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EuphorbiumWolfsmilchharz

Euphorbium wird aus dem getrockneten Harz einer marokkanischen Wolfsmilchart gewonnen und nur potenziert verwendet. Die Homöopathie setzt das Mittel traditionell bei zähem Schnupfen mit Verkrustungen der Nase und Druckgefühl in den Nebenhöhlen ein.

Botanische Illustration von Euphorbium (Wolfsmilchharz) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli
Euphorbium – Wolfsmilchharz: Ausgangs­substanz der homöopathischen Zubereitung
Redaktion GlobuliweltVeröffentlicht Juli 2026 · Überarbeitet Juli 2026

Mittelbild & Leitsymptome

  • Zähes, gelbliches Sekret, das sich kaum lösen lässt
  • Krusten und Borken in der Nase, die immer wiederkehren
  • Wechsel zwischen trockener und verstopfter Nase
  • Druckgefühl über Stirn, Nasenwurzel und Wangen
  • Brennen und Rohheitsgefühl in der Nasenschleimhaut

Euphorbium ist das getrocknete Harz einer nordafrikanischen Wolfsmilchart und seit der Antike als scharfe Drogensubstanz bekannt – in der Homöopathie kommt ausschließlich die potenzierte Zubereitung zum Einsatz.

Das Arzneimittelbild gehört den Schleimhäuten der Nase und Nebenhöhlen: zähes Sekret, das sich kaum lösen lässt, Borken und Krusten, die sich immer neu bilden, ein Wechsel von quälender Trockenheit und Verstopfung, dazu ein dumpfes Druckgefühl über Stirn und Wangen. Homöopathen wählen Euphorbium traditionell, wenn ein Schnupfen zäh geworden ist und die Nase zwischen trocken und verlegt pendelt.

Mittelbild und Leitsymptome

Im Zentrum des Arzneimittelbildes steht eine Nasenschleimhaut, die ihre normale Befeuchtung verloren hat. Die Literatur beschreibt einen Schnupfen, der nicht mehr fließt, sondern stockt: Das Sekret ist zäh, gelblich, fadenziehend und lässt sich weder durch Schnäuzen noch durch Hochziehen richtig lösen. In der Nase bilden sich Borken und Krusten, die das Atmen behindern und beim Ablösen wunde, leicht blutende Stellen hinterlassen – kurz darauf entstehen sie von Neuem.

Typisch ist der Wechsel der Zustände: Phasen quälender Trockenheit, in denen die Nase wie versengt brennt, lösen sich mit Phasen der Verstopfung ab, in denen zäher Schleim festsitzt. Dazu tritt ein dumpfes Druck- und Schweregefühl über der Stirn, an der Nasenwurzel und über den Wangen, das sich beim Bücken verstärkt und den Kopf benommen macht.

Das Brennen ist die Empfindungsqualität, die dem Mittel in der Materia medica überhaupt zugeordnet wird: Boericke beschreibt brennende, bohrende Schmerzen als Grundzug von Euphorbium, an der Nasenschleimhaut ebenso wie an anderen Geweben. Auch der Rachen kann sich rau und wie verbrannt anfühlen, wenn Sekret über die hintere Nasenwand hinabzieht.

Begleitend nennt die Literatur behinderte Nasenatmung mit nächtlichem Mundatmen, ein vermindertes Riechvermögen, solange die Borken bestehen, und eine allgemeine Gereiztheit durch den ständig verlegten Kopf.

Traditionelle Anwendungsgebiete

Traditionelle Anwendungsgebiete

Die Homöopathie setzt Euphorbium traditionell bei Schnupfenverläufen ein, die zäh geworden sind: wenn das Sekret dick und gelblich wird, sich kaum lösen lässt und die Nase zwischen Trockenheit und Verstopfung wechselt. Ein zweites überliefertes Feld sind die Verkrustungen: Borken in der Nase, die sich nach dem Entfernen immer wieder neu bilden, mit wunder, brennender Schleimhaut darunter – ein Bild, das besonders bei trockener Heizungsluft im Winter beschrieben wird.

Dazu kommt das Druckgefühl in den Nebenhöhlen: Schwere und Spannung über Stirn und Wangen, die sich beim Bücken verstärken, mit dumpfem Kopf und behinderter Nasenatmung. In der deutschsprachigen Praxisliteratur hat Euphorbium hier einen festen Platz und ist auch als Bestandteil bekannter Komplexmittel für die Nase geläufig – als Einzelmittel wird es nach dem beschriebenen Bild gewählt.

Homöopathen greifen zu Euphorbium besonders dann, wenn ein anfangs fließender Schnupfen in dieses zähe Stadium übergegangen ist und feuchte Luft oder Inhalationen als wohltuend empfunden werden.

Modalitäten: Was bessert, was verschlimmert?

Modalitäten sind in der Homöopathie das Zünglein an der Waage bei der Mittelwahl.

↓ Verschlimmerung durch

  • trockene Heizungsluft
  • Bücken und Kopftieflage
  • Wetterwechsel
  • nachts im warmen Zimmer

↑ Besserung durch

  • + feuchte, frische Luft
  • + Dampfinhalationen
  • + ruhige Bewegung im Freien
  • + Lösen des festsitzenden Sekrets

Dosierung & Einnahme

D6D12übliche Potenzen

Dosierung und Einnahme

Für die Selbstanwendung sind bei Euphorbium die Tiefpotenzen D6 und D12 gebräuchlich. Üblich sind fünf Globuli ein- bis dreimal täglich; bei festgefahrenem, zähem Schnupfen arbeitet die Praxisliteratur eher mit regelmäßigen Gaben über ein bis zwei Wochen als mit häufiger Wiederholung am Tag.

Kinder erhalten üblicherweise drei Globuli je Gabe. Die Globuli lässt man unter der Zunge zergehen, mit etwas Abstand zu Mahlzeiten, Kaffee und Pfefferminz.

Die Praxis kombiniert die Einnahme gern mit einfachen Begleitmaßnahmen, die zum Mittelbild passen: ausreichend Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer, Dampfinhalationen und reichliches Trinken, damit das zähe Sekret sich lösen kann. Bei eintretender Besserung wird die Gabe seltener und dann beendet. Hochpotenzen ab C30 gehören in die Hand erfahrener Behandler.

Substanz & Hintergrund

Modalitäten

Verschlimmerung wird durch trockene, überheizte Raumluft beschrieben, außerdem beim Bücken und in Kopftieflage, durch Wetterwechsel und nachts im warmen Zimmer, wenn die verlegte Nase den Schlaf stört. Besserung tritt nach dem überlieferten Bild in feuchter, frischer Luft ein, durch Dampfinhalationen, bei ruhiger Bewegung im Freien und nach dem Lösen des festsitzenden Sekrets. Der Kontrast zwischen trockener Zimmerluft und feuchter Außenluft ist dabei das praktischste Unterscheidungszeichen: Alles, was die Schleimhaut befeuchtet, wird als angenehm empfunden.

Substanz und Hintergrund

Ausgangsstoff ist das an der Luft getrocknete Harz von Euphorbia resinifera, einer kakteenähnlich wachsenden Wolfsmilchart aus dem Atlasgebirge Marokkos. Wie alle Wolfsmilchgewächse führt die Pflanze einen weißen Milchsaft, der stark reizend ist: Auf der Haut verursacht er Brennen und Blasen, in den Augen heftige Entzündungen, und schon der Staub des getrockneten Harzes reizt beim Einatmen die Schleimhäute erheblich. Die Antike kannte Euphorbium als drastische Arznei; benannt ist es nach Euphorbos, dem Leibarzt des mauretanischen Königs Juba II.

In der Homöopathie wird ausschließlich die potenzierte Zubereitung des Harzes verwendet, hergestellt in stufenweiser Verdünnung und Verschüttelung. Die scharfe, brennende Reizwirkung des Ausgangsstoffes findet sich im Arzneimittelbild als Brennen der Schleimhäute wieder – ein Zusammenhang, den die klassische Literatur ausdrücklich herstellt. Beschrieben wurde das Mittel unter anderem von Boericke, der die brennenden Schmerzen und die Beteiligung von Haut und Schleimhäuten als Kennzeichen festhielt.

Ähnliche Mittel im Vergleich

Diese Mittel teilen Anwendungsgebiete mit Euphorbium – die Leitsymptome entscheiden über die Abgrenzung.

Häufige Fragen zu Euphorbium

Wobei wird Euphorbium in der Homöopathie traditionell angewendet?

Die homöopathische Tradition ordnet Euphorbium vor allem diesen Anwendungsgebieten zu: Zäher Schnupfen, Verkrustete Nase, Nebenhöhlen-Druck, Trockene Nasenschleimhaut, Borkenbildung, Behinderte Nasenatmung, Brennen in der Nase, Stirnkopfschmerz. Die Mittelwahl richtet sich dabei nach dem individuellen Beschwerdebild. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.

Welche Potenzen von Euphorbium sind üblich?

Für Euphorbium werden in der Praxis häufig die Potenzen D6, D12 verwendet. Zur Selbstanwendung greifen Anwender traditionell zu niedrigen Potenzen (D6–D12); Hochpotenzen gelten als Sache erfahrener Homöopathen.

Was ist das typische Mittelbild von Euphorbium?

Typische Leitsymptome, die die Materia medica Euphorbium zuordnet: Zähes, gelbliches Sekret, das sich kaum lösen lässt; Krusten und Borken in der Nase, die immer wiederkehren; Wechsel zwischen trockener und verstopfter Nase; Druckgefühl über Stirn, Nasenwurzel und Wangen; Brennen und Rohheitsgefühl in der Nasenschleimhaut.