Mittelbild & Leitsymptome
- Kleine Pusteln, vor allem im Gesicht und am Haaransatz
- Völlegefühl und Schwere nach dem Essen
- Guter Appetit, doch schon kleine Mengen liegen schwer
- Nächtliches Schwitzen, das den Schlaf unterbricht
- Bettwärme wird als lästig empfunden
Die Eibe gehört zu den ältesten Bäumen Europas – und zu den giftigsten: Bis auf den roten Samenmantel sind alle Teile des Baumes stark toxisch. In der Homöopathie wird daher ausschließlich die potenzierte Zubereitung aus den jungen Trieben verwendet.
Taxus baccata zählt zu den kleinen, selten gebrauchten Mitteln der Materia medica. Die überlieferte Anwendung kreist um drei Alltagsbereiche: unreine Haut mit kleinen Pusteln, eine träge, leicht überforderte Verdauung und nächtliches Schwitzen. Homöopathen wählen das Mittel, wenn diese unauffälligen, aber hartnäckigen Zeichen zusammen auftreten.
Mittelbild und Leitsymptome
Taxus baccata ist in der Materia medica ein klein gebliebenes, aber klar umrissenes Mittel; ausführliche Prüfungen im Stil der großen Polychreste liegen nicht vor, wohl aber gesammelte Beobachtungen der älteren Literatur, unter anderem bei Boericke.
Im Vordergrund steht die Haut: kleine Pusteln und Unreinheiten, bevorzugt im Gesicht, am Haaransatz und auf der Kopfhaut, oft auf leicht fettigem Grund. Die Stellen sind wenig entzündet, aber hartnäckig und kehren in Schüben wieder.
Der zweite Bereich ist die Verdauung: Es besteht durchaus Appetit, mitunter sogar auffälliger Hunger – doch schon mittlere Mengen liegen schwer im Magen, es folgen Völlegefühl, Trägheit und eine Abneigung gegen fette Speisen. Die Verdauung arbeitet langsam, ohne dass sich ein greifbarer äußerer Grund findet.
Als drittes Zeichen überliefert die Literatur nächtliches Schwitzen: Die Betroffenen wachen mit feuchter Haut auf, besonders in der zweiten Nachthälfte, und empfinden die Bettwärme als lästig.
Kennzeichnend für das Mittel ist das Zusammentreffen dieser drei unscheinbaren Beschwerden bei sonst weitgehend unauffälligem Befinden – ein träges, leicht überlastetes Gesamtbild, das sich über Wochen hinzieht, ohne dramatisch zu werden.
Traditionelle Anwendungsgebiete
Traditionelle Anwendungsgebiete
Die Homöopathie setzt Taxus baccata traditionell bei Hautunreinheiten ein: kleinen Pusteln im Gesicht und am Haaransatz, die in Schüben wiederkehren, sowie fettiger, zu Unreinheiten neigender Haut. Die Praxisliteratur nennt das Mittel, wenn die üblichen Pflegemaßnahmen die Schübe nicht dauerhaft zur Ruhe bringen.
Der zweite überlieferte Bereich ist die träge Verdauung: Völlegefühl und Schwere nach dem Essen, langsame Magenentleerung, Abneigung gegen Fettes und ein auffälliges Missverhältnis zwischen gutem Appetit und geringer Verträglichkeit.
Drittes Feld ist das nächtliche Schwitzen bei sonst unauffälligem Befinden – etwa in anstrengenden Lebensphasen oder in der Erholungszeit nach durchgestandenen Infekten, wenn die Nächte feucht bleiben, ohne dass Fieber besteht.
Homöopathen wählen Taxus, wenn Haut, Verdauung und Nachtschweiß gemeinsam auf ein träges, überlastetes Gesamtbild deuten; für jedes dieser Zeichen einzeln stehen in der Materia medica meist größere, genauer ausgearbeitete Mittel bereit.
Modalitäten: Was bessert, was verschlimmert?
Modalitäten sind in der Homöopathie das Zünglein an der Waage bei der Mittelwahl.
↓ Verschlimmerung durch
- – nachts
- – Bettwärme
- – fette, schwere Speisen
- – üppige Mahlzeiten am Abend
↑ Besserung durch
- + frische Luft
- + leichte Kost in kleinen Portionen
- + mäßige Bewegung nach dem Essen
Dosierung & Einnahme
D6D12übliche Potenzen
Dosierung und Einnahme
Für die Selbstanwendung sind bei Taxus baccata die D6 und die D12 gebräuchlich, üblicherweise fünf Globuli ein- bis zweimal täglich über einen begrenzten Zeitraum von zwei bis drei Wochen.
Die Globuli lässt man unter der Zunge zergehen, mit Abstand zu Mahlzeiten, Kaffee und Pfefferminz. Bei Hautbeschwerden arbeitet die Praxisliteratur eher mit ruhigen Kuren als mit häufiger Wiederholung; bei eintretender Besserung wird die Gabe seltener und dann beendet.
Wegen der starken Giftigkeit des Ausgangsstoffes sind sehr niedrige Verdünnungen nicht für die Selbstanwendung bestimmt; unpotenzierte Zubereitungen der Eibe verbieten sich vollständig. Hochpotenzen ab C30 und Einnahmen über mehrere Wochen gehören in die Hand erfahrener Behandler.
Substanz & Hintergrund
Modalitäten
Verschlimmerung tritt nach den überlieferten Beobachtungen nachts und in der Bettwärme ein – dann verstärkt sich das Schwitzen –, außerdem durch fette, schwere Speisen und üppige Mahlzeiten am Abend.
Besserung beschreibt die Literatur an frischer Luft, bei leichter Kost in kleinen Portionen und durch mäßige Bewegung nach dem Essen. Da Taxus ein kleines Mittel ist, sind die Modalitäten weniger reich ausgearbeitet als bei den großen Arzneien; die Verschlimmerung durch Nacht und Bettwärme gilt als das verlässlichste Zeichen.
Substanz und Hintergrund
Ausgangsstoff sind die jungen Triebe der Europäischen Eibe (Taxus baccata), eines immergrünen Nadelbaumes, der viele Jahrhunderte alt werden kann und seit jeher auf Friedhöfen und in alten Parkanlagen steht. Die Eibe zählt zu den giftigsten Pflanzen Europas: Nadeln, Rinde, Holz und Samen enthalten Taxin-Alkaloide, die auf das Herz wirken; schon geringe Mengen gekauter Nadeln sind für Mensch und Weidetier gefährlich. Allein der rote, süßliche Samenmantel ist frei von den Giftstoffen – der darin liegende Samen jedoch nicht.
In der Homöopathie kommt darum ausschließlich die potenzierte Zubereitung zum Einsatz, stufenweise verdünnt und verschüttelt hergestellt.
Kulturgeschichtlich ist die Eibe vor allem als Holz der mittelalterlichen Langbögen bekannt; als Arzneimittel blieb sie ein kleines Mittel, das in der homöopathischen Literatur des 19. Jahrhunderts knapp, aber mit den beschriebenen Haut-, Verdauungs- und Schweißzeichen verzeichnet wurde.
Ähnliche Mittel im Vergleich
Diese Mittel teilen Anwendungsgebiete mit Taxus baccata – die Leitsymptome entscheiden über die Abgrenzung.

Curcuma longa
Kurkuma
Curcuma longa wird aus dem gelben Wurzelstock der Kurkumapflanze hergestellt. Die Homöopathie setzt das Mittel traditionell bei träger Verdauung mit Völlegefühl und Blähungen ein, wenn der Oberbauch nach dem Essen gespannt wirkt und die Speisen lange liegen bleiben.
Träge VerdauungVöllegefühlBlähungenDruckgefühl im Oberbauch
Zum Mittel-Profil →
Juniperus communis
Gemeiner Wacholder
Juniperus communis wird aus den reifen Beerenzapfen des Gemeinen Wacholders hergestellt und potenziert verwendet. Die Homöopathie setzt das Mittel traditionell bei Blähungen, träger Verdauung und Wasseransammlungen in den Beinen ein, vor allem bei älteren Menschen.
BlähungenVöllegefühlTräge VerdauungWasseransammlungen in den Beinen
Zum Mittel-Profil →
Leptandra virginica
Schwarzwurzel
Leptandra virginica wird aus der Wurzel der nordamerikanischen Schwarzwurzel gewonnen, dem Kandelaber-Ehrenpreis. Die Materia medica ordnet dem Mittel eine träge Verdauung mit lehmfarbenem Stuhl, dumpfem Druck im rechten Oberbauch und Mattigkeit nach den Mahlzeiten zu.
Träge VerdauungVöllegefühlDruck im rechten OberbauchLehmfarbener Stuhl
Zum Mittel-Profil →
Taraxacum officinale
Löwenzahn
Taraxacum officinale wird aus der frischen, blühenden Pflanze des Löwenzahns samt Wurzel gewonnen. Die Materia medica ordnet dem Mittel Völlegefühl, träge Verdauung, einen bitteren Geschmack und die Landkartenzunge zu.
VöllegefühlTräge VerdauungDruckgefühl im OberbauchBlähungen
Zum Mittel-Profil →Häufige Fragen zu Taxus baccata
Wobei wird Taxus baccata in der Homöopathie traditionell angewendet?
Die homöopathische Tradition ordnet Taxus baccata vor allem diesen Anwendungsgebieten zu: Hautunreinheiten, Pusteln, Fettige Haut, Träge Verdauung, Völlegefühl, Nächtliches Schwitzen. Die Mittelwahl richtet sich dabei nach dem individuellen Beschwerdebild. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.
Welche Potenzen von Taxus baccata sind üblich?
Für Taxus baccata werden in der Praxis häufig die Potenzen D6, D12 verwendet. Zur Selbstanwendung greifen Anwender traditionell zu niedrigen Potenzen (D6–D12); Hochpotenzen gelten als Sache erfahrener Homöopathen.
Was ist das typische Mittelbild von Taxus baccata?
Typische Leitsymptome, die die Materia medica Taxus baccata zuordnet: Kleine Pusteln, vor allem im Gesicht und am Haaransatz; Völlegefühl und Schwere nach dem Essen; Guter Appetit, doch schon kleine Mengen liegen schwer; Nächtliches Schwitzen, das den Schlaf unterbricht; Bettwärme wird als lästig empfunden.
