das homöopathische Mittel in seinem Mittelbild die Symptome des Patienten aufweist, sonst wäre es nicht wirksam. Das wurde in Tests an gesunden Probanden herausgefunden. Wenn sich nun dieses Mittelbild im Zuge der Erstverschlimmerung zeigt, kann von der Wahl des richtigen Mittels ausgegangen werden.
Erstverschlimmerung beenden
Natürlich kann eine Erstverschlimmerung krasse Ausmaße annehmen und soll dann beendet werden. Die homöopathische Wirkung ist mittels Menthol oder Kampfer zu stoppen, wozu Kampfer in der Zahnpasta oder ein Pfefferminztee genügen können. Bei einem sehr beunruhigenden und langen Verlauf der Erstverschlimmerung ist ein Arztbesuch angebracht. Die Verschlimmerung der Symptome könnte nicht nur auf die übliche Erstverschlimmerung zurückzuführen sein, sondern auch eine echte Krankheitsverschlimmerung bedeuten, die ärztlich abgeklärt werden muss. Eine Erstverschlimmerung nach homöopathischen Medikamenten ist also nicht ausnahmslos ein gutes Zeichen, vor allem wenn sie schwerwiegend und lang anhaltend ausfällt.
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