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Aspidosperma (Quebracho)Quebrachobaum

Quebracho wird aus der Rinde des südamerikanischen Aspidosperma quebracho-blanco gewonnen. Die Materia medica ordnet dem Mittel das Empfinden zu, bei Anstrengung nicht genügend Luft zu bekommen, mit Verlangen nach frischer, offener Luft und langsamer Erholung.

Redaktion GlobuliweltVeröffentlicht Juli 2026 · Überarbeitet Juli 2026

Mittelbild & Leitsymptome

  • Muss beim Treppensteigen stehenbleiben und tief durchatmen
  • Verlangen nach offenem Fenster und frischer Luft
  • Beklemmung in warmen, überfüllten Räumen
  • Kurzatmigkeit und Kopfdruck beim Aufstieg im Gebirge
  • Blässe um Mund und Nase nach Belastung
  • Atem und Puls brauchen lange, um ruhig zu werden

Quebracho ist ein eng umschriebenes Kleinmittel der homöopathischen Arzneimittellehre. Sein Ausgangsstoff ist die Rinde des Weißen Quebrachobaums aus dem südamerikanischen Gran Chaco, eines Baumes, dessen Holz so hart ist, dass sein spanischer Name „Axtbrecher" bedeutet.

Das Arzneimittelbild dreht sich um ein einziges Leitthema: das Empfinden, bei Anstrengung nicht genügend Luft zu bekommen. Beim Treppensteigen, beim Tragen, beim Bergaufgehen muss innegehalten und tief durchgeatmet werden; warme, stickige Räume werden schlecht vertragen, das Fenster wird geöffnet.

Homöopathen wählen das Mittel traditionell, wenn dieses Kurzatmigkeitsempfinden bei Belastung, das Verlangen nach Luft und die auffallend langsame Erholung von Atem und Puls zusammen auftreten.

Mittelbild und Leitsymptome

Das Arzneimittelbild von Quebracho ist schmal und dadurch gut erkennbar: Es dreht sich um das Empfinden, bei Anstrengung nicht genügend Luft zu bekommen. Prüfungen und Praxisberichte beschreiben Menschen, die beim Treppensteigen, beim Bergaufgehen oder beim schnellen Gehen innehalten, tief durchatmen und erst dann weitergehen – begleitet von Blässe um Mund und Nase und einem Gefühl von Beengung mitten in der Brust.

Charakteristisch ist das Verlangen nach frischer, offener Luft: Fenster werden geöffnet, warme und überheizte Räume, Menschenansammlungen und schwere Luft werden schlecht vertragen. In dünner Höhenluft verstärkt sich das Bild, weshalb die ältere Literatur Quebracho ausdrücklich bei Beschwerden im Gebirge nennt – Kurzatmigkeit, Kopfdruck und Mattigkeit beim Aufstieg.

Dazu gehört eine langsame Erholung: Nach Belastung dauert es auffallend lange, bis Atem und Puls wieder ruhig werden, häufig mit Herzklopfen und einem Gefühl von Schwäche in der Brust. Boericke nennt außerdem einen trockenen Reizhusten, der bei Anstrengung und in schlechter Luft aufkommt.

Homöopathen wählen das Mittel, wenn diese Zeichen zusammen auftreten: Luftmangel-Empfinden unter Belastung, ausgeprägtes Luftbedürfnis und eine Erholung, die länger braucht als erwartet.

Traditionelle Anwendungsgebiete

Traditionelle Anwendungsgebiete

In der Homöopathie wird Quebracho traditionell bei einem Empfinden von Kurzatmigkeit unter Belastung eingesetzt: beim Treppensteigen, beim Tragen, beim Bergaufgehen, mit Beengung in der Brust und dem Verlangen nach offener Luft. Ebenso nennt die Praxisliteratur Beschwerden in großer Höhe – Kurzatmigkeit, Kopfdruck und rasche Erschöpfung beim Aufstieg – sowie Beklemmung in stickigen, überheizten Räumen und in Menschenmengen.

Ein weiteres überliefertes Feld ist die verzögerte Erholung nach Infekten und nach körperlicher Überforderung, wenn schon geringe Anstrengung als mühsam empfunden wird und der Atem lange braucht, um ruhig zu werden. Genannt wird außerdem trockener Reizhusten, der bei Anstrengung und in schlechter Luft aufkommt, sowie Herzklopfen, das nach Belastung nur langsam nachlässt.

Homöopathen wählen Quebracho, wenn das Bedürfnis nach Luft, die Blässe unter Belastung und die langsame Beruhigung von Atem und Puls bei demselben Menschen zusammentreffen.

Modalitäten: Was bessert, was verschlimmert?

Modalitäten sind in der Homöopathie das Zünglein an der Waage bei der Mittelwahl.

↓ Verschlimmerung durch

  • körperliche Anstrengung und Steigungen
  • warme, stickige Räume
  • große Höhe
  • feuchtwarmes Wetter
  • Sprechen während des Gehens

↑ Besserung durch

  • + frische, kühle Luft
  • + offenes Fenster
  • + körperliche Ruhe
  • + langsames, ruhiges Atmen
  • + längere Pausen

Dosierung & Einnahme

D6D12übliche Potenzen

Dosierung und Einnahme

Für Quebracho sind in der Praxis die D6 und die D12 gebräuchlich, üblicherweise fünf Globuli ein- bis dreimal täglich über einen begrenzten Zeitraum; bei Bedarf wird eine Gabe vor einer geplanten Belastung oder vor einem Aufstieg im Gebirge genommen.

Die Globuli lässt man unter der Zunge zergehen, mit Abstand zu Mahlzeiten, Kaffee und Pfefferminz. Sobald sich das Befinden beruhigt, wird die Gabe seltener und dann beendet.

Eine Regel der Praxisliteratur gilt hier besonders: Luftnot unter Belastung wird zuerst ärztlich eingeordnet – was hinter ihr steht, ist eine Frage der Untersuchung und nicht der Selbstanwendung. Verordnete Medikamente für Atemwege oder Herz bleiben dabei unverändert. Hochpotenzen ab C30 gehören in die Hand erfahrener Behandler.

Substanz & Hintergrund

Modalitäten

Verschlimmerung tritt nach dem Arzneimittelbild bei körperlicher Anstrengung ein – Treppen, Steigungen, Tragen –, außerdem in warmen, stickigen und überfüllten Räumen, in großer Höhe, beim Sprechen während des Gehens und bei feuchtwarmem Wetter.

Besserung beschreibt die Materia medica in frischer, kühler Luft und am offenen Fenster, in körperlicher Ruhe, im Sitzen mit langsamem, ruhigem Atmen und nach längeren Pausen. Die Verbindung – schlechter bei Belastung und in schlechter Luft, besser im Freien und in Ruhe – ist das Muster, an dem die klassische Literatur Quebracho beschreibt.

Substanz und Hintergrund

Ausgangsstoff ist die Rinde von Aspidosperma quebracho-blanco, dem Weißen Quebrachobaum aus dem Gran Chaco in Argentinien, Paraguay und Bolivien. Der Name kommt aus dem Spanischen: quiebra hacha – Axtbrecher – beschreibt das außerordentlich harte Holz. Vom rotholzigen Quebracho colorado, der als Gerbstoffbaum genutzt wird, ist der weiße Quebracho botanisch zu unterscheiden; er gehört zu den Hundsgiftgewächsen (Apocynaceae).

Die Rinde enthält eine Reihe von Alkaloiden, darunter Aspidospermin, und wurde in Südamerika traditionell bei Beschwerden mit dem Atem verwendet. Pflanzliche Rindenextrakte und homöopathische Potenzen sind dabei zwei verschiedene Zubereitungen mit unterschiedlicher Anwendungslogik – in der Homöopathie kommt ausschließlich die potenzierte Form zum Einsatz.

In die Arzneimittellehre gelangte Quebracho im späten 19. Jahrhundert. Boericke beschreibt es knapp und ausschließlich über sein Leitthema, den Luftmangel bei Anstrengung, was Quebracho zu einem der eng umschriebenen Kleinmittel der Materia medica macht.

Ähnliche Mittel im Vergleich

Diese Mittel teilen Anwendungsgebiete mit Aspidosperma (Quebracho) – die Leitsymptome entscheiden über die Abgrenzung.

Häufige Fragen zu Aspidosperma (Quebracho)

Wobei wird Aspidosperma (Quebracho) in der Homöopathie traditionell angewendet?

Die homöopathische Tradition ordnet Aspidosperma (Quebracho) vor allem diesen Anwendungsgebieten zu: Kurzatmigkeitsempfinden bei Anstrengung, Beengung beim Treppensteigen, Beklemmung in stickigen Räumen, Beschwerden in großer Höhe, Verlangen nach frischer Luft, Trockener Reizhusten bei Anstrengung, Rasche Erschöpfung bei Belastung, Verzögerte Erholung nach Infekten, Herzklopfen nach Anstrengung, Blässe unter Belastung. Die Mittelwahl richtet sich dabei nach dem individuellen Beschwerdebild. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.

Welche Potenzen von Aspidosperma (Quebracho) sind üblich?

Für Aspidosperma (Quebracho) werden in der Praxis häufig die Potenzen D6, D12 verwendet. Zur Selbstanwendung greifen Anwender traditionell zu niedrigen Potenzen (D6–D12); Hochpotenzen gelten als Sache erfahrener Homöopathen.

Was ist das typische Mittelbild von Aspidosperma (Quebracho)?

Typische Leitsymptome, die die Materia medica Aspidosperma (Quebracho) zuordnet: Muss beim Treppensteigen stehenbleiben und tief durchatmen; Verlangen nach offenem Fenster und frischer Luft; Beklemmung in warmen, überfüllten Räumen; Kurzatmigkeit und Kopfdruck beim Aufstieg im Gebirge; Blässe um Mund und Nase nach Belastung; Atem und Puls brauchen lange, um ruhig zu werden.