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Chloralum hydratumChloralhydrat

Chloralum hydratum ist potenziertes Chloralhydrat, der erste synthetische Schlafwirkstoff des 19. Jahrhunderts. Die Homöopathie setzt das Mittel traditionell bei Nesselsucht mit heftigem Juckreiz sowie bei oberflächlichem, leicht störbarem Schlaf mit nächtlichem Aufschrecken ein.

NesselsuchtJuckreizÜberempfindlichkeit

Redaktion GlobuliweltVeröffentlicht Juli 2026 · Überarbeitet Juli 2026

Mittelbild & Leitsymptome

  • Quaddeln schießen rasch auf und vergehen wieder
  • Juckreiz in der Bettwärme am stärksten
  • Quaddeln nach Kältereiz oder Alkohol
  • Schlaf bleibt oberflächlich, jedes Geräusch weckt
  • Nächtliches Aufschrecken mit lebhaften Träumen
  • Morgens zerschlagen und gereizt

Chloralum hydratum führt in die Frühzeit der modernen Arzneimittelgeschichte: Chloralhydrat war das erste synthetisch hergestellte Schlafmittel des 19. Jahrhunderts.

Die Homöopathie verwendet davon ausschließlich die potenzierte Zubereitung – und ihr Arzneimittelbild hat zwei Schwerpunkte. Der eine ist die Haut: plötzlich aufschießende Quaddeln mit heftigem Juckreiz, die in der Bettwärme oder nach einem Kältereiz auffallen. Der andere ist die Nacht: ein oberflächlicher, leicht störbarer Schlaf mit lebhaften Träumen und nächtlichem Aufschrecken. Homöopathen wählen das Mittel, wenn unruhige Haut und unruhige Nächte zusammenkommen.

Mittelbild und Leitsymptome

Im Zentrum des Hautbildes stehen Quaddeln, wie sie die klassische Literatur bei der Nesselsucht beschreibt: Sie schießen rasch auf, jucken und brennen heftig, und sie kommen und gehen oft innerhalb von Stunden. Die Praxisliteratur nennt als Auslösemomente die Wärme des Bettes, Alkohol und – als auffälliges Einzelzeichen – Kältereize: Quaddeln, die nach kalter Luft oder kaltem Wasser sichtbar werden. Zwischen den Schüben ist die Haut unauffällig; beschrieben werden außerdem große, rote, erhabene Flecken.

Der zweite Strang betrifft den Schlaf. Boericke beschreibt einen oberflächlichen, zerhackten Schlaf: Die Betroffenen schlafen ein, tauchen aber nicht in die Tiefe, jedes Geräusch weckt sie, die Träume sind lebhaft und wirr. Bei Kindern nennt die Literatur nächtliches Aufschrecken mit Weinen, ohne dass das Kind richtig wach wäre.

Am Morgen fühlen sich die Betroffenen zerschlagen und gereizt, als hätte die Nacht keine Erholung gebracht. Reizbarkeit und Geräuschempfindlichkeit am Tag runden das Bild ab – ein Zustand, wie er nach durchwachten Nächten vertraut ist.

Beide Stränge greifen ineinander: Der nächtliche Juckreiz hält den Schlaf flach, und die flachen Nächte machen die Haut und die Nerven reizbarer.

Traditionelle Anwendungsgebiete

Traditionelle Anwendungsgebiete

Die Homöopathie setzt Chloralum hydratum traditionell bei der Nesselsucht ein: juckende Quaddeln, die rasch aufschießen und wieder verschwinden, besonders wenn Bettwärme, Alkohol oder Kältereize die Schübe auslösen und der Juckreiz nachts am stärksten quält.

Das zweite überlieferte Feld ist der oberflächliche Schlaf: nächtelanges Dösen ohne Tiefe, Aufschrecken bei jedem Geräusch, lebhafte Träume und morgendliche Zerschlagenheit. Die Praxisliteratur nennt das Mittel auch beim nächtlichen Aufschrecken von Kindern.

Homöopathen wählen Chloralum besonders dann, wenn beide Stränge zusammentreffen – wenn juckende Haut und flacher Schlaf einander gegenseitig verstärken und die Gereiztheit des Tages aus den unruhigen Nächten kommt. Die Auswahl folgt dabei wie immer dem Gesamtbild der Zeichen, nicht der einzelnen Diagnose; bei häufig wiederkehrender Nesselsucht gehört die Suche nach dem Auslöser in ärztliche Begleitung.

Modalitäten: Was bessert, was verschlimmert?

Modalitäten sind in der Homöopathie das Zünglein an der Waage bei der Mittelwahl.

↓ Verschlimmerung durch

  • Wärme des Bettes
  • Alkohol
  • Kältereize auf der Haut
  • nachts
  • Geräusche beim Einschlafen

↑ Besserung durch

  • + frische Luft
  • + Bewegung und Ablenkung am Tag
  • + Ruhe

Dosierung & Einnahme

D12D30übliche Potenzen

Dosierung und Einnahme

Für die Selbstanwendung gebräuchlich sind die D12 und die D30, üblicherweise fünf Globuli ein- bis zweimal täglich über wenige Tage; bei akuten Quaddelschüben wird die Gabe in der Praxisliteratur auch kurzfristig wiederholt.

Die Globuli lässt man unter der Zunge zergehen, mit Abstand zu Mahlzeiten, Kaffee und Pfefferminz. Wenn der Schlaf im Vordergrund steht, hat sich eine letzte Gabe vor dem Zubettgehen eingebürgert.

Bei eintretender Besserung wird die Gabe seltener und dann beendet – ein dauerhaftes Weitergeben ist in der Homöopathie nicht vorgesehen. Wiederkehrende Nesselsucht und länger bestehende Schlafprobleme gehören in die Begleitung erfahrener Behandler; Hochpotenzen ab C30 sind deren Sache.

Substanz & Hintergrund

Modalitäten

Verschlimmerung tritt nach dem Arzneimittelbild in der Wärme des Bettes ein, außerdem nach Alkohol, durch Kältereize auf der Haut und nachts; auch Geräusche beim Einschlafen und geistige Anstrengung am späten Abend werden als ungünstig genannt.

Besserung beschreibt die Praxisliteratur an der frischen Luft, durch Bewegung und Ablenkung am Tag sowie durch äußere Ruhe. Der Wechsel – Haut und Schlaf nachts schlimmer, tagsüber weitgehend unauffällig – gehört zu den Erkennungszeichen, an denen das Mittel in der Literatur von verwandten Hautmitteln unterschieden wird.

Substanz und Hintergrund

Ausgangsstoff ist Chloralhydrat, eine kristalline Verbindung, die Justus von Liebig 1832 erstmals herstellte. 1869 führte der Berliner Pharmakologe Oscar Liebreich sie als Arznei ein – Chloralhydrat wurde damit zum ersten synthetischen Schlafmittel der Medizingeschichte und war jahrzehntelang weit verbreitet, bis modernere Wirkstoffe es ablösten. Der Stoff selbst unterliegt als Arzneimittel der Verschreibungspflicht und ist kein Hausmittel.

Die homöopathische Zubereitung hat mit dieser historischen Arznei nur den Ausgangsstoff gemeinsam: Verwendet wird ausschließlich die potenzierte Form, in stufenweiser Verdünnung und Verschüttelung hergestellt. Ein Schlafmittel im arzneilichen Sinn ist sie nicht.

In die homöopathische Literatur kam Chloralum im späten 19. Jahrhundert; Boericke fasste das Bild zusammen und hob die Nesselsucht und den oberflächlichen, leicht störbaren Schlaf als Kennzeichen hervor.

Ähnliche Mittel im Vergleich

Diese Mittel teilen Anwendungsgebiete mit Chloralum hydratum – die Leitsymptome entscheiden über die Abgrenzung.

Naturhistorische Illustration von Apisinum (Bienengift) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli

Apisinum

Bienengift

Apisinum ist die potenzierte Zubereitung des reinen Bienengiftes. Die Materia medica ordnet dem Mittel geschwollene, brennend-stechende Hautreaktionen zu, die nach Kühlung verlangen – das Bild ähnelt Apis mellifica, stammt aber allein aus dem isolierten Gift.

InsektensticheBrennend-stechende SchwellungenQuaddelnNesselartige Ausschläge

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Histaminum hydrochloricum

Potenziertes Histamin

Histaminum hydrochloricum ist die potenzierte Zubereitung des körpereigenen Botenstoffs Histamin. Die Homöopathie setzt das Mittel traditionell begleitend bei allergischer Neigung ein – bei Niesattacken, Nesselsucht und Juckreiz mit rasch wechselndem, flüchtigem Bild.

Allergische NeigungHeuschnupfenFließschnupfenNiesreiz

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Botanische Illustration von Urtica Urens (kleine Brennnessel) (Kleine Brennnessel) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli

Urtica Urens (kleine Brennnessel)

Kleine Brennnessel

Urtica urens, die Kleine Brennnessel, wird in der Homöopathie traditionell bei brennenden, juckenden Hautbeschwerden wie Nesselsucht, leichten Verbrennungen und Insektenstichen eingesetzt. Auch rheumatische Beschwerden zählen zu den traditionellen Anwendungsgebieten.

NesselsuchtHautausschlägeJuckreizLeichte Verbrennungen

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Naturhistorische Illustration von Vespa crabro (Hornisse) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli

Vespa crabro

Hornisse

Vespa crabro wird aus der Hornisse hergestellt und nur in potenzierter Zubereitung verwendet. Die Homöopathie setzt das Mittel traditionell bei Insektenstichen ein, die mit heftigem Brennen, Stechen und einer rasch zunehmenden, prallen Schwellung einhergehen.

InsektensticheWespensticheBrennende StichschwellungJuckreiz

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Häufige Fragen zu Chloralum hydratum

Wobei wird Chloralum hydratum in der Homöopathie traditionell angewendet?

Die homöopathische Tradition ordnet Chloralum hydratum vor allem diesen Anwendungsgebieten zu: Nesselsucht, Quaddeln, Juckreiz, Oberflächlicher Schlaf, Nächtliches Aufschrecken, Lebhafte Träume, Morgendliche Zerschlagenheit, Geräuschempfindlichkeit. Die Mittelwahl richtet sich dabei nach dem individuellen Beschwerdebild. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.

Welche Potenzen von Chloralum hydratum sind üblich?

Für Chloralum hydratum werden in der Praxis häufig die Potenzen D12, D30 verwendet. Zur Selbstanwendung greifen Anwender traditionell zu niedrigen Potenzen (D6–D12); Hochpotenzen gelten als Sache erfahrener Homöopathen.

Was ist das typische Mittelbild von Chloralum hydratum?

Typische Leitsymptome, die die Materia medica Chloralum hydratum zuordnet: Quaddeln schießen rasch auf und vergehen wieder; Juckreiz in der Bettwärme am stärksten; Quaddeln nach Kältereiz oder Alkohol; Schlaf bleibt oberflächlich, jedes Geräusch weckt; Nächtliches Aufschrecken mit lebhaften Träumen; Morgens zerschlagen und gereizt.