Globuliwelt.de – Die Welt der Homöopathie

Sanguinaria canadensisKanadische Blutwurz

Sanguinaria canadensis wird aus dem Wurzelstock der Kanadischen Blutwurz gewonnen und nur potenziert verwendet. Die Materia medica ordnet dem Mittel rechtsseitige, periodisch wiederkehrende Kopfschmerzen über dem rechten Auge sowie Hitzewallungen mit umschrieben roten Wangen zu.

Botanische Illustration von Sanguinaria canadensis (Kanadische Blutwurz) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli
Sanguinaria canadensis – Kanadische Blutwurz: Ausgangs­substanz der homöopathischen Zubereitung

Wechseljahresbeschwerden

Redaktion GlobuliweltVeröffentlicht Juli 2026 · Überarbeitet Juli 2026

Mittelbild & Leitsymptome

  • Kopfschmerz beginnt im Nacken und setzt sich über dem rechten Auge fest
  • Beschwerden steigen mit der Sonne und klingen zum Abend ab
  • Periodische Wiederkehr, oft im Wochenrhythmus
  • Umschriebene, brennend rote Wangen bei aufsteigender Hitze
  • Rechter Schulterschmerz, schlimmer beim Heben des Arms
  • Brennen in Handflächen und Fußsohlen

Sanguinaria canadensis, die Kanadische Blutwurz, verdankt ihren Namen dem blutroten Milchsaft ihres Wurzelstocks – verwendet wird in der Homöopathie ausschließlich die potenzierte Zubereitung.

Das Arzneimittelbild ist auffallend rechtsseitig geprägt: ein Kopfschmerz, der im Nacken beginnt, über den Kopf nach vorn zieht und sich über dem rechten Auge festsetzt, dazu Hitzewallungen mit umschrieben geröteten Wangen und ein rechtsseitiger Schulterschmerz, der das Heben des Arms erschwert. Charakteristisch ist der Tagesrhythmus: Die Beschwerden steigen mit der Sonne an und klingen gegen Abend wieder ab. Homöopathen wählen Sanguinaria traditionell, wenn diese Zeichen periodisch wiederkehren – in der klassischen Literatur oft in wöchentlichem Abstand.

Mittelbild und Leitsymptome

Das bekannteste Zeichen von Sanguinaria ist der rechtsseitige Kopfschmerz mit festem Ablauf: Er beginnt morgens im Nacken oder Hinterkopf, breitet sich über den Schädel nach vorn aus und setzt sich als bohrender oder pochender Schmerz über dem rechten Auge fest. Mit der steigenden Sonne nimmt er zu, erreicht um die Mittagszeit seinen Höhepunkt und lässt zum Abend nach. Licht, Lärm, Gerüche und jede Bewegung sind dann kaum zu ertragen; viele Betroffene ziehen sich in einen dunklen Raum zurück und finden erst im Schlaf Ruhe. Die klassische Literatur beschreibt eine auffallende Periodik – die Attacken kehren in regelmäßigen Abständen wieder, bei manchen Prüfern im Wochenrhythmus.

Ein zweiter Strang des Bildes betrifft den Wärmehaushalt: aufsteigende Hitzewallungen, ein Brennen in Handflächen und Fußsohlen und die bekannten umschrieben geröteten Wangen, die wie scharf abgegrenzte rote Flecken auf sonst blasser Haut stehen.

Drittes Kernzeichen ist der rechtsseitige Schulterschmerz: ein Schmerz im Bereich des rechten Deltamuskels, der sich beim Heben des Arms verstärkt, sodass das Kämmen oder das Greifen über Kopfhöhe schwerfällt. Nachts stört er das Liegen auf der betroffenen Seite. Dazu nennt die Materia medica einen trockenen, kitzelnden Reizhusten mit Wundgefühl hinter dem Brustbein.

Traditionelle Anwendungsgebiete

Traditionelle Anwendungsgebiete

In der Homöopathie wird Sanguinaria traditionell bei rechtsseitigen, migräneartigen Kopfschmerzen eingesetzt, die über dem rechten Auge sitzen, periodisch wiederkehren und dem beschriebenen Sonnenrhythmus folgen. Homöopathen wählen das Mittel besonders dann, wenn die Attacken so heftig sind, dass nur Ruhe, Dunkelheit und Schlaf ertragen werden.

Das zweite überlieferte Feld sind Beschwerden der Wechseljahre: fliegende Hitze, die in Wellen zum Kopf aufsteigt, umschrieben gerötete Wangen, brennende Handflächen und Fußsohlen und eine begleitende innere Unruhe. Die klassische Literatur nennt Sanguinaria hier als eines der wichtigen rechtsseitigen Frauenmittel.

Dazu kommt der rechtsseitige Schulterschmerz mit Verschlechterung beim Armheben, den Boericke ausdrücklich hervorhebt, sowie ein trockener Reizhusten mit Kitzeln hinter dem Brustbein, der abends und beim Hinlegen aufkommt. Gemeinsames Merkmal aller Anwendungsgebiete ist die klare Rechtsseitigkeit in Verbindung mit Hitze- und Brennempfindungen – die Kombination, an der die klassische Literatur das Mittel erkennt.

Modalitäten: Was bessert, was verschlimmert?

Modalitäten sind in der Homöopathie das Zünglein an der Waage bei der Mittelwahl.

↓ Verschlimmerung durch

  • steigende Sonne bis zum Mittag
  • Licht, Lärm und Gerüche
  • Bewegung und Bücken
  • Heben des rechten Arms
  • süße Speisen

↑ Besserung durch

  • + Schlaf
  • + Liegen im abgedunkelten Raum
  • + Abendstunden
  • + Ruhe

Dosierung & Einnahme

D6D12übliche Potenzen

Dosierung und Einnahme

Für die Selbstanwendung sind bei Sanguinaria die Potenzen D6 und D12 gebräuchlich. Üblich sind fünf Globuli ein- bis dreimal täglich; bei einer beginnenden Kopfschmerzattacke arbeitet die Praxisliteratur auch mit einer Gabe zu Beginn und einer Wiederholung nach ein bis zwei Stunden, insgesamt jedoch nicht häufiger als sechsmal am Tag.

Die Globuli lässt man unter der Zunge zergehen, mit etwas Abstand zu Mahlzeiten, Kaffee und Pfefferminz. Bei periodisch wiederkehrenden Beschwerden und in den Wechseljahren wird eher ruhig und regelmäßig über zwei bis vier Wochen eingenommen und der Verlauf beobachtet.

Tritt Besserung ein, wird die Gabe seltener und dann beendet – ein dauerhaftes Weitergeben ist in der Homöopathie nicht vorgesehen. Hochpotenzen ab C30 gehören in die Hand erfahrener Behandler.

Substanz & Hintergrund

Modalitäten

Verschlimmerung tritt nach dem Arzneimittelbild mit der steigenden Sonne ein – die Beschwerden nehmen vom Morgen bis zum Mittag zu –, außerdem durch Licht, Lärm und Gerüche, durch Bewegung und Bücken sowie beim Heben des rechten Arms. Auch süße Speisen werden in der klassischen Literatur als unverträglich genannt.

Besserung beschreibt die Materia medica durch Schlaf, durch Liegen im abgedunkelten, ruhigen Raum, in den Abendstunden und durch körperliche Ruhe. Der Rhythmus mit der Sonne – ansteigend bis zum Mittag, abklingend zum Abend – ist das Merkmal, an dem Sanguinaria von anderen Kopfschmerzmitteln unterschieden wird.

Substanz und Hintergrund

Ausgangsstoff ist der Wurzelstock der Kanadischen Blutwurz (Sanguinaria canadensis), eines Mohngewächses aus den Laubwäldern des östlichen Nordamerika. Wird der Wurzelstock verletzt, tritt ein auffallend blutroter Milchsaft aus, dem die Pflanze ihren Namen verdankt. Indigene Völker Nordamerikas nutzten den Saft als Färbemittel für Haut, Kleidung und Korbwaren.

Der Milchsaft enthält Alkaloide, allen voran das Sanguinarin, und ist in roher Form scharf und reizend – auf Haut und Schleimhäuten ruft er Brennen und Entzündung hervor, eingenommen führt er zu Übelkeit und Erbrechen. In der Homöopathie wird deshalb ausschließlich die potenzierte Zubereitung verwendet, die in stufenweiser Verdünnung und Verschüttelung aus dem Wurzelstock hergestellt wird.

Geprüft wurde Sanguinaria im 19. Jahrhundert in Nordamerika; ausführliche Beschreibungen finden sich bei Hale, Kent und Boericke, die vor allem die Rechtsseitigkeit, den Sonnenrhythmus des Kopfschmerzes und die umschriebene Wangenröte herausgearbeitet haben.

Ähnliche Mittel im Vergleich

Diese Mittel teilen Anwendungsgebiete mit Sanguinaria canadensis – die Leitsymptome entscheiden über die Abgrenzung.

Häufige Fragen zu Sanguinaria canadensis

Wobei wird Sanguinaria canadensis in der Homöopathie traditionell angewendet?

Die homöopathische Tradition ordnet Sanguinaria canadensis vor allem diesen Anwendungsgebieten zu: Rechtsseitige Kopfschmerzen, Migräneartige Kopfschmerzen, Hitzewallungen, Wechseljahresbeschwerden, Schulterschmerz rechts, Brennende Handflächen und Fußsohlen, Trockener Reizhusten. Die Mittelwahl richtet sich dabei nach dem individuellen Beschwerdebild. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.

Welche Potenzen von Sanguinaria canadensis sind üblich?

Für Sanguinaria canadensis werden in der Praxis häufig die Potenzen D6, D12 verwendet. Zur Selbstanwendung greifen Anwender traditionell zu niedrigen Potenzen (D6–D12); Hochpotenzen gelten als Sache erfahrener Homöopathen.

Was ist das typische Mittelbild von Sanguinaria canadensis?

Typische Leitsymptome, die die Materia medica Sanguinaria canadensis zuordnet: Kopfschmerz beginnt im Nacken und setzt sich über dem rechten Auge fest; Beschwerden steigen mit der Sonne und klingen zum Abend ab; Periodische Wiederkehr, oft im Wochenrhythmus; Umschriebene, brennend rote Wangen bei aufsteigender Hitze; Rechter Schulterschmerz, schlimmer beim Heben des Arms; Brennen in Handflächen und Fußsohlen.