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Sicher kennen Sie das Gefühl, dass einige Ihrer Handlungen, Gedanken und Urteile vollkommen automatisch ablaufen, ohne dass Sie darüber nachdenken oder es bewusst steuern können. Diese „Muster“ sind durch Erlebnisse, Erfahrungen und anerzogene Wert- und Moralvorstellungen geprägt worden und werden durch unser Unterbewusstsein gesteuert. Wir wissen heute, dass mehr als 80% unseres Verhaltens vom Unterbewusstsein gesteuert wird, also praktisch unbewusst und völlig automatisch abläuft.

Leider ist nicht alles, was wir gelernt und verinnerlicht haben, richtig und gut für uns. Viele anerzogene Glaubenssätze wie „So etwas macht man nicht…“ oder „Du musst aber…“ schränken uns unnötig ein und behindern unsere freie Entfaltung. Auch Angst erlernen wir nicht nur durch reale Erlebnisse, sondern auch durch Warnungen in unserer Kindheit. Warnungen wie „Pass auf, Du fällst“ führen ja oft erst dazu, dass ein Kind wirklich fällt. In Extremfällen lernen wir so, dass die Welt gefährlich ist und wir in ständiger Angst leben müssen. Auch Erlebnisse, in denen unsere Ängste angebracht und notwendig waren, z. B. ein erlebter Unfall oder Überfall, können dazu führen, diese Ängste immer wieder zu durchleben und andere – eigentlich ungefährliche – Situationen mit diesem Erlebnis zu verbinden.

Selbst wenn wir als Erwachsene wissen, dass unsere eigenen Glaubenssätze falsch sind und bestimmte Muster und Ängste uns unnötig blockieren, kämpft unser Bewusstsein mit seinen 20% oft aussichtslos gegen die 80% des Unterbewusstseins. Unsere Muster sind meist sehr tief und fest in uns verankert.

Die medizinische Heilhypnose ist eine Methode, um das Unterbewusstsein direkt anzusprechen und davon zu überzeugen, anders zu reagieren. Gelingt dies, brauchen Sie nicht mehr mit 20% Bewusstsein gegen die 80% des Unterbewusstseins ankämpfen, sondern können 100% für die Erreichung Ihrer wirklichen Ziele nutzen.

Wann/wobei kann mir Hypnose helfen?

Hypnose wird häufig im Bereich Motivationstraining, Raucherentwöhnung und Gewichtsreduktion angewendet. Die Medizinische Heilhypnose konzentriert sich zusätzlich auf die Behandlung von Krankheiten. Hierbei können sowohl psychische Erkrankungen wie z. B. Ess-, Lern-, Konzentrations-, Angststörungen, Depressionen und „Burnout“ behandelt werden, als auch Organfunktionen beeinflusst werden.

So können z. B. auch Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Allergien und einige Sehstörungen mit Hilfe der Heilhypnose behandelt werden. Hierbei ist die Hypnose jedoch häufig nur als begleitende Therapie einzusetzen. Auch Kinder mit ADHS oder Lernstörungen lassen sich, sofern sie selbst darunter leiden, oft sehr gut behandeln.

Wie läuft eine normale Behandlung ab? Verliere ich die Kontrolle? Erinnere ich mich an die Sitzung?

Therapeutische Hypnosesitzungen haben in der Regel nichts mit dem zu tun, was Sie vielleicht aus Showhypnosen kennen! Sie bekommen bei den üblichen Sitzungen alles mit und können sich auch nach der Sitzung an alles erinnern. Der Hypnotiseur kann Ihnen auch nichts suggerieren, was Sie nicht möchten!

Vor der ersten Hypnose wird in der Regel ein Vorgespräch geführt, in dem die genauen Probleme besprochen werden und der Therapeut so eine Idee entwickelt, wie er Ihnen mit einer Hypnose helfen kann. Aus diesen Informationen werden dann im besten Fall individuell auf Ihre Situation zugeschnittene Suggestionen entwickelt. Suggestionen sind im Prinzip einzelne Sätze, die Ihr Unterbewusstsein innerhalb einer Trance davon überzeugen sollen, anders zu reagieren. Die Gründe für ähnliche Muster oder Störungen bei zwei unterschiedlichen Personen sind zwar häufig ähnlich, aber nie ganz gleich. Insofern ist der Erfolg einer Hypnosesitzung unter anderem davon abhängig, wie gut der Therapeut die Situation erfasst und in die Suggestionen einbaut.

Die mit Abstand am häufigsten durchgeführten Hypnosesitzungen sind aus Sicht des Patienten vollkommen passiv, d. h. der Patient wird in der Sitzung nichts gefragt, muss überhaupt nicht sprechen, sondern einfach nur dem Hypnotiseur zuhören.

Laufen alle Sitzungen so ab? Werde ich in Trance gar nichts gefragt?

Es gibt Anwendungsfälle, bei denen die rein passive Form der Hypnose nicht ausreicht. Dies ist dann der Fall, wenn z. B. in einer Hypnose analysiert werden soll, woher die Beschwerden kommen. In diesen Fällen kann es notwendig werden, in einer Hypnosesitzung miteinander zu sprechen, d. h. der Therapeut wird während der Sitzung auch einige Dinge fragen, auf die der Patient antwortet. Auch Reaktionen auf Suggestionen oder Gefühle, die durch bestimmte Vorstellungen ausgelöst werden, werden dann häufig abgefragt.

Dies sind auch Sitzungen, in denen in der Regel eine tiefe Trance notwendig ist, in der das Bewusstsein ausgeschaltet oder zumindest deutlich eingeschränkt ist. Dies führt dann oft dazu, dass sich der Patient nach der Sitzung nicht daran erinnern kann. Der Vorteil ist, dass so wirklich das Unterbewusstsein abgefragt wird und die Antworten sich nicht mit dem Bewusstsein, welches in der Regel viel von Phantasie und „Denken“ statt „Wissen“ geprägt ist, mischen.

Was ist Trance überhaupt?

Eine Trance beschreibt den Zustand, in den ein Hypnotiseur den Patienten versetzt, um die Hypnosesitzung durchzuführen. Dies ist aber gar nicht so ein besonderer Zustand, wie man sich zunächst vorstellt. Es ist vielmehr ein Zustand der Entspannung und gleichzeitig Konzentration. Sie kennen diesen Zustand sogar aus dem Alltag.

Vielleicht kennen Sie folgende Situation: Sie fahren jeden Morgen mit dem Auto die gleiche Strecke zur Arbeit. Sie kennen diese Strecke in- und auswendig. Wie oft kommen Sie an Ihrem Ziel an und erinnern sich gar nicht mehr an die Fahrt? Dann waren Sie in einer Trance! Ihr Unterbewusstsein hat die Steuerung übernommen und Sie in einem Zustand großer Konzentration sicher ans Ziel geführt, während Ihr Bewusstsein sich entspannt hat und „in die zweite Reihe“ zurückgetreten ist. Wäre in dieser Situation eine Gefahrensituation eingetreten, hätten Sie wahrscheinlich sogar viel schneller reagiert, als wenn Sie sich die ganze Zeit bewusst mit der Fahrt, dem Schalten, Bremsen, etc. beschäftigt hätten.

Funktioniert das bei mir? Ich glaube, ich bin nicht hypnotisierbar!

Grundsätzlich ist JEDER hypnotisierbar. Allerdings müssen Sie sich auf die Hypnose einlassen, wofür zum einen der Wunsch, zum anderen aber auch das Vertrauen zum Therapeuten notwendig ist. Das Vertrauen muss sich erst einmal entwickeln, daher klappt eine wirklich tiefe Trance in der Regel nicht in der ersten Sitzung.

 

Autor:
Benedikt van Almsick, Heilpraktiker und Mitglied im Globuliwelt Expertenkreis
Web: http://www.koelner-heilpraxis.de
Facebook: https://www.facebook.com/HP.Benedikt.van.Almsick

2 Kommentare
  1. Monika R. Helbig

    Kennt jemand im Raum Almeria eine Praxis in der diese medizinische Heilmethode durchgeführt wird, aber von einem deutschsprachigen Heilpraktiker?

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