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Mezereum (Seidelbast)Seidelbast

Mezereum wird aus der Rinde des Echten Seidelbasts hergestellt und in der Homöopathie traditionell bei Hautausschlägen mit nässenden, verkrustenden Bläschen eingesetzt. Auch Gürtelrose, Windpocken und Nervenschmerzen zählen zu den traditionellen Anwendungsgebieten.

Botanische Illustration von Mezereum (Seidelbast) (Seidelbast) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli
Mezereum (Seidelbast) – Seidelbast: Ausgangs­substanz der homöopathischen Zubereitung

HautausschlägeEkzemeHerpesWindpockenGürtelroseNervenschmerzenJuckreizKnochenschmerzen

ELEva Landefeld· HeilpraktikerinVeröffentlicht März 2017 · Überarbeitet Juli 2026

Mittelbild & Leitsymptome

  • Nässende, dicke Krusten bildende Bläschen mit Eiter
  • Hautentzündungen mit brennendem Juckreiz
  • Brennende, schießende Nervenschmerzen in Gesicht oder Brustkorb
  • Ausgeprägte Kälteempfindlichkeit
  • Berührungsempfindlichkeit, etwa bei Gürtelrose
  • Schmerzen schlagen plötzlich in Taubheit und Frieren um

Das homöopathische Mittel Mezereum wird aus dem Echten Seidelbast (Daphne mezereum) hergestellt, einem Strauch aus der Familie der Seidelbast-Gewächse. Zur Gewinnung muss vor der Blüte-Periode die Rinde von den Zweigen abgeschält und getrocknet werden.

Wirkstoffe sind vor allem in der Rinde und in den Samen, sie heißen Glykosid Daphnin und Terpenester Mezerein. Sowohl die Rinde als auch die Früchte und Samen sind hochgiftig ! Sie führen bei Kontakt mit den Schleimhäuten zu starken Reizungen mit Bläschen-Bildung. Bei uns steht der Seidelbast unter Naturschutz. Mezereum ist ideal geeignet um Hautausschläge (wie z.B. Haut-Ekzeme mit eitrigem Ausschlägen, dicke Krusten bildende Bläschen mit weißlicher Flüssigkeit oder Herpes) zu behandeln. Der Seidelbast mindert Juckreiz ohne Haut-Läsionen zu hinterlassen. Außerdem ist das Homöopathikum hilfreich bei der Behandlung von Windpocken (Varizella), Gürtelrose (Herpes Zoster) und /oder Nervenschmerzen und Neuralgien (die durch frische Zoster-Erkrankungen verursacht wurden).

Mezereum wird auch verschrieben, um durch Kälte und/oder Nässe verschlimmerte Schmerzen am Knochen-Gerüsts zu lindern. Oft nehmen diese Schmerzen durch Berührung, Druck oder in der Nacht zu. Rücken, Nacken, Gesichts- und Schädelknochen, Hüfte, Knie sowie das Schienbein sind dabei besonders Schmerz-empfindlich (Schmerz ist heftig, als ob man sich einen Knochen gebrochen hätte).

Mezereum ist ebenfalls empfehlenswert um kariöse Zahnschmerzen zu mindern, bei gereiztem Zahnfleisch das Gesichtsneuralgien auslöst und bei brennendem Mund (nach Kontakt mit Speisen vermehrt schmerzend).

Symptome

  • der Patient ist sehr kälteempfindlich

  • der Patient leidet unter Hautentzündungen mit brennendem Juckreiz

  • der Patient leidet an nässenden und verkrustenden Bläschen mit Eiter

  • der Patient hat brennende und schießende Nervenschmerzen (in Gesicht oder Brustkorb)

  • der Patient fühlt sich zerschlagen (vor allem in den Gelenken)

  • der Patient hat ein Brennen auf der Zunge (bzw. im gesamten oberen Verdauungstrakt)

  • der Patient leidet unter brennenden Schmerzen im Magen

  • der Patient verspürt ein Taubheits-Gefühl und Jucken auf der Haut

  • der Patient hat schnell auftretende, starke stechende Schmerzen

  • der Patient ist Berührungs-empfindlich (verursacht durch Gürtelrose, insbesondere am Rücken, Bauch und Gesäß )

  • der Patient ist hypochondrisch, vergesslich, mutlos und gleichgültig

  • der Patient sieht Stunden-lang aus dem Fenster, und nimmt dabei nichts wahr

  • der Patient hat häufig das Verlangen, mit dem Finger im Ohr zu bohren

  • die Haut der Betroffenen bildet oft Leberflecken, Ekzeme und Schuppen

  • der Patient leidet unter zurück-gehendem Zahnfleisch (die Zähne sehen länger aus)

  • Schmerzen schlagen plötzlich in Taubheit und Frieren um

Traditionelle Anwendungsgebiete

Verwendungsgebiete von Mezereum

  • Herpes

  • Ausschlag / Ekzeme

  • Grind-Flechte (Impetigo contagiosa)

  • Hautentzündung

  • Nasennebenhöhlenentzündung

  • Windpocken (Varizella )

  • Gürtelrose

  • Blasenkrämpfe

  • Blähungen

  • Bläschen

  • Eingeschlafene Füsse

  • Gastritis (Magenschleimhautentzündung)

  • Gelenkschmerzen / Gelenk-Versteifung

  • Harnbrennen

  • Hautbläschen / Hautjucken

  • Hautschuppen

  • Herpes Zoster

  • Koliken

  • Kopfschmerzen

  • Magengeschwür

  • Magenschmerzen

  • Menorrhagie (verlängerte Monatsblutung)

  • Nackenschmerzen

  • Neuralgien

  • Neurodermitis

  • Niesen / Niesreiz

  • Pruritus (Juckreiz)

  • Rückenschmerzen

  • Schnupfen

  • Verstopfung / Verdauungs-Störungen

  • Zungenbrennen

Modalitäten: Was bessert, was verschlimmert?

Modalitäten sind in der Homöopathie das Zünglein an der Waage bei der Mittelwahl.

↓ Verschlimmerung durch

  • Berührung
  • Kälte und kalte Luft
  • In der Nacht und am Abend
  • Bettwärme
  • Bewegung

↑ Besserung durch

  • + Wärme und Ofenhitze
  • + Warme Anwendungen
  • + Im Freien

Verbesserung bei

  • Wärme / Ofen-Hitze

  • warmen Anwendungen

  • im Freien

Verschlimmerung bei

  • Berührung

  • Bett-Wärme

  • Bewegung

  • Kälte und kalte Luft

  • Kauen

  • in der Nacht / am Abend

  • nach Impfungen

  • Sprechen

  • warmes Essen

Ähnliche Mittel im Vergleich

Diese Mittel teilen Anwendungsgebiete mit Mezereum (Seidelbast) – die Leitsymptome entscheiden über die Abgrenzung.

Häufige Fragen zu Mezereum (Seidelbast)

Wobei wird Mezereum (Seidelbast) in der Homöopathie traditionell angewendet?

Die homöopathische Tradition ordnet Mezereum (Seidelbast) vor allem diesen Anwendungsgebieten zu: Hautausschläge, Ekzeme, Herpes, Windpocken, Gürtelrose, Nervenschmerzen, Neuralgien, Juckreiz, Knochenschmerzen. Die Mittelwahl richtet sich dabei nach dem individuellen Beschwerdebild. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.

Was ist das typische Mittelbild von Mezereum (Seidelbast)?

Typische Leitsymptome, die die Materia medica Mezereum (Seidelbast) zuordnet: Nässende, dicke Krusten bildende Bläschen mit Eiter; Hautentzündungen mit brennendem Juckreiz; Brennende, schießende Nervenschmerzen in Gesicht oder Brustkorb; Ausgeprägte Kälteempfindlichkeit; Berührungsempfindlichkeit, etwa bei Gürtelrose; Schmerzen schlagen plötzlich in Taubheit und Frieren um.