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Ustilago maydisMaisbrand

Ustilago maydis ist die potenzierte Zubereitung des Maisbrands, eines Pilzes auf jungen Maiskolben. Die Materia medica ordnet dem Mittel Menstruationsbeschwerden, Wechseljahresbeschwerden, Haarausfall und brüchige Nägel zu.

Botanische Illustration von Ustilago maydis (Maisbrand) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli
Ustilago maydis – Maisbrand: Ausgangs­substanz der homöopathischen Zubereitung

MenstruationsbeschwerdenHaarausfallBrüchige Haare und NägelWechseljahresbeschwerden

ELEva Landefeld· HeilpraktikerinVeröffentlicht Juli 2026 · Überarbeitet Juli 2026

Mittelbild & Leitsymptome

  • Haare werden trocken und fallen büschelweise aus
  • Nägel splittern und reißen an den Rändern ein
  • Ziehende Krämpfe im linken Unterbauch
  • Druck und Schwere nach unten im Becken
  • Beschwerden verstärkt vor und mit der Periode
  • Hitzewallungen mit Reizbarkeit in den Wechseljahren

Ustilago maydis ist kein Pflanzen-, sondern ein Pilzmittel: Ausgangsstoff ist der Maisbrand, der junge Maiskolben zu graugrünen Beulen umformt; verwendet wird ausschließlich die potenzierte Zubereitung.

Das Arzneimittelbild hat einen deutlichen Bezug zum Zyklus. Überliefert sind ziehende Krämpfe im Unterbauch, ein Druck nach unten und ein dumpfer Kreuzschmerz, die sich vor und während der Periode verstärken. Ein zweiter, in der Literatur gut dokumentierter Strang betrifft Haare und Nägel: Haare, die trocken werden und büschelweise ausgehen, dazu Nägel, die splittern und brechen. Homöopathen wählen Ustilago, wenn Zyklusbeschwerden und diese Zeichen an Haaren und Nägeln zum gleichen Bild gehören.

Mittelbild und Leitsymptome

Ustilago wird in der Materia medica als Mittel mit engem Bezug zum weiblichen Zyklus geführt. Die Prüfungen beschreiben ziehende, krampfartige Schmerzen im Unterbauch, häufig links betont, dazu ein Gefühl von Druck und Schwere nach unten und einen dumpfen Kreuzschmerz, der über das Becken in die Oberschenkel zieht. Die Beschwerden ordnen sich um die Periode: Sie beginnen in den Tagen davor und halten in die ersten Tage hinein an.

Ein zweites, in der klassischen Literatur ausdrücklich hervorgehobenes Zeichen betrifft die Haare. Boericke beschreibt Haare, die trocken und glanzlos werden, sich leicht herausziehen lassen und büschelweise ausfallen, begleitet von einer juckenden, schuppigen Kopfhaut. Dazu treten Nägel, die weich werden, splittern und an den Rändern einreißen.

Zur Stimmungslage gehört eine Reizbarkeit, die in den Tagen vor der Periode zunimmt, mit Weinerlichkeit, Empfindlichkeit gegen Geräusche und einem raschen Wechsel zwischen Auffahren und Erschöpfung.

Für die Wechseljahre nennt die Praxisliteratur Hitzewallungen mit Schweiß, unruhige Nächte und einen unregelmäßig gewordenen Rhythmus. Homöopathen wählen Ustilago, wenn diese Zeichen als Bild zusammenkommen und der Befund an Haaren und Nägeln den Zyklusbeschwerden zur Seite steht.

Traditionelle Anwendungsgebiete

Traditionelle Anwendungsgebiete

In der Homöopathie wird Ustilago traditionell bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt: ziehende Krämpfe im Unterbauch, ein Druck nach unten, Kreuzschmerz und ein unregelmäßig gewordener Zyklus, dazu die Reizbarkeit und Weinerlichkeit der Tage davor.

Ein zweites überliefertes Feld sind Haare und Nägel: Haarausfall mit trockenem, glanzlosem Haar und juckender Kopfhaut, wie er nach Entbindungen, in der Stillzeit und in den Wechseljahren beschrieben wird, sowie weiche, splitternde Nägel. Homöopathen wählen das Mittel besonders dann, wenn Haarausfall und Zyklusbeschwerden gemeinsam bestehen.

Der dritte Bereich sind Wechseljahresbeschwerden: Hitzewallungen mit Schweißausbrüchen, unruhiger Schlaf, wechselnde Stimmung und ein Ziehen im Becken. Die Praxisliteratur nennt Ustilago außerdem bei einem Wundgefühl im Kreuz nach langem Stehen und bei einem Ziehen im linken Unterbauch um die Zyklusmitte. Ebenso überliefert ist ein Haarwuchs, der nach längerer Belastung dünner und langsamer nachwächst.

Modalitäten: Was bessert, was verschlimmert?

Modalitäten sind in der Homöopathie das Zünglein an der Waage bei der Mittelwahl.

↓ Verschlimmerung durch

  • Tage vor und während der Periode
  • Bewegung und Erschütterung
  • warme Räume
  • Aufregung
  • langes Stehen

↑ Besserung durch

  • + Ruhe und Liegen
  • + kühle, frische Luft
  • + Liegen mit angezogenen Beinen
  • + örtliche Wärme im Kreuz

Dosierung & Einnahme

D6D12übliche Potenzen

Dosierung und Einnahme

Für die Selbstanwendung sind bei Ustilago die Tiefpotenzen D6 und D12 gebräuchlich. Üblich sind fünf Globuli der D6 zwei- bis dreimal täglich oder fünf Globuli der D12 ein- bis zweimal täglich.

Bei zyklusabhängigen Beschwerden arbeitet die Praxis mit einer Gabe in den Tagen vor der erwarteten Periode und während der ersten Tage; bei Zeichen an Haaren und Nägeln mit ruhigen Kuren über vier bis sechs Wochen und einer Pause danach. Die Globuli lässt man unter der Zunge zergehen, mit etwas Abstand zu Mahlzeiten, Kaffee und Pfefferminz.

Sobald sich das Bild beruhigt, wird die Gabe seltener und dann beendet. Hochpotenzen ab C30 gehören in die Hand erfahrener Behandler, die den Zyklus im Gesamtbild führen.

Substanz & Hintergrund

Modalitäten

Verschlimmerung tritt nach dem Arzneimittelbild in den Tagen vor und während der Periode ein, außerdem durch Bewegung, in warmen Räumen, bei Aufregung und nach langem Stehen. Auch geringe Erschütterung wird im Becken deutlich empfunden.

Besserung beschreibt die Materia medica durch Ruhe und Liegen, in kühler, frischer Luft, beim Liegen mit angezogenen Beinen und durch örtliche Wärme im Kreuz. Der klare Bezug zum Zyklus – schlechter vor und mit der Blutung, ruhiger danach – ist das Merkmal, an dem die klassische Literatur Ustilago einordnet.

Substanz und Hintergrund

Ausgangsstoff ist Ustilago maydis, der Maisbeulenbrand – ein Brandpilz, der junge Maiskolben befällt und einzelne Körner zu grauen, später schwarz aufplatzenden Beulen anschwellen lässt. In Mexiko gilt der junge Befall als Delikatesse und wird unter dem Namen Huitlacoche gekocht; in der Landwirtschaft gilt er als Schaderreger.

Für die Arzneimittellehre wurde der Pilz mit Secale cornutum, dem Mutterkorn, in eine Reihe gestellt: Beide sind Getreidepilze, deren Inhaltsstoffe auf glatte Muskulatur und Gefäße greifen, und beide kommen in unverarbeiteter Form für die Selbstbehandlung nicht in Frage.

In der Homöopathie wird ausschließlich die potenzierte Zubereitung verwendet, hergestellt aus dem frisch gesammelten Pilz. Geprüft und beschrieben wurde Ustilago von der amerikanischen Schule des 19. Jahrhunderts; Boericke fasste das Bild später mit dem Bezug zum Zyklus und den Zeichen an Haaren und Nägeln zusammen.

Ähnliche Mittel im Vergleich

Diese Mittel teilen Anwendungsgebiete mit Ustilago maydis – die Leitsymptome entscheiden über die Abgrenzung.

Häufige Fragen zu Ustilago maydis

Wobei wird Ustilago maydis in der Homöopathie traditionell angewendet?

Die homöopathische Tradition ordnet Ustilago maydis vor allem diesen Anwendungsgebieten zu: Menstruationsbeschwerden, Unregelmäßiger Zyklus, Ziehen im Unterbauch, Kreuzschmerz, Reizbarkeit vor der Periode, Haarausfall, Juckende Kopfhaut, Brüchige Nägel, Wechseljahresbeschwerden, Hitzewallungen. Die Mittelwahl richtet sich dabei nach dem individuellen Beschwerdebild. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.

Welche Potenzen von Ustilago maydis sind üblich?

Für Ustilago maydis werden in der Praxis häufig die Potenzen D6, D12 verwendet. Zur Selbstanwendung greifen Anwender traditionell zu niedrigen Potenzen (D6–D12); Hochpotenzen gelten als Sache erfahrener Homöopathen.

Was ist das typische Mittelbild von Ustilago maydis?

Typische Leitsymptome, die die Materia medica Ustilago maydis zuordnet: Haare werden trocken und fallen büschelweise aus; Nägel splittern und reißen an den Rändern ein; Ziehende Krämpfe im linken Unterbauch; Druck und Schwere nach unten im Becken; Beschwerden verstärkt vor und mit der Periode; Hitzewallungen mit Reizbarkeit in den Wechseljahren.