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Madar (Calotropis)Kronenblume

Madar wird aus der Rinde der Kronenblume (Calotropis gigantea) gewonnen, einer milchsaftführenden Pflanze Südasiens, und nur potenziert verwendet. Die Homöopathie setzt das Mittel traditionell bei trockenen, schuppenden Hautveränderungen mit hartnäckigem Juckreiz ein.

JuckreizWechseljahresbeschwerdenÜbermäßiges Schwitzen

Redaktion GlobuliweltVeröffentlicht Juli 2026 · Überarbeitet Juli 2026

Mittelbild & Leitsymptome

  • Trockene, schuppende Ausschläge, die in Schüben wiederkehren
  • Hartnäckiger Juckreiz, der zum Kratzen zwingt
  • Hitzegefühl am ganzen Körper mit Schweißausbrüchen
  • Eigentümliches Wärmegefühl im Magen
  • Raue, verdickte Hautstellen

Madar wird aus der Rinde der Kronenblume (Calotropis gigantea) gewonnen, einem strauchartigen Gewächs Süd- und Südostasiens, dessen milchiger Pflanzensaft giftig ist – verwendet wird ausschließlich die potenzierte Zubereitung.

Das Arzneimittelbild hat seinen Schwerpunkt auf der Haut: trockene, schuppende Ausschläge mit hartnäckigem Juckreiz, dazu Wellen von Hitze mit Schweißausbrüchen und ein eigentümliches Wärmegefühl im Magen. Homöopathen wählen Madar traditionell, wenn chronisch wiederkehrende Hautbeschwerden mit dieser inneren Hitze zusammentreffen.

Mittelbild und Leitsymptome

Madar gehört zu den kleineren Mitteln der Materia medica; sein Bild wurde im 19. Jahrhundert durch Prüfungen und Praxisberichte britisch-indischer Ärzte umrissen. Im Mittelpunkt steht die Haut: Die Literatur beschreibt trockene, schuppende Ausschläge, die sich hartnäckig halten, immer wieder aufblühen und von einem quälenden Juckreiz begleitet werden, der zum Kratzen zwingt. Die betroffene Haut wirkt insgesamt trocken, rau und an einzelnen Stellen verdickt.

Auffällig ist die begleitende Wärme: Die Prüfungen verzeichnen ein Hitzegefühl, das sich über den ganzen Körper ausbreiten kann, dazu Schweißausbrüche und ein eigentümliches Wärmegefühl im Magen kurz nach der Einnahme – eines der wiederkehrenden Zeichen in den alten Protokollen. Dieses innere Aufheizen unterscheidet das Bild von rein äußerlichen Hautmitteln: Der Hautzustand erscheint als Teil eines Ganzen, zu dem Hitze, Schwitzen und eine gewisse Unruhe gehören.

Für die Mittelwahl entscheidend ist das Zusammentreffen von chronisch wiederkehrender, trockener Hautsymptomatik und innerer Hitze – die Kombination, an der die Praxisliteratur Madar von häufiger gebrauchten Hautmitteln wie Sulfur oder Graphites unterscheidet.

Traditionelle Anwendungsgebiete

Traditionelle Anwendungsgebiete

In der Homöopathie wird Madar traditionell bei chronischen Hautbeschwerden eingesetzt: trockene, schuppende Ausschläge, raue und verdickte Hautstellen sowie hartnäckiger Juckreiz, der sich durch Kratzen kaum beruhigen lässt. Die Praxisliteratur nennt das Mittel vor allem dann, wenn Hautveränderungen über lange Zeit bestehen, in Schüben wiederkehren und auf die üblichen Pflegemaßnahmen gleichgültig reagieren.

Ein zweites überliefertes Feld sind Hitzewallungen mit Schweißausbrüchen sowie das beschriebene Wärmegefühl im Magen, das gelegentlich mit unbestimmten Verdauungsbeschwerden einhergeht.

In seiner südasiatischen Heimat blickt die Kronenblume zudem auf eine lange volksmedizinische Tradition zurück; in die homöopathische Literatur ist davon vor allem die Anwendung bei chronischen Hautleiden eingegangen. Homöopathen wählen Madar, wenn Hautbild und innere Hitze gemeinsam auftreten und das Geschehen einen zähen, chronischen Charakter hat.

Modalitäten: Was bessert, was verschlimmert?

Modalitäten sind in der Homöopathie das Zünglein an der Waage bei der Mittelwahl.

↓ Verschlimmerung durch

  • Bettwärme
  • Kratzen

↑ Besserung durch

  • + kühle Anwendungen
  • + frische Luft

Dosierung & Einnahme

D6D12übliche Potenzen

Dosierung und Einnahme

Für die Selbstanwendung gebräuchlich sind die Potenzen D6 und D12, üblicherweise fünf Globuli ein- bis zweimal täglich über einen begrenzten Zeitraum. Die Globuli lässt man unter der Zunge zergehen, mit etwas Abstand zu Mahlzeiten, Kaffee und Pfefferminz.

Bei chronischen Hautthemen rechnet die homöopathische Praxis mit einem langsameren Verlauf als bei akuten Beschwerden; Veränderungen zeigen sich oft erst nach ein bis zwei Wochen. Bei eintretender Besserung wird die Gabe seltener und dann beendet.

Erstreaktionen mit vorübergehend verstärktem Juckreiz sind in der homöopathischen Literatur beschrieben; bleibt eine Besserung aus, wird die Mittelwahl überprüft. Hochpotenzen ab C30 gehören in die Hand erfahrener Behandler.

Substanz & Hintergrund

Modalitäten

Die Modalitäten sind bei Madar nur spärlich überliefert; das Mittel gehört zu den kleinen Arzneien, deren Bild sich auf wenige charakteristische Zeichen stützt. Als verschlimmernd nennt die Praxisliteratur Bettwärme, die den Juckreiz anfacht, sowie das Kratzen selbst, das die Haut zusätzlich reizt.

Besserung wird durch kühle Anwendungen und frische Luft beschrieben. Bei der Mittelwahl wiegt das Gesamtbild – chronische, trockene Hautsymptomatik mit innerer Hitze und Schweißausbrüchen – schwerer als einzelne Modalitäten.

Substanz und Hintergrund

Ausgangsstoff ist die Rinde der Kronenblume (Calotropis gigantea), eines aufrechten, strauchartigen Gewächses aus der Familie der Hundsgiftgewächse, das in Indien, Südostasien und angrenzenden Regionen weit verbreitet ist. Auffällig sind die großen, wachsartig wirkenden Blüten und der weiße Milchsaft, der aus verletzten Pflanzenteilen austritt. Dieser Milchsaft enthält herzwirksame Glykoside und ist giftig – in der Homöopathie kommt daher ausschließlich die potenzierte Zubereitung zum Einsatz.

In Indien ist die Pflanze unter dem Namen Arka seit Jahrhunderten Teil der traditionellen Heilkunde und des religiösen Brauchtums. In die westliche Arzneimittellehre gelangte Madar im 19. Jahrhundert über britisch-indische Ärzte; Boericke und Clarke führen das Mittel in ihren Werken mit dem Schwerpunkt auf chronischen Hautleiden.

Ähnliche Mittel im Vergleich

Diese Mittel teilen Anwendungsgebiete mit Madar (Calotropis) – die Leitsymptome entscheiden über die Abgrenzung.

Häufige Fragen zu Madar (Calotropis)

Wobei wird Madar (Calotropis) in der Homöopathie traditionell angewendet?

Die homöopathische Tradition ordnet Madar (Calotropis) vor allem diesen Anwendungsgebieten zu: Chronische Hautausschläge, Trockene, schuppende Haut, Juckreiz, Raue, verdickte Hautstellen, Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Wärmegefühl im Magen. Die Mittelwahl richtet sich dabei nach dem individuellen Beschwerdebild. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.

Welche Potenzen von Madar (Calotropis) sind üblich?

Für Madar (Calotropis) werden in der Praxis häufig die Potenzen D6, D12 verwendet. Zur Selbstanwendung greifen Anwender traditionell zu niedrigen Potenzen (D6–D12); Hochpotenzen gelten als Sache erfahrener Homöopathen.

Was ist das typische Mittelbild von Madar (Calotropis)?

Typische Leitsymptome, die die Materia medica Madar (Calotropis) zuordnet: Trockene, schuppende Ausschläge, die in Schüben wiederkehren; Hartnäckiger Juckreiz, der zum Kratzen zwingt; Hitzegefühl am ganzen Körper mit Schweißausbrüchen; Eigentümliches Wärmegefühl im Magen; Raue, verdickte Hautstellen.