Mittelbild & Leitsymptome
- Völle- und Schweregefühl links unter dem Rippenbogen
- Erschöpfung, die seit einer alten Krankheit nachhängt
- Träge Verdauung mit Blähungen nach jeder Mahlzeit
- Schwindelgefühl mit Sausen und Brummen im Kopf
- Schlaf bringt keine rechte Erholung
Quercus e glandibus geht auf den englischen Homöopathen James Compton Burnett zurück, der aus den Eicheln der Stieleiche ein eigenes Arzneimittel entwickelte.
Das Mittelbild versammelt Beschwerden, die sich über lange Zeit eingeschlichen haben: ein Völle- und Schweregefühl im linken Oberbauch, eine träge, blähende Verdauung und eine Erschöpfung, die seit einer lange zurückliegenden Krankheit nicht mehr richtig gewichen ist. Dazu treten Schwindelgefühle und eine allgemeine Mattigkeit, die sich durch Schlaf kaum bessert. Homöopathen wählen das Mittel traditionell, wenn diese alte Müdigkeit mit dem Druckgefühl in der Milzgegend zusammentrifft.
Mittelbild und Leitsymptome
Quercus e glandibus gehört zu den Arzneien, deren Bild weniger aus großen Prüfungssymptomen als aus jahrzehntelanger Praxisbeobachtung gewachsen ist. Im Zentrum steht die Milzgegend: ein Völle-, Druck- und Schweregefühl links unter dem Rippenbogen, das nach dem Essen zunimmt und die Betroffenen veranlasst, sich zu strecken oder den Gürtel zu lockern. Die Verdauung arbeitet träge, es kommt zu Blähungen, Aufstoßen und einem aufgetriebenen Leib, ohne dass sich am Speiseplan Auffälliges findet.
Die zweite Säule des Bildes ist eine alte, zäh gewordene Erschöpfung. Burnett beschrieb Menschen, die nach zehrenden Infekten oder langen Belastungsjahren nie wieder ganz zu Kräften gekommen sind: Der Schlaf erfrischt nicht, die Glieder bleiben schwer, jede zusätzliche Anstrengung rächt sich mit tagelanger Mattigkeit.
Dazu treten Schwindelgefühle, die in der älteren Literatur mit Sausen, Brummen und Ohrgeräuschen einhergehen – ein benommenes, unsicheres Gefühl im Kopf, das sich beim Bücken und raschen Aufstehen bemerkbar macht.
Die Stimmung ist gedrückt-gleichmütig: keine dramatische Verzweiflung, eher ein stilles Resignieren, das mit der körperlichen Zähigkeit der Beschwerden Schritt hält. Homöopathen achten auf diese Verbindung von Milzgegend, alter Müdigkeit und benommenem Kopf, wenn sie das Mittel erwägen.
Traditionelle Anwendungsgebiete
Traditionelle Anwendungsgebiete
In der Homöopathie wird Quercus e glandibus traditionell bei einem Völle- und Druckgefühl im linken Oberbauch eingesetzt, wie es die ältere Literatur der Milzgegend zuordnet – begleitet von träger Verdauung, Blähungen und einem aufgetriebenen Leib nach den Mahlzeiten.
Das zweite überlieferte Feld ist die alte Erschöpfung: Zustände, in denen nach einer lange zurückliegenden, zehrenden Erkrankung oder nach Jahren der Überlastung keine rechte Kraft mehr aufgebaut wird. Homöopathen wählen das Mittel, wenn diese Mattigkeit gemeinsam mit den Beschwerden der Milzgegend besteht und sich durch Ruhe allein nicht bessert.
Auch Schwindelgefühle mit Ohrgeräuschen und Benommenheit nennt die Tradition, ebenso eine allgemeine Hinfälligkeit älterer Menschen, deren Verdauung und Spannkraft nachgelassen haben.
Burnett verstand die Eichelarznei als Organmittel im Sinne seiner Zeit: Er richtete den Blick weniger auf einzelne Symptome als auf die Region des Bauches und den Gesamtzustand des Erschöpften. In dieser Tradition steht die heutige Anwendung – als Mittel für langsam gewachsene, unspektakuläre, aber hartnäckige Beschwerdebilder.
Modalitäten: Was bessert, was verschlimmert?
Modalitäten sind in der Homöopathie das Zünglein an der Waage bei der Mittelwahl.
↓ Verschlimmerung durch
- – üppige, fette Mahlzeiten
- – Alkohol
- – feuchtkaltes Wetter
- – langes Sitzen
- – abends
↑ Besserung durch
- + Bewegung an frischer Luft
- + kleine, leichte Mahlzeiten
- + Aufstoßen und Abgang von Winden
- + Wärme
Dosierung & Einnahme
D6D12übliche Potenzen
Dosierung und Einnahme
Burnett arbeitete mit seiner Eichelzubereitung in tiefen, substanznahen Stufen und gab sie über Wochen. Für die heutige Selbstanwendung gebräuchlich sind die D6 und die D12, üblicherweise fünf Globuli ein- bis dreimal täglich.
Da das Mittelbild chronisch-träge Beschwerden umfasst, wird Quercus in der Praxisliteratur eher als ruhige Kur über zwei bis vier Wochen geführt denn als Akutmittel; Veränderungen zeigen sich langsam. Die Globuli lässt man unter der Zunge zergehen, mit Abstand zu Mahlzeiten, Kaffee und Pfefferminz.
Bei deutlicher Besserung wird die Gabe seltener und dann beendet. Hochpotenzen ab C30 und die Fortführung über viele Wochen gehören in die Hand erfahrener Behandler, die den Verlauf einordnen können.
Substanz & Hintergrund
Modalitäten
Verschlimmerung beschreibt die überlieferte Anwendung nach üppigen, fetten Mahlzeiten, durch Alkohol, bei feuchtkaltem Wetter, nach langem Sitzen und im Laufe des Abends, wenn Völlegefühl und Mattigkeit zunehmen.
Besserung tritt nach dem Bild durch maßvolle Bewegung an frischer Luft ein, durch kleine, leichte Mahlzeiten, durch Aufstoßen und den Abgang von Winden sowie durch Wärme. Kennzeichnend bleibt die Trägheit des Verlaufs: Die Beschwerden schwanken wenig, ziehen sich aber über lange Zeiträume – ein Merkmal, das die Mittelwahl in der Praxis mitbestimmt.
Substanz und Hintergrund
Ausgangsstoff sind die reifen Eicheln der Stieleiche (Quercus robur), aus denen ein alkoholischer Auszug – in Burnetts Original ein Destillat, der Spiritus glandium quercus – gewonnen und weiter potenziert wird.
Eicheln begleiten die europäische Kulturgeschichte seit Jahrhunderten: In Notzeiten wurden sie entbittert und zu Mehl und Eichelkaffee verarbeitet, ihre Gerbstoffe machten Eichenrinde und Frucht zu klassischen Stoffen der Volksheilkunde.
In die Homöopathie kam die Eichelarznei Ende des 19. Jahrhunderts durch James Compton Burnett, einen der eigenwilligsten Praktiker seiner Zeit. Burnett vertrat den Gedanken der Organmittel: Arzneien, die er nach Beobachtung am Krankenbett bestimmten Körperregionen zuordnete – die Eichelzubereitung rechnete er der Milzgegend und den alten Erschöpfungszuständen zu. Seine Fallberichte, nicht förmliche Arzneimittelprüfungen, bilden bis heute die Hauptquelle des Mittelbildes.
Ähnliche Mittel im Vergleich
Diese Mittel teilen Anwendungsgebiete mit Quercus e glandibus – die Leitsymptome entscheiden über die Abgrenzung.

Angelica archangelica
Echte Engelwurz
Angelica archangelica wird aus der Wurzel der Echten Engelwurz hergestellt, einer alten Pflanze der Klostermedizin. Die Homöopathie setzt das Mittel traditionell bei nervösem Magen, Appetitlosigkeit, Blähungen und Erschöpfung nach überstandener Krankheit ein.
Nervöser MagenAppetitlosigkeitBlähungenVöllegefühl
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Carduus marianus
Mariendistel
Carduus marianus wird aus den Samen der Mariendistel gewonnen. Die Homöopathie setzt das Mittel traditionell bei Völlegefühl und Druck im rechten Oberbauch, Verdauungsbeschwerden nach fettem Essen und Folgen von Alkoholgenuss ein.
Völlegefühl im rechten OberbauchVerdauungsbeschwerden nach fettem EssenÜbelkeitBitterer Geschmack
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China Officinalis
Chinarinde
Chinarinde-Globuli werden in der Homöopathie traditionell bei Erschöpfungszuständen nach Flüssigkeitsverlust eingesetzt, etwa nach Durchfall, starkem Schwitzen oder Blutungen. Weitere traditionelle Anwendungsgebiete sind Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Appetitlosigkeit.
ErschöpfungDurchfallBlähungenErbrechen
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Curcuma longa
Kurkuma
Curcuma longa wird aus dem gelben Wurzelstock der Kurkumapflanze hergestellt. Die Homöopathie setzt das Mittel traditionell bei träger Verdauung mit Völlegefühl und Blähungen ein, wenn der Oberbauch nach dem Essen gespannt wirkt und die Speisen lange liegen bleiben.
Träge VerdauungVöllegefühlBlähungenDruckgefühl im Oberbauch
Zum Mittel-Profil →Häufige Fragen zu Quercus e glandibus
Wobei wird Quercus e glandibus in der Homöopathie traditionell angewendet?
Die homöopathische Tradition ordnet Quercus e glandibus vor allem diesen Anwendungsgebieten zu: Völlegefühl im Oberbauch, Druckgefühl in der Milzgegend, Blähungen, Träge Verdauung, Alte Erschöpfung, Rekonvaleszenz, Schwindelgefühl, Ohrgeräusche. Die Mittelwahl richtet sich dabei nach dem individuellen Beschwerdebild. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.
Welche Potenzen von Quercus e glandibus sind üblich?
Für Quercus e glandibus werden in der Praxis häufig die Potenzen D6, D12 verwendet. Zur Selbstanwendung greifen Anwender traditionell zu niedrigen Potenzen (D6–D12); Hochpotenzen gelten als Sache erfahrener Homöopathen.
Was ist das typische Mittelbild von Quercus e glandibus?
Typische Leitsymptome, die die Materia medica Quercus e glandibus zuordnet: Völle- und Schweregefühl links unter dem Rippenbogen; Erschöpfung, die seit einer alten Krankheit nachhängt; Träge Verdauung mit Blähungen nach jeder Mahlzeit; Schwindelgefühl mit Sausen und Brummen im Kopf; Schlaf bringt keine rechte Erholung.