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StrophanthusStrophanthus

Strophanthus wird aus den Samen der westafrikanischen Kombé-Liane gewonnen, einem traditionellen Pfeilgift, und nur potenziert verwendet. Die Materia medica ordnet dem Mittel Herzklopfen nach Anstrengung, zitternde Hände und große Kraftlosigkeit zu.

NervositätTinnitus

Redaktion GlobuliweltVeröffentlicht Juli 2026 · Überarbeitet Juli 2026

Mittelbild & Leitsymptome

  • Herzklopfen nach Anstrengung, klingt nur langsam ab
  • Hände zittern bei jeder Aufregung
  • Druck in der Brust mit Verlangen nach frischer Luft
  • Große Muskelschwäche und Kraftlosigkeit
  • Schwindel beim Bücken und Aufrichten
  • Tabak und starker Kaffee verstärken alles sofort

Strophanthus gehört zu den historisch bedeutsamsten Arzneipflanzen mit Herzbezug: Die Samen der westafrikanischen Kombé-Liane dienten in ihren Herkunftsgebieten als Pfeilgift und kamen im 19. Jahrhundert nach Europa. In der Homöopathie wird ausschließlich die potenzierte Zubereitung verwendet.

Das Arzneimittelbild zeigt Menschen, die nach kleiner Anstrengung ein heftiges Herzklopfen bekommen, das nur langsam abklingt, deren Hände bei jeder Aufregung zittern und deren Kraft im Alltag rasch nachlässt. Tabak und starker Kaffee lassen alle Zeichen sofort deutlicher werden.

Die Beurteilung der Herztätigkeit gehört durchgehend in ärztliche Hände; Strophanthus wird in der Tradition als begleitendes Mittel aus erfahrener homöopathischer Praxis gewählt.

Mittelbild und Leitsymptome

Strophanthus ist in der Materia medica ein Mittel der erschöpften Kraft. Die klassischen Beschreibungen zeichnen Menschen, die nach kleiner Anstrengung ein heftiges Herzklopfen bekommen, das nur langsam wieder abklingt, und die dabei ein Druck- und Völlegefühl in der Brust empfinden, das nach frischer Luft verlangt.

Charakteristisch ist das Zittern: Die Hände zittern bei jeder Aufregung, beim Halten einer Tasse, beim Schreiben; dazu kommt eine feine innere Unruhe, die sich in oberflächlichem Schlaf und nächtlichem Wachliegen fortsetzt. Boericke beschreibt eine ausgeprägte Muskelschwäche und Kraftlosigkeit, die besonders bei älteren Menschen auffällt, verbunden mit Blässe, Abmagerung und rascher Ermüdung.

Zum Bild gehören außerdem Schwindel beim Bücken und beim Aufrichten sowie Ohrensausen. Auffällig ist eine deutliche Empfindlichkeit gegenüber Genussmitteln: Tabak und starker Kaffee lassen Herzklopfen, Zittern und Unruhe sofort stärker werden.

Homöopathen wählen Strophanthus, wenn diese Zeichen zusammentreffen – Herzklopfen nach Anstrengung mit langsamem Abklingen, zitternde Hände, große Kraftlosigkeit und Empfindlichkeit gegen Tabak – und zwar als traditionelle Begleitung in erfahrener Hand, während die Beurteilung der Herztätigkeit selbst ärztlich erfolgt.

Traditionelle Anwendungsgebiete

Traditionelle Anwendungsgebiete

In der Homöopathie wird Strophanthus traditionell bei nervösem Herzklopfen nach Anstrengung eingesetzt, mit Druckgefühl in der Brust, Beklommenheit und dem Bedürfnis nach frischer Luft.

Ein zweites überliefertes Feld ist die Erschöpfung: Kraftlosigkeit und Muskelschwäche im höheren Alter, rasche Ermüdung nach Infekten, Blässe, Schwindel beim Bücken und Ohrensausen. Die klassische Literatur nennt das Mittel auch bei Zittern der Hände und innerer Unruhe nach Aufregung, langen Arbeitstagen und bei reichlichem Tabak- und Kaffeekonsum, ebenso bei oberflächlichem Schlaf mit nächtlichem Wachliegen.

Homöopathen wählen Strophanthus besonders dann, wenn die Kraftlosigkeit im Vordergrund steht und das Herzklopfen nach jeder kleinen Belastung lange nachhallt, während Tabak und Kaffee die Unruhe zusätzlich verstärken.

Erkrankungen des Herzens, Rhythmusstörungen und Wassereinlagerungen gehören durchgehend in ärztliche Behandlung; die potenzierte Form tritt nicht an die Stelle verordneter Herzmedikamente. Homöopathen wählen Strophanthus in solchen Situationen ausschließlich begleitend und aus eigener Erfahrung heraus, nie zur Selbstbehandlung.

Modalitäten: Was bessert, was verschlimmert?

Modalitäten sind in der Homöopathie das Zünglein an der Waage bei der Mittelwahl.

↓ Verschlimmerung durch

  • Anstrengung und Treppensteigen
  • Tabak und starker Kaffee
  • warme Räume
  • Aufregung
  • Bücken

↑ Besserung durch

  • + körperliche Ruhe
  • + kühle Luft
  • + Sitzen mit erhöhtem Oberkörper
  • + gleichmäßiger Tagesrhythmus

Dosierung & Einnahme

D6D12übliche Potenzen

Dosierung und Einnahme

Strophanthus unterliegt in tiefen Verdünnungen der Verschreibungspflicht; frei erhältlich sind erst höhere Potenzen, gebräuchlich die D6 und die D12.

Für Beschwerden am Herzen sieht die Homöopathie keine Dosierung zur Selbstanwendung vor. Potenz, Zeitpunkt und Abstand der Gaben gehören bei Strophanthus in die Hand erfahrener Homöopathen, begleitend zu einer ärztlich geführten Behandlung; verordnete Herzmedikamente bleiben unverändert.

Wird das Mittel bei allgemeinen Zeichen wie Kraftlosigkeit nach einem Infekt oder Zittern nach Aufregung gewählt, sind fünf Globuli ein- bis zweimal täglich über wenige Tage üblich. Man lässt sie unter der Zunge zergehen, mit Abstand zu Mahlzeiten, Kaffee und Pfefferminz. Bei eintretender Besserung wird die Gabe seltener und dann beendet. Hochpotenzen ab C30 gehören in die Hand erfahrener Behandler.

Substanz & Hintergrund

Modalitäten

Verschlimmerung tritt nach dem Arzneimittelbild bei körperlicher Anstrengung ein, besonders beim Treppensteigen und beim Bergaufgehen, außerdem nach Tabak und starkem Kaffee, in warmen Räumen, durch Aufregung und beim Bücken.

Besserung beschreibt die Materia medica in körperlicher Ruhe, in kühler Luft, im Sitzen mit erhöhtem Oberkörper und bei einem gleichmäßigen, ruhigen Tagesrhythmus ohne Zeitdruck. Die Verbindung aus großer Kraftlosigkeit, zitternden Händen und der ausgeprägten Empfindlichkeit gegen Tabak ist das Merkmal, an dem Strophanthus in der klassischen Literatur von anderen Mitteln mit Herzbezug abgegrenzt wird.

Substanz und Hintergrund

Ausgangsstoff sind die reifen Samen von Strophanthus kombé und Strophanthus hispidus, kletternden Hundsgiftgewächsen West- und Ostafrikas. In ihren Herkunftsgebieten dienten die Samen als Pfeilgift für die Jagd auf Großwild.

Die Samen enthalten stark wirksame Herzglykoside, vor allem k-Strophanthin und Ouabain, und sind hochgiftig; jede Verwendung außerhalb der Potenzierung ist ausgeschlossen. In der Homöopathie kommt ausschließlich die potenzierte Zubereitung zum Einsatz.

Nach Europa gelangten die Samen im 19. Jahrhundert über die Afrikareisen von David Livingstone und John Kirk; der Edinburgher Pharmakologe Thomas Fraser untersuchte sie in den 1870er Jahren und beschrieb ihre Wirkung auf den Herzmuskel. Aus dieser Linie entstand das Strophanthin der Medizin des 20. Jahrhunderts – eine standardisierte, ärztlich dosierte Zubereitung, die mit der homöopathischen Potenz nur die Ausgangspflanze teilt. Die homöopathische Arzneimittellehre beschreibt Strophanthus seit dem späten 19. Jahrhundert, unter anderem bei Boericke.

Ähnliche Mittel im Vergleich

Diese Mittel teilen Anwendungsgebiete mit Strophanthus – die Leitsymptome entscheiden über die Abgrenzung.

Häufige Fragen zu Strophanthus

Wobei wird Strophanthus in der Homöopathie traditionell angewendet?

Die homöopathische Tradition ordnet Strophanthus vor allem diesen Anwendungsgebieten zu: Herzklopfen nach Anstrengung, Druckgefühl in der Brust, Zittern der Hände, Innere Unruhe, Kraftlosigkeit im höheren Alter, Erschöpfung nach Infekten, Schwindel beim Bücken, Ohrensausen, Oberflächlicher Schlaf, Empfindlichkeit gegen Tabak. Die Mittelwahl richtet sich dabei nach dem individuellen Beschwerdebild. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.

Welche Potenzen von Strophanthus sind üblich?

Für Strophanthus werden in der Praxis häufig die Potenzen D6, D12 verwendet. Zur Selbstanwendung greifen Anwender traditionell zu niedrigen Potenzen (D6–D12); Hochpotenzen gelten als Sache erfahrener Homöopathen.

Was ist das typische Mittelbild von Strophanthus?

Typische Leitsymptome, die die Materia medica Strophanthus zuordnet: Herzklopfen nach Anstrengung, klingt nur langsam ab; Hände zittern bei jeder Aufregung; Druck in der Brust mit Verlangen nach frischer Luft; Große Muskelschwäche und Kraftlosigkeit; Schwindel beim Bücken und Aufrichten; Tabak und starker Kaffee verstärken alles sofort.