Mittelbild & Leitsymptome
- Starke Abmagerung trotz Heißhunger und großer Nahrungsaufnahme
- Abmagerung beginnt an Beinen und Füßen
- Abwechselnd Durchfall und Verstopfung
- Große Schwäche, Kopf kann nicht aufrecht gehalten werden
- Kaltes, mageres Gesicht mit hohlen Augen
- Aufgeblähtes Abdomen
Abrotanum gewinnt man aus Eberraute, die Homöopathie nutzt das Mittel bei Appetitlosigkeit, Schwäche und geschwollenen Lymphknoten.
Auch im Magen-Darm-Kanal und im Kapillargebiet wird Abrotanum oft eingesetzt. Menschen, deren Krankheiten alternieren, können durch das Mittel geheilt werden.
Leitsymptome von Abrotanum
Ein typisches Leitsymptom ist das starke Abnehmen trotz Heißhunger und großer Nahrungsaufnahme. Auch fühlen sich Patienten im Kopf schwach und können ihn nicht gerade halten. Im Gehirn fühlen sie ein linksseitiges Versagen. Weitere Leitsymptome sind:
kaltes, mageres Gesicht
hohle Augen
Nasenbluten bei Jungen
aufgeblähtes Abdomen
Weiterführende Informationen zu Abrotanum
Abrotanum wird aus der Eberraute hergestellt, einer Pflanze aus der Familie der Korbblüter.
Sie wird als Gewürz- und Heilpflanze benutzt. In der Homöopathie ist das Mittel besonders hilfreich gegen Schwäche, Appetitlosigkeit und geschwollene Lymphknoten. Kennzeichnend für Abrotanum ist, dass der Betroffene rasch abnimmt, obwohl er einen äußert großen Appetit hat und auch viel isst. Diese Abmagerung beginnt an den unteren Gliedmaßen und endet am Gesicht. Ein weiteres charakteristisches Merkmal ist die auftretende Schwäche. Dem Patienten ist es nicht mehr möglich zu stehen. Sogar das Aufrecht-Halten des Kopfes bereitet Schwierigkeiten.
Beingeschwüre
arterielle Durchblutungsstörungen (schwache, brüchige Gefäße)
Heißhunger
Blutverlust (blasse Haut, Erschöpfung und Appetitlosigkeit)
Sklerodermie (Maskengesicht / Madonnenfinger)
Verbrennung und/oder Geschwüre nach Röntgen
Arthritis (entzündliche Gelenkerkrankung)
Juckreiz / Hautjucken
Lymphknotenschwellung
Appetitlosigkeit / Abmagerung
Obstipation (Verstopfung)
Hämangiom (Blutschwämmchen oder Erdbeerfleck
Rheumatismus
Durchfall / Verdauungsschwäche
Gesichtsrose (oder Kopfrose bzw. Gürtelrose im Gesicht)
Schwäche
Angiektasien (schwache brüchige Kapillaren)
Hämorrhoiden
Dekubitus (Wundliegen, Vorbeugung, blasse Druckstellen)
Rosacea (akneähnliche Hauterkrankung des Gesichts)
Frostbeulen und/oder Erfrierungen mit stechenden Schmerzen
Kopfschmerz nach schweren Erkrankungen bei blasser Haut
Gelenkentzündung
Knollennase
Magersucht (Nahrung wird verweigert)
Blutschwämmchen
Aszites (krankhafte Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle)
Wasserbauch
TBC
Symptome
der Patient ist sehr schwach, ein Aufrecht-Halten des Kopfes ist nicht mehr möglich.
der Patient spürt ein auftretendes Schwächegefühl im Gehirn (besonders links-seitig)
der Patient hat ein kaltes, abgemagertes Gesicht
der Patient ist blass und trocken
der Patient macht einen runzeligen und faltigen Eindruck
das Gesicht des Patienten sieht sehr alt aus
der Patient hat Akne im Gesicht
der Patient hat erweiterte, geschwollene Stirnadern
der Patient (Kind) ist hohl-äugig (die Augen haben keinen Glanz verloren) es bilden sich blaue Augenringe
männliche, junge Patienten leiden unter Nasenbluten
der Patient fühlt sich aufgebläht, ist fast bewegungsunfähig, besonders beim Bücken.
der Patient leidet unter Verstopfung und Diarrhö (abwechselnd)
der Patient leidet an Hämorrhoiden (mit blutigem Stuhlgang)
der Patient hat das Gefühl, sein Magen würde in Wasser schwimmen
der Patient hat Probleme mit der Verdauung (erbricht viel Flüssigkeit mit unangenehmem Geruch) aufgenommene Nahrung durchläuft Magen und Darm, ohne verdaut zu werden
der Patient hat Magenschmerzen, (besonders nachts)
der Patient hat einen großen Appetit, magert aber trotzdem ab
dem Patienten ist oft kalt
Jungen leiden an Hydrozele (Wasser Ansammlung in Hoden-Hüllen)
Mädchen leiden an schießenden Schmerzen im linken Eierstock schmerzen (Regel kann ausbleiben)
der Patient leidet an einem trockenen Husten (in Folge von Diarrhö)
der Patient hat ein Schwächegefühl mit Schmerzen im Rücken (bei Hämorrhoiden)
der Patient hat stechende Schmerzen in den Schultern, Handgelenken, Armen und Knöcheln
der Patient verspürt eine Taubheit in den Gliedmaßen, Füße und Finger fühlen sich kalt an
der Patient magert heftig ab
der Patienten hat Angiome (Blutschwämmchen) im Gesicht ( besonders bei Kindern)
der Patient hat abwechselnd Kälte- und Hitzewallungen (chronisches Wechselfieber begleitet von Magenschmerzen)
Traditionelle Anwendungsgebiete
Abrotanum im Einsatz
Wenn Personen zum Alternieren zwischen Hämorrhoiden, Kopfweh und Rheumatismus tendieren, ist Abrotanum ebenso indiziert wie beim alternierenden Auftreten von Dysenterie und Rheumatismus. Manchmal verschiebt sich auch eine Parotisentzündung auf Hoden oder Brustdrüsen, ebenso wechseln sich Durchfall und Verstopfung ab. Ein Hauptkennzeichen der Abrotanum-Patienten ist zudem, dass diese rasch abmagern, obgleich sie einen großen Appetit und Heißhunger zeigen. Sie essen viel und werden dennoch immer weniger. Die Abmagerung beginnt an den Füßen und Beinen, von dort aus setzt sie sich nach oben fort und endet am Gesicht. Ursächlich hierfür ist eine gestörte Nahrungsassimilation, die sich im Durchfall manifestiert. Die Patienten werden dadurch sehr schwach und können irgendwann nicht mehr stehen, sogar ihren Kopf können sie nicht mehr aufrecht halten. Zu diesem prekären Befinden kommen weitere Krankheiten wie übergroße Abdominaldrüsen und kanzeröser Peritonitis, chronische Tuberkulose, Influenza bei Kindern und blutige Nabelabsonderungen von Säuglingen. Generell gelten Abrotanum-Personen als zornige, boshafte und widerspenstige Menschen, die immerzu üble Laune haben, mit einem mürrischen Gemüt geschlagen sind und keine Gesellschaft mögen. Abrotanum-Kinder vermeiden den Kontakt zu ihren Spielkameraden und sind reizbar, schnell verärgert und manchmal grausam. Abrotanum-Menschen werden gewalttätig, wenn sie ihren Zorn nicht kanalisieren können. Andererseits machen sie sich viele Sorgen, zu denen unter anderem gehört, dass ihr Gehirn versagen könnte und sie daraufhin senil werden. Das macht sie melancholisch, sie müssen dann eine große Niedergeschlagenheit hinnehmen und sind als Kinder oft mutlos. Zudem nehmen sie nicht sehr schnell neues Wissen auf und verarbeiten es nur ungenügend, was sie träge und gleichzeitig gereizt macht. Sie haben das Gefühl, ihre gesamten Kräfte - geistig und körperlich - seien verschwunden. Als Modalitäten sind Verschlechterungen des Zustands durch Nässe, Nebel und kalte Luft sowie nachts bekannt, auch dürfen die Abrotanum-Menschen ihre Absonderungen nicht unterdrücken.
Modalitäten: Was bessert, was verschlimmert?
Modalitäten sind in der Homöopathie das Zünglein an der Waage bei der Mittelwahl.
↓ Verschlimmerung durch
- – Nässe
- – Nebel
- – kalte Luft
- – nachts
- – Unterdrücken von Absonderungen
↑ Besserung durch
- + Bewegung
- + weicher, dünner Stuhlgang
Verbesserung bei
Bewegung
weichen, dünnen Stuhlgang
Verschlimmerung bei
Nässe
Nachts
Kälte / kalte Luft
Nebel
Unterdrücken von Absonderungen
Ähnliche Mittel im Vergleich
Diese Mittel teilen Anwendungsgebiete mit Abrotanum – die Leitsymptome entscheiden über die Abgrenzung.

China Officinalis
Chinarinde
Chinarinde-Globuli werden in der Homöopathie traditionell bei Erschöpfungszuständen nach Flüssigkeitsverlust eingesetzt, etwa nach Durchfall, starkem Schwitzen oder Blutungen. Weitere traditionelle Anwendungsgebiete sind Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Appetitlosigkeit.
ErschöpfungDurchfallBlähungenErbrechen
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Hamamelis Virginiana
Zaubernuss
Hamamelis virginiana, die Virginische Zaubernuss, wird in der Homöopathie traditionell bei Venenbeschwerden wie Krampfadern und Hämorrhoiden sowie bei einer Neigung zu Blutungen eingesetzt.
KrampfadernHämorrhoidenVenenschwächeVenöse Stauungen
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Melilotus Officinalis (gelber Steinklee)
Gelber Steinklee
Melilotus Officinalis (Honigklee) wird aus frischen Blättern und Blüten des Steinklees gewonnen und in der Homöopathie eher selten angewandt. Traditionelle Anwendungsgebiete sind Durchblutungsstörungen, venöse Beschwerden sowie Zustände mit starkem Nasenbluten und Kopfschmerzen.
DurchblutungsstörungenVenenschwächeSchweregefühl in den BeinenNächtliche Wadenkrämpfe
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Acidum benzoicum
Benzoesäure
Acidum benzoicum wird aus Siambenzoesäure gewonnen, die aus dem Harz von Ebenholzgewächsen stammt. Homöopathen ordnen dem Mittel vor allem Beschwerden bei erhöhtem Harnsäurespiegel zu, etwa Gicht und rheumatische Gelenkbeschwerden mit auffällig dunklem, streng riechendem Urin.
GichtRheumatische BeschwerdenGelenkschmerzenGelenkentzündungen
Zum Mittel-Profil →Häufige Fragen zu Abrotanum
Wobei wird Abrotanum in der Homöopathie traditionell angewendet?
Die homöopathische Tradition ordnet Abrotanum vor allem diesen Anwendungsgebieten zu: Appetitlosigkeit, Abmagerung, Schwäche, Lymphknotenschwellungen, Durchfall, Verstopfung, Hämorrhoiden, Rheumatische Beschwerden, Gelenkentzündungen, Juckreiz, Frostbeulen, Nasenbluten, Durchblutungsstörungen. Die Mittelwahl richtet sich dabei nach dem individuellen Beschwerdebild. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.
Was ist das typische Mittelbild von Abrotanum?
Typische Leitsymptome, die die Materia medica Abrotanum zuordnet: Starke Abmagerung trotz Heißhunger und großer Nahrungsaufnahme; Abmagerung beginnt an Beinen und Füßen; Abwechselnd Durchfall und Verstopfung; Große Schwäche, Kopf kann nicht aufrecht gehalten werden; Kaltes, mageres Gesicht mit hohlen Augen; Aufgeblähtes Abdomen.
