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IchthyolumIchthyol (Schieferöl)

Ichthyolum wird aus sulfoniertem Schieferöl gewonnen, das aus fossilienreichem Gestein destilliert wird. Die Homöopathie setzt die potenzierte Zubereitung traditionell bei unreiner Haut und einer Neigung zu kleinen, wiederkehrenden Hautentzündungen ein.

Mineralogische Illustration von Ichthyolum (Ichthyol (Schieferöl)) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli
Ichthyolum – Ichthyol (Schieferöl): Ausgangs­substanz der homöopathischen Zubereitung

Akne

Redaktion GlobuliweltVeröffentlicht Juli 2026 · Überarbeitet Juli 2026

Mittelbild & Leitsymptome

  • Unreine, fettige Haut mit einzelnen entzündeten Stellen
  • Kleine, druckempfindliche Knötchen, die langsam reifen
  • Wiederkehrende Pickel an Kinn, Nacken und Rücken
  • Entzündete Stellen beruhigen sich nur langsam
  • Verschlechterung durch Schwitzen und Reibung

Ichthyolum stammt aus einem der eigentümlichsten Ausgangsstoffe der Arzneimittellehre: Schieferöl, gewonnen aus einem Gestein, das die versteinerten Reste urzeitlicher Meerestiere enthält – daher der Name, vom griechischen ichthys, der Fisch.

Vielen ist die Substanz aus der dunklen Zugsalbe vertraut, die seit dem 19. Jahrhundert in Hausapotheken liegt. Die Homöopathie verwendet demgegenüber die potenzierte Zubereitung und ordnet ihr traditionell die unreine, zu kleinen Entzündungen neigende Haut zu: wiederkehrende Pickel, druckempfindliche Knötchen, Stellen, die langsam reifen und langsam abklingen. Homöopathen wählen Ichthyolum, wenn dieses Muster sich hartnäckig wiederholt.

Mittelbild und Leitsymptome

Das Bild von Ichthyolum ist ein Hautbild der Unreinheit und der schwelenden kleinen Entzündung. Beschrieben wird eine eher fettige, großporige Haut, auf der immer wieder einzelne entzündete Stellen entstehen: Pickel, entzündete Haarbälge, kleine druckempfindliche Knötchen, die sich über Tage entwickeln, langsam „reifen" und ebenso langsam wieder abklingen. Bevorzugte Stellen sind Kinn und Unterkieferrand, Nacken, Schultern und Rücken sowie Zonen, in denen Kleidung reibt und die Haut schwitzt.

Charakteristisch ist weniger die einzelne Stelle als die Neigung: Kaum ist eine Entzündung abgeklungen, entsteht an anderer Stelle die nächste. Die Haut wirkt insgesamt leicht reizbar, reagiert auf Schwitzen, Reibung und fettende Kosmetik mit neuen Unreinheiten und beruhigt sich an der frischen Luft.

Ichthyolum gehört zu den kleineren Mitteln der Materia medica; Boericke führt es mit Bezug auf die Haut und ihre chronische Unruhe. Ein Teil des überlieferten Bildes stammt aus der langen äußeren Anwendung der Substanz, deren Erfahrungsschatz die traditionelle Zuordnung geprägt hat: Wo die Zugsalbe in Substanz ihre klassische Rolle bei der kleinen, umschriebenen Entzündung hatte, wählt die Homöopathie die Potenz bei der wiederkehrenden Neigung dazu.

Begleitend wird eine matte, leicht verdrießliche Grundstimmung beschrieben, wie sie hartnäckige Hautbeschwerden häufig mit sich bringen.

Traditionelle Anwendungsgebiete

Traditionelle Anwendungsgebiete

Die Homöopathie setzt Ichthyolum traditionell bei unreiner Haut ein: wiederkehrende Pickel und Mitesser, entzündete Haarbälge, kleine druckempfindliche Knötchen an Kinn, Nacken, Schultern und Rücken. Homöopathen wählen das Mittel, wenn nicht die einzelne Stelle, sondern die hartnäckige Neigung das Bild bestimmt – eine Haut, die immer wieder an neuer Stelle mit einer kleinen Entzündung antwortet.

Genannt wird das Mittel außerdem bei unreiner Haut, die sich unter Schwitzen, Reibung und dicht anliegender Kleidung verschlechtert, etwa an Rücken und Schultern nach dem Sport, sowie bei fettiger, großporiger Gesichtshaut mit einzelnen entzündeten Stellen.

Die Auswahl folgt dabei dem Gesamtbild: Ichthyolum steht in der Praxisliteratur neben bekannteren Hautmitteln wie Hepar sulfuris – das bei berührungsempfindlichen, zur Eiterung drängenden Stellen gewählt wird – und Silicea, dem Mittel der langsamen, kalten Verläufe. Ichthyolum wird bevorzugt, wenn die fettige, unruhige Haut mit ihrer steten Entzündungsneigung im Vordergrund steht und die einzelnen Stellen klein und oberflächlich bleiben.

Modalitäten: Was bessert, was verschlimmert?

Modalitäten sind in der Homöopathie das Zünglein an der Waage bei der Mittelwahl.

↓ Verschlimmerung durch

  • Schwitzen
  • Reibung durch Kleidung
  • fettende Kosmetik
  • Wärmestau
  • Ausdrücken der Stellen

↑ Besserung durch

  • + frische Luft
  • + Kühle
  • + schonende Hautreinigung

Dosierung & Einnahme

D6D12übliche Potenzen

Dosierung und Einnahme

Für die Selbstanwendung sind bei Ichthyolum die Potenzen D6 und D12 gebräuchlich. Üblich sind fünf Globuli ein- bis zweimal täglich; bei der wiederkehrenden Entzündungsneigung arbeitet die Praxis mit ruhigen Kuren über drei bis vier Wochen und beurteilt den Verlauf eher über die Häufigkeit neuer Stellen als über die einzelne bestehende.

Die Globuli lässt man unter der Zunge zergehen, mit etwas Abstand zu Mahlzeiten, Kaffee und Pfefferminz. Eine schonende äußere Hautpflege läuft parallel weiter; wer zusätzlich eine ichthyolhaltige Salbe verwendet, kombiniert die Substanz in äußerer Anwendung mit der Potenz zum Einnehmen – zwei verschiedene Zubereitungen, deren Nebeneinander bewusst gewählt sein sollte.

Sobald die Haut ruhiger wird, wird die Gabe seltener und dann beendet. Hochpotenzen ab C30 gehören in die Hand erfahrener Behandler.

Substanz & Hintergrund

Modalitäten

Verschlimmerung beschreibt die Praxisliteratur durch Schwitzen und Wärmestau, durch Reibung von Kragen, Trägern und dicht anliegender Kleidung, durch fettende Kosmetik sowie durch Manipulieren und Ausdrücken der entzündeten Stellen, das die Umgebung zusätzlich reizt.

Besserung wird an der frischen Luft beschrieben, durch Kühle und durch eine schonende, zurückhaltende Hautreinigung ohne aggressive Mittel. Da Ichthyolum zu den kleinen Mitteln gehört, sind die überlieferten Modalitäten sparsamer als bei den großen Polychresten; die Wärme- und Schweißverschlimmerung gilt als der verlässlichste Zug des Bildes.

Substanz und Hintergrund

Ausgangsstoff ist Schieferöl, gewonnen durch trockene Destillation aus Ölschiefer – einem Sedimentgestein, das im Tiroler Karwendel bei Seefeld abgebaut wurde und die fossilen Reste urzeitlicher Meerestiere enthält. Aus dem Rohdestillat entsteht durch Behandlung mit Schwefelsäure und Ammoniak das sulfonierte Schieferöl, Ammoniumbituminosulfonat, das Ende des 19. Jahrhunderts unter dem Namen Ichthyol bekannt wurde – abgeleitet vom griechischen ichthys, Fisch.

In Substanz hat der dunkle, charakteristisch riechende Stoff eine lange Tradition als Bestandteil der Zugsalbe, die bei kleinen, umschriebenen Hautentzündungen aufgetragen wurde und in vielen Hausapotheken bis heute ihren Platz hat – eine äußere Anwendung der Substanz, die von der homöopathischen Zubereitung zu unterscheiden ist.

Die Homöopathie verwendet die potenzierte Verdünnung des sulfonierten Schieferöls. In die Materia medica kam Ichthyolum um die Wende zum 20. Jahrhundert; Boericke nahm es in sein Handbuch auf und überlieferte die Zuordnung zur unruhigen, entzündungsbereiten Haut, die das Mittel bis heute trägt.

Ähnliche Mittel im Vergleich

Diese Mittel teilen Anwendungsgebiete mit Ichthyolum – die Leitsymptome entscheiden über die Abgrenzung.

Häufige Fragen zu Ichthyolum

Wobei wird Ichthyolum in der Homöopathie traditionell angewendet?

Die homöopathische Tradition ordnet Ichthyolum vor allem diesen Anwendungsgebieten zu: Unreine Haut, Neigung zu Pickeln, Kleine Hautentzündungen, Entzündete Haarbälge, Fettige Haut, Wiederkehrende Hautunreinheiten. Die Mittelwahl richtet sich dabei nach dem individuellen Beschwerdebild. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.

Welche Potenzen von Ichthyolum sind üblich?

Für Ichthyolum werden in der Praxis häufig die Potenzen D6, D12 verwendet. Zur Selbstanwendung greifen Anwender traditionell zu niedrigen Potenzen (D6–D12); Hochpotenzen gelten als Sache erfahrener Homöopathen.

Was ist das typische Mittelbild von Ichthyolum?

Typische Leitsymptome, die die Materia medica Ichthyolum zuordnet: Unreine, fettige Haut mit einzelnen entzündeten Stellen; Kleine, druckempfindliche Knötchen, die langsam reifen; Wiederkehrende Pickel an Kinn, Nacken und Rücken; Entzündete Stellen beruhigen sich nur langsam; Verschlechterung durch Schwitzen und Reibung.