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Asa foetidaStinkasant

Asa foetida ist das übelriechende Gummiharz einer asiatischen Doldenblütlerin. Die Homöopathie setzt es traditionell bei nervösen Verdauungsbeschwerden mit lautem Aufstoßen, Blähungen mit Druck nach oben und dem Gefühl eines Klumpens im Hals ein.

Botanische Illustration von Asa foetida (Stinkasant) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli
Asa foetida – Stinkasant: Ausgangs­substanz der homöopathischen Zubereitung

BlähungenAufstoßenSchluckbeschwerdenKnochenschmerzenTinnitus

ELEva Landefeld· HeilpraktikerinVeröffentlicht Juli 2026 · Überarbeitet Juli 2026

Mittelbild & Leitsymptome

  • Lautes, explosives Aufstoßen; alles drängt nach oben
  • Gefühl, ein Klumpen steige im Hals aufwärts
  • Blähungen mit Druck von unten gegen die Speiseröhre
  • Speiseröhre wie zusammengezogen, Schlucken erschwert
  • Ausgeprägte Überempfindlichkeit gegen Berührung
  • Bohrende Schmerzen in den Röhrenknochen, besonders am Schienbein

Asa foetida ist das getrocknete Gummiharz einer persisch-afghanischen Doldenblütlerin und trägt seinen Namen zu Recht: Der schwefelartige Geruch hat ihr im Deutschen den Beinamen Stinkasant und Teufelsdreck eingetragen. In der homöopathischen Arzneimittellehre steht das Mittel für ein Bild umgekehrter Richtung – alles drängt nach oben. Lautes, explosives Aufstoßen, Blähungen, die von unten gegen die Speiseröhre drücken, und das Gefühl, ein Klumpen steige im Hals aufwärts, sind die kennzeichnenden Züge. Homöopathen ziehen Asa foetida traditionell in Betracht, wenn nervöse Anspannung und Verdauungsbeschwerden mit dieser aufwärtsdrängenden Qualität zusammentreffen und die Betroffenen zugleich sehr berührungsempfindlich sind.

Mittelbild und Leitsymptome

Die klassische Materia medica beschreibt Asa foetida als Mittel der umgekehrten Bewegungsrichtung im Verdauungstrakt und der überspannten Empfindlichkeit. Kennzeichnend sind:

  • Aufstoßen: laut, explosionsartig, in Serien; die Luft drängt heftig nach oben und ist dennoch schwer herauszubringen
  • Blähungen: starker Druck von unten gegen Zwerchfell und Speiseröhre, aufgetriebener Leib, Rumoren; der Abgang nach unten ist gehemmt
  • Hals: Gefühl eines Klumpens, der aufwärts steigt; die Speiseröhre wirkt wie zusammengezogen, das Schlucken ist erschwert
  • Empfindlichkeit: ausgeprägte Überempfindlichkeit gegen Berührung und gegen Schmerzen; jede Untersuchung wird als zu viel erlebt
  • Knochen: bohrende, drückende Schmerzen in den Röhrenknochen, besonders am Schienbein, nachts stärker
  • Ohren: Sausen, Klopfen und Pulsieren, Empfindlichkeit gegen Geräusche
  • Gemüt: nervöse Erregbarkeit, Ungeduld, wechselnde Stimmung; Ruhe ist schwer auszuhalten

Das Gesamtbild ist ein Zustand innerer Anspannung, in dem sich die Verdauungsbewegung gleichsam gegen ihre natürliche Richtung stellt. Diese Aufwärtstendenz zusammen mit der Berührungsempfindlichkeit ist der eigentliche Wegweiser zu Asa foetida.

Traditionelle Anwendungsgebiete

Traditionelle Anwendungsgebiete

In der homöopathischen Praxis wird Asa foetida traditionell bei nervös gefärbten Verdauungsbeschwerden eingesetzt: Blähungen mit starkem Druck nach oben, lautes und häufiges Aufstoßen, Völlegefühl im Oberbauch und ein Magen, der auf Anspannung reagiert. Klassisch genannt wird ferner das Klumpengefühl im Hals mit erschwertem Schlucken, das die alten Autoren als Ausdruck derselben Aufwärtsrichtung verstanden haben.

Weiter ordnet die Materia medica dem Mittel nervöse Unruhe mit Ungeduld und Reizbarkeit zu, dazu ein Sausen und Klopfen in den Ohren sowie bohrende Schmerzen in den Röhrenknochen, besonders am Schienbein. Homöopathen wählen Asa foetida vor allem dann, wenn eine auffallende Überempfindlichkeit gegen Berührung das Bild abrundet.

Modalitäten: Was bessert, was verschlimmert?

Modalitäten sind in der Homöopathie das Zünglein an der Waage bei der Mittelwahl.

↓ Verschlimmerung durch

  • Berührung
  • Ruhe und Stillsitzen
  • warme Umgebung
  • nachts
  • unterdrückte Blähungen

↑ Besserung durch

  • + frische Luft
  • + Bewegung
  • + Aufstoßen
  • + Druck auf den Leib

Dosierung & Einnahme

D6D12übliche Potenzen

Dosierung und Einnahme

Für die Selbstanwendung sind die Tiefpotenzen Asa foetida D6 und D12 gebräuchlich. Nach klassischer Konvention werden bei akuten Beschwerden drei bis fünf Globuli mehrmals täglich gegeben, bei ruhigerem Verlauf ein- bis zweimal täglich. Hochpotenzen ab D30 sowie C- und Q-Potenzen bleiben erfahrenen Behandlerinnen und Behandlern vorbehalten, die das Gesamtbild einordnen und den Verlauf begleiten können.

Mit Eintritt einer Besserung werden die Gaben seltener und dann eingestellt; eine fortgesetzte Einnahme ohne Veränderung des Bildes ist in der klassischen Homöopathie nicht vorgesehen. Zeigt sich nach einigen Tagen keine Reaktion, spricht dies gegen die Mittelwahl.

Substanz & Hintergrund

Modalitäten

Als verschlimmernde Umstände nennt die Literatur an erster Stelle die Berührung – schon leichter Kontakt wird als schmerzhaft empfunden. Ungünstig wirken ferner Ruhe und langes Stillsitzen, warme Umgebung und warme Räume, die Nachtstunden, in denen die Knochenschmerzen zunehmen, sowie zurückgehaltene Blähungen.

Besserung beschreibt die Materia medica in frischer, kühler Luft, durch Bewegung und Umhergehen, durch das Aufstoßen selbst, wenn die Luft endlich entweicht, und teils durch Druck auf den Leib. Kennzeichnend ist der Kontrast: Ruhe verschlechtert, Bewegung und frische Luft erleichtern.

Substanz und Hintergrund

Asa foetida ist das an der Luft erhärtete Gummiharz von Ferula assa-foetida und verwandten Arten, mächtigen Doldenblütlern (Apiaceae) der Trockengebiete Irans und Afghanistans. Zur Gewinnung wird der Wurzelstock angeschnitten; der austretende Milchsaft trocknet zu bräunlichen, wachsartigen Klumpen. Der intensive, schwefelartige Geruch, der von organischen Schwefelverbindungen stammt, hat der Droge Namen wie Stinkasant, Teufelsdreck und Asant eingetragen.

In der indischen Küche ist Asafoetida als Gewürz (Hing) gebräuchlich; in der europäischen Arzneikunde galt sie über Jahrhunderte als Mittel für Nerven und Verdauung. Giftig ist das Harz nicht, in größeren Mengen jedoch stark reizend und schwer verträglich. Für die homöopathische Zubereitung wird das Harz in Alkohol gelöst und stufenweise potenziert. Das Arzneimittelbild wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erarbeitet und in den Standardwerken vor allem mit den nervös-krampfhaften Verdauungszeichen und der Aufwärtsrichtung der Beschwerden überliefert.

Ähnliche Mittel im Vergleich

Diese Mittel teilen Anwendungsgebiete mit Asa foetida – die Leitsymptome entscheiden über die Abgrenzung.

Botanische Illustration von Angelica archangelica (Echte Engelwurz) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli

Angelica archangelica

Echte Engelwurz

Angelica archangelica wird aus der Wurzel der Echten Engelwurz hergestellt, einer alten Pflanze der Klostermedizin. Die Homöopathie setzt das Mittel traditionell bei nervösem Magen, Appetitlosigkeit, Blähungen und Erschöpfung nach überstandener Krankheit ein.

Nervöser MagenAppetitlosigkeitBlähungenVöllegefühl

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Botanische Illustration von Artemisia absinthium (Wermut) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli

Artemisia absinthium

Wermut

Absinthium wird aus dem blühenden Kraut des Wermuts hergestellt und kommt ausschließlich potenziert zum Einsatz. Die Homöopathie setzt das Mittel traditionell bei nervöser Unruhe mit Zittern der Hände sowie bei Verdauungsschwäche mit Appetitlosigkeit und Völlegefühl ein.

Nervöse UnruheZitternSchreckhaftigkeitVergesslichkeit

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Botanische Illustration von Carum carvi (Wiesenkümmel) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli

Carum carvi

Wiesenkümmel

Carum carvi wird aus den reifen Früchten des Wiesenkümmels hergestellt. Die Homöopathie setzt das Mittel traditionell bei Blähungen und Blähungskoliken ein – auch beim Säugling beschrieben, der schreit, die Beinchen anzieht und sich nach Windabgang beruhigt.

BlähungenBlähungskolikenSäuglingskolikAufgetriebener Leib

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Botanische Illustration von Curcuma longa (Kurkuma) – Ausgangssubstanz der homöopathischen Globuli

Curcuma longa

Kurkuma

Curcuma longa wird aus dem gelben Wurzelstock der Kurkumapflanze hergestellt. Die Homöopathie setzt das Mittel traditionell bei träger Verdauung mit Völlegefühl und Blähungen ein, wenn der Oberbauch nach dem Essen gespannt wirkt und die Speisen lange liegen bleiben.

Träge VerdauungVöllegefühlBlähungenDruckgefühl im Oberbauch

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Häufige Fragen zu Asa foetida

Wobei wird Asa foetida in der Homöopathie traditionell angewendet?

Die homöopathische Tradition ordnet Asa foetida vor allem diesen Anwendungsgebieten zu: Blähungen, Aufstoßen, Nervöse Magenbeschwerden, Klumpengefühl im Hals, Völlegefühl, Schluckbeschwerden, Nervöse Unruhe, Knochenschmerzen, Ohrensausen. Die Mittelwahl richtet sich dabei nach dem individuellen Beschwerdebild. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.

Welche Potenzen von Asa foetida sind üblich?

Für Asa foetida werden in der Praxis häufig die Potenzen D6, D12 verwendet. Zur Selbstanwendung greifen Anwender traditionell zu niedrigen Potenzen (D6–D12); Hochpotenzen gelten als Sache erfahrener Homöopathen.

Was ist das typische Mittelbild von Asa foetida?

Typische Leitsymptome, die die Materia medica Asa foetida zuordnet: Lautes, explosives Aufstoßen; alles drängt nach oben; Gefühl, ein Klumpen steige im Hals aufwärts; Blähungen mit Druck von unten gegen die Speiseröhre; Speiseröhre wie zusammengezogen, Schlucken erschwert; Ausgeprägte Überempfindlichkeit gegen Berührung; Bohrende Schmerzen in den Röhrenknochen, besonders am Schienbein.