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Taraxacum officinaleLöwenzahn

Taraxacum officinale wird aus der frischen, blühenden Pflanze des Löwenzahns samt Wurzel gewonnen. Die Materia medica ordnet dem Mittel Völlegefühl, träge Verdauung, einen bitteren Geschmack und die Landkartenzunge zu.

Botanische Illustration von Taraxacum officinale (Löwenzahn) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli
Taraxacum officinale – Löwenzahn: Ausgangs­substanz der homöopathischen Zubereitung

BlähungenAufstoßenAppetitlosigkeit

ELEva Landefeld· HeilpraktikerinVeröffentlicht Juli 2026 · Überarbeitet Juli 2026

Mittelbild & Leitsymptome

  • Landkartenzunge: weißer Belag geht fleckig ab
  • Bitterer Geschmack, besonders am Morgen
  • Völlegefühl schon nach kleinen Mahlzeiten
  • Widerwille gegen Fettes und Gebratenes
  • Schwere Müdigkeit eine Stunde nach dem Essen
  • Wandernde Muskelschmerzen mit Ruhelosigkeit

Löwenzahn ist die Pflanze der Wegränder und Wiesen, und in der homöopathischen Arzneimittellehre steht Taraxacum für die Zeit nach dem Winter: für einen Bauch, der schwer und träge geworden ist.

Das Arzneimittelbild kreist um Geschmack und Verdauung. Überliefert sind ein bitterer Geschmack am Morgen, ein Völlegefühl schon nach kleinen Mahlzeiten und eine Zunge, deren weißer Belag fleckig abgeht und rote, empfindliche Inseln stehen lässt – die Landkartenzunge, das bekannteste Einzelzeichen des Mittels. Homöopathen wählen Taraxacum, wenn Appetitlosigkeit, Druck im Oberbauch und dieser bittere Geschmack zusammen auftreten.

Mittelbild und Leitsymptome

Das bekannteste Einzelzeichen von Taraxacum ist die Zunge. Die klassische Literatur beschreibt einen weißlichen Belag, der in Fetzen abgeht und darunter rote, glänzende, empfindliche Flecken freilegt – ein wechselndes Muster, das der Landkartenzunge ihren Namen gegeben hat. Diese Stellen brennen bei Salz, Säure und heißen Getränken.

Dazu gehört ein Geschmack, der das ganze Bild färbt: bitter am Morgen, fade und pappig nach dem Essen, mit einem Aufstoßen, das den bitteren Geschmack noch verstärkt. Der Appetit fehlt, ein Widerwille gegen Fettes und Gebratenes tritt hervor, und schon kleine Portionen erzeugen Druck und Völlegefühl im Oberbauch.

Die Verdauung wirkt insgesamt verlangsamt: Blähungen nach dem Essen, Poltern im Bauch, ein Bedürfnis nach Ruhe, verbunden mit einer schweren Müdigkeit, die etwa eine Stunde nach der Mahlzeit einsetzt.

Als weitere Zeichen nennen Boericke und Clarke wandernde, reißende Schmerzen in Muskeln und Gliedern, eine innere Ruhelosigkeit und Nachtschweiße, die in der Bettwärme auftreten. Homöopathen wählen das Mittel, wenn diese Zeichen zusammen mit der Landkartenzunge und dem bitteren Morgengeschmack auftreten.

Traditionelle Anwendungsgebiete

Traditionelle Anwendungsgebiete

In der Homöopathie wird Taraxacum traditionell bei träger Verdauung eingesetzt: Völlegefühl nach kleinen Mahlzeiten, Druck im Oberbauch, Blähungen und Aufstoßen nach fettem oder schwerem Essen sowie eine Müdigkeit, die sich nach der Mahlzeit ausbreitet.

Ein zweites überliefertes Feld ist der Mund: bitterer Geschmack am Morgen, ein fades Gefühl auf der Zunge, das den Geschmack am Essen nimmt, und die Landkartenzunge mit ihren wechselnden roten Inseln. Homöopathen wählen das Mittel besonders dann, wenn diese Zunge sichtbar ist.

Dazu kommt die Appetitlosigkeit mit Widerwillen gegen Fettes, wie sie die Praxisliteratur bei Menschen beschreibt, die unregelmäßig essen, viel Kaffee trinken und über längere Zeit schwer gegessen haben. Auch bei Frühjahrsmüdigkeit und einem Gefühl von Schwere nach dem Winter ist Taraxacum überliefert – ein Feld, das sich mit der volkskundlichen Frühjahrskur des Löwenzahns berührt.

Modalitäten: Was bessert, was verschlimmert?

Modalitäten sind in der Homöopathie das Zünglein an der Waage bei der Mittelwahl.

↓ Verschlimmerung durch

  • fettes und gebratenes Essen
  • Kaffee und Alkohol
  • unregelmäßige Mahlzeiten
  • langes Sitzen ohne Bewegung
  • Salz und Säure auf der Zunge

↑ Besserung durch

  • + kleine, leichte Mahlzeiten
  • + warme Getränke
  • + Wärme auf dem Bauch
  • + Bewegung im Freien
  • + Spaziergang nach dem Essen

Dosierung & Einnahme

D6D12übliche Potenzen

Dosierung und Einnahme

Für die Selbstanwendung sind bei Taraxacum die Tiefpotenzen D6 und D12 gebräuchlich; die D6 ist bei Beschwerden nach dem Essen die häufigere Wahl. Üblich sind fünf Globuli zwei- bis dreimal täglich, bei Kindern drei Globuli.

Bewährt hat sich in der Praxis die Gabe kurz vor den Hauptmahlzeiten. Die Globuli lässt man unter der Zunge zergehen, mit etwas Abstand zu Kaffee und Pfefferminz; bei kleinen Kindern löst man sie in etwas Wasser auf.

Die Praxisliteratur arbeitet mit Kuren über zwei bis drei Wochen, häufig im Frühjahr, und legt danach eine Pause ein. Sobald Appetit und Verdauung ruhiger werden, wird die Gabe seltener und dann beendet. Neben den Globuli führen Apotheken die Urtinktur; sie gehört in die Hand eines Behandlers.

Substanz & Hintergrund

Modalitäten

Verschlimmerung tritt nach dem Arzneimittelbild nach fettem, gebratenem und schwerem Essen ein, außerdem durch Kaffee und Alkohol, bei unregelmäßigen Mahlzeiten und nach langem Sitzen ohne Bewegung. Die belegte Zunge reagiert empfindlich auf Salz, Säure und heiße Getränke.

Besserung beschreibt die Materia medica durch kleine, leichte Mahlzeiten, warme Getränke, Wärme auf dem Bauch, Bewegung im Freien und einen Spaziergang nach dem Essen. Charakteristisch ist die Verbindung von bitterem Morgengeschmack, Völlegefühl und fleckig belegter Zunge – daran ordnet die klassische Literatur Taraxacum unter den Mitteln mit Verdauungsbezug ein.

Substanz und Hintergrund

Ausgangsstoff ist der Gemeine Löwenzahn (Taraxacum officinale), ein Korbblütler, den jeder von Wiesen, Weiden und Pflasterritzen kennt. Für die homöopathische Zubereitung wird die ganze frische Pflanze mit Wurzel zur Blütezeit verarbeitet.

Der Milchsaft in Stängel und Wurzel enthält Bitterstoffe, dazu kommen Inulin, Kalium und Schleimstoffe. In der Volkskunde gehörte Löwenzahn zur Frühjahrskur: junge Blätter im Salat, die Wurzel als Aufguss, geröstet auch als Kaffeeersatz. Roher Milchsaft kann auf empfindlicher Haut reizen; der ausgeprägte Bittergeschmack ist für die Pflanze kennzeichnend.

Die homöopathische Zubereitung entsteht als Urtinktur aus der frischen Pflanze, aus der stufenweise die Potenzen hergestellt werden. Die klassische Literatur des 19. Jahrhunderts nahm Taraxacum früh auf; Boericke und Clarke haben das Bild um die Landkartenzunge, den bitteren Morgengeschmack und die wandernden Gliederschmerzen geschärft.

Ähnliche Mittel im Vergleich

Diese Mittel teilen Anwendungsgebiete mit Taraxacum officinale – die Leitsymptome entscheiden über die Abgrenzung.

Botanische Illustration von Curcuma longa (Kurkuma) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli

Curcuma longa

Kurkuma

Curcuma longa wird aus dem gelben Wurzelstock der Kurkumapflanze hergestellt. Die Homöopathie setzt das Mittel traditionell bei träger Verdauung mit Völlegefühl und Blähungen ein, wenn der Oberbauch nach dem Essen gespannt wirkt und die Speisen lange liegen bleiben.

Träge VerdauungVöllegefühlBlähungenDruckgefühl im Oberbauch

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Botanische Illustration von Angelica archangelica (Echte Engelwurz) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli

Angelica archangelica

Echte Engelwurz

Angelica archangelica wird aus der Wurzel der Echten Engelwurz hergestellt, einer alten Pflanze der Klostermedizin. Die Homöopathie setzt das Mittel traditionell bei nervösem Magen, Appetitlosigkeit, Blähungen und Erschöpfung nach überstandener Krankheit ein.

Nervöser MagenAppetitlosigkeitBlähungenVöllegefühl

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Botanische Illustration von Gentiana lutea (Gelber Enzian) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli

Gentiana lutea

Gelber Enzian

Gentiana lutea wird aus der bitteren Wurzel des Gelben Enzians hergestellt. Die Homöopathie setzt das Mittel traditionell bei Appetitlosigkeit, Schwächegefühl im Magen und Völlegefühl nach wenigen Bissen ein, besonders nach Krankheit und in der Rekonvaleszenz.

AppetitlosigkeitSchwächegefühl im MagenVöllegefühlAufstoßen

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Botanische Illustration von Artemisia absinthium (Wermut) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli

Artemisia absinthium

Wermut

Absinthium wird aus dem blühenden Kraut des Wermuts hergestellt und kommt ausschließlich potenziert zum Einsatz. Die Homöopathie setzt das Mittel traditionell bei nervöser Unruhe mit Zittern der Hände sowie bei Verdauungsschwäche mit Appetitlosigkeit und Völlegefühl ein.

Nervöse UnruheZitternSchreckhaftigkeitVergesslichkeit

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Häufige Fragen zu Taraxacum officinale

Wobei wird Taraxacum officinale in der Homöopathie traditionell angewendet?

Die homöopathische Tradition ordnet Taraxacum officinale vor allem diesen Anwendungsgebieten zu: Völlegefühl, Träge Verdauung, Druckgefühl im Oberbauch, Blähungen, Aufstoßen, Bitterer Geschmack, Landkartenzunge, Appetitlosigkeit, Müdigkeit nach dem Essen, Frühjahrsmüdigkeit. Die Mittelwahl richtet sich dabei nach dem individuellen Beschwerdebild. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.

Welche Potenzen von Taraxacum officinale sind üblich?

Für Taraxacum officinale werden in der Praxis häufig die Potenzen D6, D12 verwendet. Zur Selbstanwendung greifen Anwender traditionell zu niedrigen Potenzen (D6–D12); Hochpotenzen gelten als Sache erfahrener Homöopathen.

Was ist das typische Mittelbild von Taraxacum officinale?

Typische Leitsymptome, die die Materia medica Taraxacum officinale zuordnet: Landkartenzunge: weißer Belag geht fleckig ab; Bitterer Geschmack, besonders am Morgen; Völlegefühl schon nach kleinen Mahlzeiten; Widerwille gegen Fettes und Gebratenes; Schwere Müdigkeit eine Stunde nach dem Essen; Wandernde Muskelschmerzen mit Ruhelosigkeit.