Mittelbild & Leitsymptome
- Dicker, weiß-gelblicher, fadenziehender Katarrh der Schleimhäute
- Flüssiger, wundmachender Fließschnupfen
- Hartnäckige Verstopfung mit klumpigem, schleimdurchsetztem Stuhl
- Schwere, dumpfe Kopfschmerzen über dem Auge
- Geschwollene, gelb belegte Zunge mit sichtbaren Zahnabdrücken
- Flaues Gefühl und starkes Senkungsgefühl im Magen mit Herzklopfen
Die kanadische Orangenwurzel (im Volksmund auch Goldsiegel-Wurzel oder Kanadische Gelbwurz genannt), ist in Nordamerika beheimatet und die einzige Pflanzenart der Gattung Hydrastis aus der Familie der Hahnenfuß-Gewächse.
Das homöopathische Mittel Hydrastis wird aus dem unterirdischen, knotigen Wurzelstock der Pflanze gewonnen, der diese an kalten Wintertagen am Leben hält.
Achtung: alle Pflanzenteile sind giftig! Das aus dieser Pflanze gewonnene Homöopathikum hat vielseitige Einsatzmöglichkeiten: Es wirkt gegen Infektionen und gegen tief im Rachenraum sitzende Schnupfen-Sekrete, hat eine gefäßverengende Wirkung, hilft bei Gastritis, Verstopfung und Verdauungsstörungen. Der Wurzelstock der kanadischen Gelbwurzel spielte früher auch in der Kräuterheilkunde und Phytotherapie eine wichtige Rolle. Heute findet Hydrastis-Extrakt zum Beispiel zur Blutstillung nach Zahnextraktionen als zahnmedizinisch eingesetztes Fertigarzneimittel Verwendung.
Hydrastis canadensis hilft außerdem gegen Katarrh-Erkrankungen der Schleimhäute, wenn diese mit dicken, gelblichen, wundmachenden, roten Sekrete einhergehen. Typischwerweise ist der Schemrz dabei rauh und brennenend. Das Heilmittel hat sich besonders bewährt bei Tinnitus, Knötchenflechte und Befall mit Magenkeimen. Der Patient ist oft vergesslich, schnell reizbar, gehässig und wütend, gleichzeitig aber auch depressiv. Ein weiteres Merkmal ist, dass die Betroffene Person sterben will und auch daran glaubt, bald sterben zu müssen.
Symptome
der Patient klagt über ein starkes Senkungs-Gefühl im Magen (mit heftigem und lang anhaltendem Herzklopfen)
der Patient hat ein flaues Gefühl im Magen (gefolgt von dumpfen Schmerzen)
der Patient leidet unter saurem Aufstoßen
der Patient hat schwere dumpf Kopfschmerzen (über dem Auge) und fühlt sich wie betrunken
der Patient spürt ein scharfes Schneiden in den Schläfen und über den Augen (besonders auf der linken Seite, wird durch Druck verbessert)
der Patient leidet an Verdauungs-Störungen
der Patient leidet unter Obstipation (chronische Stuhlverstopfung)
der Patient hat Hämorrhoiden
der Patient hat eine Uterus-Erkrankung
der Patient hat nässende Ekzeme entlang der Stirnhaarlinie (Verschlimmerung durch Waschen)
der Patient hat ein Schweregefühl in den Oberlidern
der Patient hat einen vermehrten Tränenfluss, mit dick- weißlichen Sekret-Absonderungen, (als eine Folge von trockenem, scharfem Wind)
der Patient leidet unter Taubheit
der Patient leidet unter Tinnitus (Dröhnen wie von einer Maschine)
der Patient empfindet Luft beim Einatmen in der Nase kalt.
der Patient hat einen dicken, weiße-gelblichen, Faden-ziehenden Katarrh
der Patient leidet unter einem flüssigen, wund-machenden Fließschnupfen
der Patient hat ein gelbliches, müdes Gesicht
der Patient leidet an pocken-artigen Ausschlägen
der Patient hat eine geschwollene Nase, geschwollene Lippen oder ein geschwollenes Kinn
der Patient leidet unter Juckreiz der Nase
der Patient leidet unter Aphthen an den Lippen (mit einer geschwollenen Zunge)
der Patient hat eine geschwollene, gelb belegte Zunge (man sieht Zahnabdrücke darauf, sie fühlt sich wie verbrannt an
der Patient hat einen bitteren Geschmack im Mund
der Patient leidet an wunden und rauhen Schleimhäuten im Hals (zäher, gelber Schleim wird abghustet) ältere Menschen leiden unter Bronchitis, sind appetitlos und erschöpft.
der Patient leidet unter verschleimten Bronchien mit Fieber am Abend und in der Nacht
der Patient leidet unter Herzklopfen (dazu manchmal Ohnmacht)
der Patient leidet an Atemnot mit Herzklopfen.
der Patient leidet unter Herzklopfen mit einschießenden Schmerzen in der Brust
der Patient leidet unter Schmerzen in der Brust (die bis zur linken Schulter ziehen, manchmal begleitet von Taubheit des linken Armes)
das Herzklopfen tritt besonders beim Liegen auf der linken Seite auf
der Patient magert ab, hat keinen Appetit, hat eine Abneigung gegen schwer verträgliche Lebensmittel
der Patient will kein Brot und Gemüse essen
der Patient leidet an schneidenden Schmerzen der Leber bis zum rechten Schulterblatt (Verschlimmerung durch Liegen auf der rechten Seite oder auf dem Rücken)
der Patient hat scharfe Schmerzen in der Milz-Region (mit dumpfen Schmerzen und Brennen in Magen und im Darm)
der Patient hat eine hartnäckige Verstopfung (während der Schwangerschaft oder nach der Einnahme von Abführmitteln) Der Stuhl ist klumpig und durchsetzt mit Schleim
der Patient leidet an Hämorrhoiden (dazu manchmal Kopfschmerzen und/oder Verstopfung)
der Patient leidet an dumpfen Schmerzen in der Gegend der Nieren (der Urin riecht faul)
der Patient hat eine chronische Schwellung der Lymphknoten
der Patient hat Schmerzen der Nackenmuskulatur
der Patient hat eine steife und schmerzende Lendenwirbelsäule (Frauen während der Wechseljahre)
der Patient ist bei Erkältungen müde und fühlt sich zerschlagen
der Patient hat bei Fieber und eine heiße, trockene Haut
der Patient schläft unruhig, wacht oft durch Rückenschmerzen auf und hat Sorgen-Träume
der Patient muss oft Aufstoßen
der Patient hat eine entzündete Mundschleimhaut (dazu häufig weißlich-blasse Stellen)
der Patient hat meistens rechtsseitige Bauchschmerzen
der Patient hat Gallenbeschwerden aufgrund von Gallengrieß
der Patient neigt zu Verstopfung und zu Hämorrhoiden
Männer spüren ziehende Schmerzen in der rechten Leiste, die bis zu den Hoden reichen.
Frauen haben eine wunde Scheide während des Geschlechtsverkehrs (sie bluten danach, sondern heiße und wässrige Sekrete aus dem Uterus ab)
Frauen leiden unter Menorrhagie (verlängerte Monatsblutungsdauer ) und Metrorrhagie (azyklische Blutungen ) Ihre Brustwarzen sind (durch Stillen) wund, eingerissen und eingezogen. Beim Niesen haben sie Schmerzen in der rechten Brust.
Traditionelle Anwendungsgebiete
Verwendungsgebiete von Hydrastis Canadensis
Ausfluß (übel riechend, dick, zäh und/oder eitrig)
Aphten
Ausfluss / Weißfluß
Brustkrebs Geschwüre (abgemagert)
Abführmittel Überdosierung
Fluor albus,
Gastritis (Magenschleimhautentzündung)
Darmpolypen (chronisch entzündet) durch Abführmittel-Mißbrauch
Gebärmutterkrebs blutend
Gebärmutterblutungen
schmerzhaft eitrige Beingeschwüre mit Wundsekret
Nervöse Störungen mit Kopfschmerzen
Obstipation (Verstopfung)
Bindehaut-Entzündung
Magenkrebs
Erbrechen mit Blutungen
Ausfluß (eitrig, dick, zäh und/oder klebrig)
Blähungen
Leberschwäche
Kachexie (krankhafte, sehr starke Abmagerung)
Konjunktivitis (Entzündung der Bindehaut)
Koliken und Entzündungen des Magen-Darm-Kanals
Myome (Gebärmuttergeschwulst)
Gelbsucht durch Gallestauung Appetitlosigkeit Gallenkoliken
Meteorismus (übermäßige Ansammlung von Gas im Verdauungstrakt)
chronischer, schleimig-blutiger Durchfall (nach Gallenblasen Operationen)
Magenschleimhaut-Entzündung
Mundschleimhaut-Geschwür
Mundgeschwür
Verstopfung (besonders bei alten Menschen wenn Abführmittel nicht mehr helfen)
Leber-Gallen Koliken
Chronische Bronchitis
Beingeschwür (schmerzhaftes eitrig scharf)
Gebärmutterhals-Entzündung / Geschwüre
Gallensteine durch Gallestauung / Gallensteinkolik
bitterer Geschmack im Mund
Entzündungen mit zähen gelben Absonderungen
Modalitäten: Was bessert, was verschlimmert?
Modalitäten sind in der Homöopathie das Zünglein an der Waage bei der Mittelwahl.
↓ Verschlimmerung durch
- – trockener Wind
- – Bewegung
- – in warmen Räumen
- – Waschen
- – Kälte
↑ Besserung durch
- + Druck
- + Ausscheidungen, die in Gang kommen
Verbesserung bei
Druck
Ausscheidungen die in Gang kommen
Verschlimmerung bei
Trockenem Wind
Einatmen
Bewegung
In warmen Räumen
Waschen
Frischer Luft
Kälte
Im Alter
Ähnliche Mittel im Vergleich
Diese Mittel teilen Anwendungsgebiete mit Hydrastis Canadensis (kanadische Gelbwurzel) – die Leitsymptome entscheiden über die Abgrenzung.

Nux Vomica
Brechnuss
Nux Vomica (Brechnuss) wird in der Homöopathie traditionell bei Verdauungsbeschwerden nach üppigem Essen oder Genussmitteln sowie bei stressbedingter Reizbarkeit eingesetzt. Auch Erkältungen und katerartige Kopfschmerzen zählen zu den traditionellen Anwendungsgebieten.
VerdauungsbeschwerdenVerstopfungÜbelkeitSodbrennen
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Bryonia
Weiße Zaunrübe
Bryonia alba, die Weiße Zaunrübe, wird in der Homöopathie traditionell bei trockenem Husten, Gelenkentzündungen und Verdauungsbeschwerden eingesetzt, wenn sich die Beschwerden durch kleinste Bewegung verschlimmern.
Trockener HustenKopfschmerzenGelenkentzündungenGelenkschmerzen
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Dulcamara
Bittersüßer Nachtschatten
Der Bittersüße Nachtschatten wird in der Homöopathie traditionell bei Beschwerden eingesetzt, die nach Kälte und Nässe auftreten — etwa Erkältungen, Blasenentzündungen oder Durchfall.
ErkältungenSchnupfenBlasenentzündungDurchfall
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Graphites (Graphit / schwarzer Kohlenstoff)
Graphit
Graphites wird aus Graphit (schwarzem Kohlenstoff) hergestellt. In der Homöopathie wird es traditionell bei Haut- und Nagelproblemen, Ekzemen mit honiggelben Absonderungen sowie bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt.
HautausschlägeEkzemeNeurodermitisSchuppenflechte
Zum Mittel-Profil →Häufige Fragen zu Hydrastis Canadensis (kanadische Gelbwurzel)
Wobei wird Hydrastis Canadensis (kanadische Gelbwurzel) in der Homöopathie traditionell angewendet?
Die homöopathische Tradition ordnet Hydrastis Canadensis (kanadische Gelbwurzel) vor allem diesen Anwendungsgebieten zu: Schnupfen, Schleimhautkatarrh, Bronchitis, Magenschleimhautentzündung (Gastritis), Verdauungsstörungen, Verstopfung, Hämorrhoiden, Kopfschmerzen, Tinnitus, Ekzeme, Saures Aufstoßen. Die Mittelwahl richtet sich dabei nach dem individuellen Beschwerdebild. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.
Was ist das typische Mittelbild von Hydrastis Canadensis (kanadische Gelbwurzel)?
Typische Leitsymptome, die die Materia medica Hydrastis Canadensis (kanadische Gelbwurzel) zuordnet: Dicker, weiß-gelblicher, fadenziehender Katarrh der Schleimhäute; Flüssiger, wundmachender Fließschnupfen; Hartnäckige Verstopfung mit klumpigem, schleimdurchsetztem Stuhl; Schwere, dumpfe Kopfschmerzen über dem Auge; Geschwollene, gelb belegte Zunge mit sichtbaren Zahnabdrücken; Flaues Gefühl und starkes Senkungsgefühl im Magen mit Herzklopfen.
